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Bänderverfall stoppen

■ Bildwechsel-Archiv bietet Rückschau auf Frauenfilme

„Wir betrachten uns als Schatzhüterinnen“, sagt Birgit Durbahn von Bildwechsel, dem Dachverband für Frauen/Medien/Kultur. Der Schatz, das ist ein „in Europa einmaliges“ Videoarchiv, in dem künstlerische, politische und dokumentarische Independentfilme von Frauen gesammelt werden.

Sehr frühe Früchte der fast 30 Jahre alten Technologie sind jedoch in Gefahr. „Die Materialien geben den Geist auf“, erklärt Durbahn. Sie will mit einem Filmabend unter dem Titel „Rettet die Early Birds“ auf dieses Problem aufmerksam machen. Denn alles, was vor 20 oder mehr Jahren produziert worden ist, muss neu überspielt werden. Wenn man wie Bildwechsel eine professionelle Qualität erreichen will, erfordert das einen hohen Zeit- und Geldaufwand.

Da die Zeit drängt – die Videos drohen unbrauchbar zu werden –, ist allerdings trotz aller Probleme Eile geboten. Besonders schade ist es um seltene oder nur in einer Ausfertigung erhaltene Werke. Wie Durbahn weiß, kämpfen andere Videoarchive mit dem gleichen Prob-lem. So gesehen ist der „Early Birds“-Abend nur ein Beispiel unter vielen.

Aber natürlich sind die Filme nicht nur für das interessierte Fachpublikum gedacht. In der „Best of 70ths, 80ths and 90ths“-Auswahl befinden sich experimentelle Videos ebenso wie Dokumentarfilme, die einen guten Rückblick auf die Geschichte der feministischen Frauenkultur Hamburgs bieten.

Bei der Gründung von Bildwechsel als Fachprojekt für Künstlerinnen im Jahr 1978 waren die Projektfrauen übrigens noch überzeugt, dass an vielen Orten Ähnliches aus dem Boden sprießen werde. Heute nimmt das Fachprojekt für Künstlerinnen nach wie vor eine singuläre Stellung ein. Allerdings bestehen stabile Verbindungen in verschiedene Städte in Deutschland, anderen europäischen Ländern und in den USA. Und da den Bildwechsel-Frauen direkte Kontakte zu Filmerinnen sehr wichtig sind, besuchen sie regelmäßig einschlägige Filmfestivals.

Der Vernetzung dient auch die Homepage www.bildwechsel.org, auf der die Medienkünstlerinnen auch laufende Austellungen Hamburger Künstlerinnen auflisten. In dem Büro von Bildwechsel werden bildende Künstlerinnen und ihre Ausstellungen zudem in eigenen Räumen archiviert. Das Zimmer nebenan mit den hohen Regalen, in denen die Videobänder lagern, birgt sicher viele Schätze. Eine Auswahl ist heute Abend zu sehen.

Ariane Dandorfer

heute, 21.15 Uhr, Metropolis

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