Drohne trifft US-Gastanker: Ägypten meldet Brand auf LNG-Terminalschiff
In Ägypten setzt eine Drohne zwei Schiffe am Mittelmeer in Brand. Einem Medienbericht zufolge hat Iran damit zu tun. Was steckt dahinter?
Foto: Social Media via reuters
dpa/rtr/taz | Eine Drohne hat am Mittwoch im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta einen US-Gastanker getroffen. Wie die britische Sicherheitsfirma Ambrey und Insider mitteilten, geriet die „Energos Winter“ in Brand. Dabei handelt es sich um ein schwimmendes Tank- und Regasifizierungsschiff, also eine schwimmende LNG-Terminalanlage. Das Feuer griff den Angaben zufolge auf ein weiteres Schiff, die „Gaslog Salem“, über.
Das ägyptische Ölministerium bestätigte, dass es auf zwei Schiffen gebrannt habe. Einsatzkräfte und Feuerwehrteams hätten den Brand nach den geltenden Notfallplänen bekämpft. Verletzte oder Tote habe es nicht gegeben. Eine Ursache für den Brand wurde nicht genannt. Die zuständigen Behörden arbeiteten daran, die Folgen des Brandes zu bewerten.
Dem Datenanbieter Kpler zufolge führte eine Explosion an einem LNG-Terminal zu Schäden an zwei Schiffen. Zudem sei dadurch der Betrieb an dem für LNG-Importe zentralen Ort gestört worden, hieß es auf der Plattform X.
Die „Energos Winter“ gehört dem US-Unternehmen Energos Infrastructure und wird von der ebenfalls amerikanischen Wilhelmsen Ship Management betrieben. Sicherheitskreisen zufolge schürt der Vorfall in Ägypten die Sorge über eine weitere Ausweitung des Irankriegs. Dieser tobt seit fünf Monaten und ist in den vergangenen Tagen durch gegenseitige Angriffe der USA und des Iran sowie verbündeter Milizen weiter eskaliert.
Auch der Hafen- und Schifffahrtsdienstleister Inchcape Shipping Services meldete eine Explosion an einem LNG-Terminal. Der Vorfall habe sich während des Entladens einer Ladung ereignet. Die betroffenen Schiffe seien sicher aus dem Hafenbereich verlegt worden, hieß es. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall wurden auch hier nicht genannt.
Warnung seitens der Islamischen Republik Iran
Zwei iranische Offizielle erklärten gegenüber der US-Zeitung New York Times, dass eine Drohne eingesetzt worden sei. Der Angriff soll wohl eine Warnung sein: Hält der Krieg an, könnte Teheran die weltweite Energieversorgung und den Handel weiter empfindlich stören. Das tut die Islamische Republik bereits, durch die Blockade der Straße von Hormus. Die Iran-unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat außerdem Schiffe im Roten Meer angegriffen.
Ob Iran selbst angegriffen, oder eine seiner vielen Proxy-Milizen in der Region beauftragt hatte, blieb offen. Die beiden Offiziellen äußerten sich dazu gegenüber der New York Times nicht.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert