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30 Jahre Cap Anamur„Typisch Rupert“

Er wollte sie haben, er hat sie bekommen,„zack zack“. Dafür hat sie dann die Strippen gezogen. Die Liebesschichte des Gründerpaares Christel und Rupert Neudeck.

Rupert Neudeck wundert sich. Er steht vor der Kiwipflanze in seinem Garten. Sie wächst bis auf den Balkon, alles in allem ist sie gut sechs Meter lang. „Wie die hergekommen ist, wissen wir nicht“, sagt er. Die Kiwi? Christel Neudeck lacht. „Die hab ich doch vor zwanzig Jahren gekauft.“ Typisch Rupert, sagt sie, den interessiert das einfach nicht. Rupert Neudeck, heute 70 Jahre alt, ist Retter, ist „Cap Anamur“, ist Grünhelm. Seit dreißig Jahren organisiert er humanitäre Hilfe. Aber Neudecks Geschichte ist nicht nur eine Rettergeschichte. Sie ist auch eine Liebesgeschichte: Christel Neudeck ist seine Frau, die Retterin des Retters.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der sonntaz am 20./21. Juni 2009 - ab Samstag zusammen mit der taz am Kiosk.

Troisdorf, geordnete, westdeutsche Kleinstadtidylle. Christel Neudeck sitzt am Tisch und isst Schinkenbrot. Sie ist 66 Jahre alt, und sie ist erkältet. Ansehen kann man ihr beides nicht. Hier, in diesem Wohnzimmer, begann vor 30 Jahren ihre Arbeit für das Komitee Cap Anamur. Seit 2003 ist es die Schaltzentrale der Grünhelme. Im Kamin liegt ein Birkenscheit, auf dem Sims steht eine Kanne aus Äthiopien.

Rupert Neudeck rechnet, 1967, nein, 1969 haben sie sich kennengelernt. Er Intellektueller, sie Arbeiterkind. Es ging alles „ruck, zuck, zack, zack“: Heiraten, Kinder, Reihenhaus. 1979 hört Rupert Neudeck von den vietnamesischen Boatpeople. Sie entscheiden, zu helfen. Christel Neudeck arbeitet „full time, full night“. Das Telex im Flur lärmt die ganze Nacht. Tagsüber nimmt Christel Neudeck Spenden entgegen, organisiert Flüge, betreut die Mitarbeiter, versorgt die Kinder.

Tochter Yvonne war neun, als das Projekt begann, Sohn Marcel vier. Wenn sich Kandidaten als Helfer vorstellten, fragten die Eltern sie: „Ist das ein Komitee-Typ?“ Ihr Urteil hatte Gewicht. Milena, das „Komitee-Kind“, wurde mitten in die Rettungsaktionen hineingeboren. Im Haus herrschte Chaos. „Gegen die bürgerliche Ordnung“, sagt Neudeck und freut sich. „Hauptsache, die Kinder sind glücklich und die Toiletten sauber“, sagt seine Frau.

Wie das wohl läuft mit Familie und Beziehung, wenn einer ständig weg ist? Lesen Sie weiter in der sonntaz, Seite 15

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2 Kommentare

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  • AS
    Andreas Suttor

    Nun fängt die taz auch schon an, den falschen Leuten Denkmäler zu setzen! Meine Erfahrung mit den Organisationen von Herrn Neudeck sind gänzlich nicht davon geprägt, daß es dabei um echte unbürokratische Hilfe geht. Vielmehr geht es um gekonnte Selbstinszenierung, gepaart mit mangelnder Sachkenntnis vor Ort. Hauptsache Medienpräsenz - ob die Hilfe wirklich fruchtet, ist dann zweitrangig.

  • PS
    Peter Schneider

    Ich hatte die große Ehre, Herrn Neudeck persönlich kennen zu lernen. Für mich einer der größten deutschen Persönlichkeiten unserer Zeit