Bandengewalt in Haiti: Über 5.500 Tote in einem Jahr
Die bewaffneten Banden haben ihren Einflussbereich in Haiti weiter ausgedehnt. Das sagt ein neuer Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte.
dpa/epd | In Haiti sind laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in weniger als einem Jahr Tausende Menschen Opfer der ausufernden Bandenkriminalität geworden. Zwischen Anfang März 2025 und Mitte Januar 2026 seien mindestens 5.519 Menschen getötet und 2.608 verletzt worden, teilte das UN-Hochkommissariat am Dienstag in Genf mit.
Bei Operationen der Sicherheitskräfte gegen Bandenmitglieder seien rund 3.500 Menschen ums Leben gekommen, heißt es in einem Bericht des Hochkommissariats. Außerdem hätten sogenannte Selbstverteidigungsgruppen rund 600 Angehörige von Banden getötet. Die Banden selbst hätten etwa 1.500 Menschen ermordet.
Die Banden terrorisierten die Bevölkerung mit Mord und Entführung, Kinderhandel, Diebstahl, Erpressung und Plünderungen. „Die Banden setzten weiterhin sexuelle Gewalt ein, um Angst und Schrecken unter der Bevölkerung zu verbreiten, sie zu unterdrücken und zu bestrafen“, heißt es weiter in dem Bericht. Die UN prangern zugleich auch Fälle von unnötiger oder unverhältnismäßiger Gewalt der Polizei an.
„Es ist unerlässlich, dass die Behörden für Sicherheit sorgen und gleichzeitig die Menschenrechte uneingeschränkt wahren“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk.
Chaos und Armut
Laut dem Bericht haben sich die Banden in den vergangenen zwölf Monaten über die Hauptstadt Port-au-Prince hinaus ausgebreitet. Sie seien in Vororte und nach Norden in die Départements Artibonite und Centre vorgedrungen.
Demnach ist es den Banden gelungen, „strategische Korridore zu sichern und ihre Vorherrschaft über wichtige See- und Landwege aufrechtzuerhalten, die ihre Finanzierung und operative Widerstandsfähigkeit gewährleisten“. Seit Jahren leiden die Menschen in dem Karibikstaat unter den bewaffneten Gangs. Die Bandenkriminalität drückt das Land immer tiefer in Chaos und Armut.
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