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28.11.2025 , 09:30 Uhr
Die AfD wächst, weil sie von der Union sowie Teilen der SPD und Grünen gefüttert wird.
zum Beitrag28.11.2025 , 09:27 Uhr
Wieso Verantwortung, "echte" zumal? Die haben Ihre Schäfchen im Trockenen. Verluste werden sozialisiert, im krassesten Fall durch Arbeitslosengeld I und wie immer jetzt Alg II heißen wird. "Empörung" anheizen tun die Familienunternehmer im Übrigen auch durch einen schon länger bestehenden PR-Kreuzzug gegen den Sozialstaat und den Verantwortung übernehmenden Staat (Lieferkettengesetz). "Gespräch, Kompromiss, Realitätssinn" findet man bei den Familienunternehmern eher nicht. Wenn Sie vernagelte Ideolog*innen sehen wollen, die konsequent gesamtgesellschaftliche Verantwortung leugnen (bessere Bildung, bessere Infrastruktur brauchen wir - aber dafür Steuern zahlen? Deibel, weiche von mir!), werden Sie dort fündig. Und das alles galt auch schon vor dem Ranwanzen an die AfD. Faschismus siegt auch, weil besitzendes Bürgertum, vor die Wahl Profite oder Demokratie gestellt, sich für die Profite entscheidet.
zum Beitrag28.11.2025 , 09:13 Uhr
Sie haben recht, das Alterssicherungssystem in seiner Gesamtheit wird der veränderten Vermögens- und Einkommensverteilungslandschaft schlichtweg nicht gerecht. Die Alterssicherung kann - wie auch Gesundheit und Pflege - nicht länger so stark wie bisher aus Arbeitseinkommen generiert werden und damit steigende leistungslose Einkommen/Kapitalgewinne und Produktivitätszuwächse ausblenden. Nur wenn man grundlegend an das Alterssicherungssystem ran geht, also an den Kreis der Einzahlenden und die verschiedenen Einkommensarten, und außerdem noch versicherungsfremde Leistungen nicht länger der Rentenkasse aufbürdet und sie nur teilweise durch Steuerzuschüsse kompensiert, nur dann kommt man raus aus dem Dreieck des Schreckens aus Beitragshöhe, Rentenhöhe und Renteneintrittsalter. Und dann haben wir noch gar nicht über Ost-Rentner*innen geredet und den Skandal, dass erhebliche Kosten der Einheit auf die Rentenkasse abgeschoben wurden, damit Birne Kohl versprechen konnte: keine Steuererhöhungen (ist dann richtigerweise doch passiert, aber... Fußnote der Geschichte).
zum Beitrag27.11.2025 , 09:40 Uhr
Ein starker Text, voll wichtiger Beobachtungen, unter anderem: "Das Bildungsbürgertum findet in der Arbeit Anerkennung, Geld, Aufstieg und Erfüllung. Für sie aber bedeutete sie vor allem Gesundheitsschäden. Bürgergeld schien ihnen die bessere von zwei schlechten Alternativen."
zum Beitrag26.11.2025 , 10:00 Uhr
Mir ist im Text negativ aufgefallen, dass die Vision (nicht abfällig gemeint) einer geschlechtsegalitären, emanzipierten Gesellschaft quasi in eins gesetzt wird mit der Vision einer therapierten Gesellschaft. Das führt meiner Meinung nach zu nichts, weil sich keine politischen Maßnahmen fordern lassen - was dann- folgerichtig - im Text auch unterbleibt. Die politische und die psychologische Ebene müssen getrennt sein, sonst führen wir ausschließlich normative Debatten mit nicht einlösbaren Ansprüchen an unsere Mitmenschen.
zum Beitrag24.11.2025 , 23:42 Uhr
Die verschiedenen Alterssicherungssysteme in Deutschland wirken umverteilend von unten nach oben: sie wirken wie eine flat tax, belasten also weniger gut Verdienende relativ gesehen stärker in ihrer Grundbedürfnisbefriedigung; Pensionslasten werden durch Sozialabbau mitfinanziert; berufsständige Versorgungswerke investieren in Finanzprodukte, die mittel- oder sogar unmittelbar den weniger gut Verdienenden schaden; und schließlich der wichtigste Punkt: Kapitalerträge werden nicht zur Finanzierung der Alterssicherungssysteme herangezogen, es werden mithin die Arbeitseinkünfte stärker als anderswo in der OECD belastet, um die Belastung des Kapitals zu vermeiden. Mein ursprünglicher Punkt war also der: Dass heute so wenig in diesem Land gut funktioniert, hat wenig mit dem Leben auf großem Fuße der älteren Generationen zu tun, sondern mit Unterinvestitionen in der Vergangenheit. Man hat zu wenig investiert, weil der Staat das dafür notwendige Geld lieber bei den Bezieher*innen leistungsloser Einkommen belassen hat und weiterhin belässt. Konkret: jedes Funkloch und jeder verspätete Zug befindet sich in Form nicht gezahlter Steuern in den Taschen der "Reichen". Und die Lösung: Sozialabbau
zum Beitrag24.11.2025 , 09:40 Uhr
"Primitiv" ist ein bürgerversicherungsähnliches Alterssicherungssystem nicht, aber Sie haben Recht: Einkünfte aus Erwerbsarbeit allein, werden nicht reichen, wenn es gerecht zugehen soll: Kapitalerträge und andere leistungslose Einkommen müssen ebenfalls herangezogen werden. Sie scheinen auch in Richtung Wertschöpfungsabgabe zu denken, die, wenn die Bedingungen stimmen, der Tatsache Rechnung trägt, dass "immer weniger Beschäftigte[..], eine immer höhere Wirtschaftsleistung erzeug[en]". Damit kann eine Umverteilung in soziale und Bildungsberufe geleistet werden, in denen keine (oder zumindest nicht im selben Maße) Steigerung der Produktivität möglich ist.
zum Beitrag24.11.2025 , 09:29 Uhr
" Mehrbeiträge von Reichen können die Löcher nicht stopfen. Der nun notwendige Sozialabbau ist die späte Folge des auf zu großen Fuß lebens vergangener Dekaden." - Was Sie schreiben ist falsch, das Auf-zu-großem-Fuß-Leben bestand und besteht in der Umverteilung von unten nach oben, die sich dieses Land leistet. Und wenn es Finanzierungsprobleme gibt, heißt die Lösung: noch mehr Umverteilung von unten nach oben (vulgo: Sozialabbau). "Mehrbeiträge von Reichen" heißt nur: die Gesellschaft will ein Teil des Geldes wiederhaben, das das politische System, lobbyismusdurchsetzt wie es ist, besagten Reichen und auch einfach nur Gutverdienenden zugeschoben hat. Angesichts der Herausforderungen für das Land und seine Menschen (Multikrise aus Klima, Demographie, Aufstieg des Globalen Südens und Digitalisierung) und die Investitionen, die das notwendig macht, ist das keine unbillige Forderung.
zum Beitrag23.11.2025 , 17:53 Uhr
"Da haben die älteren Generationen tatsächlich zu viel konsumiert und wenig investiert." - Der Generationenbegriff ist hier völlig fehl am Platze. Es wurde zu viel nach oben umverteilt, statt zu investieren.
