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10.05.2026 , 11:56 Uhr
Die vorige Regierung hat den Fehler gemacht, dass sie möglichst schnelle Ergebnisse wollte - egal ob wirtschaftlich oder nicht. So kam der einseitige Fokus auf Heiztechnik.
Im Regelfall ist es aber vernünftiger, erst einmal die Gebäudehülle zu verbessern, um danach eine bessere Heizanlage für die - deutlich gesunkene - Heizlast einzubauen. Eine gut ausgeführte (!) Wärmedämmung lebt auch weit länger (Dach + Fassade ca. 80 Jahre, Kellerdecke viel länger) als eine Wärmepumpe (i. d. R. ca. 15-25 Jahre).
Und eine Wärmedämmung oder neue Fenster setze ich vorzugsweise dann ein, wenn alte Teile hin sind oder sowieso schon ein Gerüst am Haus steht.
Im Übrigen haben wir gar nicht die Handwerkskapazität, um bis 2050 CO2-neutral zu werden: 3 Mrd. m² Wohnfläche zu verbessern kostet ca. 1.500 - 3.000 Mrd. EUR, Umsatz des Ausbaugewerbes ca. 90 Mrd. EUR p.a. Schlaue Minister wissen das, sitzen weiter auf ihrem lahmen Pferd und schreien ermunternd yippie!
Die Biogasquote bekommen wir übrigens mangels Landwirtschaftsflächen nur mit Importen hin, was das Erdgas verteuern dürfte. Insofern ist die geplante Änderung des GEG überhaupt nicht so absurd, wie es den ersten Anschein haben mag.
zum Beitrag10.05.2026 , 11:38 Uhr
Fernwärme muss dauerhaft teurer sein als lokale Wärmepumpen.
Der technische Grund dafür liegt darin, dass Fernwärmenetze die Vorlauftemperatur im Regelfall am schlechtest gedämmten Haus im ganzen Netz orientieren (müssen). Dadurch entstehen Vorlauftemperaturen, die weit über den Vorlauftemperaturen in einem gut gedämmten Haus mit großen Heizflächen (z. B. große Heizkörper oder Fußbodenheizung) liegen. Da eine Wärmepumpe effizienter läuft, je geringer die Temperatur ist, die sie erzeugen muss, hat CO2-arme Fernwärme bei heutigen Konditionen bereits im Startloch verloren.
Auch die höhere Effizienz großer Wärmepumpen kann diesen Nachteil gegenüber lokalen Wärmepumpen für energetisch gute Häuser nicht wettmachen.
Lösungsmöglichkeiten: + kalte Nahwärme: Das Fernwärmenetz bietet eine allgemein niedrigere Temperatur; wer mehr braucht, muss sich selbst kümmern. + Bessere Wärmedämmung und größere Heizflächen.
Aber: + Kaum ein Mietspiegel honoriert die energetische Qualität von gut gedämmten und beheizten Häusern angemessen. + Oft beschweren sich Nachbarn über Wärmepumpen. + Ist die Wärmepumpe hin, ist die Förderung bei null. + Und als Krönung kommen Denkmalschutz und Milieuschutz.
zum Beitrag10.05.2026 , 10:55 Uhr
Es ist richtig, diejenigen, die wirtschaftlich schwach sind, finanziell zu unterstützen. Auch in Zeiten, wo es um die militärische Sicherung unserer Gesellschaftsordnung geht, sollten diese nicht als erste leiden.
Und Subjektförderung ist im Regelfall zielgenauer als Objektförderung.
Warum das aber zweckgebunden für Wohnen geschehen muss, erschließt sich nicht:
+ Damit heizt der Staat nur die lokale Wohnnachfrage und die Preise weiter an. Als Vermieter finde ich gut, dass der Staat mir meine Mieteinnahmen stützt, wenn der Mieter z. B. arbeitslos wird (falls der Mieter das Geld dann wirklich an mich weiterleitet) - als Staatsbürger frage ich mich.
+ Vielleicht will der Empfänger mit zusätzlichem Geld etwas anderes machen: Sich um Kinder und andere Angehörige kümmern, Bücher kaufen, whatever - und dafür lieber in einer kleineren Wohnung leben oder eben den Umzug aufs Land finanzieren. Was soll dieser anthropologisch fragwürdige Paternalismus? Hält man den Mittelempfänger für zu blöd oder hat er kein Recht, über Geld frei zu verfügen?
zum Beitrag25.04.2026 , 12:11 Uhr
Zuerst schafft die Kommune (hier: Berlin) bei steigender Bevölkerung und steigenden Einkommen und dadurch steigendem Wohnraumbedarf nicht genügend Bauland und legt damit die Hauptursache des ganzen Problems.
Nicht überrschende Folge: Wohnraum wird knapper und damit teurer. Dann versucht die Politik, das Symptom der selbst erzeugten (!) Probleme durch Mietregulierung zu bekämpfen. Kurzfristig ist das legitim, zur Behebung langfristiger Marktlücken aber völlig ungeeignet.
Folge: Es entstehen drei Wohnungsmärkte: Bestandsmietverhältnisse, regulierte Neumietverhältnisse und ein dadurch noch teurer freier Wohnungsmarkt.
Weitere Folge: Einzelne Bestandsmieter versuchen, zum Teil unter rechtswidriger Täuschung des Eigentümers (wie im Beispiel: "...gaben aber an, dass ihr Partner die Wohnung noch als Arbeitsplatz brauche") Dritte von ihren alten Mietverträgen profitieren zu lassen. Wir reden hier möglicherweise über Straftaten.
Dass dann alle Beteiligte Probleme ernten, ist normal.
Es gab übrigens auch schon Fälle, in denen der Hauptmieter selbst keine Miete bezahlt, aber die Untermiete kassiert hat und den Untermieter nicht mehr los wurde.
Also: Ich bitte um mehr Objektivität.
zum Beitrag18.04.2026 , 11:29 Uhr
Und was machen wir mit dem Landkreis Altötting, der durch wirtschaftlich weitaus potentere Unternehmen langjährig und großflächig verseucht wurde - so sehr, dass sogar der Bayerische Rundfunk darüber berichtet hat? Ist dort bis heute irgendein Schadenersatz geflossen?
zum Beitrag27.12.2025 , 18:42 Uhr
Der Autor hat an drei Stellen eine systemisch geführte Diskussion gewünscht. Indes findet sich in den Grundlagen eine terminologische Ungenauigkeit:"Wenn sich Mietpreise in kurzer Zeit verdoppeln, liegt ein Marktversagen vor...". Dies wird nicht weiter belegt und entspricht nicht der Definition von Marktversagen. Um den Diskurs an dieser Stelle weiterzuführen:
In der Tat liegt ein Staatsversagen vor.
Gründe:
1. Die Bestandsmieten wurden in vielerorts durch Eingriffe so niedrig gehalten, dass ein Neubau zu diesen Mieten nicht mehr finanzierbar war. 2. Wegen der Ausgestaltung der Mietregulierungen ist für empty nesters vielerorts der Umzug in kleinere Wohnungen nicht mehr interessant. 3. Die Grunderwerbsteuer (faktisch eine Strafsteuer auf Umzüge) behindert ebenfalls den Umzug in kleinere Wohnungen, entzieht jungen Familien beim Kauf ca. ein Viertel ihres Eigenkapitals und muss natürlich in der Kalkulation des Vermieters auf die Mieten aufgeschlagen werden. Dennoch haben viele Bundesländer sie seit 1983 verdreifacht. 4. Baulandverknappung ist klar öffentliches Versagen.
Wir sollten uns systemische Gedanken machen, wie es zu solchen politischen Fehlentscheidungen kommen konnte.
zum Beitrag26.12.2025 , 00:20 Uhr
Auf den ersten Blick scheinen Sozialwohnungen gut zu sein, aber: 1. Sozialwohnungen kosten viel Fördergeld, je teurer der Markt, umso mehr. 2. Sie nützen nur einem kleinen Anteil der Bedürftigen. 3. Viele kommunale Wohnungswirtschaftler mögen keine Sozialwohnungen mehr, weil sie vielerorts zu Ghettobildung mit bekannten Folgeproblemen geführt haben. 4. Die Bürokratie, um Betrug bei der Belegung zu verfolgen, ist enorm. 5. Qualitätserhöhungen (z. B. energetische Modernisierung) werden unrentabel und damit faktisch verhindert. 6. Es entstehen nicht wesentlich mehr oder weniger Wohnungen als durch freifinanzierten Neubau. Das Problem der Knappheit wird also nicht gelöst. 7. Es stimmt, dass viele Menschen im Land zu wenig Geld haben. Das ist aber kein Ausgabenproblem, sondern ein Einnahmenproblem, das auch auf der Einnahmenseite gelöst gehört. Daher sollten neben z. B. höherem Grundfreibetrag mehr Transferzahlungen zur freien Verfügung geleistet werden. Das ist eine Frage des Respekts. Der mündige Mensch möge selbst entscheiden, ob er das zusätzliche Geld für mehr (umweltschädliche) Wohnfläche oder lieber für etwas Anderes ausgibt, was ihm vielleicht wichtiger ist.
zum Beitrag25.12.2025 , 12:34 Uhr
Haben wir zuwenig Baumaterial? Nein. Haben wir zuwenig Handwerkskapazität? Im Neubau eher nein. Haben wir zuwenig Kapital? Nein, energieeffizienter Neubau muss aber dauerhaft Mieten ermöglichen, die Bodenpreise, Baukosten, -nebenkosten, Instandhaltung und Zinsen vergüten. Der wesentliche Engpass ist die Verfügbarkeit von Grundstücken mit Baurecht. Da lange von einem mittelfristigen Bevölkerungsrückgang auf unter 70 Mio. Einwohner ausgegangen und auf Basis dieser Fehlannahme die Ausweisung neuen Baulandes gesetzlich erschwert wurde, haben wir heute die Folgen. Da Bauland Sache der Kommunen ist, muss das kommunal diskutiert werden. Zur Aufteilung von Einfamilienhäusern müssen bei unrentablem ÖPNV zusätzliche Stellplätze geschaffen werden. Haustechnik und Brandschutz werden oft teuer. Die Umwandlung von Bürohäusern ist eine gute Idee, allerdings sind Gebietscharakter, Immissionsschutz und Infrastruktur herausfordernd. Die Vergesellschaftung nützt Wenigen, kostet viel und lädt zu Korruption ein (habe ich live erlebt). Mietregulierung erschwert ausgerechnet den Schwächsten Zugang zu Wohnraum. Und systemisch gedacht: Es kann nur bereitgestellt werden, was auch angemessen bezahlt wird.
zum Beitrag20.07.2025 , 15:09 Uhr
Wichtige Einflussfaktoren für Mieten aus Praktikersicht:
1. Flächenknappheit
Wir wollen die Flächenversiegelung bremsen und Geflüchtete und Einwanderer ins Land lassen - alles löblich. Dann müssen aber auch Bauflächen ausgewiesen werden - Sache der Kommunen und ggf. der Raumordnung. Knappe Flächen hingegen treiben die Preise und machen nebenbei Spekulation erst attraktiv.
2. Mietregulierung
Da die Baupreise seit 2020 um über 40% gestiegen sind, die Mieten hingegen oft weniger, lohnen sich viele Bauprojekte nicht mehr. Einzelne fordern jetzt auch noch, die Neubauten seit 2015 in die Mietregulierung einzubeziehen. So werden Bauwillige wirksam abgeschreckt.
3. Baukosten
Ein Teil der Baukosten ist staatlich gemacht, z. B. umfangreiche technische Vorschriften, lange Genehmigungsdauern und die Grunderwerbsteuer - all dies treibt auch Mieten.
4. Objektförderung
Sozialwohnungen kosten die öffentliche Hand Geld (+ Zinsen!), helfen wenigen und heizen die Nachfrage nach Wohnraum weiter an, weil viele Mieter bei niedrigerer Miete mehr Fläche wollen. Die vielen, die knapp bei Kasse sind, sollten besser mehr Geld zur freien (!) Verfügung bekommen - Mietförderung ist übergriffig.
zum Beitrag30.10.2023 , 16:50 Uhr
Der Weg ist vorgegeben: Klagen vor Gericht. Allerdings sind die meisten Gerichte personell so schlecht ausgestattet (Verantwortung der Bundesländer), dass Prozesse häufig viel zu lange dauern. Damit gewinnt der, der finanziell den längeren Atem hat. Das habe ich am Bau mehrfach live und in farbe persönlich gesehen. Würden Gerichte besser ausgestattet, gäbe es weniger Anreiz, dieses Machtspiel zu betreiben: Eine Vertragspartei, die weiß, dass sie innerhalb von ein paar Monaten sowieso zahlen muss mit Gerichtskosten obendrein, hat weniger Interesse an unseriösem Verhalten als eine Partei, die weiß, dass sie die Sache über Jahre hinauszögern kann.
zum Beitrag15.04.2021 , 00:58 Uhr
Ein paar Korrekturen: Die Formulierung "Dem Staat entgehe ..." ist tendenziös. Fakt ist vielmehr: Die Grunderwerbsteuer lag bis 1983 bei einheitlich 7% und es gab viele Ausnahmen, z. B. für selbstgenutztes Wohneigentum. Unter dem Motto "Verbreiterung der Bemessungsgrundlage" wurde dann die Grunderwerbsteuer unter Streichung von Befreiungen bei ähnlichem Steueraufkommen auf einheitlich 2% festgesetzt. Später wurde sie allerdings auf 3,5% erhöht und dann in einigen Bundesländern in mehreren Schritten bis auf 6,5%. Dabei ist das Steueraufkommen deutlich gestiegen. Die Länder haben sich also kräftig bedient - hier "entgeht" kein Steueraufkommen. Und es wurden auch nicht "immer mehr Einnahmen verloren" - das Gegenteil ist nachweislich der Fall. Der Artikel verbreitet damit kontrafaktische Behauptungen.
Eine Folge der politischen Beschlüsse ist, dass die erhöhte Grunderwerbsteuer auch in die Mieten einkalkuliert werden muss - sonst wird es schwierig mit der Finanzierung. Leute die die Grunderwerbsteuer erhöhen, erhöhen dadurch mittelbar auch Mieten.
Zu Ihrer Formulierung "Immobilienhaie prellen Staat weiter": Was meinen Sie mit dem Begriff "Immobiliehai"? Gibt es eine Definition? Oder wollen Sie eine Berufsgruppe gezielt diskreditieren? Weshalb sprechen Sie von "prellen". Was genau soll hier als illegal insinuiert werden? Das ist bestenfalls schlechter Stil.
Haben Sie den Artikel so formuliert, um zu berichten, um zu kommentieren oder um aufzuwiegeln?
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