: Arafat säubert seine Behörde
Drei Sicherheitsbeamte entlassen. Israel lockert Sanktionen gegen Palästinenser
JERUSALEM ap ■ Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat als weitere Maßnahme zur Reform der Autonomiebehörde drei hochrangige Sicherheitsbeamte entlassen. Der einflussreiche Chef des Sicherheitsdienstes im Westjordanland, Dschibril Radschub, müsse seinen Posten räumen, teilte der palästinensische Minister für öffentliche Arbeiten, Assam al-Ahmed, gestern nacht mit. Zuvor hatte Arafat bereits seinen Polizeichef Gasi Dschabali und Zivilschutzchef Machmud Abu Marsuk im Gaza-Streifen von ihren Ämtern entbunden. Israel kündigte eine Lockerung der Ausgangssperren und Sanktionen an.
Radschub war als Chef des vorbeugenden Sicherheitsdienstes im Westjordanland unter anderem für die Vereitelung von Angriffen auf israelische Einrichtungen zuständig. Bis zu einem Streit mit Arafat vor einigen Wochen galt er als enger Vertrauter des Palästinenserpräsidenten. Er wurde durch den Gouverneur von Dschenin, Zuheir Manasrah, ersetzt.
Das israelische Sicherheitskabinett beschloss gestern, die Ausgangssperren in den besetzten autonomen Städten tagsüber aufzuheben. Laut Rundfunk sollen zudem 5.000 Palästinenser wieder in Israel arbeiten dürfen.
Die israelische Arbeitspartei bleibt bis auf weiteres in der rechtsdominierten Regierungskoalition von Ministerpräsident Ariel Scharon. Führende Vertreter der politischen Linken scheiterten am Dienstagabend auf dem Parteitag schon mit dem Versuch, den Austritt aus der Koalition auf die Tagesordnung zu setzen. Eine Spaltung der Partei wird nicht mehr ausgeschlossen.
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