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Arbeit macht krank

■ Ersatzkassen sorgen sich über Zunahme psychischer Erkrankungen

Psychische Erkrankungen haben nach Angaben der schleswig-holsteinischen Ersatzkassen alarmierend zugenommen. „Nicht nur bei den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, sondern auch bei den Krankenhausaufenthalten und bei der Inanspruchnahme von Reha- Maßnahmen ist die Zahl der Patienten gestiegen, die psychische Störungen haben“, sagte Ersatzkassensprecher Lothar Thormählen.

„Die Behandlung dieser Patienten bedeutet oft eine sehr lange Arbeitsunfähigkeit, die im Durchschnitt bei rund 44 Krankheitstagen liegt“, sagte Thormählen. Bei anderen Krankheiten könnten die Patienten nach 14 Tagen wieder arbeiten. Auch die Dauer der Krankenhausaufenthalte sei bei Behandlung von psychischen Störungen mit durchschnittlich 27,5 Krankenhaustagen wesentlich länger als bei somatischen Krankheiten, wo die Patienten nach 10,3 Krankenhaustagen wieder entlassen werden.

Die Gründe für psychische Erkrankungen lägen in erster Linie in der veränderten Arbeitswelt. Stress sei ein wesentlicher Auslöser, aber auch Arbeitsplatzunsicherheit und die Flexibilisierung der Arbeit etwa durch mehr Schichtarbeit verkrafteten viele Arbeitnehmer nicht. Auch die Arbeit am Computer bringe gesundheitliche Probleme mit sich.

Vor diesem Hintergrund sei bei den männlichen Patienten vermehrter Alkoholmissbrauch festzustellen, sagte der Kassensprecher. Bei Frauen dominierten die affektiven Störungen: „Dies sind vor allem depressive Erkrankungsformen, wie Schizophrenie oder wahnhafte Störungen.“

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen hatte 1999 rund 7350 Begutachtungs- und Beratungsfälle mit der Hauptdiagnose „psychische Erkrankungen“ aufgelistet, 2000 waren es 7500 Fälle. Dies sei zwar nur eine Zunahme um zwei Prozent, bei der Arbeitsunfähigkeit um vier Prozent. „Aber die auf Grund der Arbeitsunfähigkeit notwendigen Reha-Maßnahmen im Bereich psychischer Erkrankungen sind innerhalb eines Jahres um 26,5 Prozent gestiegen“. lno

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