Dorf in Bayern: Wo Corona weit weg scheint

Die Straße ist dicht. Im oberbayerischen Griesen kann man wieder das Rauschen der Wildflüsse hören. Das Virus ist weit weg – oder doch nicht?

Kleiner Bahnhof

Kein Zug kommt: Der Bahnhof von Griesen ist wegen der Corona-Krise außer Betrieb Foto: Silke Buttgereit

GRIESEN taz | Neuerdings können die Bewohner von Griesen den Postboten hören, bevor er um die Kurve am stillgelegten Bahnhof fährt. Kurz vor 12 Uhr rauscht das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt heran, steht in der Alpenluft über dem Tal, während der Briefträger auf der zwei Kilometer langen Geraden vor dem Dorf heranbraust. Ab der Kurve tönt es lauter, und dann ist der gelbe Transporter schon in Sicht. Trari, trara, die Post ist da, doch in Griesen singt niemand.

Die 55 Einwohner bleiben in ihren Wohnungen, Häusern und in den Gärten. Oder sind es 57 Menschen, die zwischen Bahnhof und Kapelle Mariä Heimsuchung am Waldrand wohnen? Die Familie, die in der alpenländisch anmutenden Villa am Dorfeingang wohnt, hat die nun fünf oder sieben Kinder? Drei Mobilfunkantennen ragen auf dem Dach empor, so viel steht fest. Sie verbinden den Ort mit dem Rest der Welt.

Die Welt und das Virus bleiben draußen, seitdem rot-weiß-gestreifte Metallbarrieren auf der Bundesstraße die Staatsgrenze von Deutschland und Österreich markieren und jeden Verkehr unmöglich machen. Ganz früher gab es hier Zoll- und Passkontrollen, wie ein verblichenes Schild auf dem Hof hinter dem zweistöckigen Grenzerhaus aus den 1920er Jahren zeigt.

In den Mietshäusern auf der anderen Straßenseite haben damals die Forstarbeiter gelebt, immer sechs Familien in einem Haus, heute sind dort beliebte und bezahlbare Wohnungen für Krankenschwestern, Handwerker und andere Menschen entstanden, die sich in Garmisch nix mehr leisten können und gern in der Natur wohnen.

Mitten durch den Ort läuft die Bundesstraße 23, die, versehen mit Mittelstreifen, aber ohne eine Randbefestigung, in Kurven entlang der Loisach und der eingleisigen Bahnstrecke durch das Tal von Garmisch-Partenkirchen nach Ehrwald in Tirol führt. Der Wald reicht bis an den Straßenrand, manchmal äst ein Rothirsch neben der Straße. Die Loisach rauscht über Steine, Felsen und Stromschnellen durch das Tal und verhindert bislang, dass die Straße ausgebaut wird.

Gaby Hasenpflug, Einwohnerin

„Wenn man hier wohnt, ändert sich nicht viel. Ich vermisse nichts“

„Hochwasser, Schneekatastrophe – wir haben hier schon so viel erlebt“, sagt Gaby Hasenpflug und winkt ab. „Ich bin in dem Alter, da mache ich mir nicht mehr viele Sorgen.“ Hasenpflug fährt nachts Taxi in Garmisch-Partenkirchen. Seit 1997 lebt sie in Griesen, davor hat sie als Lastwagenfahrerin in München gearbeitet. „Wenn man hier wohnt, ändert sich nicht viel“, sagt sie, ob nun eine Ausgangsbeschränkung herrsche oder nicht. Sie hat ihr Buch fertig geschrieben, einen Abenteuerroman, und macht nun, was sie auch an anderen Tagen im Frühling macht. Die Raben beobachten, Gimpel, Meisen, Amseln, Elstern füttern, die Sonne genießen. Und die Buchhaltung neu sortieren. „Ich vermisse nichts, sonst dürfte ich hier nicht wohnen.“

Die Corona-Grenze mit den rot-weißen Schildern und Plastikbändern steht einen Kilometer hinter Griesen. Links eine Weide, rechts der Wald, der schon zu Österreich gehört. 90 Kilometer sind es von dort bis Ischgl, dem Tiroler Ski-Ballermann, von dem aus Touristen das Virus in halb Europa verbreitetet haben. Viele von denen, die mit ihnen Autos nach Deutschland zurückfuhren, kamen vermutlich durch Griesen, damals, als es auf der Straße noch Verkehr gab. „Sie kommen aus I, A, CH – Achtung bitte 2 Wochen zu Hause bleiben“, blinkte ihnen ab Samstag, den 14. März auf einer elektronischen Anzeigentafel am Straßenrand in Griesen entgegen. Die Straßenwacht hatte die mobile Anlage über Nacht vor dem Kiosk „Grenzstüberl“ aufgestellt, der nun geschlossen hat. Keine Speckknödel mehr für Reisende und Nachbarn.

Ein paar Tage lang kontrollierten Polizisten noch, wer hindurchwollte. Erst standen sie auf der Staatsgrenze zwischen den Fichten, dann schlugen sie ein Zelt auf der Brücke über die Neidernach am Ortsausgang auf, kurz bevor der Fluss in die Loisach mündet. Minus neun Grad hatte es da in der Nacht. Jetzt kommen die Polizisten manchmal morgens und abends um sechs, wenn die Grenze jeweils für zwei Stunden für die Pendler und Lastwagen geöffnet ist. Ansonsten ist das hier eine Sackgasse geworden. Ab und zu schlängelt sich ein Transporter oder auch mal eine Limousine über den Radweg durch den Wald. Der Zugverkehr ist eingestellt. Es herrscht Ruhe.

