Einwanderungspolitik in Marokko: Integration im Transitland

Restriktiv war gestern: Im vergangenen Jahr erhielten zwei Drittel der Flüchtlinge Aufenthaltspapiere. Die Camps in Ceuta und Melilla sollen abgebaut werden.

Sie haben Marokko schon vor der neuen Politik hinter sich gelassen: Flüchtlinge in der spanischen Exklave Melilla im Jahr 2005. Bild: ap

SALE ap | Im ersten Jahr nach Einführung einer neuen Einwanderungsstrategie hat Marokko 65 Prozent aller Aufenthaltsanträge von Flüchtlingen gebilligt. Damit hätten im vergangenen Jahr rund 18.000 Menschen einen Aufenthaltstitel bekommen, teilte das Innenministerium am Montag mit. Insgesamt hätten 27.000 Migranten aus 116 Ländern Papiere angefragt. Alle Kinder und Frauen hätten welche bekommen.

Der Statistik zufolge kam die größte Gruppe derer, die Dokumente erhielten, mit 24 Prozent aus dem Senegal. 20 Prozent waren Syrer. Die Migranten müssen ihre Papiere jährlich wieder neu beantragen. Mit den Dokumenten haben die Flüchtlinge Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem und zu Schulen. Sie sollen dadurch in die Gemeinschaft integriert werden.

Der marokkanische König Mohammed VI hatte im November 2013 eine neue Einwanderungspolitik angeordnet. Ziel war es, die Zehntausenden von Einwanderern zu dokumentieren, die vor allem aus Ländern südlich der Sahara kommen. Diese Politik war von örtlichen und internationalen Menschenrechtsgruppen gelobt worden. Sie sahen in ihr einen Wechsel von dem früheren, auf Sicherheit basierenden Ansatz.

Die meisten Migranten haben zwar nicht die Absicht, in Marokko zu bleiben. Der stellvertretende Außenminister Mbarka Bouaida sagte, die Hoffnung sei, dass sich durch die neue Strategie die Ansicht der Flüchtlinge ändere und so auch der Druck auf die Exklaven in Ceuta und Melilla abnehme, in die nahezu jede Woche Flüchtlinge versuchten, zu entkommen.

Ein hochrangiger Mitarbeiter des Innenministeriums sagte, die Regierung werde alle Maßnahmen ergreifen, um die Camps in bestimmten Gegenden abzubauen, besonders vor Ceuta und Melilla. Damit sollten die Opfer der Menschenhandel-Mafia befreit werden.

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