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Die WahrheitGejagt von den Ereignissen

Normalerweise ist Donnerstag der Gedichtetag auf der Wahrheit: Ein besonderer Anlass verlangt jedoch nach poetischen Antworten auf satanische Fragen.

Kann man das irgendwo bestellen,

das Großereignis, das die Welt

gespeist aus tausend Medienquellen

verwirrt, berührt, in Atem hält?

Dann wird nur dieses eine wichtig,

Wenn das uns plötzlich überrollt,

wird alles andere ganz nichtig.

Ist das geplant, ist das gewollt?

War da nicht mal die Griechenpleite?

Doch dann kam dieser Flüchtlingsstrom.

Der spülte Griechenland zur Seite

und wuchs in uns zum Angstsyndrom.

Das wurde dann in unsren Köpfen

kurz abgespalten, weil sich grob

mit Blatter, Niersbach, Schwarzgeldtöpfen

der Fußball-Clan ins Blickfeld schob.

Und nun Paris voll Angst und Grauen.

Aus Flüchtlingsstrom wird Terrorflut.

Und Griechenland? Und Schmiergeldklauen?

Kein Blickpunkt mehr, nicht mehr akut.

Und was kommt dann? Das mir die Bilder

von gestern aus dem Hirn verbannt?

Wird das noch schlimmer, böser, wilder?

Ach, bitte wieder Griechenland!

Die Wahrheit auf taz.de

Die Wahrheit

ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.


Die Wahrheit

hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.


Die Wahrheit

hat drei Grundsätze:

Warum sachlich, wenn es persönlich geht.

Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.

Warum beweisen, wenn man behaupten kann.

Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.



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1 Kommentar

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  • Hätte es nicht die Anschläge von Paris gegeben, würden wir vermutlich heute, je nach privater Vorliebe, über DIE Bahn und ihre Risiken philosophieren, lamentieren oder diskutieren. Gewiss würden auch schärfere Kontrollen und härtere Strafen gefordert werden. Nur mit dem dritten Weltkrieg würde höchstwahrscheinlich niemand drohen. Am vergangenen Freitag ist schließlich, weitgehend unbeachtet von der ansonsten immer sehr interessierten Öffentlichkeit, ein TGV auf einer Testfahrt mit mehr als 350 km/h von einer Brücke gefallen. Zehn Opfern sind zu beklagen. Zu wenige, als dass die Betroffenen konkurrieren könnten um die allgemeine mediale Aufmerksamkeit. Was ihren Angehörigen nicht unbedingt nur unangenehm sein dürfte, Weltfrieden hin oder her.