Biomarkt: Großhändler Dennree boykottiert Basic
Der größte Biogroßhändler will Basic nicht mehr beliefern. Der Grund ist der Einstieg von Lidl in Biosupermarktkette Basic.
MÜNCHEN taz Dennree, der nach eigenen Angaben größte Biogroßhändler in Deutschland, will die Biosupermarktkette Basic von Herbst an nicht mehr beliefern. Das Unternehmen mit Sitz im fränkischen Töpen begründet dies mit "Irritationen", die der Einstieg des Discounters Lidl bei Basic ausgelöst habe. "Basic ist für uns kein Partner mehr, mit dem wir weiter zusammenarbeiten wollen", sagte eine Sprecherin der taz.
In einer Mitteilung des Unternehmens hieß es, dass der seit Monaten andauernde Streit über die Neuausrichtung bei Basic mit "unkalkulierbaren Risiken für Dennree und die Biobranche" verbunden sei. Der Großhändler erkläre sich solidarisch mit allen "engagierten und kritischen Kunden". Dennree hat bisher alle 26 Basic-Märkte in Deutschland und Österreich mit einem Biovollsortiment beliefert, darunter Obst und Gemüse, Tiefkühlware, Molkereiprodukte und Naturkosmetik von Anbietern wie Allos, Andechser, Naturata, Weleda und Bionade.
Der Ausstieg trifft Basic völlig unerwartet. "Wir haben nicht mit diesem Schritt gerechnet", sagte Basic-Chef Joseph Spanrunft der taz. Der Biogroßhändler habe rund 50 Prozent der bei Basic erhältlichen Waren geliefert. "Diese Lücke müssen wir ganz schnell schließen", sagte Spanrunft. Man werde nun eine eigene Warenversorgung aufbauen, um nicht in die Abhängigkeit eines Lieferanten zu geraten, teilte Basic in einer Pressemitteilung mit. Die Kooperation mit der Lidl-Schwarz-Gruppe wolle man dagegen nicht überdenken. "Das ist so weit fixiert", sagte Spanrunft.
Die Biomarktkette Basic mit Sitz in München ist die zweitgrößte deutsche Biokette nach Alnatura. Die Lidl-Schwarz-Gruppe hält bereits 23 Prozent der Anteile und strebt nun eine Mehrheitsbeteiligung an. Die Eigner müssen sich bis Mitte September entscheiden, ob sie ihre Anteile verkaufen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert