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Dissonanzen in Peru

■ Präsidentengattin darf nicht kandidieren

La Paz (taz) – „Harmonie 21. Jahrhundert“ heißt ihre Bewegung, Harmonie verspricht sie Peru: Susana Higushi, Ingenieurin und, ginge es nach ihr, Präsidentschaftskandidatin für die Wahlen im April 1995. Alles ganz harmonisch, wäre da nicht ihr Mann. Er heißt Alberto Fujimori, ist Präsident und will das auch bleiben.

Vier Jahre lang spielte Susana Higushi de Fujimori First Lady und unterstützte bedingungslos die Politik ihres Mannes. Vor zwei Monaten war es aus mit der Harmonie. Higushi zog aus dem Präsidentenpalast aus, beschimpfte ihren Gatten als Tyrannen und erklärte ihre eigene Kandidatur. Die Öffentlichkeit reagierte gespalten. Als Frau sei sie ja zu unterstützen, aber als Präsidentin? Programmatisch vermochte ihr einfaches „Für das Gute und gegen das Schlechte“ nicht zu überzeugen. Aber immerhin: Umfragen sahen sie bei sieben Prozent.

Doch Alberto Fujimori hatte vorgesorgt und ein Gesetz erlassen, das Familienangehörigen des Präsidenten die Kandidatur verbietet. Susana hielt dagegen: verfassungswidrig. Die Nationale Wahlkommission mußte entscheiden und tat das elegant im Sinne des Präsidenten: 100.000 Unterschriften hätte Susana Higushi für die Kandidatur gebraucht, 148.000 hatte sie eingereicht, von diesen aber seien nur 11.851 gültig – die Kandidatur wurde abgelehnt. Die Präsidentengattin protestierte sofort. Der Geheimdienst habe ihr einen Virus in den Computer gesetzt, der die Unterschriften vernichtet habe, tobt Higushi. Harmonie in Peru? Auf unbestimmte Zeit verschoben. Ulrich Goedeking

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