Das Märchen vom „Homo Oeconomicus“: Unser neues Bild vom Menschen

Der Neoliberalismus redet uns fälschlicherweise ein, wir seien egoistische Wesen. Doch Solidarität ist keine Spinnerei, sondern ein tiefes Bedürfnis.

DemonstrantInnen hinter einem Transparent

Naomi Klein und andere Prominente bei einer Klima-Demo im Januar in Washington Foto: Sue Dorfman/imago-images

Das neoliberale Menschenbild vom Homo oeconomicus beruht auf der Annahme, dass wir alle egoistisch sind. Leistungsdruck und Gewinnmaximierung sollen uns erfüllen, Konsum uns glücklich machen. Darauf ist unser gesamtes System ausgerichtet. Dass wir daran zerbrechen, zeigen die steigenden Zahlen an Menschen, die unter Burn-out und Depressionen leiden. Gleichzeitig raubt uns dieses Bild das Vertrauen in uns selber und somit die Hoffnung auf einen Ausweg aus der Klimakrise.

Die Klimaaktivistin Naomi Klein schreibt, dass es das schädlichste Erbe des Neoliberalismus sei, dass er uns davon überzeugt hat, dass wir es nicht wert seien, gerettet zu werden.

Dekonstruieren wir dieses Märchen! Der Mensch ist ein soziales Wesen, das solidarisch, kooperativ und sogar altruistisch handeln kann und will. Erkennen wir das, ist eine Gesellschaft, die auf Solidarität und Gemeinschaftlichkeit beruht, keine utopische Spinnerei mehr, sondern der logische Schritt, um unsere tiefsten Bedürfnisse zu erfüllen.

Hannah Lübbert engagiert sich im Jugendrat der Generationen Stiftung

Einmal zahlen
.

Klima-Aktivist*innen übernehmen die taz: am 26. Juni sowie im Herbst 2020 in einer ganzen Ausgabe der taz. Sie schreiben, was die Klimakrise mit Rassismus und der Corona-Pandemie gemeinsam hat und entwickeln konkrete Utopien. Alle Texte dazu finden Sie online in unserem Schwerpunkt Klimagerechtigkeit.

Die Erderwärmung bedroht uns alle. Die taz berichtet daher noch intensiver über die Klimakrise. Alle Texte zum Thema finden Sie unter taz.de/klimawandel.

Zudem bieten wir Ihnen das aktivistische Klima-Abo: Lesen Sie 10 Wochen die taz für nur 10 Euro. Davon spenden wir 1 Euro pro Abo für die Klimaaktivist*innen-Workshops an die taz Panter Stiftung.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

-

Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz