Ein Quarantäne-Tagebuch: Das Leben auf Corona Island II

Helene Fischer, Göttinnen und Coronaterroristen suchen unseren Autor in der Quarantäne heim. Und die Ahnung, dass uns das Schlimmste noch bevorsteht.

Ein Plakat mit einem Regenbogen und der Aufschrift "alles wird gut" an einem Balkon

Hoffentlich! Plakat an einem Berliner Balkon Foto: dpa

Kranzik trägt das Coronavirus in sich, befindet sich in häuslicher Quarantäne und führt darüber Tagebuch. Das Tagebuch ist real, Kranzik ein selbst gewähltes Pseudonym. Heute: Tag 8 bis 14.

Tag 8

Heute bin ich mit Coronakater aufgewacht. Ich kann das Wort nicht mehr hören. Es scheint gar nichts anderes mehr zu geben, Mitglieder verschiedener Religionen beten, das Coronavirus möge nicht zu sehr wüten. Ihr altes Dilemma bleibt: Wenn Gott allmächtig ist, kann er das Virus augenblicklich stoppen. Wäre er auch barmherzig, würde er es tun, und vielleicht sollte er ein paar besonders boshafte Sünder wie Trump, Johnson, Salvini, Orbán und Bolsonaro mit dem Virus geißeln.

Stattdessen sterben ganz Unschuldige, wie der bewundernswerte dreiunddreißigjährige chinesische Arzt Li Wenliang, der die Menschheit auf dieses Virus aufmerksam gemacht hat und dafür von der chinesischen Regierung drangsaliert wurde. Ob er wohl zur Strafe von denen, denen er auf die Füße getreten ist, unauffällig ins Jenseits coroniert wurde?

Ich fürchte, das Schlimmste kommt noch. Wenn die Welle über die reicheren Länder herübergerollt ist, wird es dort, von wo man heute kaum noch etwas hört, so richtig losgehen. Jemen, Syrien, die Flüchtlingslager, Afrika, Indien...

Tag 9

Mir geht es gut, viel zu gut. Kein Husten, kein Schnupfen, kein Fieber. Meine Freunde rufen mich besorgt an, von weitem ist nicht immer leicht zu beurteilen, wie es den Lieben am anderen Ende der Strippe geht. Ich beginne am Ergebnis meines Tests zu zweifeln. Das Beste meiner Situation, die Sicherheit, vor dem Virus nach ausgestandener Infektion gefeit zu sein, schwimmt mir jetzt davon. Ich werde mich wohl leider weiter vorsehen müssen.

Ärzte haben beobachtet, dass Corona oft den Geschmacks- und den Geruchssinn verändert. Mir schmeckt weiter alles gut. Komisch verändert ist allerdings mein Musikgeschmack. Normalerweise höre ich wenig Klassik. Jetzt ertrage ich einen großen Teil der U-Musik nicht. Bei neun von zehn Songs geht es um Liebe oder eher um Liebeskummer. Doch wer möchte schon einen Song hören über ein Thema, das viel trauriger ist als Liebeskummer? Kein Schlager über Gesundheit.

Bestenfalls: „Ein Herz ist kein Spielzeug“ oder in Frankreich „Je suis malade!“. Die waren aber gar nicht krank. Helene hatte es geahnt: „Atemlos durch die Nacht!“ Corona, wir hatten nicht nachgedacht, Corona, du hast uns umgebracht.

In der Isolationseinsamkeit verblöde ich langsam.

Deshalb wird auch mein neuster Song, „Corona, du kannst mich mal, auch andere Krankheiten sind nicht egal!“, vermutlich die Charts wieder nicht erklimmen, oder etwa doch? Morgen würde ich gern aufwachen, ins Freie treten und feststellen, dass das mit Corona nur ein blöder Alptraum war, und singen: „What a difference a day makes“.

Tag 10

„Deka meron“, zehn Tage, während derer sich junge wohlhabende florentinische Pestflüchtlinge verkrochen und sich Geschichten erzählten, über die Giovanni Boccaccio schrieb. Weltliteratur! Stattdessen fangen vormals geneigte Leserinnen und Leser sich bei der Lektüre meines Tagebuchs wahrscheinlich zu langweilen an.