zum Beitrag22.11.2025 , 21:04 Uhr
"Der Autorin war es offensichtlich egal" - egal sein ist auch ein Privileg. Verantwortung für sich übernehmen, heißt auch (!) vorsichtig zu sein (so sind die Zeiten, so ist die Welt). Verantwortlich ist aber auch anderen den Mindfuck zu ersparen, den Michael sicher auch hatte (will sie gesehen werden? will sie von mir gesehen werden? will sie, dass ich sie anspreche? will sie, dass ich mich unwohl fühle? usw. usf. *hier bitte Gedankengänge und Gefühlslagen einsetzen, die mir im Traum nicht einfallen würden*). Muss doch nicht sein! Aber wie gesagt: Michael hätte weggucken sollen und hätte keinen albern-übergriffig-ritterlichen Plan entwickeln sollen.
zum Beitrag22.11.2025 , 11:29 Uhr
Ich verstehe die Verunsicherung der Autorin, ich verstehe nicht, warum der Nachbar sich ihr genähert hat und denke, dass er es hätte lassen sollen und darüber hinaus wahrscheinlich ein Problem hat (mit dem er ein Problem für andere ist), das mindestens auch (!) gesellschaftlich bedingt ist. Ich verstehe aber auch nicht, warum die Autorin nicht versteht, dass die Anonymität der Großstadt - wie alles - Rechte und Verantwortung beinhaltet (also Vorhänge zu, wenn man nicht beobachtet werden will). Es gibt kein Recht darauf, dass andere die eigenen Befindlichkeiten erraten (das führt zu Mindfuck bei den anderen, also zu etwas, das die Autorin für sich ablehnt) und entsprechend handeln.
zum Beitrag22.11.2025 , 08:58 Uhr
Sie übertreiben mit dem Weichzeichner. Wenn ich in meiner ostdeutschen Heimat bin, sehe ich den Frust aufgrund nicht eingehaltener Versprechungen, aber auch aufgrund der Nichterfüllung von selbst imaginierten Ansprüchen, die oft übermäßig sind. Übermäßig nicht hauptsächlich in materieller Form, da sind legitime Forderungen dabei. Übermäßig sind die Ansprüche, wenn man sich anschaut, was viele Ostdeutsche nach wie vor glauben, dafür in puncto gesellschaftliches und politisches Engagement tun zu müssen: nämlich nichts! Es herrschen regressiver Kulturkonservatismus und politische Naivität ("Lösungen" durch die AfD? Da glaubst du auch an den Weihnachtsmann). Es geht nur noch ums politische Umsichschlagen, ums politische (und bei vielen Jungen ums physische) Wehtunwollen. Es ist ein Lasst-mich-in-Ruhe und Macht-trotzdem-alles-so-wie-ich-es-will. Es gibt die Faszination des Autoritären, mit dem man sich gerne identifiziert. Viel Gratismut und wenig Einstehen, für das was richtig ist, auch wenn man dann als "Gutmensch" oder "Systemknecht" angegangen wird. Und es gibt ein rassistisch verstandenes Abstandsgebot: Wer braune Haut hat, hat immer weniger zu haben als ostdeutsche Biodeutsche.
zum Beitrag21.11.2025 , 14:09 Uhr
Die Ergebnisse der Politik der Zauderer Biden und Scholz, des Maulhelden Macron und des Kopfindensandsteckers Sánchez. Trump zieht nur die Klospülung und kommentiert auf X den Abgang der Idee einer regelbasierten Weltordnung.
zum Beitrag20.11.2025 , 09:59 Uhr
Gerne! Da der demographische Dämpfungsfaktor in der Rentenformel im Ergebnis die weniger gut Betuchten trifft, scheint es mir nicht unlauter (aber vor allem aber: notwendig!) zu sein, einen Auszahlungsdämpfer bei den Bezieher*innen hoher Auszahlungen aus einem neu gedachten Alterssicherungssystem zu fordern.
zum Beitrag20.11.2025 , 09:03 Uhr
"Als ewige Opposition muss die AfD ihre Politik nicht unter Beweis stellen" - Nur das es bei der AfD eben nicht um Politik in irgendeinem erkennbaren Sinne geht. Es gibt keine "Problemlösungen", die von der AfD vorgeschlagen/gefordert werden, die nicht nicht bei ersten Blick auseinanderfallen. Die AfD lässt sich nur sozialpsychologisch und soziologisch erklären - als eine im politischen System wirkende Kraft, sie selbst ist aber Anti-Politik.
zum Beitrag19.11.2025 , 11:17 Uhr
Ich gebe Ihne im Großen und Ganzen Recht. Dennoch zwei Hinweise: "Alle Versuche, das Gymnasium abzuschaffen, sind gescheitert. Am linksliberalen Bildungsbürgertum übrigens." - Nicht nur, aber auch. Ich sehe ferner, beruhend allerdings nur auf einer anekdotischen Evidenz, eine leicht wachsende Bereitschaft, andere Wege zum Abitur anzunehmen. Die zunehmende Verzweiflung am durch Social-Media-Konsum und Spielkonsole zugerichtetem Kind (diverse neuronale und emotional-soziale Störungen) mag dabei eine Rolle spielen. In Berlin gibt es z.B. je nach Schulform das selbe Abitur nach 12 oder 13 Jahren in größeren oder kleineren Klassen. Da sagen einige: warum das Kind sinnlos stressen?
zum Beitrag18.11.2025 , 17:14 Uhr
Sie werden lachen, ich habe die Grünen noch nie gewählt. Ich verteidige sie, wenn es jenseits politischer Komplettrelativierung (es kommt halt drauf an wie man "tickt") notwendig erscheint. Der empirisch belegbaren Wahrheit und vernunftgeleiteten Herangehensweise an Politik wegen.
zum Beitrag18.11.2025 , 10:38 Uhr
Bei den Beamten (so wie auch bei Freiberuflern und Selbständigen) geht es nur mit einer Stichtagregelung: Beamte alt = versorgt aus einem Reptilienfonds (ungerecht zwar, aber wahrscheinlich unvermeidlich); Beamte neu = Teil einer Bürgerversicherung. Alterssicherung lässt sich perspektivisch nur über die Einbeziehung aller und vor allem auch der Besserverdienenden UND der Einbeziehung aller Einkommensarten, auch leistungsloser Einkommen wie Kapitalerträge, organisieren. Dass das System finanziell nicht entgleist, muss durch einen Dämpfungsfaktor bei den Auszahlungen hoher Bezüge aus der Alterssicherung sichergestellt werden.
zum Beitrag18.11.2025 , 10:22 Uhr
"alle Mittel in Klimaschutzmaßnahmen" - Sie sind da einer diskursiven Dämonisierungstendenz die Grünen betreffend aufgesessen. Im Übrigen legen Sie in Ihrem Beitrag den Grund für die Häme gegen Christian Lindner, Bundesminister a.D. ziemlich schön dar, ohne es sich allerdings einzugestehen: Er hat Klientelpolitik betrieben, während die Grünen, die davon natürlich nicht komplett frei sind, doch eher die Bedürfnisse eines größeren Teils der Gesellschaft im Blick haben. Das ist einer der Gründe für die Feindseligkeit, die dieser Partei entgegengebracht wird: häufiger als Mitte/Rechts sagt sie: wir sehen dich und deine Bedürfnisse, aber eben im Verhältnis zum großen Ganzen.
zum Beitrag18.11.2025 , 10:11 Uhr
Außerhalb Afrikas ist die demographische Wende hin zu weniger Kindern und stabilisierter Bevölkerungszahl in vollem Gang. "Junge Menschen haben in diesen Ländern hauptsächlich eine Perspektive: Auswandern nach Deutschland." Wenn sie auswandern wollen, dann woanders hin. Die englischsprachige Welt ist nach wie vor der Renner. Ob sich die Träume und Ziele, die dahinter stehen dann realisieren lassen, ist natürlich eine ganz andere Frage.
zum Beitrag18.11.2025 , 10:05 Uhr
"raus aus der Wachstumsideologie" plus raus der Privilegierungsideologie (Beamte, aber auch berufsständige Versorgungswerke, Nichtberücksichtigung von Kapitalerträgen), dann wird das auch!
zum Beitrag18.11.2025 , 09:51 Uhr
Das Äquivalenzprinzip, das durch keinen Dämpfungsfaktor bei hohen Auszahlungen sozialverträglich(er) gemachte zumal, ist die Quelle großen Unglücks für den deutschen Sozialstaat und drückt die Leistungsfähigkeit des Staates, insbesondere was seine Investitionsausgaben angeht. Ein Zustand, dessen Dramatik besonders deutlich wird in Zeiten, in denen weniger zu investieren angesichts der Multikrise aus Klima, Demographie, Digitalisierung und allgemeinem Nachholbedarf bei der Infrastruktur (Brücken usw., die ihre geplante Lebenszeit hinter sich haben) schlicht unmöglich und verantwortungslos wäre.
zum Beitrag18.11.2025 , 09:37 Uhr
Und warum bleibt "zu wenig netto vom brutto" - weil die, die wenig haben, zu viel und die, die viel haben, zu wenig zahlen. Das trifft auf Steuern zu, besonders aber auf die Sozialabgaben.
zum Beitrag18.11.2025 , 09:28 Uhr
Die, die das steuer-, abgaben- und sozialversicherungsbeitragsförmige Umverteilungssystem von unten nach oben reich gemacht hat, sollen ihren gerechten Teil zur Finanzierung des Sozialstaats (und der kommenden notwendigen Investitionsleistungen) beitragen. Ich gehe sogar noch weiter: sie sollen zusätzlich noch etwas beitragen, um die Schäden zu reparieren, die ihre jahrzehntelange Schonung und Privilegierung geschaffen hat.
zum Beitrag18.11.2025 , 09:16 Uhr
Wer ist denn in der Jungen Union? Wenn ich an meine Schul- und Studienzeit zurückdenke, war da kein*e Einzige*r, die*der später mal aufs Rentensystem angewiesen sein würde.
zum Beitrag18.11.2025 , 09:11 Uhr
Wichtig ist die Aufstiegsperspektive. Viele, die hierherkommen, sind bereit, hart - und wegen fehlender Anerkennung von Bildungsabschlüssen auch dauerhaft unterhalb ihrer formalen oder tatsächlichen Qualifikation - zu arbeiten. Für die Kinder! Das Eingesperrtsein im unteren sozioökonomischen Drittel der Gesellschaft darf sich nicht generationenübergreifend verfestigen. Doch gerade vor dieser Herausforderung versagt Deutschland kolossal, auch, wenn auch nicht so ausgeprägt, bei nicht oder zumindest nicht kürzlich Eingewanderten.
zum Beitrag11.11.2025 , 13:06 Uhr
"da ALLE Menschen immer älter werden und unser Rentensystem kollabiert, habt ihr jetzt die Wahl: Ihr arbeitet länger, oder kriegt weniger Rente. Anders ist das System nicht aufrecht zu erhalten" - So wie Sie schreiben ist es nur dann, wenn man den ungerechten Status Quo (Rente im Verhältnis zu Pensionen; versicherungsfremde Leistungen) erhalten will. Wenn man anerkennt, dass sich die Einkommens- und Kapitalverteilungslandschaft grundsätzlich geändert hat seit der Gottwerdung der Deregulierung unter globalisierten Vorzeichen, kann man die Alterssicherung jenseits der Stellschrauben Renteneintrittsalter, Rentenhöhe und Rentenbeitrag reformieren. Das wäre Ehrlichkeit & Mut.
zum Beitrag11.11.2025 , 12:59 Uhr
„dauerhafte künstliche Erhöhung des Rentenniveaus“ - im Gegensatz zur dauerhaften künstlichen Absenkung des Rentenniveaus. Witzig, aber nicht lustig, diese "Jungen". Das Verhältnis von Arbeitseinkommen zu Kapitaleinkünften verschiebt sich zugunsten der Kapitaleinkünfte. Deshalb ist dort, auf der Kapitalseite, auch der finanzielle Mehrbedarf zu organisieren, zumal ja zahlreiche "Finanzprodukte" (besonders augenfällig bei denen mit Anteilen an Immobilienkonzernen), die den Wohlhabenderen leistungslos die Taschen füllen, direkt von unten nach oben umverteilend wirken. Das Alterssicherungssystem nebst versicherungsfremder Leistungen kann - wie auch Gesundheit und Pflege - nicht länger primär aus den Arbeitseinkommen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter gestemmt werden. Selbstständige, Freiberufler, und Beamte müssen einbezogen werden, auf Kapital- und Mieteinkünfte müssen Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden. Einen staatlichen Aktienfonds, dessen Erträge in das System einfließen, darf es auch geben, wenn nach strengen Regeln investiert wird (kurz: buy European, buy Eco). Das Äquivalenzprinzip bei der Auszahlung der Altersversorgung muss einen Dämpfungsfaktor bekommen.
zum Beitrag06.11.2025 , 09:49 Uhr
Zuerst einmal: Wasser im Wein ist immer gut! Um "die, die Euphorie [über Mamdanis Wahlsieg] kaltlässt" sollte es gehen. Darauf freute ich mich, denn soziologische Analysen sind wertvoll und Hypes (auch und besonders politische) lassen in mir schnell den Anfangsverdacht von Oberflächlichkeit aufkommen. Je länger ich las, desto mehr fragte ich mich: ist das taktische Einseitigkeit? Warum geht es wieder nicht um unterbezahlte Malocher*innen? Sondern abgesehen vom Taxifahrer um Jüd*innen? Setzt sich das Wahlkampftreiben fort (Motto: Mamdani ist zu nah an den Queers - als ob die keine bezahlbare Stadt bräuchten - und eigentlich ja jemand vor dem Jüd*innen Angst haben müssen)? Und warum die nicht mal sehr subtile Abwertung von Hoffnung und Optimismus?
zum Beitrag06.11.2025 , 00:53 Uhr
Und noch ein Beleg (als hätte es ihn gebraucht): "Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen" (Horkheimer).
zum Beitrag05.11.2025 , 23:43 Uhr
"Was kostet denn im Vergleich dazu die Aufnahme dieser Afghanen - oder spielt Geld in diesem Fall keine Rolle?" - Tut es in der Tat nicht.
zum Beitrag05.11.2025 , 12:48 Uhr
"Die Jugend scheint das mit der Medienkompetenz jedenfalls wesentlich besser hinzubekommen..." - Der Schein trügt. Die Kinder und Jugendlichen sind nicht nur mental belastet und krank, sondern auch sowohl in technischer Hinsicht als auch im Bezug auf das Inhaltliche eben nicht medienkompetent.
zum Beitrag04.11.2025 , 09:25 Uhr
Restrealismus bei Wadephul. Ansonsten beweist die Union wieder einmal, wo die postfaktischen Ideolog*innen in diesem Land ihre politische Heimat haben.
zum Beitrag04.11.2025 , 09:16 Uhr
"Aber mir war schon vor dem Überfall klar, dass man zwei Millionen Menschen nicht so behandeln kann. Und dass die Situation explodieren wird – auch wenn mich das Ausmaß schockiert hat." - Damit formuliert er wohl die Mehrheitsposition aller, die sich in der Region ein wenig auskennen und nicht vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts andere Debatten führen wollen - vor allem um Migration und die Frage, wie viel Differenz an Lebensentwürfen (nicht nur religiös verstanden) es in einer Gesellschaft geben "darf".
zum Beitrag30.10.2025 , 22:14 Uhr
"Solche aber, die lieber über den Mindestlohn oder die Zukunft der Rente und Lösungen aus linker Sicht debattieren wollen, sind eindeutig in der Defensive." - Gibt es dafür einen Beleg? Ich frage, weil es sich mit meinem Leseeindruck eines gewissen Spektrums deutscher Zeitungen nicht deckt. Oder sollte hier ein vulgär-identitätspolitisches Argument versteckt sein?
zum Beitrag29.10.2025 , 22:14 Uhr
So sieht sie aus, die Rettung im Schäuble-Stil.
zum Beitrag28.10.2025 , 12:01 Uhr
Die Messlatte ist nicht zu hoch, zugegeben, aber was Lösungsvorschläge für reale Probleme angeht, sind die Parlamentarier der Grünen eher im oberen Tabellendrittel zu finden. Im Übrigen schließen sich konkrete, problemorientierte Sachpolitik und ein Verteidigen der Demokratie (von Ihnen als Verbotsphantasie bezeichnet) nicht aus.
zum Beitrag28.10.2025 , 10:37 Uhr
Im Großen und Ganzen stimme ich dem Beitrag zu, dennoch einige Beobachtungen: (1) Merzens Statement war sicher "pauschalisierend, überspitzt, ohne Kontext", aber eben mit genau diesen Eigenschaften authentischer Ausdruck des Mindsets der Union. Und daher nicht so leicht mit einem: "Hört doch mal zu, was er wirklich gemeint hat" einzuordnen. (2) Ich kenne nach wie vor niemanden im Politikbetrieb und nur sehr wenige in der Wissenschaft (dann meistens Philosoph*innen, keine Sozialwissenschaftler*innen), die offene Grenzen fordern. Wer Sachlichkeit fordert, muss sachlich sein. (3) Der Autor macht es sich zu leicht, wenn er behauptet: "Moral hat die Analyse ersetzt." Das ist selbst ein neurechtes, quasi Sarrazin-haftes Framing. Sachlicher wäre es gewesen, festzustellen, dass der richtige Platz oder der richtige Stellenwert ethischer Abwägungen in Debatten, die mehr als nur akademisch sind, umstritten ist.
zum Beitrag27.10.2025 , 23:20 Uhr
Ende Oktober auf'm Balkon? Ich habe jetzt mal noch zwei andere Teile der Kolumne gelesen. Gibt's einen Punkt, außer - Schocker! - dass es gut ist, guten Sex zu haben?
zum Beitrag22.10.2025 , 20:47 Uhr
"...nimmt die Regierung den Kampf gegen Sozialmissbrauch damit einmal an der richtigen Stelle auf: bei Immobilieneigentümer*innen, die sich rechtswidrig an Sozialleistungen bereichern, statt einfach arbeiten zu gehen." - schön gesagt (zutreffend noch dazu). Stark; kommt in mein politisches Poesiealbum.
zum Beitrag21.10.2025 , 19:39 Uhr
"...wenn sich diese Personen wissentlich und willentlich unserer Rechtsordnung widersetzen" und - das haben Sie vergessen, oder Ihr gemessener Kommentar ist nur Camouflage - wenn es verhältnismäßig ist keine schwerer wiegenden Rechtsgüter ebenjener Rechtsordnung dem entgegen stehen.
zum Beitrag15.10.2025 , 22:38 Uhr
Ist halt Pop - total egal, wer ihn macht. Man sollte da keine übergroßen Hoffnungen hegen.
zum Beitrag15.10.2025 , 12:28 Uhr
Schätze da müssen wir zur Reinigung mal Bad Religion durchjagen, die habe ich vor Jahrzehnten auch mal im Lokschuppen gesehen. "American Jesus" von besagten Bad Religion hilft sicher bei der Einordnung.
zum Beitrag13.10.2025 , 21:57 Uhr
"Hätte man das [Abgrenzung von Hamas] von Anfang an getan, wäre es leichter gewesen." Hat man gemacht; es gibt, abgesehen von Verlautbarungen kleiner Zellen oder Einzelmeinungen, keine die Hamas unterstützende Positionierung von "linken" Organisationen. Aber der Vorwurf der Hamas-Unterstüzung, egal wie marginal die Stimmen sind, ist halt schnell zur Hand.
zum Beitrag13.10.2025 , 21:47 Uhr
Aufpassen, dass das, was sie schreiben, nicht verzerrend ist, müssen diejenigen, die schreiben um zu veröffentlichen. Ist doch klar. Wenn man zur Demo der randständigen Gestalten, die zu oft als repräsentativ für "links" oder meinetwegen auch "palästinasolidarisch" dargestellt werden, nicht hingeht, ist man kein "Mitstreiter", der sich von irgendetwas distanzieren müsste.
zum Beitrag11.10.2025 , 22:52 Uhr
Ich finde den Meinungsbeitrag gut. Was mir aber wirklich nicht klar ist, was hier immer mit "Links" gemeint ist. Meine linke Bubble aus Gewerkschafter*innen und Aktiven bei PRO ASYL und ATTAC und Stadtteilinitiativen ist komplett frei von Hamas-Glorifizierung. Es macht die im Beitrag kritisierten Positionen nicht einen Deut akzeptabler, aber hier geht es um eine kleine Minderheit derer, die das Attribut "links" für sich in Anspruch nehmen. Man muss schon aufpassen, dass nicht sehr radikale Ränder als für die Linke repräsentativ beschrieben werden.
zum Beitrag05.10.2025 , 21:59 Uhr
Der Flüchtlingsstatus und damit das Rückkehrrecht ist eine politische Ressource, eine der wenigen, die die Palästinenser*innen haben. Das Rückkehrrecht in das Gebiet von Israel in den Grenzen 1967 muss ihnen abverhandelt werden. Darum gibt es keine andere Lösung (Einbürgerung in Libanon usw.), wobei die Fragilität der betreffenden Staaten in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht auch eine große Rolle spielt.
zum Beitrag05.10.2025 , 21:43 Uhr
"Teil des Postkolonialismus ist Antisemitismus" - das ist so verkürzend, dass es falsch wird. Richtig ist, dass postkolonial inspirierte Denker (z.T. aus Disziplinen, die mit dem Nahen Osten nichts zu tun haben) wissenschaftliche Aussagen getätigt haben, die sehr genau in ihren Aussagezusammenhang eingeordnet werden müssen. Dabei wird man kontroverse und überzogene Statements finden, doch wenig Antisemitisches. Betrachtet man die politisch-aktivistischen Aussagen einiger postkolonialer Wissenschaftler*innen findet man tatsächlich Aussagen, die unterkomplex und in einer Form antiisraelisch sind, dass man von israelbezogenem Antisemitismus sprechen muss. Ihre oben zitierte Verallgemeinerung wird dadurch nicht ansatzweise richtig.
