Coronavirus in Russland: Gottesmutter im Autokorso

Lange nahm die Orthodoxe Kirche die Pandemie nicht ernst und veranstaltete weiter Messen. Jetzt schnellen die Infektionszahlen nach oben.

Der Patriarch Kirill mit der heiligen Ikone auf dem Rücksitz eines Autos

Patriarch Kirill in Anti-Corona-Mission, mit der heiligen Ikone auf dem Rücksitz Foto: Oleg Varov/Imago Images

MOSKAU taz | Es war noch ein letzter Versuch des Moskauer Patriarchats, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Lange hatte Russlands Orthodoxe Kirche (ROK) das Virus auf die leichte Schulter genommen. Erst Anfang April, als staatliche Stellen schon Quarantäne und Zwangsurlaub anordneten, griff der Patriarch zum letzten Heilmittel: Mit einem Autokorso über den Moskauer Autobahnring wollte er das Virus in die Schranken weisen.

Etwas mehr als zwei Stunden dauerte die Fahrt um die Hauptstadt. In vier Limousinen brach die orthodoxe Fahrgemeinschaft auf. In einem der Wagen war die Ikone der Gottesmutter „umilenie“ (Rührung) untergebracht. Die Größe der Reliquie verlangte für den Transport ein eigenes Vehikel. Schließlich sollte sie die Stadt von der Plage befreien. Die getönten Scheiben der Wagen verrieten nicht, wer in welchem Auto Platz genommen hatte.

Die Rettungsaktion konnte die Stadt vor Schlimmerem jedoch nicht bewahren. Erst jetzt erreicht die Coronapandemie ein beunruhigendes Ausmaß in Russland. Über 2.700 Neuinfizierte wurden am Dienstag gemeldet, ein sprunghafter Anstieg.

Patriarch Kirill sprach zuletzt von einer Vorsehung Gottes, die die Welt heimgesucht hätte. Dem kann sich der Gläubige nicht entziehen. Theologische Feinheiten dieser Vorsehung erläuterte der 73-jährige Patriarch jedoch nicht in der Öffentlichkeit.

Coronavirus als gerechte Strafe

Vielmehr klang es nach einem Verdikt, was der Patriarch ansprach, einer gerechten Strafe, die über die Menschheit hereinbreche. Viele Moskauer verschreckte die abgeklärte Schicksalsergebenheit des Patriarchen.

Schon im Vorfeld der Epidemie hatte Professor Alexei Osipow von der Geistlichen Akademie in Moskau seine Version der Katastrophe im religiösen Kanal der ROK kundgetan: Der 82-jährige Theologe deutete die Heimsuchung als göttliche Strafe für schandhafte Taten der westlichen Welt. Dies sei eine Anspielung auf die Erlaubnis zur Eheschließung unter homosexuellen Partnern, erläuterte Andrei Kurajew später, ein streitbarer Diakon der orthodoxen Kirche.

Auch wenn ROK und weltliche Macht die Freizügigkeit verurteilen, dem göttlichen Willen entkommen sie nach dieser Lesart auch nicht.

Die ROK zögerte lange, wie sie mit der Coronabedrohung in den Gotteshäusern umgehen solle. Viele Priester und höhere Würdenträger weigerten sich zunächst, Maßnahmen zum Schutz der Gläubigen zu erlassen. Wer wirklich des Glaubens sei, den verschone die ansteckende Krankheit, meinten viele Kirchgänger und werteten anhaltende Gesundheit gewissermaßen als Gottesbeweis.

Trotz Ansteckungsgefahr beugten sich Gläubige noch im März in der Petersburger Kasan-Kathedrale über die Reliquien Johannes des Täufers. Die Orthodoxie in Jerusalem hatte die sterblichen Überreste vor Ostern nach Russland überstellt. Hunderte pilgerten täglich zum eingeflogenen Schrein, um von den Reliquien Stärkung zu erlangen. Auch Warnungen schreckten Bittsteller nicht ab, die vorher in endlosen Schlangen ausgeharrt hatten.

Sie neigten sich über die Ikone, berührten mit den Lippen das Glas, küssten das Kreuz oder auch die Hände des Geistlichen. Ein Messdiener wischte mit einem Tuch gelegentlich über feuchte Stellen. Mal soll es ein ölgetränkter, mal ein mit Desinfektionsmittel besprühter Stoff gewesen sein. Unregelmäßig geschah es jedoch und nicht flächendeckend. Hunderte und Aberhunderte müssen am Tag die Nähe des Göttlichen gesucht haben.

Messwein aus Einwegbechern

Moskau zeigte lange keine Reaktion. Weder ordnete es Vorbereitungen für die Quarantäne an noch bereitete es Gemeinden auf die Bedrohung vor. Bis zuletzt war der für die Außenbeziehungen des Patriarchats zuständige Metropolit Ilarion überzeugt, alle Oster- und Fastenmessen könnten trotz Bedrängnis gefeiert werden. Dabei sollten nur die neuen Hygieneregeln gelten, die Patriarch Kirill inzwischen erlassen hatte: Die Kirchgänger sollen darauf verzichten, Ikonen, Kreuze und Hände des Priesters zu küssen. Die Heilige Kommunion, die mit einem Gemeinschaftslöffel gereicht wird, verlangt nun, dass der Löffel nach jedem Gläubigen desinfiziert wird. Messwein wird in Einwegbechern und Hostien werden mit Gummihandschuhen gereicht.

Ilarion appellierte an die Gläubigen, sich strikt an die Schutzmaßnahmen zu halten. Auch der Patriarch blieb während des großen Fastens vor Ostern erstmals einem Sonntagsgottesdienst fern. Doch abgesehen von diesen verspäteten Maßnahmen blieb die Reaktion der Kirche alles in allem eher zurückhaltend, urteilt Diakon Kurajew. Die ROK musste handeln, ansonsten hätte sie mit Strafmaßnahmen seitens des Staates rechnen müssen, mutmaßt der Theologe.

Die Orthodoxie reagierte als eine der letzten Glaubensgemeinschaften. Erst warnte das griechische Patriarchat in Konstantinopel, dann folgte die katholische Kirche. Rabbiner schlossen Synagogen und isolierten die Klagemauer in Jerusalem. Auch der Vorsitzende der islamischen Geistlichkeit in Russland forderte Muslime auf, zu Hause zu beten, statt in die Moschee zu kommen.

Moskaus Patriarchat ordnete erst danach Verschärfung an. „Im Nachhinein sieht es aus, als handle die Kirche nicht aus Sorge und Gewissensgründen, sondern weil es die Politik verordnete.“ Wird sich die Kirche von diesem Stigma wieder befreien können?, fragt Kurajew.

Ostern sollte verschont bleiben

Die Kirche handelte, als sie keinen Ausweg mehr sah. Auch Russlands politische Führung wollte den Vormarsch der Pandemie zunächst nicht erkennen. Die ROK wartete indes noch länger. Ostern als wichtigstes und fröhlichstes Fest der Orthodoxie sollte möglichst verschont bleiben.

Beim Vorgehen der Kirche treffen unterschiedliche Motive aufeinander. Die Orthodoxie ist in Russland mit dem Staat in einer „Symphonia“, einer Harmoniegemeinschaft, verbunden und lehnt sich eng an Vorgaben der weltlichen Herrschaft an. Selten wagt der Klerus unerlaubte Grenzüberschreitungen.

Dennoch – oder gerade deswegen – achtet die Kirche genauestens auf Regelverletzungen staatlicherseits. Übergriffe werden als Eingriffe in die klerikale Souveränität gewertet. Viele Würdenträger waren erbost über die „von außen“ verhängten Einschränkungen und Auflagen. Manche befürchteten, die Kirche könnte weiter an Vertrauen verlieren. Trotz aller Unbill bleibt die politisch-religiöse Harmonie jedoch Leitmotiv der ROK.

Befehl und Unterordnung

Nicht zu unterschätzen ist überdies die Macht des Aberglaubens, der in Russland mit dem Glauben eine eigentümliche Liaison eingeht.Manchmal scheint es, als suche er die ROK stärker heim als andere christliche Gemeinschaften.

In der historischen Rückblende spielen auch Gewaltbereitschaft und Uneinsichtigkeit bei den Gläubigen eine gewisse Rolle. Bei manchem Kirchenvater mag die Erinnerung noch lebendig sein. Patriarch Sertis-Kamenskij bezahlte dies mit dem Leben: Während eines Pestausbruchs in Moskau ließ er 1771 den Zugang zu einer beliebten Ikone sperren. Das Volk erhoffte sich Heilung. Der untadelig beleumundete und hochgebildete Patriarch ließ die Ikone indes aus der Kirche entfernen. Gerade an ihr hatte sich das Volk infiziert. Die wütende Menge wollte dem Kirchenmann das Verbot jedoch nicht verzeihen und lynchte ihn zu Tode.

Kirche und Politik trauen dem Volk in Russland nicht über den Weg – bis heute. Sie behandeln das Land, als kenne es nur Befehl und Unterordnung: Die Kirche fürchtet, Anhänger zu verlieren, sollte sie härtere Maßnahmen verordnen. Der Kreml argwöhnt, ohnehin hätten die Bürger es nur darauf abgesehen, wider den Stachel zu löcken und Verbote zu missachten.

Einige Priester begegnen dem Kirchenvolk inzwischen mit etwas Nachsicht. Sie plädieren dafür, das Fasten zu erleichtern. Schon der zwangsverordnete Hausarrest gleiche einem Martyrium, behaupten viele. Die Kirche dürfe während der Pandemie nicht noch mehr Probleme schaffen, mahnt auch Kurajew.

In der Karwoche werden Moskau und Sankt Petersburg nun doch die Tore der Kirchen für Besucher schließen. Vom 14. bis zum 19. April erstreckt sich das Verbot. Dem war ein Sonntag vorausgegangen, der Palmsonntag, an dem die Menschen landauf, landab Kirchen geradezu erstürmten. Auch die für Besucher geschlossenen Friedhöfe konnten sich des Ansturms nicht erwehren. Friedhöfe sind zurzeit nur noch für Beerdigungen zugänglich. Auch deren üblicher Besuch vor Ostern musste ausfallen. Dennoch kletterten viele Menschen über Zäune und durch Gitter.

Der Tadel der Politik erfolgte sofort, noch in den Abendnachrichten: Klagen über das undisziplinierte Volk ersetzten Berichte über Engpässe der sich ausweitenden Coronapandemie.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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