„Wir leben hier wie auf einer Insel“, sagt Andreas Cellbrot, früher 20 Jahre lang Rechtsanwalt in Frankfurt am Main, seit 2003 Künstler in Griesen an der Neidernach. Er wohnt mit Sabina Cellbrot, deren Namen er bei der Heirat angenommen hat, in dem alten Forsthaus. Wo früher die Amtsstube war, haben die beiden die Küche eingerichtet, wo der Förster einen Garten hatte, hat Andreas Cellbrot eine sibirische Schwitzhütte und einen hölzernen Raum in Form einer Jurte gebaut.

Seine Frau gibt dort Seminare. In der ersten Woche seit der Ausgangsbeschränkung am 22. März hatte er endlich die Zeit gefunden, um den Totempfahl aus Lärchenholz fertig zu schnitzen und aufzustellen, erzählt Cellbrot. In seiner Werkstatt baumelt ein geblümter Sessel an Seilen von der Decke. „Mein Swingchair“, sagt er, setzt sich hinein, greift ein von einem Deckenbalken baumelndes Seil und schaukelt. „Hier kann man denken, abschalten, meditieren.“

„Kayruna Rainbow Village“ steht auf einem handgemalten Schild neben der Eingangstür. Als „Heilerhaus“ ist das rot gestrichene Gebäude in der Gegend bekannt. Sabina Cellbrot gibt Seminare, in denen sie die TeilnehmerInnen zum Fasten in den Wald schickt. Oder sie gehen hinten aus dem alten Förstergarten hinaus an die Neidernach und baden im eiskalten Wasser. Die Seminare bis Mai hat Cellbrot abgesagt, aber die würden nachgeholt. Sie sei ganz froh, dass ihr übervoller Kalender nun leer sei. Sie schreibt ein Buch über Selbstheilungskräfte und ist dank der Seminarpause fast fertig. „Ich empfinde Corona als Lehrer, aber nicht als Gefahr“, sagt Sabina Cellbrot. „Es geht darum, umzudenken, so wie Greta das uns das ganze Jahr über gesagt hat.“

Jetzt sind die Flüsse hören

Kiesel, Steine und vom Wasser geschliffene Baumstämme liegen im 200, 300 Meter breiten Bett der Neidernach, durch das der Fluss mäandert. Regnet es einen Tag lang, fließt das Wasser über die sonst trocken liegenden Sandbänke. Nach drei Tagen Regen rauscht der Fluss durch das ganze Tal. Von Tirol strömt die Loisach heran. Das Rauschen der beiden Wildflüsse dringt in den Ort. Seitdem keine Autos mehr fahren, hören die Griesener die Flüsse auch am Tag.

Auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen steigt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten. Am Donnerstag letzter Woche waren es erst 60, am Sonntag dann 86 Menschen, an diesem Dienstag meldeten die Behörden schon 115 Infizierte. Im plötzlich so abgeschiedenen Griesen ist dagegen niemand infiziert oder erkrankt, soweit bekannt.

Deshalb helfen sich die Menschen jetzt gegenseitig. Wenn jemand in das 14 Kilometer entfernte Garmisch-Partenkirchen fährt, fragt er oder sie die Nachbarn, ob sie etwas benötigen, Ingwer, Toilettenpapier, einen Beutel Bio-Karotten, ein Buch. Die alte Frau Wagner wird ohnehin von ihrer Tochter im Haus gegenüber versorgt, um den alten Meier kümmert sich Katrin, aber das macht sie schon immer. Aus dem Haus ging Herr Meier schon vor Corona nicht. Ein Comic mit einem nackten Hintern hängt an seiner Wohnungstür und zeigt jedem, was er von ihnen hält.

Die beiden Mädchen aus den Nachbarhäusern fahren auf rosa Fahrrädern jetzt bis an den Fluss. Überhaupt schallt jetzt bei Sonnenschein das Rufen der Kinder vom Fluss. Sie bauen Skulpturen aus Steinen, schichten Treibholz, machen ihr Ding. Wer von den Älteren ein Mountainbike hat, saust die Forstwege herab.

Virus kommt doch in den Alltag

„Uns geht es hier deutlich besser als in Garmisch“, sagt Jutta Bauer (Name geändert). „Hier hat man einen Freiraum.“ Der kleine Garten vor der Küchentür, hinterm Haus der Wald. „Aber mir fehlt der persönliche Kontakt mit Freunden“, sagt Bauer zwischen Grill und Gartentisch auf der Terrasse.

Seit zwei Jahren wohnen sie und ihr Mann in Griesen, vor sieben Monaten hat Jutta Bauer ihren Sohn zur Welt gebracht. Sie ist Krankenschwester im Krankenhaus von Garmisch, ihr Mann ist Handwerker und wurde in Kurzarbeit geschickt. Bauer arbeitet in Teilzeit, weil sie ihre Elternzeit über zwei Jahre ausdehnen möchte. „Ein paar Wochen bekommen wir das hin“, sagt Bauer und meint das mit dem Geld.

Bauer sorgt sich vor allem, dass sie trotz aller Vorsicht das Virus nicht mit ins Haus bringt. Desinfektion, Abstandhalten, Schutzkleidung, das gehöre alles zum Beruf. Aber sie arbeite in der Geriatrie, da könne sie keinen Abstand zu den Alten halten. Und sie bedauert, dass ihr Kind nun ganz ohne Gleichaltrige aufwachsen muss. „Ich wollte mit meinem Sohn zum Babyschwimmen gehen und mich mit den Müttern aus der Schwangerengruppe treffen, damit die Kleinen miteinander tollen“, sagt Bauer, die Hände tief in den Taschen ihres Mantels. „Das hatte man sich alles anders vorgestellt.“

Einmal zahlen
.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben