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Der Bischof lenkt ein

Kritischer Pfarrer soll seinen Job behalten dürfen. Debatte um Missbrauchs-Aufarbeitung geht weiter

Bischof Heiner Wilmer rudert zurück: Im Streit mit dem Wolfenbütteler Pfarrer Matthias Eggers um die Missbrauchsaufarbeitung im Bistum Hildesheim besteht der Bischof nicht mehr darauf, dass Eggers sein Amt niederlegt und seine Gemeinde verlässt. Das haben beide am Wochenende in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gegeben. Dieser voraus gegangen waren mehrstündige Gespräche über den Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.

Ausgangspunkt des Konfliktes war nicht nur ein kritisches Interview, das Pfarrer Eggers der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung gegeben hatte, sondern vor allem ein Streit um die Rolle von Weihbischof Heinz-Günter Bongartz. Dieser soll als Personalverantwortlicher und zeitweise Missbrauchsbeauftragter in der Vergangenheit bei verschiedenen Fällen eine unglückliche Rolle gespielt haben. Der Betroffenenrat hatte deshalb schon vor zwei Jahren seinen Rücktritt gefordert. Mittlerweile fordert auch der Diözesanrat, die Laienvertretung im Bistum, die Vorwürfe gegen Weihbischof Bongartz unabhängig untersuchen zu lassen.

Eggers wirft ihm vor allem vor, den 2019 gestorbenen Pfarrer Georg M. als Ruhestandspastor in der Gemeinde geduldet zu haben, obwohl Vorwürfe des vielfachen sexuellen Kindesmissbrauchs gegen diesen bekannt gewesen seien. Die Gemeinde sei über die Vorwürfe nicht informiert worden.

Georg M. soll nach 2009 noch in mindestens zwei Fällen Kinder missbraucht haben. Die Gemeinde hatte es deshalb abgelehnt, Weihbischof Bongartz die Firmung von Jugendlichen durchführen zu lassen. In den vergangenen Jahren hatte Bischof Wilmer diesem Wunsch entsprochen, in diesem Jahr nicht mehr.

Eggers hatte deshalb insgesamt in Frage gestellt, ob es mit dem Willen zur Aufarbeitung im Bistum Hildesheim noch so weit her sei, wie es der Bischof bei seinem Amtsantritt angekündigt hatte. Daraufhin hatte dieser ihn zum Rückzug aufgefordert, was in der Kirchengemeinde und im Ort für Empörung sorgte.

Pfarrer Eggers hatte den Willen zur Aufarbeitung bezweifelt

Zur Versöhnung wollen Wilmer und Eggers am 9. Juni gemeinsam den Gottesdienst in Wolfenbüttel feiern. Danach soll es weitere Gespräche geben. (epd)

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