„Bild“-Umfrage zur Homo-Ehe: Homo-Ehe gut, Hetero-Ehe besser

65 Prozent sprechen sich für die Homo-Ehe aus, 71 Prozent finden allerdings heterosexuelle Eltern besser. Die Hälfte sieht Diskriminierung.

TeilnehmerInnen einer Demo mit Regenbogenfahnen und ein Transparent mit der Aufschrift: "Wir sind gegen Homophobie und Transphobie"

LSVD-Demonstration am 17.5.2015 zum internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie in Berlin.

BERLIN afp | Zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge für die Homo-Ehe. In einer am Mittwoch veröffentlichten Insa-Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung sprachen sich 65 Prozent für die Homo-Ehe aus. 26 Prozent lehnten dies ab. Zugleich sind jedoch 71 Prozent der Befragten der Meinung, dass es für die Entwicklung eines Kindes am besten sei, wenn es mit Mutter und Vater aufwachse. 19 Prozent sehen dies hingegen nicht so.

Jeder zweite Deutsche (51 Prozent) ist generell der Ansicht, dass Homosexuelle in Deutschland benachteiligt werden. Jeder Dritte (33 Prozent) sieht hingegen keinerlei Benachteiligung. Befragt wurden insgesamt mehr als 2.160 Bundesbürger.

In Deutschland war eine Debatte um die Homo-Ehe entbrannt, nachdem sich in einer Volksabstimmung im katholisch geprägten Irland eine Mehrheit für eine entsprechende Verfassungsänderung ausgesprochen hatte. Danach dürfen in Irland Ehen künftig unabhängig vom Geschlecht geschlossen werden. Politiker von SPD, Grünen und Linken fordern auch in Deutschland eine „Ehe für alle“. Auch innerhalb der CDU gibt es eine Debatte darüber, die CDU-Spitze lehnt aber weitere Schritte hin zur kompletten Gleichstellung bislang ab.

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn sprach sich zum wiederholten Male für eine Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare aus. Er forderte zugleich dazu auf, die unterschiedlichen Argumente anzuhören. „Wenn es jemand erst mal komisch findet, wenn zwei Männer ein Kind großziehen, ist er nicht gleich homophob“, sagte Spahn der Passauer Neuen Presse vom Mittwoch. Anders herum wäre eine Öffnung der Ehe auch „nicht der Untergang des Abendlandes“.

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