Der Virunga-Nationalpark und seine Hüter: Eine grüne Vision für den Kongo

Multimilliardär Howard Buffett will Afrikas ältesten Nationalpark retten und damit das Land befrieden. Größenwahn oder Helferkomplex?

Der Virunga-Nationalpark

Die noch aktiven Vulkane Nyiragongo und Nyamuragira, hier mit Blick über den Virunga-Nationalpark. Foto: Simone Schlindwein

VIRUNGA-PARK taz | Neuer Stacheldraht, eine mannshohe Mauer aus Lavagestein, blau-weiße Holzpfosten, daneben ein Schild: „Grenze des Virunga-Nationalparks“. Jenseits dieser Mauer wird der Wald dichter, ursprünglicher. Die Luft ist kühl, kaum ein Lichtstrahl dringt durch die Baumkronen. In Schlangenlinien führt die ungeteerte Piste durch das Unterholz. Plötzlich biegt eine Straße ab.

Wie ein Raumschiff wirkt das Hauptquartier der Parkverwaltung mitten im Dschungel: ein Gebäude mit gut ausgestatteten Büros, daneben moderne Baumaschinen, Betonmischer, Bagger. Damit werden Wasserkraftwerke am nahen Rutshuru-Fluss errichtet. Safari-Jeeps stehen für Touristen bereit. Die Luxuslodge mit Kaminzimmern und Sprudelbadewannen wartet.

Der Virunga-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist ein Unesco-Weltkulturerbe. Er erstreckt sich von den Ufern des Edwardsees durch die Savanne bis hoch ins höchste Gebirge Afrikas, den Ruwenzori mit seinen geheimnisvollen schneebedeckten Gipfeln – Artenvielfalt ohne Ende, die es zu schützen gilt, vor allem auch die vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Bis zu 300 Besucher kommen pro Monat, die teuren Tickets sind schon lange im Voraus ausverkauft.

Viele Besucher werden angelockt, weil sie den Dokumentarfilm „Virunga“ gesehen haben: Elefantenherden in schwindelerregenden Kameraeinstellungen, Babygorillas beim Spielen in Nahaufnahme. Die Bilder faszinieren, die Botschaft rüttelt auf: Der Park ist in Gefahr! Denn unter dem Virunga liegt Erdöl. Die britische Ölfirma Soco hat Türme für Probebohrungen installiert; die Arbeiten ruhen derzeit, aber die Ölsuche ist nicht vom Tisch. Kongos Regierung braucht das Öl – und das Geld.

Der neue Akteur

Im Kampf um den Naturschutz gibt es einen neuen Akteur, der bereits Geld hat. Neben Kongos Naturschutzbehörde ICCN und der Umweltschutzorganisation WWF ist jetzt die Stiftung von US-Milliardär Howard Graham Buffett mit einem eigenen Logo auf dem Eingangsschild des Parks zu sehen.

Der 60-jährige gelernte Farmer, Sohn des Investors Warren Buffett und ehemaliger Direktor von Coca-Cola, fühlt sich berufen, den Virunga zu bewahren. Er hat auch den Dokumentarfilm finanziert. „Marshallplan für den Ostkongo“ nennt Buffett seine „Virunga-Allianz“.

Im Skype-Gespräch erzählt Buffett der taz, wie er 2009 zum ersten Mal den Kongo besuchte. Es herrschte Krieg, die Gorillas zu sehen, ein lang ersehnter Traum, gelang nicht. Aber er lernte Parkdirektor Emmanuel de Merode kennen. Seitdem verbindet beide eine tiefe Freundschaft.

Coca-Cola für die Rebellen

Als Buffett 2012 erneut in den Kongo reist, nächtigt er in der 5-Sterne-Lodge des Parks. Wieder herrscht Krieg, wieder kann er die Gorillas nicht besuchen. Die Tutsi-Rebellen der M23 (Bewegung des 23. März) haben den Landstrich erobert. „Wir konnten von Weitem das Feuergefecht hören“, erinnert sich Buffett. Im Wohnzimmer am offenen Kamin heckt er mit seinem Freund de Merode den Marshallplan aus. „Ich saß mit Emmanuel auf dem Sofa, er war bedrückt“, erzählt Buffett. Es ging um die Finanzierung eines Wasserkraftwerks. Ein Investor war abgesprungen, wegen des Kriegs. „Ich erinnere mich, wie ich mich zurücklehnte und sagte, dass wir das unbedingt machen müssen.“

Seither hat seine Stiftung rund 150 Millionen Dollar investiert: in Straßen, Kaffeeröstereien, Ökotourismusprojekte, Wasserkraftwerke – Buffett kann gar nicht alles aufzählen. „Nach oben hin habe ich kein Limit“, sagt er. „Wenn ich ein Projekt sehe, das dem Park hilft, dann finanzieren wir das.“ Fünfmal besuchte er den Virunga. Inzwischen hat es auch mit dem Gorillabesuch geklappt.

Buffett hat erkannt: Der Park ist nur zu retten, wenn es Frieden gibt und Touristen kommen. Doch dazu musste eine Lösung für die Rebellen gefunden werden. Das M23-Hauptquartier lag nur einen Steinwurf von der Parkstation entfernt. Die M23-Offiziere kamen abends oft in der Lodge vorbei, zum Whiskeytrinken. Der US-Unternehmer lud M23-Chef Sultani Makenga kurzerhand zum Essen ein. Ein Teilnehmer erinnert sich: Dabei wurde statt Whiskey viel Coca-Cola getrunken.

Besser als die UN?

Später finanzierte Buffett die Friedensverhandlungen zwischen der M23 und Kongos Regierung in Uganda. Danach wurde die M23 aus dem Kongo verdrängt, ihre ehemaligen Kämpfer sitzen in Uganda und Ruanda im Exil. Buffett träumt nun davon, ein Demobilisierungsprogramm zu schaffen, „damit sie nach Hause kommen und einen Job finden können“.

Land

Park

Ort

Datum

Opfer

Taeter

Vorwurf_Anklage

Details

Konsequenzen

Quelle

VIDEO

Opfername

Taetername

Medien (interne Notizen)

Bild_Dateiname

Video_Dateiname

Park_Beschreibung

NGOs

Notizen

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

auf dem See bei Tshegera Insel

Mrz 18

1 Fischer erschossen

Ecoguards auf der Insel

Mord

<strong>Fischer</strong> ist der Insel Tshegera im Kivu-See, die zum Park gehört, zu nahe gekommen - innerhalb des <a href="#">Parks</a> darf nicht gefischt werden. Ecoguards haben auf Fischer geschossen

es gab Verhandlung vor Militärgericht Goma

CREDDHO, Maitre Corneille

nur audio und Fotos

CREDDHO fragen nach File

UberblickINklein.mp4

<h2>Virgunga-Nationalpark</h2><p>Der Virunga-Nationalpark im Osten der DR Kongo ist einer der bestausgerüsteten Parks Afrikas, denn er liegt mitten im Kriegsgebiet. Ein Problem vor Ort sind ungeklärte Parkgrenzen. Ein Beispiel: Rund um die Vulkane der Gegend gelten laut Verträgen von 1925 alle mit Lava bedeckten Gebiete als Teil des Parks. Doch die Vulkane sind seitdem mehrfach ausgebrochen und haben zum Beispiel Ackerland mit Lava bedeckt. Landkonflikte sind so unvermeidbar. Die Parkbehörde baut nun elektrische Zaunanlagen. Kongolesen nennen den Virunga auch eine „Festung“.<br><br>

Mit EU-Geldern wurde eine Justizpolizei für den Park aufgestellt. Die Wildhüter nehmen Menschen fest, verhören sie und überstellen sie an die Justiz. Laut der Parkverwaltung werden jährlich rund 1.000 Menschen festgenommen. Die Hälfte kommt gegen eine informelle „Freilassungsgebühr“ frei. Die Strafverfolgungsbehörden sagen, dass sie mehr Verstöße <a href='https://taz.de/static/pdf/Virunga_Dekret_des_Premierministers_DR_Kongo_Schutz_der_Nationalparks_2015.pdf'>gegen das Naturschutzgesetz (PDF)</a> als Fälle von Raub, Mord und Vergewaltigung behandeln würden. <br><br>

Verurteilungen zu Haftstrafen kommen oft Todesurteilen gleich, da die Bedingungen in Kongos Gefängnissen zu den schlimmsten weltweit zählen. Nicht zuletzt deshalb sind die meisten Beschuldigten bereit, die „Entlassungsgebühren“ aufzubringen, auch wenn diese das Monatseinkommen einer Bauernfamilie übersteigt. Der Anwalt des örtlichen Bauernverbandes bezeichnet diese Vorgänge als „willkürliche Geiselnahmen und Erpressung“. Wildhüter werden sehr viel seltener angeklagt, wenn ihnen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.</p>

CREDDHO

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Mugunga

30.11.2018

2 junge Männer verhaftet und nach Rumangabo ins Gefängnsi des Parkverwaltung gebracht

Ecoguards auf Patrioullie

willkürliche Verhaftung

Es war am 30.November 2018, wenn ich mich recht erinnere, morgens gegen 9 Uhr. Ich war mit meinem Kollegen sowie der Minenpolizei, mit welcher wir hier zusammen arbeiten. Dann kam ein Geländewagen der Parkwächter angefahren mit 27 Parkwächtern darauf. Sie sind zu uns gekommen und haben gefragt, was wir hier treiben. Wir haben ihnen erklärt, dass wir hier an der Zollstation arbeiten. Daraufhin haben sie uns direkt befohlen, auf ihr Fahrzeug zu steigen. Ich bin aufgestiegen. Doch mein Freund hat sich geweigert und hat gefragt, wo sie uns hinbringen. Dann haben sie ihn geschlagen und uns nach Rumangabo ins Hauptquartier des Parks gebracht.

