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29.01.2026 , 18:45 Uhr
Die Prognose bei bipolaren Störungen sind leider ziemlich niederschmetternd. Unbehandelt schreitet sie fort, und das größte Hindernis ist die Krankheitseinsicht. Denn in der Regel fühlen sich Patienten nur in den depressiven Phasen krank.
Die Behandlung findet als "Phasenprophylaxe" statt, die begleitende Psychotherapie dient eigentlich dazu, die eigene Krankheit zu verstehen. Und also die "Compliance" zur Phasenprophylaxe zu verbessern.
zum Beitrag27.01.2026 , 18:51 Uhr
Sogenannte hirnorganische Störungen treten nach solchen Läsionen durchaus auf. Eine organische Ursache sollte deswegen möglichst früh bei der Diagnose von psychiatrischen Indikationen ausgeschlossen werden.
Allerdings entsprechen die Symptome von Schäden des Frontalhirns eher - bzw. fast aufs Haar - denen der Psychosen. Wahnvorstellungen, Halluzinationen. Psychosen werden deswegen auch auf mangelnde Kommunikation von Frontalhirn und anderen Arealen zurückgeführt.
Die Aussage Kanye West' würde ich daher eher seiner Grunderkrankung zuschreiben. Ein Unfall als Ursache wäre wesentlich leichter zu ertragen als einfach "Unglück".
zum Beitrag10.01.2026 , 19:15 Uhr
Ich habe mich versucht, dem ganzen noch mal unabhängig von eigenen Befindlichkeiten zu nähern.
Es gab in den 80ern zwei kuratierte Listen der besten 100 modernen Fantasy-Werke. Passenderweise chronologisch. Die von James Cawthorn zusammengestellte Liste hat Tolkien an Platz 81(!), nach so illustren Namen wie Mervyn Peake, Eddison, Burroughs, CS Lewis.
Das amerikanische Pendant, von David Pringle verfasst und ausdrücklich als Geschichte der "Modernen Fantasy" konzipiert, fängt mit Mervyn Peakes' Ghormenghast an. Hier folgt Tolkien auf Platz 16.
Nebenbei bemerkt ist in beiden Listen Fritz Leiber der am häufigsten genannten Autor (4x), neben Michael Moorcock und Mervyn Peake.
So ganz kann das daher mit Tolkien als "Vater der modernen Fantasy" nicht hinhauen. Aktuell wird die Wahrnehmung von den auf Netflix und im Kino verewigten Tolkien und GRR Martin dominiert. Mit der historischen Entwicklung der Fantasy-Literatur hat das jedoch sehr wenig zu tun.
zum Beitrag08.01.2026 , 19:05 Uhr
Man kann ihn als Übervater der Fantasy verehren.
Oder eben die zig anderen Autoren, die vor ihm, während seiner aktiven Zeit, nach ihm aktiv waren.
Da waren die übrigen Autoren seines "Inkling"-Zirkels, allen voran CS Lewis, da war Mervyn Peake, die von Tolkien komplett unabhängig wirkenden US-amerikanischen Autoren, die von mir bereits genannten Vorläufer und Vorbilder Tolkiens in Groß-Britannien.
Es gibt keinen faktischen Grund, Tolkien als "Vater der modernen Fantasy" zu bezeichnen - abgesehen von dem Bedürfnis, ihn in innigster Begeisterung auf einen Sockel zu heben.
zum Beitrag08.01.2026 , 02:06 Uhr
Tolkien als den "Vater der modernen Fantasy-Literatur" zu bezeichnen, ist eine weite Dehnung dieses Begriffs bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Sein Verdienst - neutral ausgedrückt - war, den ersten Welt-Hit der Fantasy-Literatur zu verfassen.
Das Genre wurde davor in England schon von Literaten wie Eric Rücker Eddison, oder William Morris geschaffen - bei dem sich Tolkien ausgiebig bedient hatte. In den USA waren die Vorreiter Fritz Leiber und seine etwas sperrig "Schwerter und Zauberei" genannten Romane, oder eben Robert E Howard und sein Conan. Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Angesichts des in diesem Beitrag recht gut eingefangenen regressiven Gut-Böse Schemas Tolkiens samt "Merry Old England" Attitüde war dieser Welt-Hit Fluch und Segen zugleich. Den dieser hat die Fantasy-Literatur auf Jahrzehnte in der Kinderbuch-Ecke festgenagelt. Allen literarischen Ansprüchen des Britischen "New Waves" der Fantasy zum Trotz verharrt sie dort heute noch in den Augen vieler.
Das Fazit des Beitrags hier kann deswegen unbedingt gültig bleiben.
zum Beitrag