+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Tod von Milizenchef wohl vorgetäuscht
In der Ukraine gehen die russischen Angriffe weiter. Derweil stellt sich heraus, dass der Tod eines russischen Milizenführers ein gezielter Fake war.
„The Times“: Putin will Einigung zwischen USA und Ukraine sabotieren
Die Londoner „Times“ kommentiert am Freitag die Behauptung Russlands, die Ukraine habe eine Residenz von Präsident Wladimir Putin mit Drohnen angegriffen:
„Desinformation ist eine wichtige Waffe im Arsenal Russlands. Doch sie wurde selten auf so hoher Ebene eingesetzt. Und selten war eine Lüge, die offiziell von einem russischen Präsidenten verbreitet wurde, so leicht zu erkennen und zu widerlegen. Die Behauptung von Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump, die Ukraine habe 91 Drohnen eingesetzt, um Putins Residenz nördlich von Moskau in der Region Nowgorod anzugreifen, wurde vom US-Geheimdienst als schlichtweg unwahr entlarvt: Es gab weder Satellitenbeweise noch Indizien vor Ort. (…)
Es ist offensichtlich, dass mit dieser Behauptung eine Einigung zwischen den USA und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sabotiert werden soll, und sei es auch nur vorübergehend. Zudem sollen potenziell Moskau-freundliche Staaten überzeugt werden, dass Russlands andauernde Luftangriffe auf ukrainische Städte, Infrastruktur und Zivilisten, die auch während der Friedensgespräche unerbittlich fortgesetzt wurden, vollends gerechtfertigt sind.“ (dpa)
Mit dem Einmarsch im 24. Februar 2022 begann der groß angelegte russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Bereits im März 2014 erfolgte die Annexion der Krim, kurz darauf entbrannte der Konflikt in den ostukrainischen Gebieten.
Ukraine täuschte Tod von Milizchef Kapustin vor
Am 27. Dezember 2025 berichteten zahlreiche Medien – ukrainische, russische und internationale Quellen, auch die taz, über den Tod des Kommandanten des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), Denis Kapustin. Er soll bei Kämpfen in der Region Saporischschja durch einen Angriff einer russischen FPV-Drohne getötet worden sein. Das RDK selbst bestätigte dies zunächst in einer offiziellen Erklärung. Am Donnerstag veröffentlichte die Hauptnachrichtendienststelle des ukrainischen Verteidigungsministeriums (GUR) ein Video, in dem der GUR-Leiter Kyrylo Budanov Denis Kapustin persönlich mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Rückkehr!“ begrüßt und ihm und dem GUR-Team gratuliert.
Laut GUR war dies eine monatelang vorbereitete Desinformationsoperation. Russische Sonderdienste hatten eine Belohnung von 500.000 Dollar für die Ermordung von Kapustin ausgesetzt, der in Russland als Terrorist gilt. Budanov lobte die Operation als vollen Erfolg: Die russischen Dienste seien „getäuscht“ worden, und das erhaltene Geld werde nun zur Stärkung der ukrainischen Spezialeinheiten verwendet. (taz)
Russische Luftangriffe auf die Ukraine
Auch in der Nacht zu Freitag hat Russland die Ukraine angegriffen. In der südukrainischen Stadt Cherson wurde durch Artillerieangriffe ein Heizkraftwerk beschädigt, Infolgedessen kann es zu Ausfällen in der Wärmeversorgung der Stadt kommen.
Von Drohnenangriffen besonders betroffen war die Großstadt Saporischschja. Verletzte und Tote wurden bislang allerdings nicht gemeldet.
Bereits am Neujahrstag hatte Russland einen Ökopark am Rand der ostukrainischen Stadt Charkiw bombardiert. Dutzende Tiere wurden getötet. Raubtiergehege und Winterunterkünfte wurden vollständig zerstört, die Löwen wurden verletzt, nachdem eine Gleitbombe den Park getroffen hatte. Es war nicht der erste russische Angriff auf den Ökopark. Bereits im Juli 2024 waren zwei Mitarbeiter bei einem russischen Drohnenangriff verletzt worden. (taz)
Zweifel an Ukraine-Frieden schieben Rüstungswerte an
Zweifel an einem baldigen Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine geben den Rüstungswerten laut einem Börsianer Auftrieb. Der europäische Branchenindex legt in der Spitze 2,9 Prozent zu. Im Dax verteuern sich Rheinmetall um zwei Prozent. Im MDax steigen Hensoldt und Renk um 3,4 und 2,6 Prozent. Auch die Titel von Airbus und dem Triebwerksbauer MTU profitieren dem Händler zufolge von der Hoffnung auf weiter gute Geschäfte im Rüstungssektor. Sie notieren jeweils 2,6 Prozent fester und sind damit Spitzenreiter im deutschen Leitindex.
Russland hat der Ukraine einen Drohnenangriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin vorgeworfen. Das belastete die Friedensbemühungen zum Jahreswechsel. (rtr)
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