Das Gericht in Goma hat die beiden freigelassen gegen eine Gebühr von 200 Dollar

gruene_armee_01.jpg

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Mugunga

15.03.2019

Alte Frau wurde auf ihrem Bohnenacker bedroht und Ernte gestohlen

Ecoguards auf Patrioullie , behaupten der Acker liege innerhalb des Parks

Diebstahl und Bedrohungen

Seit 2018 besteht die Naturschutzbehörde ICCN darauf, das Gebiet um den Grünen See gehöre zum Park. Seitdem gibt es regelmäßige Patrioullien durch Ecoguards. Die alte Frau erklärt: "Es war am 15.März 2019 als drei Parkwächter auf mein Feld gekommen sind, wo ich gerade Maniok geerntet habe und dann Bohnen aussähen wollte. Sie haben gesagt, ich dürfte hier nichts anplanzen, dieser Acker liege im Park. Sie haben mir verboten, die Bohnen auszusähen. Ich habe darauf bestanden, dass dies schon seit Jahrzehnten mein Acker sei. Dann haben sie angefangen, die Maniokpflanzen herauszureißen. Ich wollte mit ihnen diskutieren aber sie tragen Waffen und ich hatte Angst vor ihnen. Ich habe alle Pflanzen, die sie herausgerissen haben, eingesammelt. Ich habe alles mitgenommen und bin später dann zu ihrem Posten hingegangen und habe Entschädigung verlangt, doch sie haben mir nichts gegeben. Dann bin ich nach Hause. Bis heute habe ich jedes Mal, wenn ich auf meinen Acker gehe, Angst, dass sie wieder kommen."

keine

eigenes Interview von Simone

Dorfvorsteher bestätigt

Miriam Nyamulemba , alte Großmutter

neuer Major seit 2018 für ICCN im südsektor stationiert

simone hat Video und Audio und Fotos

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Mugunga

01.02.2019

38jährige Frau und Mutter von 5 Kindern

Ecoguards auf Patrioullie , behaupten der Acker liege innerhalb des Parks

versuchte Vergewaltigung, versuchter Mord

Seit September 2018 kommen die Parkwächter regelmäßig hier zu uns und sagen der Grüne See sei Teil des Parks. Auch im Februar 2019 sind sie wieder gekommen und haben die selbe Nachricht verbreitet. Bei dieser Gelegenheit haben sie mich auf meinem Acker angetroffen. Sie haben darauf bestanden, dass ich das Feld räume. Ich habe mich zuerst geweigert. Doch dann sind sie auf mich zugekommen. Ich wollte fliehen und einer hat mich an meinem Rock versucht festzuhalten. Das Tuch, das ich als Rock trug, ist gerissen und ich bin ohne davongelaufen. Als sie mich wenige Tage später wieder auf meinem Acker antrafen haben sie gefragt, warum ich immer noch hier das Feld beackere. Ich habe geantwortet, sie müssen mich schon töten, damit ich aufhöre, denn dieses Feld gehört meiner Familie schon seit vielen Generationen. Dann hat der eine angefangen zu schießen. Ich bin davongerannt. Bis heute habe ich Angst, wenn ich auf den Acker gehe. Aber ich habe keine Wahl. Dieser Acker gehört meiner Familie schon seit vielen vielen Jahren.

keine

eigenes Interview von Simone

Dorfvorsteher bestätigt

Esperance Kabekatyo

Major Aloma , seit Anfang 2018 stationiert

simone hat Video und Audio und Fotos

Link zum Text Bauern, Bomben und

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Mugunga

20.03.2019

alter Bauer

Ecoguards auf Patrioullie , behaupten der Acker liege innerhalb des Parks

Körperverletzung und Diebstahl

Es war der 20.März 2019 als ich auf meinem Acker auf dem Hügel dort von zwei Parkwächtern überrascht wurde. Sie haben gerufen und mich versucht zu verscheuchen. Dann haben sie geschossen. Ich bin sofort weggelaufen. Doch dann bin ich gestolpert und hingefallen und habe mich verletzt.

keine

eigenes Interview von Simone

Dorfvorsteher bestätigt

Mwitira Kabumba Mubawa

keine

simone hat Video und Audio und Fotos

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Vitshumbi

???

Mama Sizina

Ecoguards

Verhaftung

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Vitshumbi

28.11.2018

2 tote Fischer und 2 verletzte Schüler / ein getöteter Ecoguard

Ecoguards und Mai-Mai-Miliz???

Mord und versuchter Mord

Die Schüler der Sekundarschule haben eine Demonstration gegen die Naturschutzbehörde ICCN veranstaltet, weil diese die Lieferung von Baumaterialien nach Vitshumbi am der Kontrollstation am Dorfeingang konfisziert hatten. Die Häuser in Vitshumbi sind alt und verfallen, doch die Parkverwaltung besteht darauf, dass innerhalb des Parks nicht gebaut werden darf. Die Schüler demonstrierten: Sie marschierten die Hauptstraße hinunter zum See, wo ICCN eine Station hat. Vor der Station ist die Demo gewaltsam eskaliert. Die Ecoguards haben in die Menge geschossen. Dabei sind zwei Schüler verletzt worden. Eine Kugel traf einen weiteren Ecoguard, der an den Verletzungen gestorben ist.

ICCN sagt es werde ermittelt, angeblich seien Mai-Mai-Milizionäre unter den Demonstranten gewesen / 1 Ecoguard ist ebenfalls getötet worden

eigenes Interview von Simone plus CREDDHO

ja, aber ICCN sagt was anderes

Namen stehen auf den Fotso der gräber

Simone hat Video, Fotos und Audio

CREDDHI

Link zu Reportage aus Virunga Bauern und Bomben

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Nyarangongo

?????

16jähriges Mädchen

Ecoguard

Vergewaltigung

Zeugenbericht bei CREDDHO anfragen

ICCN hat die Zeugen versetzt… ist der Ecoguard angeklagt worden????

CREDDHO, Maitre Corneille

kein statement

Gaspard in Kibati fragen

CREDDHO fragen nach File

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Vitshumbi

23.05.2019

4 Fischer und 2 Milizionäre erschossen, 1 Fischer verletzt durch Kugel

Ecoguards

Mord und versuchter Mord

4 Fischer wurden auf dem Edwardsee von 2 bewaffneten Mai-Mai-Milizionären mit ihrem Boot als Geisel genommen. Ein Boot der Ecoguards kam vorbei. Doch anstatt die Fischer zu retten, haben sie auf alle geschossen. Die 2 Milizionäre und 3 Fischer starben. Ein Fischer fiel ins Wasser und wurde von einer Kugel in die Hand getroffen und überlebte. Die Ecoguards haben ihn aus dem Wasser gezogen, sonst wäre er ertrunken.

ICCN sagt es werde ermittelt

eigenes Interview von Simone

ja

angeschossener Fischer: Maurice Kasereka Matembala // 4 tote Fischer: Jeremie Lufeye, Jean Marie Baba Emelya, Mois (Nachname unbekannt) und Gillaume (Nachname unbekannt)

Simone hat Video, Fotos und Audio

CREDDHO bestätigt

Link zu Reportage aus Virunga Bauern und Bomben

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Rumangabo

23.05.2019

21-jährige Frau

Damaliger Vize Chef des Parks

versuchter Mord und Vergewaltigung

Als sie abends um kurz nach 19 Uhr an der Eingangsstration der Parkverwaltung in Rumangabo vorbeikam, wo sie daneben in einem Haus wohnt, rief der Vize-Parkchef nach ihr, den sie gut kennt. Sie hat die Stimme erkannt. Er war wohl irritiert, weil sie mit einem Ecoguard am Eingang sich unterhalten hat. Sie sagt, er sei sehr eifersüchtig. Da hörte sie Schüsse. Eine Kugel flog an ihrem Kopf vorbei, die andere traf sie ins Bein. Der Krankenfpleger von Rumangabo hat sie verarztet und musste sie mehrfach nachts reanimmieren, weil sie so viel Blut verlor. Sie sei fast die ganze Zeit ohnmächtig gewesen. Erst am nächsten Morgen konnte sie mit einem Krankenwagen nach Goma gebracht werden. In ihrer Aussage vor Gericht gab sie an, dass sie mehrfach von dem Vize-Parkchef vergewaltigt worden war, auch schon als minderjährige. Sie hat mehrfache Abtreibungen vollzogen und letztlich mit 16 Jahren ein Kind von ihm zur Welt gebracht.

Der Leibwächter des Vizechefs wurde verhaftet und angeklagt wegen nicht Befolgung der Befehle und wieder freigelassen/ Vizechef wurde daraufhin verhaftet und bei der ersten Anhörung freigelassen. Familie des Opfers bestätigt, die Sache wurde außergerichtlich beigelegt.

eigene Interviews und Recherche

ja

Denise Serobongo

Innocent Mbweranumwe

Simone hat Video, Fotos und Audio

Link zur Geschichte "der Fall des Gorilla-retters"

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Nzulo

11.06.2019

Familie mit 6 Kindern vertrieben

Ecoguards haben 2 Häuser abgebrannt und zerstört

Zerstörung Eigentum

2 neue Häuser, die auf Lawa gebaut waren, wurden zerstört wegen Landkonflikte zwischen Park und Gemeinde. Die Verträge zwischen den lokalen Chefs und dem Park von 1925 besagen, die Stellen, die mit Lawa vom Vulkan bedeckt sind, gehören dem Park und die grünen Weideflächen gehören der Dorfgemeinschaft. Doch nach mehreren Vulkanausbrüchen wurde fast die ganze Gegend rund um das Dorf mit Lawa bedeckt und die Häuser zerstört. Die Besitzer sagen, sie hätten die Häuser genau dort errichtet, wo sie vor dem Vulkanausbruch 2002 bereits standen. Die Parkbehörde sagt, die Häuser seien auf Lawa errichtet und deswegen illegal.

Virunga sagt, sie hätten keine Angaben zu den Vorfällen

Dorfvorsteher und Hauseigentümer

nur audio und Fotos

Abdoul Ndengeneua Shabamba

neuer Major seit 2018 für ICCN im südsektor stationiert

simone hat überbelichtetes Videostatement von ihm und kaputtem Haus. Und Audio und Fotos , die gebrauchbar sind

Link zum Text Bauern, Bomben und Gorillas

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Mugunga

11. Sep 18

Mann

Ecoguards

willkürliche Verhaftung

Es war am 11. September 2018. Ich war auf meinem Posten, ich arbeite als Staatsangestellter an einer Zollstation. Da sind die Parkwächter angekommen und haben mich terrorisiert. Sie haben mich festgenommen sagten, ich arbeite innerhalb des Parks. Ich habe sie gefragt, wie jetzt der Park innerhalb der Gemeinde sein kann? Sie haben Gewalt angewandt und mich gepackt, da habe ich Angst bekommen. Sie haben mich auf ihre Station mitgenommen dort oben. Dort haben sie auch weitere Verhaftete hingebracht und sie haben uns alle zusammen bis in ihr Hauptquartier nach Rumangabo gefahren. Wir haben die Nacht im Gefängnis dort verbracht und am nächsten Tag haben sie uns dem Gericht überstellt. Doch vorher haben sie mir alles Geld weggenommen, auch die Einnahmen von unserer Zollstation. Es waren 12.000 France. Am nächsten Tag wollten sie uns schon ins Zentralgefängnis bringen. Doch dann ist mein Chef gekommen und hat ihnen Geld bezahlt, daraufhin haben sie uns freigelassen. Es waren 200 Dollar.

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Chondo, Edwardsee, nahe Vitshumbi

erste Julihälfte 2011

Fischer aus Vitshumbi

Ecoguard

versuchter Mord und Mord

Er fischte illegal im Laichgebiet des Chondo, als er von einer Patrouille der Naturschutzbehörde ICCN entdeckt wurde, die das Feuer auf ihn eröffnete. Ihm gelang die Flucht. Zwei Monate später starb er in der Nähe des Flusses Rutshuru unter, wie es heißt, ähnlichen Umständen

nein

Familie

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Ndwali im Lubero-Territorium, Provinz North Kivu

22. Dezember 2010 bis 4. Januar 2011

Über 60 Fälle

Ecoguards und Soldaten der Armee

Vergewaltigung, Exekutionen, Folter

Vom 2. bis 10. Juli 2013 schickte die UN-MIssion im Kongo (MONUSCO) ein Ermittlungsteam auf Mission, das aus RepräsentantInnen der Justizbehörden und MitarbeiterInnen der MONUSCO bestand. Die ErmittlerInnen dokumentierten 63 Vergewaltigungen, mindestens vier Fälle militärischer Hinrichtungen und weitere Fälle von Misshandlung oder Folter, Zwangsarbeit, willkürlicher Verhaftung, illegaler Internierung und Zerstörung von Eigentum. Die Verbrechen wurden mutmaßlich zwischen dem 22. Dezember 2010 und dem 4. Januar 2011 von Soldaten und Parkrangern der Naturschutzbehörde ICCN begangen. Berichten zufolge geschahen die Menschenrechtsverstöße im Zuge versuchter Vertreibungen der Bevölkerung, da die Behörden Ländereien zurückgewinnen wollten, die angeblich zum Virunga Nationalpark gehörten

UN-Untersuchungsteam

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Bucht von Magiso im Edwardsee

16.12.12

zwei Fischer aus Vitshumbi

zwei Ecoguards

Mord

Ein Einwohner von Vitshumbi fischte illegal zusammen mit einem Freund im Laichgebiet der Bucht von Magiso, mit einem Kunstköder, was ebenfalls illegal ist. Um 13 Uhr wurden sie von einem Inspektor der ICCN und seinem Kollegen überrascht. Sie sollen drei Stunden festgehalten worden sein, verschwanden dann und wurden nie wieder gesehen. Laut eines anderen Fischers wurden die beiden von den ICCN Mitarbeitern getötet. Der Familie wurde es nicht gestattet, das Magiso-Gebiet zu betreten, um die Leiche zu bergen.

nein

Familienangehörige und weitere Fischer, die dort fischten

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Rumangabo vor dem Parkeingang

29. Sep 14

drei junge Männer

Ecoguards

versuchter Mord und Mord

Um zehn Uhr protestierten vor dem Eingang des Hauptquartiers der Parkverwaltung in Rumangabo mehrere Jugendliche aus den nahe gelegenen Siedlungen Rugari und Kisigari mit einer Kundgebung gegen die Rekrutierungsmethoden des ICCN. Ein Parkwächter vertrieb sie, feuerte dabei scharfe Munition und verletzte drei Jugendliche: einer von ihnen wurde von einer Kugel ins Becken getroffen, ein anderer in die linke Schulter, eine dritte Person in den linken Kieferbereich. Sie wurden sofort ins Krankenhaus von Rutshuru gebracht. Die Wunden eines jungen Mannes waren so schwerwiegend, dass er nach Goma verlegt werden musste und dort schließlich verstarb

nein

Menschenrechtsbeauftragter in Rumangabo/ Jugendpräsident in der Region/ Die Schießerei wurde auch vom Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen in der DR Kongo (BCNUDH) bestätigt. In seinem Wochenbericht zur Menschenrechtssituation vom 27. September bis 3 Oktober 2014 spricht das BCNUDH von vier Verwundeten

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Kirabwe-Ndwali in Lubero

08. Dez 14

Zahl der Toten umstritten, verschiedene Quellen sprechen von mindestens 10, höchstens 15 Menschen, mutmaßlich Milizionäre getötet

Ecoguards gemeinsam mit Soldaten der Armee FARDC

zwischen 10 und 15 Menschen, mutmaßlich Milizionäre getötet

Eine Militäroperation von Soldaten des 801. Regiments der Armee und Parkwächtern der Naturschutzbehörde ICCN führte zu einem Schusswechsel mit Mai-Mai-Milizen. Während des Kampfes wurden schätzungsweise zehn bis 15 Menschen getötet. Laut der Menschenrechtsorganisation CIDDHOPE handelte es sich um 15 Zivilisten

CIDDHOPE, Pressemitteilung Referenznummer : 017/CIDDHOPE/POCBG-PAES/14, das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UNJHRO/ BCNUDH ) spricht von elf getöteten Menschen aus einer Gruppe von zwanzig Personen, die nach der Operation verschwanden. Die Naturschutzbehörde ICCN bestätigt, dass die Operation in Zusammenarbeit mit der Armee durchgeführt wurde, dies bestätigt auch der Jahresbericht „Stand der Erhaltung der Güter der DR Kongo auf der Liste des gefährdeten Welterbes 2014“

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

von Kyavinyonge auf dem Weg zum Edwardsee

16. Jan 15

ein Fischer

Ecoguard

versuchter Mord

Gegen 17.30 Uhr wurde ein Fischer von einem Mitarbeiter des ICCN angeschossen, auf Anweisung von dessen Vorgesetztem, dem Chef des Patrouillepostens, der seine Basis in Muramba hat. Zu diesem Zeitpunkt war der Fischer aus Kyavinyonge auf dem Weg zum Edwardsee. Das ICCN behauptete, dass der Fischer sich weigerte, einem Haltebefehl zu folgen. Das Opfer wurde zunächst in ein Gesundheitszentrum und dann ins Krankenhaus von Kyondo gebracht.

Der Park gab später in einem schriftlichen Antwortschreiben (“Antwort des ICCN-PNVi auf die Pressemitteilung von CIDDHOPE”) bekannt, dass der Parkwächter festgenommen und ins zentrale Gefängnis von Musene gebracht worden sei. Der Fall sei an das Büro des Militärstaatsanwalts in Goma übergeben worden. Es hieß außerdem, dass das ICCN dem Opfer logistische und ärztliche Unterstützung leiste.

CIDDHOPE, Pressemitteilung Referenznummer: 017/CIDDHOPE/POCBG/2014 vom 15. Dezember 2014, „Juristische Härte Ihrerseits wird die Menschenleben retten, die durch die bewaffneten Gruppen der FARDC-ICCN-Koalition in Ndwali gefährdet sind“ https://ciddhope.wordpress.com/2015/01/19/situation-territoire-de-lubero-province-du-nord-kivu-a-lest-de-la-rdc-a-monsieur-lauditeur-militaire-pres-le-tribunal-militaire-de-garnison-de-beni-butembo-votre-rigueur/

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

nahe Buhumba, Nyiragongo-Territorium

05. Dez 16

ein Mann

Ecoguard

versuchter Mord

Ein Parkwächter schoss mit scharfer Munition auf eine Gruppe von Tagelöhnern, die an einem Projekt zur elektrischen Versorgung des Parks arbeiteten. Sie hatten sich versammelt, um ihren Lohn für 21 Tage einzufordern. Ein Mann wurde von einer Kugel verwundet

UN , wöchentlicher Menschenrechtsreport 3. bis 9 Dezember 2016

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Kalindi

27.11.15

3 Bauern, einer wurde erschossen

Ecoguards

Mord und versuchter Mord

Gegen 10 Uhr wurden in Kalindi drei Bauern, die alle auf ihren eigenen, angrenzenden Feldern arbeiteten, von einer Patrouille überrascht, die aus drei Parkwächtern und einem FARDC-Soldaten bestand. Die Patrouille hatte schon zwei andere Bauern festgenommen. Einer der nun angetroffenen Bauern wurde direkt mit den anderen beiden festgehalten und bewacht; man beschuldigte ihn, innerhalb des Parks Felder zu bestellen. Die zwei anderen Bauern versuchten, zu fliehen, obwohl der Ecoguard sie bat, stehenzubleiben. Daraufhin eröffnete der Ecoguard das Feuer, und ging anschließend zur Gruppe der Verhafteten. Dort soll er einen der Bauern sechs Mal mit dem Ast eines Baumes ausgepeitscht und ihn beschuldigt haben, Mitglied der Mai-Mai-Miliz zu sein. Die Bauern wurden dann zum Wachposten von Kahunga gebracht und ihre Werkzeuge konfisziert. Von dort wurden die Opfer weiter nach Rwindi überführt, wo sie befragt und dann am 30. November 2019 weiter ins Büro des Staatsanwalts in Rutshuru überführt wurden. Einer der Bauern, die vor den Schüssen geflüchtet waren, kehrte zurück, um sein Fahrrad in Kahunga zu holen, und ging heim. Als er am nächsten Tag zum Haus des anderen ging, um zu sehen, ob er nach Hause zurückgekehrt war, fand er ihn nicht vor. Daraufhin fuhr eine Delegation nach Kalindi, um ihn zu suchen, und fand seine von mehreren Kugeln durchlöcherte Leiche.

Die verhafteten Bauern wurden am 30. November 2019 ins Büro des Staatsanwalts in Rutshuru überführt. Sie wurden dort fünf Tage lang festgehalten. Dann wurde ein Bauer gefragt, ob er bei der Trauerfeier für seinen verstorbenen Kollegen dabei sein wolle. Schon in Rwindi hatte er von einem Parkwächter vom Tod des Kollegen erfahren. Trotzdem wurde er weiter festgehalten. Nach zwei Wochen wurde er befreit, mutmaßlich auf Druck des territorialen Verwaltungsbeamten.

Opfer, Verwandte der Opfer

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Grüner See Mugunga

2016 oder 2017

minderjähriges Mädchen

Ecoguard

Vergewaltigung

Eine Bewohnerin der Dörfer um den Grünen See brachte 2017 im Alter von nur 12 Jahren ein Kind zur Welt. Sie und ihre Familie behaupten, dass der Vater des Kindes ein Parkwächter sei. Er kam mit einem Kollegen zu ihrem Haus und sagte, dass er den Fall mit einer „gütlichen Einigung“ beilegen wolle. Jedoch wurde er kurze Zeit später auf die Insel Tshegera versetzt. Dort schoss er auf einen Kollegen, wurde deshalb verurteilt und im Gefängnis Musanze in Goma inhaftiert, wo er bis heute ist.

Die Nummer seines Falls ist RMP 01653/KAN/017, RP: 1346/018 „Garnisonsprüfer und zivile Partei der Naturschutzbehörde ICCN gegen Wache der ersten Klasse. Anklagepunkt: Mord.“ Er leistet dem Kind keine finanzielle Unterstützung

Augenzeuge, der von den Vereinten Nationen interviewt worden war

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Edwardsee

20.12.17

7 Personen getötet, davon seien angeblich 5 Zivilisten gewesen, die anderen beiden Milizionäre

Ecoguards

Mord

Die Schnelle Eingreiftruppe (QRF) der Naturschutzbehörde ICCN mit ihrer Station in Kyangiro hat ab 7 Uhr am Edwardsee eine Routinekontrolle in den Buchten von Magiso, Mwiga und Mutimachanga sowie am Rutshuru-Fluss durchgeführt. Während der Patrouille kam es in zwei unterschiedlichen Fällen zu Schusswechseln zwischen QRF und Mai-Mai-Milizen in Booten. In beiden Fällen sagte die QRF, dass sie unter Beschuss geraten sei. Im zweiten Fall schoss sie mehrfach auf das Boot der Milizen, das daraufhin zu sinken begann, und erbeutete zwei Waffen.

Die UN-Mission im Kongo (MONUSCO) ermittelte bei einer späteren Untersuchung in der Region zwischen dem 26. Februar und dem 1. März 2018, dass die örtliche Bevölkerung unter den sieben getöteten Personen fünf als Zivilisten einschätzte, darunter Frauen und Kinder. Als die MONUSCO dem Park die Ergebnisse präsentierte, versprach er interne Ermittlungen. Angeblich soll der Fall vor das MIlitärgericht in Goma gekommen sein, die verdächtigen Parkwächter sollen sich in Rutshuru in Haft befinden. Allerdings konnte die MONUSCO den Fall weder beim MIlitärgericht in Goma noch in Rutshuru in der Kartei finden.

UN-Untersuchung später

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Katale

25. Apr 18

zwei Bauern

Ecoguards und Soldaten der Armee gemeinsame Patrouille

Mord und versuchter Mord

Um 16 Uhr wurden in Katale zwei Bauern von Schüssen überrascht, als sie sich gerade auf dem Rückweg von ihren Eukalyptosbäumen befanden. Sie flohen, einer wurde getroffen und stürzte. Dem anderen gelang es, in ein Versteck im Busch zu flüchten, wo er während der Nacht blieb. Am folgenden Morgen kehrte er nach Hause zurück und erfuhr, dass sich eine Patrouille aus Parkwächtern und FARDC-Soldaten des 3416. Regiments in der Gegend aufgehalten hatte. Mehrere Anwohner sagten aus, dass sie beobachtet hatten, wie die Patrouille bei der Arbeit mehrfach schoss. Da die ICCN-FARDC-Patrouille noch für zwei weitere Tage in der Gegend blieb, konnten sie nicht nach der Leiche suchen.

überlebender Augenzeuge und Anwohner

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Ndwali im Lubero-Territorium, Provinz North Kivu

zwischen August 2018 und dem 30. Januar 2019

illegale Siedler innerhalb des Parks

eine Brigade aus ICCN und FARDC-Soldaten, die mit einer sechs Monate währenden Militäroperation die illegale Siedlung aufzulösen versuchte

4 Zivilisten getötet und über 100 Häuser zerstört

Unter anderem kam es zu Morden an vier ZivilistInnen, darunter einer schwangeren Frau, und Folter von zehn ZivilistInnen. Die Militäroperationen führten zudem zur Zerstörung von 102 Häusern sowie Feldern und Ernten und zu Zerstörung und Diebstahl persönlicher Güter wie Geld, Handys, Hühnern und Ziegen.

Bericht der Menschenrechtsorganisationen CIDDHOPE

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Ndwali im Lubero-Territorium, Provinz North Kivu

Zwischen 27. Dezember 2018 und 4. Januar 2019

Einwohner des Dorfes

Ecoguards und Armee-Einheiten

Vertreibung

Alle Straßen von und nach Ndwali wurden von den Wildhütern der Naturschutzbehörde ICCN und Soldaten der Armee blockiert; 4000 Menschen wurden dadurch daran gehindert, ihre Stimme bei der Präsidentschaftswahl abzugeben. Aufgrund der Militäroperationen wurden insgesamt 7000 Menschen in andere Dörfer vertrieben, unter anderem nach Kamandi Gite, Kamandi Lac, Kiserera und Taliha.

Siehe CIDDHOPE, 2019; Pressemitteilung Referenznummer 005/CIDDHOPE/POCBG/19 https://ciddhope.files.wordpress.com/2019/03/communique-de-presse-nc2b0005-du-ciddhope-2019.pdf

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Buvonga

28.03.19

zwei Männer, einer davon erschossen

Ecoguards

Mord und versuchter Mord

Gegen 9 Uhr wurden zwei Männer, die gerade mit ihren angrenzenden Holzkohleöfen beschäftigt waren, von Schüssen überrascht. Sie versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, aber während es einem gelang, zu seinem Haus zu flüchten, fand er seinen Kollegen später nicht in dessen Haus vor. Am darauffolgenden Tag fand eine Gruppe von EinwohnerInnen aus Buvunga die Leiche des Mannes in der Nähe seines Holzkohleofens. Er hatte eine Kugel im Ohr, zwei in der Brust und drei in den Armen. Sie bargen die Leiche und brachten sie ins Dorf. Der überlebende Kollege glaubt, dass die Schuldigen eine Schnelle Eingreiftruppe (QRF) auf Patrouille gewesen seien, weil Anwohner am betreffenden Tag zwei Gruppen beobachtet hatten: eine blieb im Bambusgebüsch, die andere betrat den Park. Bei ihrer Rückkehr schoss sie.

verschiedene Zeugen und Quellen, die dies bestätigen

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Buvonga

28.03.19

zwei Erwachsene und drei Kinder festgenommen von Parkwächtern und freigelassen

Ecoguards

Festnahme ohne Anklage

Der zuvor genannte Vorfall wird dadurch untermauert, dass noch eine Menschengruppe am Tag der Schießerei in derselben Gegend unterwegs war: zwei Erwachsene und drei Kinder suchten nach Brennholz als Brennstoff. Als sie flüchteten, trafen sie in der Nähe des Bambusgebüschs auf eine Gruppe von Parkwächtern. Sie wurden daraufhin festgenommen, zum Hauptquartier der Parkverwaltung in Rumangabo gebracht und dort unter dem Vorwurf festgehalten, dass sie den Park illegal betreten hätten, um Feuerholz zu hacken und Holzkohle herzustellen. Sie wurden am 28. März um 10 Uhr verhaftet und am Morgen des 30. März freigelassen, ohne eine Strafe zahlen zu müssen.

verschiedene Zeugen und Quellen, die dies bestätigen

DR Kongo

Virgunga-Nationalpark

Mbongy, ein umkämpftes Gebiet des Parks, das Teil des Mayangos-Gebietes ist

07.12.12

zwei Menschen getötet, weitere gefoltert

Ecoguards

zweifacher Mord und Folter

Eine Patrouille, bestehend aus 13 Parkwächtern, versuchte, Menschen von illegaler Landwirtschaft auf dem Gebiet abzuhalten. Dabei wurden mehrere Menschen gefoltert und zwei getötet. Beide wurden an der Stelle begraben, wo sie ermordet wurden.

Zwei Parkwächter wurden für die Erschießungen zur Verantwortung gezogen. Sie behaupteten, sich selbst verteidigt zu haben, und dass die Bauern bewaffnet gewesen seien. Diese Darstellung wird allerdings von vier AugenzeugInnen bestritten, die bei der Militäroperation anwesend waren. Die Parkwächter wurden verhaftet und im Gefängnis von Beni festgehalten, wo sie über ein Jahr auf ihren Prozess warteten. Der Park versuchte, sie ins Gefängnis von Goma verlegen zu lassen, weil man sich sicher war, dass sie in Beni keinen fairen Prozess bekommen würden. Es bleibt unklar, wie der Fall ausging.

Augenzeugen, Park, schriftlicher Bericht des Bauernverbandes

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

09.07.1905

Nakulire Sohn erschossen / Mobutu Nakulire Munganga verletzt

<h2>Kahuzi-Biéga-Nationalpark</h2><p>Die Bundesregierung ist seit 1986 der wichtigste Geldgeber für den Kahuzi-Biéga-Nationalpark. Ohne diese Unterstützung hätten die Gorillas die Kriegszeiten nicht überstanden. Über die deutsche Entwicklungsbank (KfW) werden den 225 Wildhütern Leistungenprämien bezahlt. Seit September 2019 jedoch fließen keine Gelder mehr. Die Parkverwaltung weiß nicht, warum, die KfW hält sich bedeckt: „Aus vertragsrechtlichen Gründen können wir zu Zahlungen zugunsten unserer Projektpartner keine Auskünfte geben.“<br><br>

Der 1970 gegründete Park wurde 1976 auf 6.000 Quadratkilometer erweitert, was zu einer Vertreibung von rund 13.000 Menschen führte, darunter rund 6.000 Batwa, traditionelle Waldbewohner, <a href='https://www.kahuzibieganationalpark.com/conservation.html'>so die Parkverwaltung</a>.<br><br>

Die Parkverwaltung bemüht sich, mit deutschen Geldern die Batwa zu entschädigen. 36 von ihnen wurden als Fährtenleser und Wildhüter angeheuert. Doch die Batwa fordern freien Zugang zu wenigstens einem Teil des Parks, um ihre traditionelle Lebensweise zu pflegen. 2014 führte Kongos Regierung jedoch ein Naturschutzgesetz ein, das jenseits der Touristen keine Menschen innerhalb der Nationalparks zulässt. Batwa-NGOs reichten Klage ein <a href='https://taz.de/static/pdf/Kahuzi_Biega_Hintergr%C3%BCnde_des_Konflikts_der_Batwa_um_Land_CAMV_2019.pdf'>und erwirkten Zugeständnisse (PDF)</a>, darunter auch Landrechte. <br><br>

2018 bekamen die Batwa zwei Hektar am Parkrand zugewiesen, wurden aber erneut vertrieben und zogen daraufhin in den Park. Sie erwirtschaften nun <a href='https://taz.de/static/pdf/Kahuzi_Biega_ICCN_Bericht_zur_Zerst%C3%B6rung_des_Kahuzi_Biega_Parks_2019.pdf'>Geld aus Brandrodung zur Holzkohlegewinnung (PDF)</a>.<a href='https://taz.de/static/pdf/Kahuzi_Biega_Dialogkonferenz_zwischen_Batwa_und_Park_in_Hotel_Panorama_2019.pdf'>2019 finanzierte Deutschland einen Dialog (PDF)</a>, um einen Ausgleich zwischen den Beteiligten zu finden. Der Park <a href='https://taz.de/static/pdf/Kahuzi_Biega_Roadmap_f%C3%BCr_die_L%C3%B6sung_des_Konflikts_zwischen_Batwa_und_Park_2019.pdf'>versprach erneut Land (PDF)</a> und die Batwa versicherten im Gegenzug, den Park zu verlassen. Seitdem kommt es <a href='https://taz.de/static/pdf/Kahuzi_Biega_Erkl%C3%A4rung_der_Batwa_Organisation_CAMV_2019.pdf'>immer wieder zu gewaltsamen Konflikten (PDF)</a> zwischen Batwa und Wildhütern. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte. Im Februar 2020 <a href='https://taz.de/Naturschutz-contra-Menschenrechte/!5666561/ '>wurden acht Batwa zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt</a>.</p>

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

04.02.2019

5 Ecoguards angegriffen, 3 als Geisel genommen und 2 verletzt durch Macheten und Lanzen

Pygmäen und Miliz

5 écogardes ont été agressés dont 3 kidnappés tout en leurs ravissants 2 armes de service qui ont été restituées trois jours après et 2 autres ont été gravement blessés par des coups des machettes, lances et couteaux ;

PNKB

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

24.04.2019

1 Ecoguard (Pygmäe) verletzt und 1 Ecoguard verstorben durch Verletzung

Pygmäen und Miliz

une autre agression aux environs du poste de patrouille de Madirhiri, où notre écogarde Pygmée de son état a eu la vie sauve grâce à l’intervention de la police nationale congolaise, tandis que son collègue bantou qu’il était, a perdu la vie suite aux coups et blessures portés contre lui par ces mêmes pygmées, pour ne citer que ceux-là.

PNKB

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

17.07.2019

1 Batwa erschossen (Name: Matabishi Teso), ein weiterer verletzt / ! Ecoguard verletzt

Ecoguard??

CAMV

CAMV

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

l’axe KADJEDJE

17. Juli 2019, am Morgen

2 Menschen verhaftet wegen Zerstörung des Waldes

17 Juillet 2019, les écogardes du secteur de Tshivanga ont organisé une patrouille de surveillance par laquelle 2 braconniers ont été arrêtés 2 bantous surpris en pleine déforestation pour la carbonisation et le sciage dans l’axe KADJEDJE.

PNKB

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

17.Juli 2019, gegen Mittag

3 Ecoguards von Pygmäen verletzt, einer mit Kugel und 2 mit Macheten

bewaffnete Bande mit Pygmäen-Mitgliedern

En progression à pieds, les écogardes sont tombés dans l’embuscade tendue par l’équipe des pygmées vers 12h47’, Un homme faisant partie de l’équipe de ces derniers et chef de bande, étant armé et est déserteur de la PNC de son état, a tiré directement sur les écogardes d’où 1 fut blessé par balle et 2 autres blessés par machettes, lances, couteaux, haches, … et une arme AK 47 du Parc a été emportée par ces bandits Pygmées

PNKB

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

Umuga

01.07.2018

20 Farmer vertrieben und Häuser zerstört, 500 Kühe beschlagnahmt

FARDC und Polizei haben sich an Pygmäen gerecht

check chris langs bericht

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

Kalonge

24.07.2019

1 Batwa und 1 Ecoguard gelyncht/ weiterer Ecoguard verletzt ins Krankenhaus

rache der Batwa an den Ecoguards???

CAMV

Un garde-parc a été tué, mercredi 24 avril 2019, lors d’un accrochage avec les autochtones pygmées au parc de Kahuzi Biega, dans la province du Sud-Kivu. L’incident a eu lieu à Kalonge, dans le territoire de Kalehe.Selon la police nationale congolaise, un autre écogarde a été blessé.

https://actualite.cd/2019/04/25/rdc-un-garde-parc-tue-dans-un-accrochage-avec-les-pygmees-au-parc-de-kahuzi-biega

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

Bagumanda in Kalehe

01.08.2019

1 Batwa erschossen

CAMV

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

26Aug17

17 Jähriger Junge und dessen Vater

4 Ecoguards

Mord und versuchter Mord

Ein 17-jähriger Junge und sein Vater sammelten im Kahuzi-Biega National Park medizinische Pflanzen, als eine Anti-Wilderer-Truppe auf sie schoss. Der Vater wurde verwundet, konnte aber entkommen, der Junge starb an Ort und Stelle. Der Vater verbrachte Wochen im regionalen Krankenhaus.

Urteil

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

23. Apr 19

Ecoguards

Mord

Ein Batwa-Mann wurde von Parkwächtern im Park getötet

DR Kongo

Kahuzi-Biéga-Nationalpark

Jul 19

Ecoguards

Mord

Ein Batwa-Mann wurde von einem Parkwächter getötet. Die Leiche lag tagelang für alle sichtbar auf dem Boden des Park-Hauptquartiers

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Bethel

2016

Baka

Ecoguards

Vor zwei Jahren wurde er geschlagen und verhaftet. Sie kamen nachts in sein Haus, es handelte sich um sieben Personen. Sie haben ihn mit dem Gewehrkolben auf den Rücken und auf die Brust geschlagen. Dann nahmen sie ihn auf die Polizeistation in Sembe mit und sagten: GIb zu, dass du den Elefanten getötet hast. Die Polizisten aber sagten, dass er wegen gar nichts beschuldigt sei, und ließen ihn gehen. Er hat sich nicht beschwert, weil er weiß, dass man der Sache nicht nachgehen wird. Während der Mann geschlagen wurde, wurde die Frau isoliert, sie haben aber auch die beiden Eltern geschlagen. Sie waren gerade dabei zu kochen. Sie wurden mit der Machete und mit Fausthieben geschlagen und die Mutter ist auf den Boden gestürzt. Auch der Vater ist zu Boden gestürzt, und sie sind auf ihn getreten wie auf ein Tier. An diesem Tag, als sie geschlagen wurden, war eine Frau schwanger und ist in den Wald geflohen. Sie musste dort entbinden.

<h2>Messok-Dja-Nationalpark</h2><p>Der Messok-Dja-Nationalpark im Norden der Republik Kongo ist immer noch im Gründungsprozess. 2017 hat der WWF mit der Naturschutzbehörde der Republik Kongo <a href='https://taz.de/static/pdf/Messok_Dja_Contract_WWF_part_1.pdf'>einen entsprechenden Vertrag aufgesetzt (PDF)</a>. Er ist Teil eines <a href='http://www.wwf-congobasin.org/where_we_work/priority_places/tridom/'>trinationalen Schutzgebiets (Tridom)</a> mit den Nachbarländern Kamerun und Gabun, der von der EU finanziert werden soll. In ihm leben rund 24.000 Menschen in 67 Dörfern, die meisten von der Ethnie der Baka, traditionelle Waldbewohner. Sie ernähren sich von der Landwirtschaft, vom Fischen und der Jagd.<br><br>

Laut internationalen Standards, <a href='https://taz.de/static/pdf/Messok_Dja_Grundsatzerkl%C3%A4rung_WFF_zu_Indigenen_V%C3%B6lkern.pdf'>zu welchen sich auch der WWF bekennt (PDF)</a>, sollen Schutzgebiete nur mit freier, vorheriger und informierter Zustimmung der dort ansässigen Menschen errichtet werden.<br><br>

Die Baka würden im Wald nicht nur Heilkräuter sammeln, sondern auch Elefanten jagen, <a href='https://taz.de/static/pdf/Messok_Dja_Gr%C3%BCndungsbericht_2018.pdf'>erklärt ein WWF-Bericht (PDF)</a>. Deswegen müsse mit ihnen ein Konsens gefunden werden, wie sie in einem Teil des Waldes ihrem traditionellen Lebensstil nachgehen können, ohne die Gründung des Parks generell abzulehnen, so die Empfehlung.<br><br>

Die Baka jedoch haben sich gegen den Park ausgesprochen. Dies belegen Briefe, die sie 2018 an die EU schrieben. „Wir wollen frei sein und in unserem Dorf in Frieden leben, wir wollen nicht jeden Tag geschlagen werden.“ Die NGOSurvival International

<a href='https://assets.survivalinternational.org/documents/1781/baka-letters-dec-2018-release.pdf'>veröffentlichte die übersetzten Briefe auf ihrer Webseite (PDF)</a>.<br><br>

Diese Beschwerden sind <a href='www.buzzfeednews.com/article/katiejmbaker/wwf-eu-messok-dja-fears-repression-ecoguards'>laut einer Recherche des US-Onlinemagazins <em>Buzzfeed</em></a> auch dem WWF bekannt gewesen. In einem Bericht an die EU aus dem Jahre 2018 seien diese Passagen jedoch gestrichen worden, um finanzielle Zusagen von einer Million Euro zu sichern.</p>

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Bethel

2016

Baka

Ecoguards

Remi: Vor zwei Jahren war er gerade auf der Arbeit, direkt vor Bethel beim Goldabbau. Er hat die Arbeit verlassen und auf dem Weg den Jeep mit dem WWF-Logo gesehen. Die Ecoguards sind aus dem Auto gestiegen, haben ihn festgenommen, ihn ausgepeitscht, ihm Handschellen angelegt und ihn in den Wagen gesteckt. Dann sind sie aufgebrochen, um die anderen Leute festzunehmen, die dort gearbeitet haben. Mit ihm haben sie noch fünf Personen am Gelände aufgesammelt (Baka). Die Ecoguards haben das Gold und die Arbeitsmaterialien an sich genommen und die Leute in ein Gasthaus nach Souanke gebracht. Am Morgen, als sie uns freigelassen haben, haben sie uns gesagt: „Ihr seid Wilderer.“ Er hat gesagt: „Was denn für Wilderer? Wir waren gerade bei der Arbeit. Ihr habt uns das Gold weggenommen. Sucht ihr nicht Elfenbein?“ .

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Bethel

2016

Baka

Ecoguards

Ihr Ehemann war im Camp. Er hat das Camp verlassen, um zum Dorfchef zu gehen, und dabei sind ihm die Ecoguards über den Weg gelaufen. Sie haben ihn festgenommen, mit dem Gürtel ausgepeitscht, mit kaltem Wasser überschüttet und ihn wieder geschlagen. Dann haben sie ihm Handschellen angelegt und ihn einen Kilometer mitgenommen und verprügelt. Später haben sie ihm befohlen, zurückzugehen. Anschließend war er krank, so krank, dass er gestorben ist. Seine Frau hat im Leben jetzt große Schwierigkeiten, sie muss auf den Feldern von den Bantu-Bauern arbeiten, um etwas zu essen zu bekommen. Als ihr Mann noch lebte, hat er sie mit Essen versorgt. Sie hat keine Machete. Sie hatte vier Kinder, drei sind an Krankheiten gestorben.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Bethel

2016

Bake

Ecoguards

Sie war zu Hause, als die Ecoguards gekommen sind. Sie haben sie mit zum Chef genommen. Und sie haben angefangen, sie zu schlagen, vor den Augen des Chefs. Als die Ecoguards kamen, war sie gerade mit den Kindern dabei, sich anzuziehen, und die Ecoguards dachten, sie würde den Wilderern helfen, in den Wald zu fliehen. Ein Ecoguard hat sie mit dem Gürtel geschlagen. Danach sind sie gegangen und sie ist krank geworden. An diesem Tag haben sie Lebensmittel mitgenommen, die für sechs Monate vorbereitet war.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Bethel

2017

Die Ecoguards sind nachts gekommen und haben die Türen der Leute aufgebrochen. Sie haben einen Mann, seine Frau und seine Kinder geschlagen. Sie haben auch noch einen anderen Mann geschlagen und ihn nach Sembe gebracht, wo er vier Tage im Gefängnis verbrachte.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Die Straße zwischen Souanke und Ntam

Anfang 2017

Ecoguards haben Männern, Frauen und Kindern der Baka befohlen, sich bis auf die Hüften auszuziehen, sich auf den Boden zu legen und „wie Schlangen zu kriechen“, während die Ecoguards sie traten und mit ihren Gürteln auspeitschten. Das dauerte über eine Stunde an, und betraf das gesamte Dorf, abgesehen von denen, die es geschafft hatten, zu flüchten, als die Ecoguards kamen. Die Ecoguards fanden mutmaßlich kein belastendes Material im Dorf, versuchten aber, die Baka zu zwingen, lokale Elefantenjäger zu identifizieren. Eine Mutter der Baka war entkommen, hatte aber ihren Sohn, erst eineinhalb Jahre alt, zurückgelassen. Die Ecoguards nahmen das Kind und setzten es in ihr Auto. An diesem Punkt wurden die Einwohner von Ntam, die nicht zu den Baka gehörten, wütend, nahmen Stöcke und drohten, das Auto zu beschädigen. Letztendlich handelten sie eine „Strafe“ in Form eines jungen Hahns und einer Henne aus, die sie den Ecoguards gaben, um das Kind zurück zu erhalten. Nach diesem Vorfall flohen viele Baka an andere Orte: nach Ntam in Kamerun, in Camps nahe Mbalam an der Straße, die von Souanke nach Norden geht, und in andere kongolesische Gemeinden wie Sangha-Mbila. Die Leute in Ntam sagen, es habe dort keine nachfolgenden Angriffe gegeben.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Seh

Zwischen September 2016 und Januar 2018

Baka

Ecoguards

Ecoguards erschienen und begannen, zu fragen: „Wo ist er? Wo ist er?“ Und sie begannen, alle möglichen Leute zu verprügeln. Sie kamen am Morgen, die Baka waren entspannt, sie aßen etwas. Sie kamen in einem weißen Auto mit WWF-Logo. Es waren viele, zu viele, um sie zu zählen. Wir waren im Hangar (Bongalo). Sie stiegen aus dem Auto und suchten eine gewisse Person. „Wo ist er? Wo ist er?“ Ich wurde geschlagen, alle wurden geschlagen. Ich selbst wurde von drei Ecoguards verprügelt. Sie haben mit einem Buschmesser auf mich eingestochen. Ich wurde bewusstlos, und sie stachen mir in den Rücken bis zum Knochen mit der Machete. Im Krankenhaus von Souanke bin ich wieder zu mir gekommen. Als sie auf mich einstachen, sagten sie: Gib zu, dass du den Elefanten getötet hast! Im Krankenhaus stellten sie mir Fragen. Ich habe gesagt, dass sie es sind, die die Medikamente zahlen müssen. Aber nichts, sie haben überhaupt nichts gezahlt. Ich war zwei Monate im Krankenhaus. Die Medikamente konnte ich dank eines Bantu aus Sembe zahlen. Der Kapitän von Souanké hat den Ecoguards angeordnet, nichts zu bezahlen: Ihr seid Pygmäen, man tötet euch genau so. Der Wald ist nichts für euch. Sie haben die Frauen übrigens auch geschlagen. „Das Kind war krank und ist bei seiner Mutter geblieben, deshalb haben sie ihm nichts getan.“ „Ich habe gehört, was passiert ist. Ich war auf den Feldern und bin gekommen.“ Sie haben die beiden gleichzeitig verprügelt. Mit ihren Stiefeln haben sie die Kochtöpfe zertreten. Sie haben Elfenbein in den Häusern gesucht, aber nichts gefunden. Es gab Leute, die entkommen sind, als die Ecoguards kamen.Einer der Ecoguards hat gesagt: Sie sind der Präsident des Dorfes, Sie wissen, was hier passiert, und sie haben mir drei Ohrfeigen ins Gesicht gegeben und mich auf den Boden geworfen auf die Asche, die noch heiß war. „Ich war im Haus mit Abouti, als sie gekommen sind. Sie haben ein Gewehr in meinen Rücken gedrückt, er hat gesagt: Du musst reden! Er hat mich überall mit dem Gürtel ausgepeitscht. Mein Rücken ist angeschwollen und bereitete mir Schmerzen. Ich habe zwei Tage nicht gegessen.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Dia Endenge

Etwa Oktober 2017

Baka

Ecoguards

Ich war hier vor Ort, wir hatten eine kleine Jagd gemacht, nicht weit von hier. Wir hatten vier Patronen. Wir waren die ganze Nacht jagen gewesen, hatten aber nichts gefunden, also sind wir ins Dorf zurückgekehrt. Wir kehrten am Morgen zurück und saßen den ganzen Tag im Dorf. Als der Abend kam, gegen 16 oder 17 Uhr, tauchten die Ecoguards auf, sie kamen zu Fuß von der Schranke von Motamayake. Wir waren zu drei Personen im Haus. Ein Bantu in Motamayake hatte ihnen unsere Namen gegeben. Sie wollten Informationen über Elefanten-Wilderer. Wir haben ihnen gesagt: wir waren auf einer kleinen Jagd unterwegs, haben aber nichts gefunden. Vier Ecoguards waren bei uns. Das Gewehr, das wir von einer Bantu-Frau hatten, wurde konfisziert. Um es zurück zu bekommen, mussten wir den Ecoguards einen Beutel Kakao geben, der kostet 130.000 Francs. Die Frauen gaben ihnen den Beutel und sie sind gegangen. Wir wussten, dass nichts passiert, wenn wir uns beschweren. Sie betrachten die Baka als Tiere. Es gibt niemanden, der uns hilft, eine Beschwerde durchzubringen.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Die Straße zwischen Sembe und Ngbala

Nach November 2017

Ein Mann hatte gerade seine Fallen kontrolliert, nur zwei Kilometer von seinem Haus entfernt, er hatte ein kleines Pangolin gefangen. Er briet es über dem Feuer, als Ecoguards aus Sembe kamen. „Was machen Sie hier? Was braten Sie über dem Feuer?“ „Ein Pangolin.“ Die Guards nahmen es und befahlen ihm, die Drähte seiner Fallen zu holen. Sie gingen in sein Haus, nahmen alle Drähte und legten ihm Handschellen an. „Wir bringen Sie nach Sembe.“ An diesem Punkt aber verhandelte der muslimische Händler, der ihm die Drähte gegeben hatte, mit den Ecoguards, und zahlte ihnen 30.000 CFA. „Sonst wäre er im Gefängnis gelandet und gefoltert worden, wie das normalerweise passiert.“

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Dia Endenge

kein Datum bekannt

Baka

Ecoguards

Vor Oktober 2017 fischte eine Frau am Staudamm und wurde von Ecoguards geschlagen. Sie befand sich im Wald nahe Modiba. Sie war mit vier Frauen unterwegs, einer Baka und drei Bantu. Die Ecoguards kamen auf dem Motorrad an. Die Frau war mit einigen Fischen zurückgekehrt und befand sich zu Hause, als sie auftauchten. Sie fragten: „Also los, Madame, wo befindet er sich?“ Sie sagte, sie wisse es nicht, sie sei gerade erst vom Fischen zurückgekehrt. „Man hat mich festgenommen und mit dem Gürtel ausgepeitscht.“ Sie riefen ihren Onkel, um ihn auch auszupeitschen. Der Onkel kam, und sie peitschten ihn aus.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Die Straße zwischen Souanke und Ntam

Dezember 1

Ein Mann und seine Ehefrau gingen mit anderen Baka aus Seh am Staudamm zum Fischen. Ungefähr zu dieser Zeit fand eine Beerdigung statt. Ecoguards entdeckten sie, legten allen Handschellen an, peitschten die Menschen aus und brachten sie zurück nach Seh. Dort schlugen sie sie, zerstörten Häuser und den Treffpunkt der Gemeinde. Er und eine Gruppe anderer Leute ging nach Souanke, um den Polizeichef zu treffen. Der sagte ihnen: „Wenn ihr so weitermacht, sperren wir euch hier ein. Ihr habt kein Recht mehr, am Staudamm zu fischen oder überhaupt Fische zu töten. Dieser Wald ist verkauft worden und ihr habt kein Recht, einen Fuß da hinein zu setzen.“ Sie gingen anschließend zum Unterpräfekten von Souanke, der ankündigte, mit dem Chef der Ecoguards zu sprechen und sie anzuhalten, die zerstörten Besitztümer zu reparieren.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Etwa 23 Kilometer östlich von Sembe, in Richtung Ouesso, nördlich des Odzala-Kokoua National Park

Etwa am 7.Januar 2018

Ein Baka-Mann wurde von Ecoguards gefesselt und geschlagen, und seine Frau wurde belästigt; dann wurde der Mann vier Tage lang ohne Essen ins Gefängnis gesperrt. Er wurde verdächtigt, Elefanten gejagt zu haben.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Mokunuku

20. März .2018

Baka

Ecoguards

Eine aus dem Wald kommende Frau rief ihn, weil sie dachte, die Ecoguards hätten ihren Ehemann verhaftet. Aber der Ehemann und andere Baka im Wald konnten entkommen und wurden nicht verhaftet. Offenbar hatten die Ecoguards die Baka im Wald überrascht, und weil sie immer irgendwen festnehmen, und weil die Baka Essen dabei hatten, flohen sie.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Dja Forest

24Mrz18

Baka

Ecoguards

Ein Baka ging in den Wald und ruhte sich anschließend an einer Straße aus, als Ecoguards ihn fanden. Sie nahmen das Hasenfleisch, das er bei sich trug, und seine Waffe an sich. Dann brachten sie ihn zurück ins Dorf. Er schrie, dass er die Waffe zurück bekomme, und sie gaben sie ihm, aber nicht das Fleisch. Sie legten es in eine Tasche. Sie waren in einer Art Auto unterwegs.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Egnabie (8 Kilometer von Sembe entfernt)

Etwa um den 23-25 März 2018

Zwei Baka-Paare (zwei Männer und eine Frau) kehrten ins Dorf zurück, nachdem sie den ganzen Tag im Wald verbracht hatten. Ecoguards kamen, verprügelten sie mit ihren Gürteln und traten sie. Sie sagten, das habe mit dem Elefantenschutz zu tun. Die zwei Baka-Männer wurden verhaftet und sitzen in Ouesso im Gefängnis.

Republik Kongo

Messok-Dja-Nationalpark

Lipoua-Sembe

1Apr18

Baka

Ecoguards

Drei Menschen gingen in den Wald, jagten viel und schossen gutes Fleisch. Am Tag danach waren sie alle in einem Camp. Sie hörten weinende Kinder und kehrten ins Camp zurück. Dort sahen sie Ecoguards, die in die Luft schossen, die Kinder hatten Angst und flohen. Die Ecoguards nahmen das gesamte Fleisch an sich, verbrannten die Zeltplanen und zerstörten unsere Kochtöpfe.

Uganda

Queen-Elizabeth-Nationalpark

Nyakahita

24.07.2017

1 männlicher Bauer

Dorfvorsteher sagt, es war ein Ranger der Wildtierschutzbehörde UWA /// UWA sagt, es war ein Wilderer, der geschossen hat

Mord, Mann wurde in Oberschenkel getroffen. Starb am 4. Tag im Krankenhaus

Ein Nilpferd hatte die Baumwoll-Ernte des Bauern zerstört. Der Bauer habe sich mit einem Speer gewehrt, um das Hippo zu vertreiben. Dann kamen Parkranger und er wurde angeschossen. Der Dorfvorsteher zeigt Fotos des Verwundeten. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und starb dort nach 3 Tagen. Die Parkranger der Wildtierschutzbehörde UWA sagen, der Bauer sei von einem bewaffneten Wilderer getötet worden und nicht von einem Ranger. Es sei eine Kugel aus einem Jagdgewehr gewesen und nicht aus einem AK-47-Maschinengewehr.

Ein Gerichtsprozess wurde vor dem lokalen Gericht eröffnet. Die Familie konnte sich jedoch keinen Anwalt leisten und die Transportkosten für die Zeugen nicht bezahlen Deswegen wurde das Verfahren letztlich eingestellt

Mdard Akampurira, Dorfvorsteher von Kema. Hat Foto des angeschossenen auf dem Handy.

Täter unklar

nicht bekannt

nicht bekannt

simone hat Interview Audio

<h2>Queen-Elisabeth-Nationalpark</h2><p>Der Queen-Elisabeth-Park in Uganda ist einer jener Parks in Afrika, in denen sich als Ergebnis des erfolgreichen Kriegs gegen die Wilderei die Elefantenpopulation extrem vermehrt hat. Dieser Erfolg für Regierung und Naturschützer ist für die Bevölkerung am Rande des Parks eine Katastrophe. Denn die Elefanten ernähren sich hauptsächlich von Melonen, Kürbissen und Mais der Bauern.<br><br>

„Es ist ein Krieg zwischen Mensch und Tier“, sagt ein Dorfvorsteher. Jede Nacht müssten die Einwohner auf ihren Feldern Wache schieben, <a href=''>um ihre Ernte und damit ihr Überleben zu sichern</a>. Sie sind mit Speeren, Stöcken und Trillerpfeifen bewaffnet, zur Notwehr. „Wenn wir Elefanten töten, werden wir verhaftet oder erschossen“, wissen die Bewohner. Eigentlich seien die Parkwächter mit ihren Kalaschnikows zuständig, die Wildtiere im Park zu halten.

Mit internationalen Geldern wurde 2019 ein elektrischer Zaun um den Park errichtet. Dadurch kommt es ebenfalls zu Landkonflikten. Die Dorfbewohner dürfen nur noch an bestimmten Tagen im Wald Feuerholz sammeln. Wenn sie an anderen Tagen Holz holen, riskieren sie, wegen mutmaßlicher Wilderei <a href='https://taz.de/static/pdf/Uganda_2019_Neues_Gesetz_zur_Wilderei_IMG-20190220-WA0006.jpg'>zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt</a>oder sogar erschossen zu werden.<br><br>

Seit Ugandas Präsident Yoweri Museveni einen Schießbefehl auf mutmaßliche Wilderer ausgegeben hat, kommt es zu mehr Toten. Parkdirektor Eduard Asalu verteidigt dies: „Für diejenigen, die nicht legal durch unsere Parkpforten kommen, Eintritt zahlen und in unseren Registrierbüchern unterschreiben – für diese Menschenleben bin ich nicht verantwortlich!“</p>

Link zu reportage Elefant AUF Kartoffelacker

Uganda

Queen-Elizabeth-Nationalpark

überlebender Augenzeuge sagt, die Ranger der UWA haben geschossen. Ein Konvoi mit über 12 Rangern sei angekommen. Der Parkchef sagt, die Wilderer seien von Raubtieren getötet worden.

Mord, 4 Männer getötet// versuchter Mord in einem Fall

5 unbewaffnete Männer hatten am frühen Morgen im Park Fallen aufgestellt und darin einen Büffel gefangen. Als sie gerade dabei waren, das Tier zu zerlegen, kam ein Konvoi mit rund einem Dutzend Rangern der Parkbehörde angefahren. Sie haben angeblich direkt geschossen. Ein 21-Jähriger wurde ins Knie getroffen, konnte aber fliehen. Sein Bruder und die 3 Freunde starben an der Stelle. Die Parkverwaltung hat der Polizei erst nach drei Tagen den Zutritt in den Park gestattet, um den Tatort zu begehen. Dort fanden sie Blutspuren aber keine Leichen. Es wurden zum Vergleich DNA-Proben von den Kindern der Verstorbenen genommen. Doch es kam nie zu einem Prozess. Der Parkchef gibt an, er habe selbst mit Drohnen nach den Leichen suchen lassen, doch diese seien wohl von Wildtieren vollkommen verzehrt worden. Die Bauerngemeinde vermutet, die Ranger haben die Leichen im Fluss versenkt oder Krokodilen vorgeworfen.

