Die Wahrheit: Der Retter, Sozis, naht!
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem erfreuen über den Mann, der es noch deichseln wird bei der SPD.
Was wird wohl in zehn Tagen sein,
wenn aus den Ortsverbänden
die Mitglieder mit lautem „Nein!“
den Traum vom Wir beenden?
Stürzt sich dann wohl der Gabriel
mit Steinmeier vom Brocken?
Kommt aus dem Brandt-Haus der Befehl:
„Das war’s, ihr roten Socken!“
Ich glaube nicht, denn dann hebt an
die Ära eines Sozen,
den man schon jetzt bestaunen kann
von Cork bis Cannes und Bozen.
Er wird der Retter! Martin Schulz
– der Mann voll Scheitelbreite
und Eleganz des Bergnacktmulls
steht dann nicht mehr beiseite.
Der Geist von Bebel und Lassalle
dringt ihm aus allen Poren.
Der riecht barackenhaft nach Stall
und weitet Wählerohren.
Es stampft der Mann mit Sturmgepäck
noch nachts durch die Ardennen.
Ihn kann von seinem Lebenszweck
Europa nichts mehr trennen.
Aus seinen Worten spricht de Gaulle,
er gibt den Adenauer,
genauso rund wie Helmut Kohl
und Erich Ollenhauer.
Beliebt in Finnlands Birkentann
wie hinter Maltas Felsen
wird nächsten Lenz der Euro-Mann
zum Riesen ohne Stelzen.
Denn dann ist ja Europawahl!
Dann aufersteh’n die Sozen.
Dann wird sie aus dem Tränental
Sankt Martins Enkel lotsen.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert