Ausstellung „KinoSaurier“ in Hannover: Evolution der Effekte

Das Landesmuseum Hannover widmet Dinosauriern eine Ausstellung – besonders denen im Kino.

Lebensgroßes Modell eines Seismosaurus

Beliebte Echse: Einen Seismosaurus – hier im Dinosaurierpark Teufelsschlucht – kriegt auch Hannover Foto: Dinosaurierpark Teufelsschlucht/dpa

HAMBURG taz | Erst mal ist es ein Wortspiel: „Kinosaurier“ – mit einer hier nicht gern gesehenen Binnenmajuskel: „KinoSaurier“ – hat das Landesmuseum Hannover eine kommende Ausstellung betitelt. Eröffnen soll sie, so die Coronabekämpfung das dann wieder erlaubt, Anfang Dezember.

Selbst wenn aber die jüngst verschärften Hygienebestimmungen über den November hinaus verlängert werden sollten, das Museum also geschlossen bleiben müsste, könnten Menschen etwas haben vom Projekt. Denn das Außengelände bevölkern dann etliche lebensgroße Dino-Nachbildungen.

Die werden schon in der nächsten Woche angeliefert – Details bat man nicht vor Dienstag auszuplaudern, vielleicht ja aus Angst vor dem Zorn mancher Verkehrsteilnehmer*innen in der – apropos Dinosaurier – so sehr aufs Auto hin optimierten Landeshauptstadt? Denn irgendwie klingt die Ankunft von teils über 40 Meter langen Echsen wie eines Seismosaurus, auch „Erdbeben-Echse“ geheißen, als könnte sie für Stau sorgen.

Oder soll die Dino-Diskretion schaulustiges Volk fernhalten? Denn ein echtes Faszinosum sind ja T-Rex oder die Raptoren, und das nicht erst, seit vor inzwischen bald 30 Jahren Steven Spielberg mit dem ersten der „Jurassic Park“-Filme das durchaus alte Riesenmonstergenre in eine neue Ära des Blockbusterkinos führte – und das unter Nutzung von immer noch ganz schön viel altmodischer, also gerade nicht im Computer entstandener Illusion. (Weshalb frühere Filme dieses Franchise so viel überzeugender wirken als die späteren.)

„KinoSaurier. Zwischen Fantasie und Forschung“: 4. 12. bis 25. 5. 21, Landes­museum Hannover

Womit wir bei der anderen, der weniger kalauernden Lesart des Titels angekommen sind: „Kinosaurier“ heißt so, weil sich die Ausstellung genau dafür interessiert, wie die Populärkultur uns welche Dinosaurier-Bilder geschenkt hat – nicht nur, aber eben doch nicht zuletzt das Kino: „Seit den Anfängen des Bewegtbildes“, so schreiben die Museumsverantwortlichen, „lassen Kino und Fernsehen die Urzeitmonster immer wieder auferstehen.“

Bloß: Wie entstanden die bis heute so wirkmächtigen Vorstellungen? Auf Grundlage welches jeweiligen Wissens über Millionen Jahre zurückliegende Zeiten? Und entsprechen sie dem heutigen Stand der Forschung? Und wie kam und kommt, eben, das jeweils den Filmschaffenden Mögliche zum Tragen, also sozusagen die Evolution der Spezialeffekte? Das will „Kinosaurier“ ab Anfang Dezember ausleuchten mit einem interdisziplinären Ansatz – entlang der Filmgeschichte.

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