zum Beitrag05.10.2025 , 17:37 Uhr
Nationen entstehen, wenn genug Menschen sie für real halten - und sie sich anschließend eine historisch und kulturell unübersichtliche Vergangenheit in ihrem nationalen Sinne aneignen (dann wird z.B. Arminius der Cherusker zu Herrmann und einem Deutschen). Dass Kollektive (Ethnien, Völker, Nationen) konstruiert sind, heißt nicht, dass sie nicht real sind.
zum Beitrag05.10.2025 , 16:29 Uhr
Ohne den irgendwann anstehenden Urteilen zur Anklage des Völkermords vorgreifen zu wollen: Der Tatbestand des Genozids ist nicht an ein Mindesttempo gebunden.
zum Beitrag03.10.2025 , 10:23 Uhr
"...eine besondere Form der Verantwortungsverschiebung" - die Probleme in der Altersversorgung jetzt nicht anzugehen, ist Verantwortungslosigkeit. Lösungen, die irgendwann mal (für die Allgemeinheit) eher schlecht als recht funktioniert haben, nun aber vollends zu scheitern drohen, haben keine Ewigkeitsgarantie. Wissen Sie, die Welt dreht sich weiter (seit Adenauers Zeiten schon ein paar mal).
zum Beitrag03.10.2025 , 10:17 Uhr
Es ist nicht die Schuld des einzelnen Beamten. Niemand hier behauptet das. Ich will nicht aus der Ferne diagnostizieren, aber Ihre Äußerungen im Forum könnten auf ein psychologisches Problem hinweisen oder - höchstwahrscheinlich ist es dies - ein Ablenkungsmanöver, das die systemischen Ungerechtigkeiten in der Alterssicherung nicht in den Blick geraten lassen soll.
zum Beitrag03.10.2025 , 10:13 Uhr
Lehrer sind A 13 oder E 13. Die tatsächlichen Dienstpflichten gleichen sich.
zum Beitrag03.10.2025 , 10:07 Uhr
Ihnen geht es besser als es Ihnen als angestellter Lehrer (jetzt in Rente) gegangen wäre.
zum Beitrag03.10.2025 , 10:02 Uhr
Niemand nimmt die Beamten in moralische Haftung. Es gibt Kritik an eben jenen politischen Entscheidungen und berechtigte Aufrufe, die unhaltbare Ungleichbehandlung von Beamten, Selbstständigen, Freiberufler*innen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu beenden. Im Übrigen ist es eine Gerechtigkeitsdebatte und keine "Neiddebatte".
zum Beitrag03.10.2025 , 09:59 Uhr
"...wie sie denn sonst eine gute und langfristig zuverlässige öffentliche Verwaltung organisieren wollen." Na über sozialversicherungspflichtige Angestelltenverhältnisse.
zum Beitrag01.10.2025 , 21:52 Uhr
An keiner Stelle rede ich von "schlechbezahlt" [sic!]. In vielen Ingenieurbüros bekommen Sie nicht A 13/14 plus Kinder- und Ehegattenzuschlag. Schlecht bezahlt ist man deswegen noch lange nicht. Man bringt auch als Ingenieur in den meisten Gegenden Deutschlands kein finanzielles Opfer, wenn man im höheren Dienst verbeamtet ist.
zum Beitrag01.10.2025 , 10:21 Uhr
"Wenn Beamte in die Rentenkasse einzahlen sollen, dann auch volle Arbeitnehmerrechte – vom Streikrecht bis zur freien Jobwahl." - für die Allgemeinheit wäre das ein guter Deal.
zum Beitrag01.10.2025 , 10:17 Uhr
Die Unterschiede von Pension und Rente nach 40 Jahren A 13 und 40 Jahren E 13 sind schon immens.
zum Beitrag01.10.2025 , 10:09 Uhr
Vielen Dank für den Hinweis auf diese zu selten angesprochene Ungerechtigkeit.
zum Beitrag01.10.2025 , 10:07 Uhr
"Die strukturellen Probleme der Rentenversicherung sind demographischen Natur." - Auch, aber nicht nur. Die strukturellen Probleme der Renten- und Krankenversicherung beruhen auch darauf, dass sich die besonders gut Verdienenden (was selten Ausdruck besonderer Leistung ist) und besonders Langlebigen der sozialen Lastenverteilung entziehen. Ferner bildet sich in den derzeit bestehenden Finanzierungsmodellen der Sozialversicherung nicht ab, dass der Anteil von Arbeitsentgelten jeder Art am Volksvermögen sinkt und der von leistungslosen Einkommen (Kapitalerträgen, Vermietungserträgen) steigt (die aber für die Finanzierung des Sozialstaates unterdurchschnittlich herangezogen werden).
zum Beitrag01.10.2025 , 09:58 Uhr
"Es ist nicht populistisch festzustellen, dass es massiver Strukturreformen verschiedenster jahrzehntelanger Organisationsmodelle gibt, die in kleinsterweise auf aktuelle Entwicklungen und Probleme passen. Das Beamtentum ist eines, ebenso Steuerschlüssel." - wahre Worte!
zum Beitrag01.10.2025 , 09:56 Uhr
Die Einbeziehung von Selbstständigen und Freiberuflern in die sozialen Sicherungssysteme ist ebenfalls notwendig.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:51 Uhr
"...sieht es beim Naturwissenschaftler oder Informatiker ganz anders aus." - nicht, wenn Sie Kinder haben und als Beamter eine gewisse Dienstzeit. Auch nicht, wenn Sie in irgendeiner Klitsche von Ingenieurbüro, vielleicht noch in einer ländlichen/strukturschwachen Gegend arbeiten.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:49 Uhr
"dass Beamte sich mit den falschen Personengruppen in der freien Wirtschaft vergleichen" - eine zutreffende Beobachtung! Aber dieses Mindset ist beinahe unvermeidlich, wenn man sich die offiziellen Verlautbarungen zum Wert der Beamt*innen so anhört. Da fällt es schwer mit Blick auf sich selbst realistisch zu bleiben.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:41 Uhr
Das Argument der Marktlogik wird häufig überschätzt. Ich habe unten dazu schon einen Kommentar verfasst. Ich vermute auch, dass staatlicherseits eingegangene Verpflichtungen für Beamte nicht aufgekündigt werden können. Man braucht ein neues Beamtenrecht (für neue Beamte), das außer der Unkündbarkeit keine Elemente des bisher bestehenden Beamtenrechts enthält und ansonsten eine Gleichstellung zu Angestellten beinhaltet.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:34 Uhr
"Steuerberater und Wirtschaftsprüfer" - die natürlich auch in die sozialen Sicherungssysteme einbezogen werden und anständige Steuern entrichten müssen.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:29 Uhr
"Die [Betriebsrenten] machen sehr wohl einen ordentlichen Teil der Altersversorgung bei Angestellten aus." - Sie führen aber auch zur Verringerung der Zahlungen aus der GRV, da nach Abzug des Arbeitnehmeranteils für die Betriebsrente weniger Beiträge an die GRV bezahlt werden.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:25 Uhr
Dumm nur, dass Treuepflicht und Fürsorgepflicht auf dem Rücken anderer geliefert werden.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:21 Uhr
Die Angleichung von Renten und Pensionen ist DIE zentrale Gerechtigkeitsaufgabe. Bewerkstelligt werden kann das nur durch ein gerechtes System on Steuern und Sozialabgaben. Wenn es eines Reptilienfonds für Alt-Beamte bräuchte, um diesen Weg rechtssicher zu gehen, würde ich mir die Nase zuhalten und dafür stimmen.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:14 Uhr
"Die Gehälter der Beamten sind oft geringer als diejenigen, die man mit vergleichbaren Abschluss und Noten anderweitig hätte bekommen können." Das stimmt viel weniger oft, als es behauptet wird. Die von Ihnen beschriebenen verbeamteten Akademiker*innen nehmen durch diese Vergleiche eine implizite Selbstaufwertung vor: "natürlich wäre ich einer Spitzenkanzlei gelandet und nicht als vertragsausstellender Depp in einem Autohaus"; "natürlich wäre ich Teamleader bei F&E beim Marktführer geworden und nicht Wasserträger in einem Ingenieurbüro".
zum Beitrag01.10.2025 , 09:03 Uhr
"Die Kosten sind erheblich niedriger, als wenn monatliche Krankenkassenbeiträge bezahlt würden. Andernfalls wäre das schon längst geändert worden." - Es sei denn Sie leben in einem Staat, der nicht nur den Konflikt mit den Beamten scheut, sondern auch den mit den Ärzt*innen und der Versicherungswirtschaft.
zum Beitrag01.10.2025 , 09:00 Uhr
Wenn Sie ein paar Dienstjahre auf dem Buckel haben und noch dazu Kinder, dann bleibt vom Märchen der höheren Bezüge in der "freien Wirtschaft" nichts über, zumal wenn Sie die dramatisch geringeren Opportunitätskosten zum Beispiel bei Immobiliendarlehen berücksichtigen.
zum Beitrag01.10.2025 , 08:56 Uhr
"Warum sollte ich jetzt nicht die Früchte meiner strategischen Voraussicht genießen?" Spekulation zuungunsten der Gemeinschaft sollte niemals belohnt werden.
zum Beitrag30.09.2025 , 10:23 Uhr
Die Privilegien der Beamt*innen sind vom Gerechtigkeitsstandpunkt her nicht zu rechtfertigen. Struktur der Haushalte (Personalkosten) und der Tropf für die Versicherungswirtschaft sind wohl die entscheidenden Faktoren. "Nicht streiken dürfen" finde ich albern. Es sollte "nicht streiken müssen" heißen, denn schließlich werden die Tarifabschlüsse übernommen. Ich sehe nicht, dass sich das Geflecht von Privilegien (u.a. exorbitante Ehegatten- und Kinderzuschläge) und Quersubventionierung der Versicherungswirtschaft und Umverteilung von unten (Dachdecker/Krankenschwester) nach oben (A-15-Regierungsdirektor) auflösen lässt. Es braucht eine Stichtagregelung, die Alt-Beamte, die auf Kosten der Allgemeinheit weiter gepampert werden, und Neu-Beamte, die bis auf die Unkündbarkeit Angestellten gleichgestellt sind, voneinander trennt. Das wäre immer noch ungerecht, aber nicht ungerecht ohne Ende. Die Caritas-Vorsitzende hat kürzlich auch - richtigerweise - angeregt, dass Selbstständige und Freiberufler verpflichtend in die Sozialkassen einzahlen. Schließlich: Kapitalgewinne oberhalb von Freigrenzen müssen mit Sozialabgaben belastet werden. Ein Dämpfungsfaktor bei den Auszahlungen muss auch her!
zum Beitrag30.09.2025 , 09:00 Uhr
Sie haben Recht. @C. Avestruz - Entschuldigung für den letzten Absatz.
zum Beitrag29.09.2025 , 09:41 Uhr
Was ist denn dann? Sie bekommen Aussagen zu hören, die nicht von Literaturwissenschaftler*innen diskurstheoretisch auf versteckte Motive und Metaphern abgeklopft wurden. Manches ist nur rau und derbe, geboren aus Empörung und Hilflosigkeit; manches ist ekelhaft und überschreitet die Grenzen dessen, was noch akzeptabel ist - und sei es gerade so. Aber - und DAS ist die Hauptkritik an der stehenden Rede vom importierten Antisemitismus - diese Teilmenge von Aussagen (noch dazu in einer für Profilierungen anfälligen Klassensituation) wird von Mitte/Rechts genutzt, um die noch empörenderen Aussagen an Schulen in Gegenden mit faschistischer Hegemonie unsichtbar zu machen. Warum sind die Aussagen in (mal zugespitzt in einer geographischen Metapher) Spremberg empörender als die in Nordneukölln? Weil in Spremberg niemand für sich beanspruchen kann, persönlich vom Nahostkonflikt betroffen zu sein und auch nicht vom antimuslimischen Rassismus, der selbigen oft als argumentativen Knüppel verwendet. Niemand sagt, dass Muslime in Deutschland keine Judenhasser*innen sein können. Es geht ums Differenzieren und ums richtige Einordnen - dann klappt's auch besser mit der demokratischen Gegenrede.
zum Beitrag28.09.2025 , 22:44 Uhr
"Und falls die Existenz Israels akzeptiert wird - wie kann ausgeschlossen werden, dass Gruppen wie die Hamas jemals wieder die Macht übernehmen, wie kann ein weiterer 07. Oktober ausgeschlossen werden?" - In den Oslo-Verhandlungen wurde das Existenzrecht Israels akzeptiert. Der Rest: gute Fragen, deren Beantwortung anstrengende politische Arbeit und - darauffolgend - eine noch anstrengendere praktische Durchsetzung erfordert. Ich bin mir nicht sicher, ob die Konfliktparteien dazu fähig sind. Aber falls doch, würde wohl die Einrichtung eines "roten Telefons" dazugehören; dazu eine Sicherheitskooperation wie es sie zwischen Shin Beth und PA bereits gab; ein Rüstungskontrollregime; eine Gesetzgebung, die es erlaubt, Parteien zu verbieten und von Wahlen auszuschließen, die die Zweistaatenlösung ablehnen; eine regionale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur; Aufarbeitung (eine Wahrheitskommission?); Austauschprogramme und vertrauensbildende Maßnahmen. Schade übrigens, dass Ihr Fragenkatalog nicht enthält, wie Administrativhaft, Landraub, "physischer Druck" bei Verhören, extralegale Tötungen usw. verhindert werden können.
zum Beitrag28.09.2025 , 22:11 Uhr
Ich habe den Geiselbahn-Text gerade gelesen. Er hat mir nicht gefallen, ein wenig zu sehr Nuhr (= nach unten treten). Es geht meiner Wahrnehmung nach vor allem darum, als solche verstandene Scheinheiligkeiten palästinasolidarischer Menschen aufzuzeigen (Marlene E. aus Wien vorneweg). Kann man mal machen, denn natürlich gibt es die, wenn man genauer hinschaut. Wer ist schon komplett konsequent in Handeln, Fühlen und Denken? Die redaktionelle Einordnung und der vorliegende Text bilden zusammen doch eine schöne Lösung. Im Übrigen finde ich die Argumentation im Text von Herrn Iwamoto keineswegs vollständig überzeugend: so richtig der Verweis auf die strukturellen Ähnlichkeiten zur Propaganda Israels ist, so wenig überzeugend ist die Einordnung in die Geschichte der Völkerschauen (man wundert sich, dass die Minstrel Shows unerwähnt bleiben). Die Freetime Adventure GmbH ( = fiktiver Betreiber) scheint doch eher als Kritik am Profitstreben ohne ethische Leitplanken und der auf leichten Konsum ausgerichteten Darstellung von Weltkrisen lesbar. Am Ende kann ich die Empörung über den Geiselbahn-Text verstehen, denke aber, wir müssen es aushalten.
