+++ Corona News vom 27. April +++: Verfassungswidriges Verkaufsverbot

Bayerns höchstes Verwaltungsgericht sieht Verstoß gegen Grundgesetz bei 800m²-Grenze. Rumänien schließt Unis für Monate. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Wurde dieser Einkaufswagen unrechtmäßig verschmäht? Foto: Bernd von Jutrczenka

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Chinesische Schulkinder tragen „Ein-Meter-Hüte“

15.46 Uhr: Um Kindern bei der Wahrung sozialer Distanz zu helfen, hat sich eine Grundschule im ostchinesischen Hangzhou etwas Besonderes einfallen lassen: Am ersten Unterrichtstag nach einer 99-tägigen Corona-Zwangspause trugen Schüler der Yangzheng-Grundschule selbstgebastelte „Ein-Meter-Hüte“ mit langen, flügelähnlichen Abstandshaltern. „Das ist tatsächlich unsere Idee gewesen“, zitierte die Nachrichtenplattform The Paper Vize-Rektor Hong Feng. Die kunterbunten Hüte haben die Schüler demnach selbst gebastelt. (dpa)

Inlandsreisen im Sommer wahrscheinlich möglich

15.30 Uhr: Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hält Inlandsreisen im Sommer für möglich. In einem ersten Schritt werde es vermutlich Lockerungen für Ferienwohnungen und Ferienhäuser geben, Hotels dann erst später, sagt Thomas Bareiß. Handtuch an Handtuch gehe es an den Stränden aber nicht. Standards für die Branche müssten jetzt definiert werden. Europareisen könnten erst danach folgen, Fernreisen noch später.

Drei chinesische Anti-Zensur-Aktivisten verschwunden

15.30 Uhr: Angehörige fürchten um den Verbleib dreier chinesischer Aktivisten, die mehrere von den Behörden zensierte Artikel über das neuartige Coronavirus im Internet veröffentlicht haben. Er gehe davon aus, dass sein Bruder Chen Mai und zwei weitere Aktivisten der Anti-Zensur-Initiative Terminus2049 verhaftet worden seien, sagte Chen Kun der Nachrichtenagentur AFP. Demnach fehlt von den drei jungen Leuten seit dem 19. April jede Spur.

Dem Internetaktivisten Cai Wei und seiner Freundin Tang würden „Anstiftung zum Streit und Provokation“ vorgeworfen, sie befänden sich derzeit unter „häuslicher Überwachung an einem bestimmten Ort“, heißt es in einer Mitteilung der Pekinger Polizei. „Da sowohl Chen als auch Cai beim Terminus2049-Projekt mitmachten, vermuten wir, dass ihr Verschwinden zusammenhängt und mit dem Projekt zu tun hat.“ sagen Angehörige. Terminus2049 hat es sich zur Aufgabe gemacht, von der chinesischen Zensurbehörde blockierte oder gelöschte Nachrichtenartikel im Internet wiederherzustellen. (afp)

EU-Kommission organisiert Milliarden-Spendenmarathon

14.53 Uhr: Die EU-Kommission organisiert einen Spendenmarathon, um 7,5 Milliarden Euro für den Kampf gegen das Coronavirus zu mobilisieren. Alle Länder und Organisationen weltweit seien aufgefordert, für diesen Grundstock Gelder bereitzustellen, erklärte die Kommission am Montag in Brüssel. Bei einer online veranstalteten Geberkonferenz am Montag kommender Woche sollen die ersten Zusagen registriert werden. (epd)

Rechte FPÖ startet rechtspopulistische Petition

14.39 Uhr: - Die rechte FPÖ in Österreich läuft Sturm gegen die aus ihrer Sicht viel zu langsame Rückkehr zur Normalität. „Es ist eine Schande, was hier läuft“, sagte FPÖ-Fraktionschef und Rechtspopulist Herbert Kickl am Montag in Wien. Eine Petition unter dem Motto „Jetzt reicht's! – Allianz gegen den Corona-Wahnsinn“ solle „Bürger“ gegen die verordneten Maßnahmen vereinen.

Kickl sagte, die Zahlen seien so günstig, dass man längst mit ganz einfachen Regeln der Hygiene das System im Wesentlichen wieder hochfahren könnte. In Österreich haben sich in den vergangenen zehn Tagen jeweils weniger als 100 Menschen angesteckt. Die Zahl der Covid-19-Patienten ist deutlich rückläufig. (dpa)

„Nicht umsetzbar“: Experten lehnen Masken in Kitas ab

14.38 Uhr: - Experten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin halten eine Maskenpflicht für Kita-Kinder für „definitiv nicht umsetzbar“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Empfehlung. Den Experten zufolge ist es hingegen „längerfristig zumut- und umsetzbar“, wenn Kinder ab dem Grundschulalter in Begleitung von Erwachsenen im öffentlichen Raum tragen. (dpa)

Schweizer Infektionen und Totenzahlen steigen langsamer

14.20 Uhr: In der Schweiz sind bis Montag 1353 Personen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben – 16 mehr als am Vortag. Nach Angaben des Gesundheitsministerium wurden 29.164 Coronavirus-Infektionen von Laboren bestätigt, ein Zuwachs von 103 binnen eines Tages. Sowohl die Erkrankungen als auch die Todesfälle stiegen damit weniger stark an als zuletzt.

Klarheit über Reisebeschränkungen am 3. Mai

14.05 Uhr: Die EU-Länder wollen sich zu geltenden Reisebeschränkungen abstimmen, die der Tourismusbranche zusetzen. Ein Sprecher des deutschen Außenministeriums sagt, dabei könnten aber unterschiedliche Termine für Lockerungen herauskommen. In Deutschland werde bis zum 3. Mai über die geltende Reisewarnung entschieden. Die Urlaubssaison werde dieses Jahr ganz anders aussehen als normal. (rtr)

Rumäniens Schulen und Unis bleiben monatelang zu

13.43 Uhr: Rumänien verlängert die Schließung fast aller Kindergärten, Schulen und Universitäten bis nach den Sommerferien. Präsident Klaus Johannis kündigt an, nur die Klassen 8 und 12 dürften wegen ihrer Prüfungen vom 2. bis 12. Juni in die Schulen zurückkehren. Die Wiedereröffnung der Einrichtungen ist im neuen akademischen Jahr im September geplant. (rtr)

Wohl keine großen Entscheidungen am 30. April zu erwarten

13.13 Uhr: Regierungssprecher Steffen Seibert dämpft die Erwartungen an die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Bundesländern am 30. April. Es werde in erster Linie um Beratungen gehen, nicht so sehr um Beschlüsse. Die ersten Lockerungen der Auflagen mit einigen Ladenöffnungen griffen ab dem 20. April und könnten erst zwei Wochen später analysiert werden, wie sie sich auf die Zahl der Neuinfektionen auswirkten. (rtr)

Verkaufsverbot für Geschäfte in Bayern verfassungswidrig

12.44 Uhr: Bayerns höchstes Verwaltungsgericht hat das von der Staatsregierung verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Richter sehen dies wegen der Ungleichbehandlung mit kleineren Läden als Verstoß gegen das Grundgesetz. Das teilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) am Montag mit. Das Gericht setzte die Vorschrift aber nicht außer Kraft. (dpa)

FDP für „Freiheitskommission“ im Bundestag

12.11 Uhr: Angesichts der starken Einschränkung von Grundrechten im Kampf gegen das Virus schlägt die FDP für den Bundestag eine „Freiheitskommission“ vor. „Als unabhängiges Gremium ausgestaltet, ähnlich der Monopolkommission oder den ‚Wirtschaftsweisen‘, könnte die Freiheitskommission die aktuellen freiheitseinschränkenden Maßnahmen und deren Lockerungen überwachen und überprüfen“, heißt es in einem Papier von Fraktionsvize Dieter Thomae. (dpa)

Viele Menschen sind derzeit in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt Foto: Eduardo Briones/dpa

KfW-Kredite mit Staatsgarantie weiter stark nachgefragt

11.35 Uhr: Die Nachfrage nach Staatskrediten in der Coronakrise legt weiter zu. Bis Freitag wurden bei der staatlichen Förderbank KfW Hilfskredite im Gesamtvolumen von 30,3 Milliarden Euro beantragt, wie die KfW mitteilt. Insgesamt liegen inzwischen fast 19.900 Kreditanträge vor. (rtr)

Europakonzert der Berliner Philharmoniker live aus Berlin

11.04 Uhr: Das Konzert wird am ersten Mai vom rbb live im Ersten und auf rbbKultur übertragen sowie weltweit in der Digital Concert Hall. In diesem Jahr sollte das Fernsehkonzert eigentlich als Auftakt einer großen Europatournee in Tel Aviv stattfinden. Um alle Abstandsregeln und Hygieneanforderungen unter diesen besonderen Umständen einhalten zu können, wurde das Programm an eine kammermusikalische Besetzung angepasst. (dpa)

Deutschland hat Kapazitäten für 818.000 Tests pro Woche

11.00 Uhr: Deutschland hat nach Angaben von Kanzleramtschef Helge Braun derzeit eine Testkapazität von mehr als 800.000 Tests pro Woche. Das geht aus einem Reuters vorliegenden Schreiben Brauns an die Bundestagsabgeordneten der Regierungsfraktionen hervor. (rtr)

Russland hat inzwischen mehr gemeldete Fälle als China

10.09: In Russland gibt es amtlichen Angaben zufolge jetzt mehr bekannte Infektionen als in China. Das Moskauer Krisenzentrum meldet am Montag 6.198 neue Erkrankungen, womit die Gesamtzahl der registrierten Fälle auf 87.247 gestiegen ist. In China gibt es nach amtlichen Angaben 82.830 bestätigte Infektionen. Russland hat immer noch eine der am schnellsten wachsenden Viruspopulationen weltweit. (rtr)

Australien unter Druck aus China wegen Corona-Untersuchung

10.05 Uhr: Australiens Forderung nach einer internationalen Untersuchung des Virus-Ausbruchs in China belastet die Beziehungen der beiden wirtschaftlich eng verknüpften Länder. Die australische Außenministerin Marise Payne warnte die Regierung in Peking davor, Australien ökonomisch unter Druck zu setzen.

Die Ministerin reagierte auf ein Interview mit dem chinesischen Botschafter in Australien, Chen Jingye, der einen Verzicht seiner Landsleute auf australische Produkte wie Wein oder Fleisch ins Gespräch gebracht hatte.

Linke Szene in Berlin kündigt dezentralen 1.-Mai-Protest Mai-Protest an

9.59 Uhr: Anhänger der linken Szene in Berlin haben statt der traditionellen Demonstration am 1. Mai eine dezentrale Protestaktion angekündigt. Der Beginn der Aktion am Freitagabend sei ein Gebiet im Stadtteil Kreuzberg, teilte das Bündnis Revolutionärer 1. Mai am Montag mit. Ab 18.20 Uhr sollten im Internet nacheinander Orte bekanntgegeben werden, „zu denen wir uns dann über verschiedene Wege begeben werden“.

Das Bündnis erinnerte aber auch daran, den wegen der Infektionsgefahr gebotenen Mindestabstand einzuhalten und Schals oder Masken zu tragen. (afp)

Analyse: Gender Pay Gap in systemrelevanten Berufen

9.46 Uhr: Systemrelevant, weiblich und schlechter bezahlt als der männliche Kollege – diese Merkmale offenbart eine aktuelle Analyse der Vergleichsplattform Gehalt.de. In vielen der momentan gefragten Berufsgruppen ist der Frauenanteil wesentlich höher. Gleichzeitig verdienen Frauen in jedem der betrachteten Berufe weniger als Männer.

Am höchsten fällt der Einkommensunterschied bei Fachärzt*innen aus – mit einer Differenz von 25,5 Prozent. Prozent. In Berufen der Pflege und medizinischer Vorsorge beträgt der Gehaltsunterschied 11,6 Prozent, Prozent, bei Altenpfleger*innen 3,5 Prozent. Prozent. Auch im Einzelhandel und der Lebensmittelbranche bekommen der Analyse zufolge viele Frauen weniger Gehalt. (dpa)

eine ernste Krankenpflegerin in Italien

Kein Grund zum Lachen: eine Krankenpflegerin in Italien Foto: Antonio Calanni/ dpa

Verkehrsminister Scheuer will Maskenpflicht in Fernzügen

9.10 Uhr: Mund-Nasen-Masken sollen auch in ICE und IC Pflicht werden. Dafür werde er sich beim Bund-Länder-Treffen in dieser Woche einsetzen, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer. Im Nahverkehr gibt es bereits eine bundesweite Maskenpflicht. (rtr)

FDP-Chef fordert Nachdenken über weitere Lockerungen

9.03 Uhr: Christian Lindner fordert eine Kursänderung im Kampf gegen das Virus. „Wie es jetzt ist, muss es nicht weitergehen“, sagt er im rbb-Inforadio. „Es ist inzwischen möglich zu überlegen: Öffnen wir größere Geschäfte, öffnen wir die Gastronomie, wenn Hygienekonzepte vorhanden sind?“ Die Debatte über Lockerungen sei nötig. „Denn es muss immer wieder gerungen werden um das mildeste Mittel.“ (rtr)

EU-Kommission genehmigt Staatshilfen für Condor

9.00 Uhr: Der angeschlagene Ferienflieger Condor bekommt neue Staatshilfen. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Pandemie am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro. (dpa)

140.000 Schutzmasken in Frankreich beschlagnahmt

8.59 Uhr: Die französische Polizei hat 140.000 Atemschutzmasken beschlagnahmt, die auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollten. Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Laut Polizei sollten die Masken zu einem hohen Preis an Bauarbeiter verkauft werden. Den Polizeiangaben zufolge wurden seit Beginn der Pandemie noch nie so viele Masken bei einem Einsatz beschlagnahmt. (afp)

Boris Johnson ist wieder genesen und am Steuer

8.42 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder die Regierungsgeschäfte übernommen. Johnson sei vollständig von der Covid-19-Erkrankung genesen und werde noch am Montagmorgen von auf den neusten Stand gebracht, sagt Gesundheitsstaatssekretär Edward Argar im Fernsehen. (rtr)

Peter Altmaier warnt vor unvorsichtigen Lockerungen

7.54 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mahnt in der Debatte um weitere Lockerungen zu Vorsicht und Geschlossenheit. „Ich empfehle, dass wir sehr, sehr vorsichtig weiter vorangehen, damit wir am Ende nicht wieder Lockerungen zurücknehmen müssen“, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Bei den anstehenden Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder gelte es sich zusammenzuraufen. (rtr)

114.500 Genesene allein in Deutschland

6.11 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infektionen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen eines Tages um 1.018 auf 155.193 gestiegen. Zudem seien weitere 110 Menschen gestorben, insgesamt liege die Zahl der Verstorbenen damit bei 5.750. Etwa 114.500 an Covid-19 Erkrankte seien inzwischen genesen, das sei ein Plus von ungefähr 2.500 im Vergleich zum Vortag. (rtr)

Tausende in Turkmenistan bei Feiern zum Tag des Pferdes

6.05 Uhr: Turkmenistan hat unter Massenandrang seinen Tag des Pferdes begangen. Die Zuschauerränge bei den Festivitäten am Sonntag in der Hauptstadt Aschgabat waren gut gefüllt, wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten. Auch Präsident Berdymuchamedow war unter den Zuschauern, hielt sich jedoch in einer geschlossenen Loge auf.

Turkmenistan gehört zu den wenigen Staaten der Welt, die von sich behaupten, keinen einzigen Fall mit dem neuartigen Coronavirus zu haben. Anders als in früheren Jahren waren jedoch keine Diplomaten und ausländischen Journalisten zu dem Fest eingeladen. (afp)

Unternehmensberatungschef sorgt sich um den Euro

5.07 Uhr: Der Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, Stefan Schaible, sieht die Zukunft des Euros ohne Einführung der umstrittenen Eurobonds in Gefahr. „Ich habe größte Befürchtungen, was die Zukunft des Euros angeht, wenn man nicht andere Stabilitätsmechanismen mit den südeuropäischen Ländern vereinbaren kann“, sagt er der Augsburger Allgemeinen. Deshalb müsse es Eurobonds geben. (rtr)

