piwik no script img

Angela Merkels Handy ausspioniertTatzeit, -ort und -umstände unklar

Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass das Handy der Bundeskanzlerin ausgespäht wurde. Das Original des Abhörauftrags der NSA ist unauffindbar.

rtr | Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zur mutmaßlichen Ausspähung des Handys von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch US-Geheimdienste eingestellt. Der Vorwurf lasse sich mit den Mitteln des Strafprozessrechts nicht gerichtsfest beweisen, teilte die Behörde am Freitag in Karlsruhe mit.

So sei es den Ermittlern nicht gelungen, einen im Oktober 2013 in den Medien veröffentlichten Abhörauftrag des US-Geheimdienstes NSA im Original zu beschaffen. Auch technisch sei eine Präzisierung von Tatzeit, Tatort und Tatumständen sowie der handelnden Personen nicht möglich.

Die in der Öffentlichkeit als Schuldeingeständnis der US-Regierung gewerteten Aussagen seien für die Beweisführung ebenfalls nicht ausreichend, erklärte die Bundesanwaltschaft. „Die vagen Äußerungen von Verantwortlichen der Vereinigten Staaten von Amerika zu einer etwaigen Überwachung der mobilen Telekommunikation der Bundeskanzlerin durch einen US-amerikanischen Nachrichtendienst (‘not any more‘) reichen für eine Beschreibung des Tatgeschehens nicht aus“, teilte die Behörde mit.

Die Prüfung des Verdachts auf eine massenhafte Ausspähung von Telekommunikationsdaten der deutschen Bevölkerung durch britische und amerikanische Geheimdienste werde indes fortgesetzt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

2 Kommentare

 / 
  • War doch klar. Obama hat sich bei Merkel schon dafür entschuldigt. Man kann das jetzt selbstverständlich alles gerichtlich nicht mehr verwerten, genausowenig wie man einem Sepp Blatter jemals Verbindungen zum Fußball wird nachweisen können. Ermittelt wird schließlich nur noch dann, wenn sich Verfahren anders gar nicht mehr einstellen lassen können. Notfalls war ein V-Mann im Spiel. Die dürfen das ja bekanntlich alles von Gesetz wegen so machen. Es lebe der Rechtsstaat, denn ohne ihn müssten Kriminelle heute am Ende noch Diskriminierungen befürchten - und das geht natürlich gar nicht ;-))

  • Na da können sich die Amis ja mal wieder auf dem Boden rollen vor Lachen.

     

    Unsere Demokratie kann sich heuchlerische Agitatoren wie US-Vasallin Merkel und ihre Schnüffelspezis, siehe de Maiziere, schlichtweg nicht mehr leisten.

     

    Vertuschung statt Aufklärung, Verdacht statt Vertrauen, Lügen statt Wahrheit – all das führt vom freiheitlich-demokratischen Staat in den Totalitarismus. Stasi reloaded.

     

    In Deutschland nicht denkbar?