Polizei hat Ermittlung unter Fallnummer 575-2018 aufgenommen, keine Ergebnisse / Es wurden DNA-Proben von den Verwandten genommen, doch die Leichen wurden nie gefunden

eigene Recherche / Interview mit Verwandten der Toten und überlebendem Augenzeuge

Täter unklar

Julius Byamugisha (tot) / Roland Mateso (tot)/Profilio Gumisiriza (tot) /Visenso Busingye (tot)/ jean bosco Byamukama (verletzt)

unklar

Simone hat Interview mit Verwandten und Überlebenden als Audio und Video

Link zu reportage Elefant AUF Kartoffelacker

DR Kongo

Salonga-Nationalpark

<h2>Salonga-Nationalpark</h2><p>Von Mord, Folter und Vergewaltigung durch Parkwächter ist <a href='https://taz.de/static/pdf/Salonga_Rainforest_Foundation_Bericht_zu_Misshandlungen_2018.pdf'>in einem Bericht (PDF)</a> die Rede, der im Februar 2019 unter anderem dem WWF in Berlin und der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zugesandt wurde. Der WWF veranlasste daraufhin gemeinsam mit Kongos Naturschutzbehörde ICCN <a href='https://taz.de/static/pdf/Salonga_WWF_und_ICCN_Salonga_Untersuchungsbericht_RAPPORT_DE_MISSION_CONJOINTE_SUR_LES_ENQUETES_Draft_1.pdf'>eine Untersuchung (PDF)</a>. Diese bestätigte, dass Wildhüter Frauen vergewaltigt und Fischer an den Genitalien gefoltert hatten. Noch bevor die Anschuldigungen öffentlich wurden, wurde einer der Berichterstatter von Parkwächtern mit dem Tode bedroht und musste fliehen.<br><br>

Im April 2019 beschäftigte sich der Deutsche Bundestag mit den Vorwürfen und lud den <a href='www.wwf.de/themen-projekte/menschen-und-naturschutz/'>Präsidenten des deutschen WWF</a>, Christoph Heinrich, ein. Der machte deutlich: „Für den WWF hat die Achtung der Menschenrechte oberste Priorität. Wir empfinden tiefes Mitgefühl mit den Betroffenen und lassen alle Vorwürfe unabhängig untersuchen.“ Der WWF versicherte, dass Beschwerdemechanismen eingerichtet werden. Es wurde <a href='https://taz.de/static/pdf/Salonga_WWF_Menschenrechtsleitfaden_f%C3%BCr_Wildh%C3%BCter_englisch_2019.pdf'>eine Handreichung entworfen (PDF)</a>, die den Parkwächtern die Menschenrechtsprinzipien nahebringen soll.<br><br>

2019 kam es vor Ort immerhin zu einem Gerichtsprozess. Prozessbeobachter berichteten jedoch per Telefon von Unregelmäßigkeiten, Einschüchterungsversuchen gegen die Opfer und betrunkenen Staatsanwälten. Im November 2019 bestätigte der kongolesische Parkdirektor den erneuten Fund einer Leiche. Der WWF stellte daraufhin die Förderung der Patrouillen der Wildhüter vorübergehend ein.</p>

Eigentlich ist so etwas Aufgabe der UN-Mission. Will Buffett die etwa ersetzen? „Aber ja doch“, antwortet er unverblümt. „Wir tun hier in kurzer Zeit mehr, als die UNO in den vergangenen 15 Jahren erreicht hat.“ Das klingt fast nach Größenwahn.

Der Virunga ist im Ostkongo eine mächtige Institution. Offiziell ist er Kongos Naturschutzbehörde ICCN unterstellt. Doch die rund 5 Millionen Dollar Jahresbudget stammen nur zu 5 Prozent aus der Staatskasse. Der Rest sind EU-Fördergelder und Tourismuseinnahmen, bald werden Erlöse aus dem Stromverkauf dazukommen. Dadurch wird der Virunga-Park, jetzt schon größter privater Arbeitgeber der Provinz, zum größten Investor im Ostkongo. Er wird dann mehr Strom liefern als die staatlichen Betreiber.

Die Parkverwaltung beschäftigt außerdem fast 500 Parkwächter. Mit ihren Maschinengewehren und Munitionsketten wirken sie wie eine Quasiarmee, besser ausgerüstet und ausgebildet als die regulären Soldaten. Im Dschungel und in der Savanne des Virunga kämpfen sie gegen Wilderer. Die meisten der Ranger sind Einheimische, darunter auch ehemalige Rebellen. Heute verteidigen sie den Virunga-Park. Einen Staat im Staate.

Inseln der Stabilität

Wenige Kilometer jenseits der Parkstation lichtet sich der Wald. Zwischen Holzhütten grasen Ziegen, Frauen schleppen Feuerholz heran. Wie eine Insel inmitten von mannigfaltigen Grüntönen liegt der Distrikt Rutshuru im Herzen des Virunga. Rund 1,5 Millionen Menschen leben hier, es werden stetig mehr. Die Bevölkerung dringt immer weiter in den Park vor, die Grenze zwischen den Maisfeldern und dem Urwald ist fließend.

In der gleichnamigen Kleinstadt Rutshuru, wo sich die Überlandstraßen kreuzen, wirkt auf den ersten Blick alles friedlich: Kinder schlendern zur Schule, Frauen schleppen Tomaten auf den Markt, Lastwagen, voll mit Holzkohle, tuckern gen Süden in die 80 Kilometer entfernte Millionenstadt Goma.

Noch vor zwei Jahren beherrschten die M23-Rebellen Rutshuru. Seit Ende 2013 ist es Kongos Regierung. Aber die ruandischen Hutu-Rebellen der FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) und lokale Mai-Mai-Milizen machen das Gebiet unsicher. Sie verstecken sich im Park, entführen Menschen, überfallen die Transporter. „Wir leben auf einer Insel der Unsicherheit, und Schuld daran ist der Virunga-Park!“, sagt Innocent Gasigwa, Chef des lokalen Dachverbandes der Zivilgesellschaft.

Von Gasigwas Schreibtisch aus sind der Stacheldraht und die weißen Sandsäcke des UN-Camps zu sehen. Bis vor Kurzem hausten davor 2.300 Vertriebene in Zelten. Doch Provinzgouverneur Julien Paluku schickte sie nach Hause: Es gebe ja jetzt Frieden. Der UN-Chef im Kongo, der Deutsche Martin Kobler, landete mit dem Hubschrauber im UN-Lager. Erklärte, „Rutshuru ist jetzt eine Insel der Stabilität!“, und flog wieder weg.

Die „Inseln der Stabilität“ sind Koblers Lieblingskonzept. Die Idee: Ein Gebiet wird der Kontrolle von Rebellen entrissen, der Staat hält Einzug und sichert die „Insel“. Rutshuru war nach Ende der M23 die erste dieser Art. Doch die neue Distriktverwaltung verfügt nur über ein Jahresbudget von 700 Dollar. Die taz wurde Zeuge, wie Buchprüfer des Finanzministeriums aus der Hauptstadt kamen und der Verwalter sich aus dem Staub machte. Die Kasse ist seitdem leer.

Tägliche Überfälle

Von Stabilität kann keine Rede sein. Nachts traut sich niemand raus. Wenn Bauern die Ernte einholen, lauern plündernde Milizen am Waldrand. Gasigwa zeigt den jüngsten Bericht, den er der UN-Mission vorgelegt hat: Entführungen, Plünderungen, Vergewaltigungen, Morde, Überfälle auf Fahrzeuge – die ganze Palette der Gewalt, fast täglich. „Die Arbeitslosigkeit drängt junge Männer in die Miliz“, sagt Gasigwa. Wie schon seit 20 Jahren.

2012 eröffnete die britische Ölfirma in Rutshuru ein Büro. Mit luxuriösen Geländewagen brausten die Briten die Straße entlang, erinnert sich Innocent Gasigwa. Die Einwohner standen Schlange, bettelten um Jobs. Niemand wurde angeheuert. Soco verschwand wieder. Stattdessen erklärte Virunga-Chef Emmanuel de Merode, Ölbohrungen seien schlecht für die Umwelt, der Park werde Jobs schaffen. „Ausgerechnet der Virunga?“, fragt Gasigwa.

Parkchef de Merode ist sich der Problematik bewusst. Als Sprössling und echter Prinz des belgischen Königshauses personifiziert er die finstere Kolonialvergangenheit. In Rangeruniform sitzt er in einem Hotel in Goma, auf dem Parkplatz eine Eskorte bewaffneter Leibwächter. Er muss aufpassen: Kurz bevor der Virunga-Film anlief, wurde er angeschossen, er überlebte nur knapp. De Merode hatte sich mit Soco und Kongos Regierung angelegt – riskant. Auch sein Freund Buffett wird im Kongo argwöhnisch betrachtet: In Goma erhält dessen Privatjet keine Landeerlaubnis mehr, er reist über Ruanda ein. Er steht Ruandas Präsident Paul Kagame nahe.

Wenn der 45-jährige Belgier über seine Vision von dem Park spricht, dann leuchten seine hellblauen Augen. „Wir sind uns bewusst, dass wir der ärmsten Bevölkerung der Welt viel fruchtbares Ackerland wegnehmen. Deswegen wollen wir Jobs schaffen“, sagt er. Der Schlüssel zu neuen Einkommensquellen sei die Stromgewinnung, die Investoren anlocken werde. Solche wie den in Burundi ansässigen deutschen Seifenhersteller Savonor, der nun in Rutshuru eine Fabrik errichtet: Seife aus kongolesischem Palmöl, sobald das Wasserkraftwerk läuft.

Pro Megawatt Strom, rechnet de Merode vor, ließen sich bis zu 1.000 Jobs schaffen. Bis Ende 2015 sollen die Wasserkraftwerke 50 Megawatt liefern. „Das wären bis zu 50.000 Jobs!“

Doch seit wann ist der Frieden im Kongo ein Zahlenspiel?

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