Angebliche Kontakte zur Gülen-Bewegung: 42 Festnahmen an türkischen Unis
An zwei Istanbuler Universitäten wurden mehr als 40 Mitarbeiter festgenommen. Sie sollen Verbindungen zur Gülen-Bewegung haben.
dpa/afp | Unter dem Vorwurf der Verbindungen zur Gülen-Bewegung sind 42 Mitarbeiter von zwei Istanbuler Universitäten festgenommen worden. Darunter ist der regierungskritische Politikwissenschaftler Koray Caliskan, der an der bekannten Bogazici Universität lehrt, wie die Nachrichtenagentur DHA berichtete. Caliskan schreibt auch für die linksgerichtete Zeitung „Birgün“.
An der Medeniyet Universität seien unter anderem 19 Professoren der medizinischen Fakultät festgenommen worden. Unter den Festgenommenen ist auch der angesehene Politikwissenschaftler Koray Caliskan, wie der Oppositionsabgeordnete Oguz Kaan Salici mitteilte. Die Staatsanwaltschaft habe insgesamt für 72 Universitätsmitarbeiter die Festnahme angeordnet.
Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Seitdem gehen die Behörden gegen vermeintliche Gülen-Anhänger vor.
Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, die Staatsanwaltschaft habe zudem für 43 aktive oder ehemalige Mitarbeiter des Büros des Ministerpräsidenten die Festnahme angeordnet. Ihnen werde ebenfalls Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen. Sowohl die Universitätsmitarbeiter als auch die Behördenmitarbeiter werden laut Anadolu beschuldigt, den Messenger-Dienst ByLock benutzt zu haben. Über den Dienst sollen Gülen-Anhänger unter anderem für die Vorbereitung des Putschversuchs kommuniziert haben.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert