: Eiszeit mit Petersilie
Spanien lehnt internationale Vermittlung im Inselstreit ab. Rückzug bei Garantie der Neutralität angeboten
MADRID dpa/rtr ■ Spanien hat gestern eine internationale Vermittlung in der Krise mit Marokko um die Petersilieninsel abgelehnt. Eine Vermittlung durch die USA oder die Vereinten Nationen komme nicht in Frage, sagte Außenministerin Ana Palacio, und: „Zur Lösung des Konflikts ist nicht eine Vermittlung der UN, sondern etwas gesunder Menschenverstand nötig.“ UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte nach der Einnahme der von Marokko besetzten Felseninsel durch das spanische Militär am Mittwoch angeboten, zwischen beiden Ländern zu vermitteln.
Palacio bot einen Abzug der spanischen Truppen von der Insel an, wenn Marokko deren Neutralität garantiere. In der Frage der Neutralität der Insel sei das Wort des marokkanischen Königs für ihr Land eine ausreichende Sicherheitsgarantie. Zu wünschen sei, dass die Polizeien beider Länder den Felsen künftig gemeinsam nutzen könnten, um gegen Schlepper und Drogenschmuggler in der Meerenge von Gibraltar vorzugehen. Die Erklärung ihres marokkanischen Kollegen Mohamed Benaissa, das spanische Vorgehen komme einer Kriegserklärung gleich, wies sie zurück.
Angesichts der Spannungen haben neben den UN auch die USA, die EU und die Arabische Liga beide Länder zu Verhandlungen aufgefordert, um den Konflikt friedlich beilegen zu können. Es sei Zeit, die Aktionen in den Konferenzraum zu verlegen, sagte US-Außenminister Colin Powell nach Telefongesprächen mit Palacio und Benaissa.
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