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EG: Ja zur Einheit

■ Außenminister Genscher legt sich voll ins Zeug, um seine Amtskollegen von einem vereinten Deutschland zu überzeugen

Dublin (taz) - Einträchtig verlief die Debatte über die deutsche Einheit bei der EG-Außenministerkonferenz in Dublin. Bundesaußenminister Genscher versicherte seinen Kollegen in einer sehr emotionalen Rede am Dienstag, daß die Bundesregierung nichts hinter dem Rücken der EG unternehmen werde. Ein vereintes Deutschland werde die Oder-Neiße-Grenze respektieren und die Verpflichtungen gegenüber der EG voll erfüllen, sagte Genscher. Seine Kollegen waren mit den Beteuerungen vollauf zufrieden. Douglas Hurds überschwengliche Zustimmung zur deutschen Einheit stand in starkem Kontrast zum eher gedämpften Ton seiner Premierministerin. Der italienische Außenminister De Michelis gab nach dem Treffen bekannt, daß seine Regierung nun keinen Grund mehr sehe, auf eine Vorverlegung der Konferenz über die europäische Währungseinheit zu drängen. Ein irischer Delegierter faßte Genschers Auftritt in einem Satz zusammen: „Er hat alles gesagt, was die Gemeinschaftvon ihm hören wollte.“

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