Ägyptens Präsident „begnadigt“ Reporter: Al-Dschasira-Journalisten sind frei
Der international kritisierte Al-Dschasira-Prozess nimmt ein Ende. Gemeinsam mit bekannten AktivistInnen wurden die Reporter freigelassen.
ap | Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat die beiden inhaftierten „Al-Dschasira“-Journalisten Mohamed Fahmy und Baher Mohammed sowie mehrere prominente Menschenrechtsaktivisten „begnadigt“. Die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete am Mittwoch, Al-Sisi habe angeordnet, dass sie freigelassen würden. Fahmys Frau sagte später in Kairo, ihr Mann und Mohammed seien auf freiem Fuß.
Fahmys Anwalt Chaled Abu Bakr bestätigte die „Begnadigung“. Er sagte, sein Mandant sei ein „professioneller und unschuldiger Journalist“. Fahmy, der auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde im August zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er nach Darstellung eines Gerichts „falsche Nachrichten“ und eine voreingenommene Berichterstattung ausgestrahlt hatte.
In demselben Fall wurde auch Fahmys Kollege Baher Mohammed bestraft und jetzt „begnadigt“, wie das ägyptische Staatsfernsehen berichtete. Ihr Kollege, der Australier Peter Greste, war ebenfalls zu drei Jahren Haft verurteilt worden, konnte dann aber über eine Abschiebung im Februar das Land verlassen.
In dem weltweit heftig kritisierten Prozess waren die drei Journalisten im Juni 2014 wegen der angeblichen Mitgliedschaft in der Muslimbruderschaft und falscher Berichterstattung verurteilt worden. Das Oberste Gericht ordnete dann aber nach Protesten eine Neuauflage des Verfahrens an.
Zu den jetzt „Begnadigten“ zählen laut Mena die prominenten Aktivistinnen Jara Sallam und Sanaa Seif. Insgesamt habe Al-Sisi 100 Menschen einen Tag vor Beginn des muslimischen Festes Eid al-Adha „begnadigt“. Er fliegt am Donnerstag zur UN-Vollversammlung nach New York.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert