Die Wochenvorschau für Berlin: Gedenken mit Bundespräsidenten

Die Woche vom 18. bis 24.10. bringt Erinnerung, eine Diskussion im Humboldt Forum, eine Ausstellung und das Monologfestival. Und die Blätter fallen …

Gedenkstätte Gleis 17 in Berlin-Grunewald, das Mahnmal "Gleis 17" erinnert an die Deportationen jüdischer Bürger in Zügen der Deutschen Reichsbahn während des NS-Regimes

Detail der Gedenkstätte „Gleis 17“ in Berlin-Grunewald Foto: picture-alliance/ZB/Soeren Stache

BERLIN taz | Die Tage werden kürzer und kürzer (und schon in zwei Wochen die Uhren auf Winterzeit umgestellt), die Bäume kahler, die Himmel grauer … Da ist es doch schön, dass die bevorstehende Woche viele Veranstaltungen zu bieten hat, die dazu anregen, auch über die einzelnen Events hinaus mal über deren Themen nachzudenken.

Das fängt gleich am heutigen Montag an: Um 12 Uhr erinnert unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an den Beginn der Deportationen von Juden aus Berlin vor 80 Jahren. Die Gedenkveranstaltung findet am Mittag um 12 Uhr am Bahnhof Berlin-Grunewald am Mahnmal Gleis 17 statt, mit dem die Deutsche Bahn an ihre Verantwortung für Deportationen und Vernichtung von Juden und Jüdinnen durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­t*in­nen erinnert. Und wenn Sie jetzt denken, ups, das habe ich ja schon verpasst: keineswegs! Die Veranstaltung selbst ist coronabedingt gar nicht öffentlich, aber am Montagabend ab 18 Uhr unter der Webadresse www.orte-der-erinnerung.de/aktuelles einsehbar.

Am Mittwochabend geht es dann mit anderen deutschen Verbrechen weiter: Götz Aly, Historiker und Autor eines spannenden neuen Buchs über die tatsächliche Herkunft des berühmten Segelboots aus der Südsee, das als eines der ersten Objekte bereits im Mai 2018 aus dem Ethnologischen Museum in die Schlosskarikatur verfrachtet wurde, diskutiert dortselbst ab 19 Uhr unter anderen mit dem Direktor des Ethnologischen Museums Berlin über „Kolonialismus und Ethnologie im Pazifik“. Der Eintritt zu der Veranstaltung im Saal 2 des Humboldt Forums kostet 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.

„Fantastische Zeiten“ – in der Zukunft

Ab Mittwoch ist im Roten Rathaus die Ausstellung „Berlin – Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ (bis 20. Dezember) zu sehen – Ergebnis eines Projekts im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wissensstadt Berlin 2021“. Dabei geht es natürlich darum, Frauen in der Wissenschaft mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Mit dem Projekt wurde zu diesem Zweck eine Wissenschaftlerinnen-Enzyklopädie auf Wikipedia erstellt.

Und am Donnerstag beginnt das „Monologfestival“ im TD Theater in der Klosterstraße 44 in Mitte, ehemals bekannt als Theaterdiscounter. Ein Monologfestival ist ja an sich schon eine tolle Sache – da möchte man doch gleich mitmachen und auch mal vor Publikum so richtig drauflosmonologisieren, oder nicht?

Dazu geht es diesmal unter dem Titel „Fantastische Zeiten“ auch noch um das Thema Zukunft und wie sie werden könnte, nämlich anders. Und das ist doch nach all den vorangegangenen Events äußerst vielversprechend. Das Festival dauert bis zum 31. Oktober.

In diesem Sinne eine gute Woche, liebe Leser*innen: Es kann ja nur besser werden.

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