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Antisemitismus in DeutschlandSynagoge muss Besuchertag absagen

Das neu eröffnete Gebetshaus in Dessau-Roßlau muss den Tag der offenen Tür absagen. Die Sicherheit für Be­su­che­r*in­nen sei nicht zu gewährleisten.

epd | Die Jüdische Gemeinde in Dessau-Roßlau hat einen geplanten Tag der offenen Tür in der neuen Weill-Synagoge am kommenden Sonntag abgesagt. Grund sei die allgemeine Sicherheitslage nach den Angriffen auf Israel, sagte Verwaltungsleiter Aron Russ am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Die Sicherheit der Anwesenden geht vor.“ Zuerst hatte die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle darüber berichtet.

An dem Tag wären mindestens 500 Besucher in der Synagoge erwartet worden, sagte Russ. Nach Rücksprache mit der Polizei sei die Gemeinde zu dem Entschluss gekommen, dass ein solcher Andrang sicherheitstechnisch derzeit nicht hinzubekommen sei. Die Entscheidung, den Besuchertag zu verschieben, sei letztlich von der Gemeinde ausgegangen, sagte Russ. Die Polizei habe sich zuvor bereit erklärt, die Veranstaltung abzusichern. Dennoch seien die Bedenken zu groß gewesen.

Das Gotteshaus war am vergangenen Sonntag unter anderem im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) neu eröffnet worden, nachdem die frühere Synagoge in der Reichspogromnacht 1938 von den Nationalsozialisten zerstört worden war. Es ist der erste Synagogen-Neubau in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung.

Das Interesse an dem Neubau sei sehr groß, sagte Russ. Täglich erhalte er Anfragen für eine Besichtigung. Da die Gemeinde derzeit nicht absehen könne, wann sich die Sicherheitslage wieder ändere, könne derzeit kein neuer Termin für den Besuchertag genannt werden. Stattdessen könnten Kleingruppen auf Anfrage die Synagoge besichtigen, hieß es.

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3 Kommentare

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  • Hatespeech_is_not_an_opinion

    Es ist ernüchternd und verstörend, dass im Jahr 2023 zu solchen Mitteln gegriffen muss. Jüdisches Leben im Jahr 2023 wird bedroht. Das ist nur noch beschämend.

  • 6G
    684363 (Profil gelöscht)

    Traurig Deutschland 2023.



    Eine Synagoge muss mit Zäunen und mobiler Polizeiwache gesichert werden.



    Selbst ein ganz normaler Tag der offenen Tür muss ausfallen, weil die Gefahr durch Antisemiten zu groß ist.

    • SeppW

      @684363 (Profil gelöscht):

      Es ist ja nicht so das dieses Problem des islamischen Antisemitismus immer wieder angesprochen wurde. Und was passiert wenn hier im Land quasi eine zweite Front eröffnet wird.



      Ernst nehmen wollte es niemand. Jetzt haben wir halt das Resultat auf dem Tisch. Geliefert wie bestellt.