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Abgesperrt oder nicht?

■ Augenzeuge des Unfalls: »Keine Absperrung gesehen«

Mitte. War der Ruinenbereich im »Kunst- und Kulturzentrum Tacheles« doch nicht abgesperrt, als die 19jährige Andrea S. aus Westdeutschland in der Nacht zum Sonntag von dort in die Tiefe stürzte? Einer der beiden Begleiter der immer noch im Koma liegenden Frau meldete sich bei der taz und gab an, in jener Nacht weder Sicherheitssperren gesehen noch überwunden zu haben: »Wir haben einen offenen Raum betreten, in dem es vor der fehlenden Außenwand nur ein rot-weißes Baustellenband als optische Markierung gab. Andrea ist nach vorne gegangen, ohne über das Band zu steigen. Und plötzlich, ich kann es Ihnen nicht erklären, stürzte sie in den Abgrund. Gestolpert ist sie nicht, aber vielleicht ist ihr schwindelig geworden.«

Tacheles-Mitarbeiter erklärten dagegen, man könne nur an Schildern vorbei durch eine immer geschlossene Tür in die Atelieretage im fraglichen vierten Stock gelangen. Auch von dort aus könnten Besuchergruppen in den betreffenden Raum ohne Außenwand nur dann gelangen, wenn sie eine Barriere aus Brettern beiseite räumen und danach durch ein Fenster steigen würden. Von offenem Zugang könne also keine Rede sein, das wüßten auch die Behörden, die diverse Ortsbegehungen unternommen hätten. Jenes Fenster allerdings sei, von wem auch immer, eingeschlagen worden, das hätten sie nach dem Unglücksabend feststellen müssen.

Die Bauaufsicht des Bezirkes Mitte will nun prüfen, ob Handlungsbedarf besteht. Wegen der rechtlich ungeklärten Situation, so Amtsleiter Kempf zur taz, sei das Gebäude noch nicht als Ganzes baupolizeilich abgenommen worden. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte und der Künstlerverein hätten bisher nur unvollständige Bauunterlagen abgegeben, in denen bestimmte Bereiche ausgeklammert wurden. Das von der Wohnungsbaugesellschaft verwaltete Haus war vor zwei Jahren besetzt worden, nun will der schwedische Konzern Skanska das Gelände inklusive Baugrube an der Friedrichstraße kaufen und das Tacheles mit übernehmen. usche

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