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Bis zum letzten Tropfen

von Felix Zimmermann

Ascension Island, das war schon immer ein guter Ort, um jemanden schwer zu bestrafen oder gleich ganz beiseitezuschaffen. Zwar heißt „Ascension“ übersetzt Christi Himmelfahrt, tatsächlich dürfte es für jemanden, der dorthin ausgesetzt wird, aber eher der direkte Weg in die Hölle sein. So wie für Leendert Hasenbosch vor knapp 200 Jahren. Er fand dort sein einsames Ende.

1725 wurde Hasenbosch, ein bis dahin unbescholtener Soldat der Niederländischen Ostindien-Kompanie, die den Handel mit Gewürzen und anderen Gütern bestimmte, auf diesem Inselchen ausgesetzt. Er, der zuletzt als Buchhalter eines Schiffs diente, sollte büßen für sündiges Sexualverhalten, Sodomie genannt, damals also wohl Sex mit Männern.

Einige Monate nach seinem Tod fanden britische Seeleute sein Zelt, einige Gegenstände, darunter sein auf Holländisch geschriebenes Tagebuch. Es berichtet vom einsamen Kampf eines Mannes, der Hunger litt und durstig war – so sehr, dass er sein eigenes Wasser trank und das Blut von Seeschildkröten. Bis er starb.

Die norwegische Fotografin Marianne Bjørnmyr hat in ihrer Arbeit „An Authentic Relation“ Hasenboschs Geschichte nachgespürt. Es war ihr, so schildert sie es, daran gelegen, Sprache als eine der ältesten Methoden, Ereignisse zu schildern, und die Fotografie als ein sehr heutiges Instrument der Dokumentation zusammenzubringen. Hasenboschs Tagebuch, ihre Fotos: Eine Auswahl davon zeigen wir hier.

Um nach Ascension Island zu gelangen, war Bjørnmyr angewiesen auf eine Maschine der Royal Air Force, anders gelangt man dort nicht hin. Zwei Wochen blieb sie, dann wurde sie wieder abgeholt.

Ausstellung: „An Authentic Relation“ von Marianne Bjørnmyr ist Teil der Ausstellung „Shifting Focus“, zu sehen vom 15. bis 24. Juli im Berliner Kunstquartier Bethanien. shiftingfocusberlin.com

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