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Burger auf den Bermudas

Angeblich hat die US-Fastfoodkette McDonald’s ihre Steuersparpraxis noch verschärft, rügen Gewerkschafter. Die EU-Kommission prüft weiter

Von Kai Schöneberg

Als Steuervermeider ist der US-Burgerbrater schon lange in der Kritik. Nun hat McDonald’s seine Steuersparmodelle offenbar noch verschärft. Das Unternehmen nutze unter anderem eine Vielzahl von zwischengeschalteten Firmen in Steuerparadiesen wie den Bermudas und den Cayman-Inseln, teilten europäische und amerikanische Arbeitnehmervertreter am Montag in Brüssel mit. Die Strukturen seien so undurchsichtig, dass die Steuerverpflichtungen der Kette mit weltweit 31.000 Filialen in 118 Ländern nicht mehr nachvollziehbar seien. McDonald’s äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Bericht.

Die Gewerkschaften hatten Anfang 2015 bereits in einem ähnlichen Report die Steuerpraktiken von McDonald’s angeprangert. Die EU-Kommission leitete wenig später eine eingehende Untersuchung zur steuerlichen Behandlung von McDonald’s in Luxemburg ein. Hierhin müssen einzelne Landesorganisationen „Gebühren“ überweisen, um vor Ort die Unternehmenssteuerlast zu senken. Auf diese Gebühren zahlte McDonald’s laut dem Bericht zwischen 2009 und 2015 nur 1,7 Prozent Unternehmensteuern in Luxemburg. Die Wettbewerbshüter vermuteten, dass Luxemburg dem Unternehmen Steuervorteile gewährte – und damit gegen EU-Beihilfevorschriften verstieß. Die Untersuchung dauert noch an. Informationen der Gewerkschaften spielten dabei bereits eine Rolle. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, die Brüsseler Behörde nehme den Bericht zur Kenntnis. Er behandele die Unternehmensstrukturen von Mc­Donald’s, wie sie nach dem Beginn der Wettbewerbsermittlungen im Dezember 2015 eingerichtet wurden. Daher seien sie nicht Teil des Verfahrens. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager habe aber bereits angekündigt, zusätzliche Untersuchungen könnten folgen, wenn es weitere Verdachtsmomente gebe, dass EU-Beihilfevorschriften nicht befolgt würden.

Im Mai 1948 führten die Brüder Richard und Maurice McDonald in ihrem „McDonald’s Bar-B-Q“ in San Bernardino bei Los Angeles Selbstbedienung ein. Heute essen laut Firmenangaben 60 Millionen Menschen täglich bei McDonald’s.

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