EMtaz: Erneut Krawalle bei Russland-Spiel: 36 Festnahmen in Lille
Beim Spiel Russland gegen Slowakei hat es Ausschreitungen gegeben. Beteiligt waren aber überwiegend englische Fans. Die Polizei griff hart durch.
dpa | Rund um das EM-Spiel Russland gegen Slowakei in Lille sind insgesamt 36 Fans festgenommen und 50 Menschen von Rettungskräften versorgt worden. 16 von ihnen mussten in Krankenhäusern stationär behandelt werden, wie die Präfektur des Départements Nord in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Ob und wie viele Festnahmen und Verletzungen mit den Ausschreitungen vorwiegend englischer Fans in Zusammenhang stehen, sagte die Behörde nicht – die Bilanz bezog sich auf den gesamten Mittwoch.
Die Polizei war gleich mehrmals mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Fans vorgegangen. Diese waren vor dem zweiten EM-Gruppenspiel der Three Lions gegen Wales am Donnerstag (15.00 Uhr) im nur 40 Kilometer entfernten Lens in die Stadt gekommen.
Dabei wiederholte sich die harte Vorgehensweise gegen die singenden und meist friedlichen Anhänger, dabei wurden auch Hunde eingesetzt. Nach Einschätzung von Augenzeugen ging diese Taktik aber nicht auf, sondern glich vielmehr einem Katz-und-Maus-Spiel. Die Menge ließ sich bis nach Mitternacht nur vorübergehend auseinandertreiben. Erst gegen 1.00 Uhr am Morgen kehrte auf den Straßen weitgehend Ruhe ein.
Zuvor kam es gleich mehrere Male zu Jagdszenen durch die Innenstadt von Lille, das am Mittwoch Schauplatz der Partie Russland gegen Slowakei (1:2) war. Unter den festgenommenen Personen waren nach früheren Angaben der Präfektur auch sechs Russen, die an den Ausschreitungen in Marseille am vergangenen Samstag beteiligt waren.
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert