CDU-Clip gegen Rezos „Zerstörung“: Amthor mit blauen Haaren
Die Netzgemeinde wartet ungeduldig auf ein Video des jungen CDU-Politikers Philipp Amthor – und betreibt Lookism.
Der Youtuber Rezo hat mit der „Zerstörung der CDU“ für Aufregung gesorgt. Medienvertreter*innen und Politiker*innen kommentierten Rezos 55 Minuten langes Video mit knapp fünf Millionen Klicks. Jetzt sind alle Blicke auf die CDU gerichtet, genauer: auf Philipp Amthor.
Ein angekündigter Antwort-Clip des CDU-Jungpolitikers wird ungeduldiger herbeigesehnt als das Staffelfinale von Game of Thrones. „Frage für den Jahresrückblick: Wo warst Du als das Internet auf das #Amthor-Video gewartet hat?“, twitterte ein Nutzer.
Aber woher kommt das plötzliche politische Interesse von Twitteruser*innen? Dass es bei all der Aufregung um die Inhalte einer Partei geht, ist schwer vorstellbar. Stattdessen stehen Aussehen und Auftreten eines konservativen Jungpolitikers im Vordergrund der Beiträge in den Sozialen Netzwerken.
Die aufgeregte Tweet-Schlacht zeugt von Sensationsgeilheit. Es fragen sich alle nur eines: Wie wird sich der kleine Philipp wohl lächerlich machen?
Empfohlener externer Inhalt
Ey Leute ich bin so heiß auf dieses #Amthor Video...
— Tom Kraftwerk (@TomKraftwerk) 22. Mai 2019
Wird es ein Follow me around durch sein Büro geben? Unboxing von Geschenken der Pharmalobby? Wird er einen Teil des Videos rappen? OH MEIN GOTT BITTE LASS IHN EINEN TEIL DES VIDEOS RAPPEN!
[Schnappatmung]
Die Twitter-Community erhofft sich ein peinliches Video eines Politikers, der mit seinen konservativen Ansichten aneckt. Mit dem blauhaarigen Youtuber Rezo hat der Anzug und Brille tragende Politiker nur das Alter gemeinsam.
Die Aussicht auf das CDU-Antwortvideo scheint weniger politisch Interessierte als vielmehr auf Äußerlichkeiten fixierte Schaulustige auf den Plan gerufen zu haben. Bearbeitete Fotos von Amthor mit blauen Haaren verbildlichen nur die Absurdität einer Debatte, die mit überholten Rollenbildern arbeitet.
Der 26-jährige Philipp Amthor lässt sich nicht in ein klassisches Millennial-Raster einsortieren. Und genau diese Abweichung scheint gerade all diejenigen zu verunsichern, die sich über sein Auftreten lustig machen. Über politische Meinungen lässt sich streiten – beim Aussehen ist jeder Kommentar einer zu viel.
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