Corona-Krise in Lateinamerika: Die Friedhöfe sind voll

In Guayaquil in Ecuador weiß keiner genau, wie viele Menschen schon an der Virusinfektion gestorben sind. Und alle fragen sich: Wohin mit den Leichen?

PKW transportier auf dem Dach einen Sarg, danebern fährt ein Truck mit Sarg und Menschen mit Schutzanzügen

Ein PKW und ein Truck transportieren Särge mit Toten auf einer Straße durch Guayaquil Foto: Luis Perez/ap

GUAYAQUIL taz | Seit ein paar Wochen steht im Wohnzimmer des Hauses, in dem Matilde Montero wohnte, ein neues Möbelstück. Es ist ihr eigener Sarg. Ihre Angehörigen haben mehr schlecht als recht versucht, ihn zwischen Tisch und Sofa zu verstecken, um nicht jedes Mal zu weinen, wenn sie ihn sehen und daran denken müssen, dass sie sie nicht einmal beerdigen konnten. Das Coronavirus hat sie getötet, und nun liegt ihr Leichnam in irgendeinem Container außerhalb des Friedhofs von Pascuales, zusammen mit den Überresten von Hunderten anderen Menschen.

Was klingt wie eine Szene aus einem Horrorfilm, ist Realität in Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors. Dort zeigt sich ein schreckliches Bild. Tote, die in Häusern verwesen oder die sich in Leichenhallen und Containern stapeln, viele von ihnen nicht identifiziert, überfüllte Krankenhäuser.

Carla Cobos, die Tochter von Matilde Montero, kann sehr eindringlich schildern, wie die Pandemie das Leben hier verändert hat. Seit sich ihre Mutter mit dem Coronavirus infiziert hatte, leidet sie darunter, wie schlecht das Gesundheitssystem mit den vielen Todesfällen umgeht.

Am 28. Februar 2020 wurde die erste Infektion in Ecuador bekannt gegeben, es handelte sich um eine 71-jährige Frau. Diese war am 14. Februar von Madrid nach Ecuador gekommen, und bis sie schließlich auf der Intensivstation aufgenommen wurde, traf sie viele andere Menschen, war auf Familienfeiern. Das Virus verbreitete sich.

Ecuador mit seinen 17 Millionen Einwohnern hat bislang offiziell gut 22.000 Coronafälle registriert, die zweithöchste Zahl in Lateinamerika nach Brasilien. Gut ein Drittel davon betrifft die Provinz Guayas, deren Hauptstadt Guayaquil ist. Bis zum Donnerstag dieser Woche sind offiziell 560 Menschen an Covid-19 gestorben, bei 1.028 weiteren wird das vermutet. Aber die offiziellen Zahlen stimmen nicht mit dem überein, was in den Krankenhäusern, der Gerichtsmedizin und auf den Friedhöfen zu beobachten ist, auf denen es nicht mehr genug Platz gibt, um alle Toten bestatten zu können.

Suche zwischen verfaulten Körpern

Guayaquil ist zum mahnenden Beispiel geworden, wie nachlässig mit der Gefahr umgegangen wird. Carla Cobos sieht die Schuld bei der Regierung um Präsident Lenín Moreno. Wie viele andere macht sie sich in den sozialen Netzwerken ihrer Verärgerung Luft.

Auf ihrem Twitter-Account berichtet Carla Cobo über das, was sie seit dem Tod ihrer Mutter am 27. März erlebt hat. Ihre Mutter starb mit 72 Jahren an Covid-19, in der Statistik taucht sie aber nicht auf. Denn obwohl sie positiv getestet wurde, steht im Totenschein lediglich „Atemstillstand aufgrund einer bakteriellen Lungenentzündung“.

Wenn Carla Cobos erzählt, wie ihre Mutter am 21. März in ein öffentliches Krankenhaus eingeliefert wurde, stockt ihre Stimme immer wieder. Sie hat Tränen in den Augen, und sie ist wütend. Weil am 11. März der Gesundheitsnotstand im Land ausge­rufen worden war und sie ihr Haus nicht verlassen durfte, konnte sie nicht bei ihrer Mutter sein.

Carla Cobos blieb nichts anderes übrig, als immer wieder anzurufen, aber sie erhielt nur wenige oder gar keine Auskünfte über den Gesundheitszustand ihrer Mutter. Und sie erfuhren erst ein paar Tage nach ihrem Tod, dass sie gestorben war. Ihr Bruder fuhr dann jeden Tag zum Krankenhaus.

Vor dem Eingang lief ihm der Schweiß über die Stirn, es ist heiß in Guayaquil, 34 Grad tagsüber, was auch zeigt, dass dem Coronavirus Hitze nichts auszumachen scheint. Er musste immer wieder fragen, und nach ein paar Tagen ließ man ihn gegen ein kleines Bestechungsgeld ins Leichenschauhaus. Zwischen den verfaulten Körpern, die wahrscheinlich alle mit dem Virus kontaminiert waren, suchte er nach dem seiner Mutter.

„Das ist alles völlig außer Kon­trolle geraten“, sagt Luis Sarrazín, Arzt und ehemaliger Gesundheitsminister Ecuadors. Er glaubt auch den offiziellen Todeszahlen kein bisschen, sie bilden seiner Ansicht nach nur einen minimalen Teil der Katas­trophe in Guayaquil ab.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Allein am 30. und 31. März zählte das Melderegister 722 Sterbefälle in der Provinz Guayas, normalerweise gibt es hier im Durchschnitt nicht mehr als 50 am Tag. In der ersten Aprilhälfte gab es 6.703 Sterbefälle. Normalerweise sind es in diesem Zeitraum 1.000. Was die Todesursache ist, ist schwer zu sagen, denn laut dem Generaldirektor des Gerichtsmedizinischen Dienstes des Landes können die allermeisten Toten nicht obduziert werden, man schafft es einfach nicht. Auch Coronatests werden an den Verstorbenen nicht durchgeführt.

Wer jetzt mehr zu tun hat als sonst, sind die Bestattungsunternehmen, die deutlich mehr Särge verkaufen.

Die Häufung von Todesfällen hat die ganze Stadt in ein Leichenschauhaus verwandelt. Weil die Krankenhäuser überfüllt sind, sterben manche Menschen zu Hause. Einer von ihnen war Tomás Tumbaco, der am frühen Morgen des 22. März dahinschied. Er hatte Husten, Fieber und Atemprobleme.

Seine Angehörigen bedeckten den Leichnam mit einem rosa Tuch. Immer wieder wählten sie die Notrufnummer, erfolglos zunächst, erzählt seine Tochter Clarisa Tumbaco. Es fing an zu stinken. Erst nach drei Tagen konnten sie den Leichnam abholen lassen. Bei anderen Familien dauerte es sogar 10 Tage.

Selbst durften sie die Leiche nicht wegbringen, denn eine Vorschrift des Gesundheitsministeriums besagt, dass das von medizinischem Personal gemacht werden muss, wenn Coronaverdacht besteht. Die Leiche muss dann eingeäschert werden. Aber diese Regel wird in vielleicht nur der Hälfte der Fälle beachtet.

Jesus Darstellung auf einer Schutzmaske, die ein Mann trägt

Mit Jesus Hilfe: die Schutzmaske eines Beerdigungshelfers Foto: Santiago Arcos/reuters

Ein „würdevolles Begräbnis“?

In Guayaquil gibt es drei Krematorien, die jeweils bis zu acht Leichen in 24 Stunden verbrennen können. Das reicht nicht. Also werden auch Bestattungen ohne die entsprechenden Standards durchgeführt. Und mache Menschen waren offenbar so verzweifelt, dass sie die Leichen ihrer verstorbenen Angehörigen einfach auf dem Bürgersteig ablegten.

Aus diesem Grund erklärte die nationale Katastrophenschutzbehörde Guayas am 23. März zu einem besonderen Notstandsgebiet. Der Verteidigungsminister kündigte die Einrichtung einer Taskforce an, die sich um die Bergung der Leichen kümmern sollte. Nachdem es in den sozialen Netzwerken viel Aufruhr gegeben hatte, kam das Versprechen: Alle Toten sollen ein ­„würdevolles Begräbnis“ bekommen.

Aber was genau soll das heißen? Ecuador ist ein sehr ­religiöses Land. Traditionell wird hier in der katholischen Kirche ein Verstorbener mindestens 24 Stunden aufgebahrt, und es wird eine Messe abgehalten. Doch seit Beginn des Notstands im März haben die Kirchen ihre Türen geschlossen.

Wie Carla Cobos sind auch andere Verwandte seit Wochen auf der Suche nach dem Aufenthaltsort ihrer verstorbenen Angehörigen. Wenn schon keine Totenwache möglich ist, wollen sie zumindest, dass die Toten identifiziert und bestattet werden. Aber selbst das ist in Ecua­dor derzeit nur schwer zu erreichen.

Die Stadtverwaltung von Gua­ya­quil kündigte kürzlich an, dass zwei neue Friedhöfe gebaut werden sollen. Auf denen, die es schon gibt, werden derzeit drei- bis viermal so viele Tote bestattet wie vor der Pandemie.

Ruhiger als auf dem Friedhof

Am selben Tag forderte Präsident Lenín Moreno die Bevölkerung von Guayaquil auf, „mehr Verantwortung“dafür zu übernehmen, dass die Mobilitätsbeschränkungen eingehalten werden. Es gibt eine Ausgangssperre von 14 bis 5 Uhr morgens und Beschränkungen für den Autoverkehr, die aber jeden Tag weniger beachtet werden.

Die Regierung hat auch die Hauptstadt Quito im Blick, wo die Zahl der Corona-Infektionen zwar niedriger ist – offiziell 856 am 22. April –, aber sie befürchtet, auch hier werde sich die Lage bald zuspitzen. Auch weil es den Leuten immer schwerer fällt, zu Hause zu bleiben.

Besonders schwer ist es für die Menschen, die im informellen Sektor arbeiten. Das sind in Ecuador nach offiziellen Zahlen 3,6 Millionen. Für Menschen, die von der Hand in den Mund leben, bedeutet Quarantäne, dass sie nichts mehr zu essen haben.

Dies zeigt sich im Stadtzentrum, das in den ersten Tagen der Ausgangssperre völlig unbewohnt wirkte. Die asiatischen Betreiber von Geschäften hatten ihre Läden zuerst geschlossen, weil die Angst vor dem Virus in Rassismus umschlug. Der Manager eines Chinarestaurants erzählt, dass er bereits vor Ausrufung des Notstands die Hälfte seiner Kunden verloren hatte. Im Zentrum war es dann ruhiger als auf dem Friedhof. Nur ein Dutzend Bettler schwärmten über die Plaza San Francisco und warteten darauf, dass jemand Mitleid mit ihnen hätte. Denn, so berichtet einer von ihnen: Von den Behörden bekommen sie keinerlei Hilfe.

Aber einen Monat nach Beginn der Isolation sind wieder Händler im Zentrum unterwegs, auf der verzweifelten Suche nach Kundschaft. Sie habe schrecklich Angst vor einer Ansteckung, sagt eine Schuhputzerin, die einen rosa Mundschutz trägt. Aber noch mehr Angst macht ihr der Gedanke, dass ihre Kinder hungern müssen.

Gelitza Robles ist Reporterin der Zeitung „Diario Extra“ in Guayaquil. Der Text wurde aus dem Spanischen übersetzt von Sebastian Erb.

Einmal zahlen
.

Fehler im Text entdeckt? Wir freuen uns über einen Hinweis!

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben