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Dr. Schlesingers Ansichten

Erfolgreiche Kampagne gegen das Geschäft mit der Hetze gegen Minderheiten

„Sind Sie Chinese? Fett? Blond? Arm? Jüdisch? Lesbisch? Schwarz? Schwul? Sind Sie ein biologischer Irrtum?“ So flimmert es in dicken weißen Lettern vor schwarzem Hintergrund auf der ersten Seite der Kampagne gegen die amerikanische Radiomoderatorin Dr. Laura Schlesinger. „Die Website wird wachsen wie der Konflikt“, sagte der Internetaktivist John Aravosis vergangenen März voraus.

Recht hat er behalten. Die Website www.stopdrlaura.com zählt heute über 30 Millionen Hits und eine Million ernsthaft interessierte Besucher. Mit „Konflikt“ ist die Wut der amerikanischen Gay Community auf die Radiomoderatorin Dr. Laura Schlesinger gemeint, die in ihrer täglichen, von gut 20 Millionen Menschen gehörten Radio-Liveshow mit homophoben Sprüchen wie „Schwule und Lesben sind biologische Irrtümer“ vom religiösen Leder zieht.

Die Ankündigung von Paramount Pictures, Dr. Laura ab September in einer täglichen TV-Show noch besser zu vermarkten, brachte das Fass zum Überlaufen. Eine Gruppe von Schwulenaktivisten und Medienleuten startete die Webseite, deren Ziel es ist, Paramount von Dr. Laura abzubringen. Weitere Mittel zum Zweck sind E-Mail- und Fax-Aktionen an Unternehmen, um sie zur Kündigung ihrer Werbezeiten in der Laura-Show zu bewegen. Namhafte Firmen wie United Airlines, Procter & Gamble, American Express und Xerox sind der Aufforderung gefolgt. „Intoleranz ist schlecht fürs Geschäft, genau wie Dr. Laura“, sagt Aravosis.

Die gescholtene Moderatorin betrachtet die Kampagne als Attacke auf „meine Person, meine Karriere, meine Arbeit.“ Schließlich habe auch der Papst von der „Widernatürlichkeit der Homosexualität“ gesprochen. „Und“, fragt sie, „gibt es eine Website ‚stopthepope.com‘?“ Auch keine schlechte Idee. MICHAEL LENZ

lenz.michael@gmx.net

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