In der Isolationseinsamkeit verblöde ich langsam. Unnützes Wissen, Anagramm von Corona: Anoroc. Klingt wie das Inuit-Wort „Anorak“, was bedeuten soll: „etwas gegen den Wind“. Brauche ich gerade nicht. Ich träume lieber von Bikini: In der Sprache der pazifischen Ureinwohner bedeutet Bikini: „das Land der vielen Kokosnüsse“. Und viele pazifische Ureinwohner träumen, dass coronafreie Touristen wiederkommen, damit sie ihren Lebensunterhalt wieder verdienen können.

Ich träume von einem Dreihundertsechzig-Grad-Rundum-und-nach-oben-Blick mit nur Himmel und drunter etwas Horizont. Das wäre mir erst mal schon genug.

Tag 11

Ich habe geträumt, ich sei ein Coronaterrorist. Ich suche jeden heim, den ich nicht mag, und huste ihm direkt zwischen die Augen, in Nase und in den vor Schreck geöffneten Mund! Das muss wegen der Musik sein, die ich seit einer Weile höre, Penderecki hat für „Shining“ Musik geschrieben. Ich sollte lieber wieder Schnulzen hören.

Alle reden von den schlimmen ökonomischen Folgen von Corona. Besonders wird ein Börsencrash befürchtet. Ich als Nicht-Ökonom denke bei mir: Schließt die Börse ganz, habt ihr doch bei Nine-Eleven auch gemacht! Schickt die Börse nicht ins elektronische Homeoffice, schickt sie ganz in Quarantäne! Das sind Gedanken eines Nicht-Ökonomen, ich gebe meine Unwissenheit zu, aber wer versteht die denn noch heutzutage...

Manche Länder, und nicht einmal die ärmsten, wollen sich über „Herdenimmunität“ durchjonglieren. Die Schulen bleiben offen, die alten Menschen werden weggeschlossen. Die Bevölkerung traut dem Braten mehr oder weniger. Bis sich bestätigt, was Chinesen und Italiener schon lange wissen: Manchmal trifft Schnitter Corona auch junge Menschen. Und nicht wenige jüngere Menschen müssen ebenfalls beatmet werden, auch wenn sie am Ende überleben. Und dann müssen die armen Ärztinnen und Ärzte zusehen, wie die Alten einsam ersticken, weil es für sie keinen Beatmungsplatz mehr gibt. Die Wirtschaft gerettet, zu welchem Preis? Bisher gibt es kein richtiges Rezept. Andererseits, die Menschheit hat viel schlimmere Katastrophen überstanden.

Manchmal, wie aus der Wirtschaftskrise 1929, haben wir Menschen aus Katastrophen später etwas noch Schlimmeres gebastelt, wie den Nationalsozialismus. Das darf diesmal bitte nicht passieren!

Tag 12

„How to lie with statistics“ ist ein heute besonders lesenswertes Buch. Wer weniger testet, hat weniger Fälle, so einfach.

Die Seuche war vorhersehbar. Die nächste Seuche kommt bestimmt. In den Achtzigern Aids. Die Afrikaner gaben der damals neuen Krankheit einen besonderen Namen: „Slim Disease“. Weil die erste Infektion, die von der Immunschwäche bei Aids in Afrika profitiert, die Tuberkulose ist, hatte die Medizin „Slim Disease“ in Afrika nicht von der „Schwindsucht“, deutsches Wort für Tuberkulose, unterschieden.

„How to lie with statistics“, ein heute besonders lesenswertes Buch. Wer weniger testet, hat weniger Fälle, so einfach. Weltweit sind wohl hundertmal mehr Menschen infiziert als in der Statistik auftauchen. Die Gefährlichkeit des Coronavirus erlaubt es einerseits nicht, wie bei der Schweinegrippe, die Sache schleifen zu lassen, zumal es damals gegen Letztere früh einen Impfstoff gab.

Andererseits war es leichter, die noch böseren Schwestern Sars und Mers einzudämmen, weil bei Letzteren Infizierte immer auch sehr krank und daher leicht zu erkennen sind. Nassim Nicholas Taleb erklärt, dass unsere Gesellschaften vom Wahn der Voraussage mittels Statistik verblendet sei. Statistik, fast schon eine Religion oder eher Wahrsagerei? Wenn wir immer nur weiße Schwäne sehen, folgern wir: „Ein Schwan ist weiß.“ Alle Maßnahmen werden aufgrund von Vorhersagen getroffen, die auf Statistik beruhen, beispielsweise die Einführung des Anschnallgurts im Straßenverkehr, mit Erfolg! Bis ein schwarzer Schwan vorbeikommt.

Menschen stehen vor einem Supermarkt an

Draußen muss man sich anstellen: Supermarkt in Schöneberg Foto: dpa

Tag 13

Tag dreizehn, Tag der Frau! Endspurt! Warum ist Freitag der dreizehnte angeblich ein Unglückstag? Na, weil er der Tag der Frau ist! Warum Freitag der dreizehnte? Nun, wie viele Menstruationen hat eine Frau normalerweise im Jahr? Die Göttinnen waren meistens mit der Erde als fruchtbarem Acker und Quell des Lebens, aber auch mit den Gezeiten und Mondphasen assoziiert.

Ackerbaugesellschaften mussten aber alle drei bis vier Jahre das Mondjahr und das Sonnenjahr in Einklang bringen. Dazu diente die in Nebra gefundene Himmelsscheibe. Für das arme Mannsbild,das von diabolischen weiblichen Wesen, angefangen bei Eva, immer wieder zur Sünde angestachelt wurde, waren dreizehn Mondphasen, daher der Name Monat und Monatsblutung, weiblich, also teuflisch. Das strahlende, herrliche Sonnenjahr gegen das weibliche, dämliche Mondjahr! Zwölf statt dreizehn Monate! Daher hieß die Zahl dreizehn auch „Teufelsdutzend“.

Im Unterschied zu anderen Sprachen ist das Geschlecht im Deutschen interessanterweise anders herum: die Sonne, der Mond. Schon der alte römische Schriftsteller Tacitus bemerkte, die Germanen würden zu sehr auf ihre Frauen hören...

Und Freitag hat man nicht frei, sondern es handelt sich um den Tag der Venus (französisch „vendredi“). Als die pragmatischen alten Römer, die die Götter anderer Völker Götter sein ließen, in Germanien den Kalender einführten, suchten sie nach einer Entsprechung für ihre Venus am germanischen Götterhimmel: Na klar, die schöne Göttin Freya! Daher Freitag, Tag der Freya. Also Mädels, lasst uns Freitag den dreizehnten ordentlich feiern! Fridays for Future! Virtuell natürlich... Und das perfide Virus hat es natürlich vor allem auf die armen Männer abgesehen! „Quoad erat demonstrandum!“, hätte mein alter Lateinlehrer ausgerufen (übersetzt: „War ja klar!“).

Corona wird uns vielleicht von dem „Wachstum auf Teufel komm raus“-Zwang befreien.

Tag 14

Ich sehe ein Dämmerlicht am Ende meines Vierzehntagestunnels, kein strahlendes Leuchten. Aber vielleicht will ich ja gar nicht mehr hier raus? Hab mich so an die Entschleunigung gewöhnt. Morgens halb sieben früh aufstehen und arbeiten? Eine aktuelle Statistik: Im Durchschnitt verkürzt jede Stunde Arbeitszeit das Leben um sechzig Minuten!

Außenwelt, ich komme wieder! Die Sonne blendet mich. Die Beine wacklig wie die eines Raumfahrers nach der Landung. Ihr bleibt so seltsam auf Abstand? Habt ihr mich denn nicht mehr lieb?

Narben wird dieses Virus in unserer Welt hinterlassen, Menschen die Lebensgrundlage entziehen und wahrscheinlich in veränderter Form irgendwann wiederkommen. Vielleicht bringt es aber auch Chancen, mehr Nachdenken über die wichtigen Dinge des Lebens. Die Pest hatte die Menschen aus der jahrhundertelangen fatalistischen Grundhaltung in die Renaissance befördert.

Corona wird uns vielleicht von dem „Wachstum auf Teufel komm raus“-Zwang befreien. Der Umwelt hat es gut getan und vielleicht kann man die Welt auch ohne Zwang, sondern aus freiem Willen entschleunigen und uns Menschen aus dem ökonomischen Hamsterrad befreien, das uns in den letzten Jahrzehnten als Allheilmittel gepredigt wurde.

Hier steht Teil I des Corona-Tagebuchs.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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