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Afrika rüstet zum Kampf gegen Aids

OAU-Gipfel erörtert Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit. UN-Generalsekretär Annan fordert Milliardenfonds

COTONOU taz ■ Afrika hat seinen bislang entschlossensten Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids aufgenommen. Bei dem gestern zu Ende gegangenen Gipfel in Nigerias Hauptstadt Abuja diskutierten so viele afrikanische Staatschefs wie nie die Bedrohung durch HIV/Aids. UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte einen Milliardenfonds und eine massive weltweite Kampagne, um die Immunschwächekrankheit einzudämmen.

Die Organisation der Vereinten Nationen, Unaids, veranschlagte eine jährlich notwendige Summe von 7 bis 10 Milliarden US-Dollar. Davon benötige Afrika rund die Hälfte. Momentan aber stünden allen Entwicklungsländern zusammen nur rund eine Milliarde Dollar im Jahr zur Verfügung. Dabei hat sich in diesen Ländern der Virus am stärksten verbreitet. Rund 95 Prozent der weltweit an HIV oder Aids Erkrankten leben in den Entwicklungsländern. Afrika hat es am schlimmsten getroffen.

Angesichts der verheerenden Zahlen hatten sich im vergangenen Jahr die Vertreter der Mitgliedsstaaten der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) auf einen Sondergipfel in Abuja zum Thema HIV/Aids und Folgeerkrankungen wie Tuberkulose verständigt. Angestrebtes Ziel war es, konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, die die Seuche eindämmen können. Ähnlich dem Vorschlag von Kofi Annan einigte sich die OAU darauf, afrikanische und internationale Quellen aufzutun, um die alles entscheidenden finanziellen Voraussetzungen zu gewährleisten. Auch wurde nach politischen Mechanismen gesucht, um die einzelnen Regierungen stärker in die Pflicht nehmen zu können.

Als wichtigen ersten Schritt bezeichneten alle das Zugeständnis der Pharmakonzerne, Anti-Aids-Medikamente in armen Ländern wesentlich verbilligt anzubieten. Momentan bekommen weniger als 25.000 Patienten von rund 24,5 Millionen Erkrankten in Afrika eine antiretrovirale Therapie.

Schon jetzt wirkt sich die Epidemie nachteilig für die Volkswirtschaft aus. Die Weltbank berechnete, dass die medizinische und soziale Belastung den Ländern durchschnittlich 1 Prozent Wirtschaftswachstum raubt – den besonders betroffenen Staaten sogar 3 bis 4 Prozent. Bereits bei der Aids-Sondertagung der Vereinten Nationen Ende Juni erwartet Annan feste Verpflichtungen der Geberländer. Auch in Afrika versuchen die Gesellschaften nicht nur auf Hilfe von außen zu warten. In Nigeria gibt es Wissenschaftler, die dem Problem mit Medikamenten auf Naturbasis beikommen wollen. Zurzeit geht die Geschichte des afrikanischen Baumes Moringa oleifera durch nigerianische Medien, dessen Substrat eine Verbesserung des Blutbildes bei Erkrankten bewirken soll.

Eine der Hauptaufgaben afrikanischer Regierungen wird sein, die Bevölkerung auzuklären. Umfragen zeigen, dass die am meisten betroffene Altersschicht zwischen 14 und 25 Jahren noch viel zu wenig über Ansteckungsmöglichkeiten und Verbreitung weiß. HAKEEM JIMO

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