piwik no script img

Die USA unter TrumpDer Kahlschlag bei USAID geht weiter

Die Zerschlagung der Entwicklungsbehörde USAID durch Donald Trumps Regierung schreitet voran. Fast alle direkten Beschäftigten sind beurlaubt.

Protest gegen die Zerschlagung der Entwicklungshilfebehörde USAID im Februar in Washington Foto: Kent Nishimura/reuters

Washington dpa | Bei der US-Entwicklungshilfebehörde USAID sollen um die 1.600 Stellen in den USA gestrichen werden. Außerdem wurden weltweit alle direkt angestellten Mitarbeiter der Behörde – mit wenigen Ausnahmen von Beschäftigten in speziellen Funktionen – beurlaubt, wie aus einer Mitteilung auf der Webseite von USAID hervorgeht. Die Beurlaubung gilt demnach seit der Nacht von Sonntag auf Montag (Ortszeit).

In der vergangenen Woche hatte die bedeutende Entwicklungsbehörde vor Gericht einen Rückschlag erlitten. Ein Bundesrichter in der Hauptstadt Washington nahm seine vorläufige Entscheidung im Eilverfahren, die Entlassungen in der Behörde zunächst zu stoppen, wieder zurück.

Für Personal im Ausland plane USAID ein freiwilliges, von der Agentur finanziertes Rückreiseprogramm sowie „andere Leistungen“, hieß es in der Mitteilung weiter. „In der kommenden Woche werden wir Einzelheiten darüber bekanntgeben, wie persönliche Gegenstände von den ehemaligen USAID-Arbeitsplätzen zurückgeholt und von der Regierung ausgegebene Geräte zurückgegeben werden können“, so die Behörde.

Radikaler Umbau des US-Staatsapparats

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump treibt einen radikalen Umbau des Staatsapparats voran, von dem USAID besonders betroffen ist. Bereits im Januar hatte Trump die Gelder für die Behörde für eine interne Überprüfung einfrieren lassen. Er erklärte mehrmals, USAID werde von radikalen „Wahnsinnigen“ geführt, die das Geld von Steuerzahlern verschwendeten.

USAID ist eine der größten Organisationen seiner Art weltweit und organisierte zahlreiche Hilfsmaßnahmen in aller Welt – von der Aids-Hilfe bis zum Wiederaufbau in Kriegsregionen. In den betroffenen Ländern sind die Sorgen groß, dass bei Ausbleiben der Hilfeleistungen Zehntausende von Menschen in Not gestürzt werden könnten.

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

3 Kommentare

 / 
  • " In den betroffenen Ländern sind die Sorgen groß, dass bei Ausbleiben der Hilfeleistungen Zehntausende von Menschen in Not gestürzt werden könnten" Eher wohl Millionen Menschen, die Konsequenzen davon werden auf Jahre hinaus die Welt stabiliseren. All die afrikanischen Regime die den Westen rausgeworfen haben? Hängen alle am Tropf von westlichen Hilfen und da zu allererst USAID, Niederlande werden da auch kürzen, Frankreich, Italien werden folgen und die Skandinavier werden ihr Geld für die Rüstung brauchen.

    • @Machiavelli:

      "... Eher wohl Millionen Menschen, die Konsequenzen davon werden auf Jahre hinaus die Welt stabiliseren. ..."



      Ich denke, Sie meinten destabilisieren.



      Und auch auch sonst finde diesen Beitrag von Ihnen schwach.



      Sich mangels Profitaussichten zurück zu ziehen, ist etwas Anderes als raus geworfen zu werden.



      Tja, und diese Lücke nehmen nun andere Strategen ein, deren Denken weit über das Wohl und Wehe einzelner Firmen hinaus geht.



      Alles wird finanziert durch eigenes Geld und sch... auf den Dollar.

      • @LeKikerikrit:

        Nachtrag: Wenn China mit den Brix-Staaten eine eigene Währung installiert, dann sieht es auch für die Petro-Dollar bescheiden aus,