CDU-Wirtschaftsexperte erwartet eine harte Rezession

5.02 Uhr: Der CDU-Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann blickt pessimistisch auf die weitere Wirtschaftsentwicklung. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass ein Teil derjenigen, die heute Kurzarbeit machen, später arbeitslos sein werden“, sagt er der Augsburger Allgemeinen. Er mache sich Sorgen, wenn im Sommer viele Hilfspakete ausliefen. Flächendeckende finanzielle Unterstützung könne auf Dauer nicht gutgehen. „Der Staat wird sonst finanziell an seine Grenzen kommen. Das bedeutet, dass wir uns jetzt auf diese Situation vorbereiten müssen.“ Er erwarte dabei einen harten Kampf der verschiedenen Branchen um Staatshilfen.(rtr)

Demonstranten blockieren Straßen im Libanon

4.25 Uhr: Im Libanon haben Demonstranten mit Straßenblockaden ihrem Unmut über die miserable wirtschaftliche Lage Luft gemacht. Sie setzten sich damit am Sonntag über geltende Ausgangsbeschränkungen hinweg. Die Straßen wurden mit brennenden Reifen abgesperrt, wie die staatliche Nachrichtenagentur ANI berichtete. Die Polizei löste die Blockaden den Angaben zufolge rasch auf. (afp)

Verbraucherschutz kritisiert Gutscheinlösung des Bundes

4.07 Uhr: Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller kritisiert das Festhalten der Bundesregierung an einer Gutscheinlösung für stornierte Reisen im Handelsblatt. Wichtig sei die Wahlfreiheit der Kunden. „Wer deren Vertrauen nicht komplett erschüttern will, darf ihre Rechte nicht leichtfertig beschneiden und der Wirtschaft unterordnen.“ (rtr)

Trump dementiert Absetzung von Gesundheitsminister Azar

3.38 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über die Absetzung von Gesundheitsminister Alex Azar zurückgewiesen. „Berichte, dass Azar von mir ‚gefeuert‘ werden wird, sind Fake-News“, twitterte Trump am Sonntag. „Alex leistet hervorragende Arbeit.“

Das Wall Street Journal berichtete am Samstag unter Berufung auf sechs mit den Diskussionen vertrauten Personen, dass die Frustration über den Gesundheitsminister wachse: Azar werde vorgeworfen, bei der Handhabung der Coronavirus-Pandemie Fehler gemacht zu haben. Die Regierung zögere aber, große Veränderungen vorzunehmen, während das Land unter der Pandemie leide. (rtr)

Umweltministerin will Klimaschutz bei Wiederaufbau

2.03 Uhr: Bundesumweltministerin Svenja Schulze will den Klimaschutz als zentrales Element beim Wiederaufbau der Wirtschaft verankern. „Für uns ist wichtig, dass die kommenden Konjunkturprogramme so gestaltet werden, dass sie Arbeitsplätze, Innovation und Klimaschutz zugleich voranbringen“, sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Umwelt- und Klimaschutz würden nach der Krise umso mehr gebraucht, als Treiber für die Wirtschaft. (rtr)

Ein Windrad vor nebligen Feldern beim Sonnenaufgang

Für Windräder gibt es auch in der Krise keine Kurzarbeit Foto: Julian Stratenschulte/dpa

USA: 2.000 Tote seit Sonntag

0.35 Uhr: Die US-Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) melden 928.619 Fälle – ein Anstieg von 32.853 Fällen gegenüber dem Vortag. Die Zahl der Todesfälle sei um 2.020 auf 52.459 gestiegen.(rtr)

Conte: Italien lockert die Beschränkungen

0.00 Uhr: Italien lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Beschränkungen und erlaubt den Bürgern zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend in Rom bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur schrittweisen Öffnung des Landes an. (dpa)

Billd Gates kritisiert Vorgehen der USA in der Pandemie

0.00 Uhr: Bill Gates hat der US-Regierung schwere Versäumnisse im Umgang mit der Coronakrise vorgeworfen. „Gerade in den Vereinigten Staaten hatte das Testen nicht die nötige Priorität,“ sagte der Mitgründer von Microsoft, der sich im Kampf gegen das Coronavirus engagiert. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bemängelt Gates, dass die Regierung keine klaren Anweisungen bei der Frage der Lockerung von Restriktionen im öffentlichen Leben gebe und sich weniger an der Entwicklung globaler Lösungsansätze beteilige. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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