zum Beitrag27.09.2025 , 22:19 Uhr
Ein sehr schöner Beitrag, der an die leider üblichen, gegenüber jeglichem Nachweis von Bigotterie und Heuchelei tauben Verdächtigen innerhalb der Union verschwendet sein dürfte.
zum Beitrag27.09.2025 , 21:35 Uhr
Die Anerkennung ist natürlich keine Belohnung der Hamas, sondern die Reaktion auf die Art und Weise wie der Gaza-Krieg von Israel geführt wird: mit exzessiver Gewalt und - noch wichtiger - ohne begleitenden politischen Prozess, der zu einer Zwei-Staaten-Lösung führen könnte. Die Absage an die Möglichkeit eines palästinensischen Staates wie gerade wieder von Netanyahu formuliert (und in Gaza und dem Westjordanland gewaltvoll praktiziert), wird durch die Nichtanerkennung Palästinas, wie Deutschland und die USA sie betreiben, belohnt.
zum Beitrag24.09.2025 , 21:56 Uhr
Sehr viele Menschen in meiner ostdeutschen Heimat sagen das. Und sehr viele Politiker*innen bekräftigen sie darin, befeuern das Ressentiment mit dem Ziel der Gefühlsbewirtschaftung.
zum Beitrag24.09.2025 , 11:58 Uhr
Ein wenig überzeugender Meinungsbeitrag. Man muss gründlich analysieren, welche wirtschaftlichen sozialen und kulturellen Dynamiken mitsamt ihren Auswirkungen auf die Psyche sich in Ostdeutschland UND Westdeutschland entfalten. Daraus sind dann politische Schlussfolgerungen zu ziehen und Maßnahmen zu ergreifen. Das kann man aber nur, wenn man ein Wertgerüst hat, wenn man überzeugt und überzeugend, mit geradem Rücken sagen kann: Rassismus ist falsch, statt murmelnd dem bestehenden Ressentiment zu folgen: weg mit braunen Menschen - wenn man dann dafür gewählt wird. Um die Frage aus meiner Perspektive zu beantworten: die Westdeutschen hören nicht richtig zu und die Ostdeutschen sind in viel zu großen Teilen demokratieresistent. Der angeteaserte Widerspruch existiert nicht.
zum Beitrag24.09.2025 , 11:03 Uhr
"Die Israelis haben ein Recht auf Sicherheit und der israelische Staat die Pflicht seine Bürger zu schützen. Wenn eine palästinensische Staatsgründung nur als Verbesserung der Position für den nächsten Krieg gesehen wird, kann Israel das niemals zulassen." - Es bedarf natürlich einer regionalen Sicherheitsarchitektur, eine Nahost-KSZE + Nahost-ASEAN für die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung. Dazu ein Rüstungskontrollregime.
zum Beitrag24.09.2025 , 10:48 Uhr
"So so, dann halt also Israel die Chance vergeigt, künftig friedlich mit der Hamas zusammenzuleben?!" - das ist Teil der Wahrheit, ja. Man setzte auf der israelischen Rechten statt auf den ideologisch unbequemen Weg der Zweistaatenlösung auf einseitiges Sicherheitsmanagement ohne politischen Prozess. Das ist der Teil der Eskalationsdynamik, für den Israel die Verantwortung trägt. Dass es keinen Frieden gibt, ist - eigentlich unnötig das zu sagen, aber das Kommentariat ist auf dem Kriegspfad - nicht ausschließlich einer Konfliktpartei anzulasten. Und Radikalisierungsprozesse erfolgten beidseitig und in Reaktion auf Handlungen der anderen Konfliktpartei.
zum Beitrag24.09.2025 , 10:38 Uhr
Charakter und Strategie militanter Organisationen ändern sich mit dem Umfeld (zum besseren oder schlechteren). Auch ist es durchaus denkbar, dass die Hamas in Gaza nie mehrheitlich gewählt worden wäre, wenn die an Oslo anschließenden Verhandlungen wenigstens auf einem guten Weg zu einem souveränen Staat gewesen wären.
zum Beitrag22.09.2025 , 11:55 Uhr
Die Alternative zu Nachzüchtungen in Zoos ist das "Beschaffen" der Tiere in der freien Wildbahn oder die Abschaffung von Zoos mitsamt der Arterhaltungsprojekte.
zum Beitrag22.09.2025 , 11:46 Uhr
„Antworten auf die großen Streitfragen unserer Zeit“ sollte es geben, nur: die gab es nicht. Statt dessen: journalistisch nicht aufgearbeitete Halbwahrheiten, präsentiert im kulturkämpferischen Duktus. Wer es moderiert ist unwichtig, das journalistische Handwerk muss stimmen.
zum Beitrag16.09.2025 , 11:23 Uhr
Die Identifikationsleistung "I am Charlie" soll nicht rechts sein? "He shouldn't have been killed" reicht als verurteilendes Statement. Eine Identifikation ist für die Verteidigung der Meinungsfreiheit nicht notwendig.
zum Beitrag15.09.2025 , 14:08 Uhr
Es wird halt oft "reden" mit "politisch sprechen" verwechselt. "Reden" kann jeder, was er will, solange nicht sehr liberal gesetzte Grenzen von Volksverhetzung überschritten werden. Viele fühlen sich angegriffen, weil nicht mehr jedes Reden immer unwidersprochen bleibt, doch echte Folgen gibt es wegen des "Z-Schnitzel", des generische Maskulinum, sogar wegen des N-Worts usw. nicht. Für das "politische sprechen" gelten andere, strengere Regeln. Wenn sie nicht eingehalten werden ist es nur Gerede oder (leider oft) Gepöbel. Und die Regeln des politischen Sprechens umfassen eben: Faktenbasiertheit/empirische Evidenz + Lösungsorientierung + Vernunft/Nachvollziehbarkeit + Verantwortung (nicht vorschnell, nicht verhetzend).
zum Beitrag04.09.2025 , 11:23 Uhr
"...passt die unverbrüchliche Israelsolidarität auch bestens zur Hetze gegen muslimische Geflüchtete, Migrant*innen..." - zu den Aussagebedingungen des BILD-Diskurses sowie des offiziellen Diskurses in Deutschland zählt ein natürlich uneingestandener anti-muslimischer Rassismus. Ohne diesen wäre die Mehrzahl der Äußerungen zu Nahost nicht möglich (was auch für Felder der Innenpolitik gilt: Sozial-, Bildungs-, Wohnungspolitik).
zum Beitrag04.09.2025 , 11:16 Uhr
Jemanden als Antisemiten zu bezeichnen ist eine Charakterisierung seiner*ihrer Meinung und gleichzeitig ein Angriff auf die persönliche Integrität. Dagegen wehrt man sich halt. Stichwort Tendenzen in der Berichterstattung: seitdem ich den Nahostkonflikt verfolge, folgt die grundsätzliche Zuweisung von Verantwortung diesem Muster: Palästinenser*innen verüben Anschläge, Israel wehrt sich (und begeht dabei vielleicht mal einen Notwehrexzess, aber so Sachen passieren halt). Und dieses diskursive Muster ist falsch, womit nicht gesagt sein soll, dass seine Umkehrung richtig wäre.
zum Beitrag04.09.2025 , 10:42 Uhr
Über die Motive der 72%, die sich nicht beteiligt haben, wissen wir schlicht nichts. Vielleicht haben Sie Angst um zukünftige Forschungsgelder (kann auch in einem FDP-geführten Forschungsministerium Thema sein, nicht nur in den USA) oder Einreiseverweigerungen. Ich sage nicht, dass es so ist, ich rate nur zur Vorsicht beim Spekulieren.
zum Beitrag03.09.2025 , 23:18 Uhr
Die Besatzung samt Administrativhaft, extralegalen Tötungen, Landraub usw. ist nicht allein in Sicherheitsinteressen begründet, sondern auch in der Durchführung eines radikalen nationalreligiösen Projekts. Das muss man sehen und ich appeliere da an Ihre aktenkundige Abneigung gegen intellektuelle und ethische Bequemlichkeit. Das Streben nach Souveränität ist in der historischen Erfahrung von osmanischer Herrschaft, britischem Kolonialismus, Nakba und Besatzung begründet. Auch hier liegen offensichtliche Ursache-Wirkung-Zusammenhänge vor, die Sie anscheinend ignorieren. Sei's drum: der Prozess, der zur Koexistenz zweier Staaten führen sollte, scheiterte maßgeblich auch an der israelischen Seite. Noch ein Wort zu Gaza: Der Räumung der Siedlungen folgte eine Blockade: Strom, Steuereinnahmen, wirtschaftliche Entwicklung allgemein, siehe z.B. den EU-finanzierten Flughafen oder die Handhabung von Fischereirechten oder die Erdgasförderung. Dazu israelische Unterstützung für die Hamas, um die Zweistaatenlösung zu sabotieren - Netanyahu selbst tätigte entsprechende Aussagen. Hoffentlich unnötig, das zu sagen: Die palästinensische Führung trägt ihren Teil der Verantwortung.
zum Beitrag03.09.2025 , 11:44 Uhr
Die Grundsteuer ist ein Witz.
zum Beitrag03.09.2025 , 11:21 Uhr
Es geht mir nicht darum, sämtliche Entscheidungen palästinensischer Führungsfiguren zu rechtfertigen, aber Ihre Darstellung ist falsch. Was da israelischerseits auf dem Tisch lag, war ein stark in seiner Souveränität reduziertes Gebilde (Sicherheit, Grenzkontrollen, Wasser usw.), das zudem noch von Siedlungskorridoren durchschnitten war, und einem winzigen und abgelegenen Teil Ostjerusalems als möglicher Hauptstadt. Das Kartenwerk in "Kultur und Widerstand", einem Interviewband mit Edward Said, ist ziemlich erhellend. Aus heutiger Sicht hätten man vielleicht trotzdem annehmen sollen, aber den Luxus, über das Wissen von heute zu verfügen hatten sie halt nicht. Israelischerseits wurden die nationalreligiösen Kräfte immer radikaler und stärker und arbeiteten auf die Sabotage der Zweistaatenlösung hin. Trotz langer Sicherheitszusammenarbeit zwischen PA und Shin Beth übrigens. Das hat den Militanten auf palästinensischer Seite zumindest zu einem Aufschwung verholfen. Und: selbst, wenn alles so wäre, wie Sie es hier darstellen, rechtfertigt es nicht, was den Palästinenser*innen angetan wurde und wird.
zum Beitrag01.09.2025 , 13:34 Uhr
(1) Sozialleistungen sind auch dafür gemacht zeitlich unbefristet Menschen in Not zu unterstützen. Dem Phänomen des Dauerbezugs (das im Übrigen nicht so weit verbreitet ist, wie Mitte/Rechts + angeschlossene Verlautbarungs- und Hetzorgane uns weismachen wollen) muss man sich differenziert und mit Blick auf die Ursachen (Epidemie psychischer Erkrankungen bspw.) nähern. (2) Vorsicht mit den "Externen". Die Staatsangehörigkeit sagt nichts aus über die Berechtigung zum Leistungsbezug. Auch Menschen ohne deutschen Pass zahlen in die Sozialversicherungssysteme ein - und beziehen Leistungen, wenn sie arbeitslos werden. Ganz so wie es sein sollte.
zum Beitrag29.08.2025 , 17:07 Uhr
Die Gründe für die Stärke der AfD sind komplex, die von Ihnen beschriebene Dynamik (Solidarisierungseffekte bei Frustrierten, Verängstigten und Ignoranten) ist nur ein - kleines - Puzzlestück. (1) Veränderte Bedingungen: Multikrise (Klima, Demographie, wirtschaftlicher Aufstieg des Globalen Südens, am Horizont: KI) (2) Veränderte gesellschaftliche Partizipations- und Anerkennungsansprüche: Frauen, Queers, BiPoC (3) Strukturwandel der Öffentlichkeit: (Un)soziale Medien und potentierte Wirkmacht von Verhetzungskampagnen (4) Von CDUCSUSPDFDPGrünen getragene neoliberale Politik, die lebensweltstabilisierende und Gewissheiten vermittelnde Milieus samt Parteibindungen aufgelöst hat und nicht die versprochenen stabilen Wohlstandseffekte brachte. Stattdessen: Abstiegsangst überall. (5) Fortgesetzte rassistische Tabubrüche und Sündenbockerei, die Ende des 20. Jahrhunderts "nur" zur emotionalen Mobilisierung von Mitte/Rechts dienten, die aber angesichts der unter (1) bis (4) dargelegten Entwicklungen eine toxische Dynamik in Form der AfD entfaltete. (6) Schließlich die Regierungszeit Merkel, in der keine der notwendigen Reformen angepackt wurde, was den angsteinflößenden Reformdruck erhöht.
zum Beitrag29.08.2025 , 11:06 Uhr
"Weil Israel eine westliche Demokratie ist und vor dem selben Problem (isIamistischer Terrorismus) steht wie Europa?" Das ist der Spin, den die israelische Rechte der Besatzung, der Vertreibung, der Diskriminierung, den Checkpoints, der Mauer, der Administrativhaft, dem "physischen Druck" bei Verhören, dem Landraub, den extra-legalen Tötungen (lange vor Gaza, Scheich Yassin bspw.) gerne geben möchte.
zum Beitrag29.08.2025 , 11:03 Uhr
"weiß" ist eine Positionierung und eine Beziehung/Relation, keine Hautfarbe
zum Beitrag28.08.2025 , 23:01 Uhr
Mir ging es darum, auf Folgendes hinzuweisen: a) Es ist nicht absurd, dem Links- wie Rechtszionismus koloniale Überzeugungen zu attestieren (wie wäre es angesichts der Entstehungszeit des Zionismus und der Herkunft seiner maßgeblichen Vertreter auch anders möglich?). Ist Kolonialismus ein erschöpfende Charakterisierung des real existierenden Zionismus? Nein, aber er hat koloniale Elemente von Anfang an. b) Die nationalistische Erzählung von der Wiederinbesitznahme des Ursprungslandes blendet aus, dass das Land niemals allein den Menschen gehört hat, die heute als "die Juden" bezeichnet werden und dass diese in tiefer Vergangenheit lebenden Juden viele Erben haben, die heute keine Juden mehr sind.
zum Beitrag28.08.2025 , 22:36 Uhr
sehr gut beobachtet
zum Beitrag28.08.2025 , 11:14 Uhr
Die südliche Levante war niemals einheitlich jüdisch noch war sie in historischen Zeiten mehrheitlich jüdisch. Die historische Demographie ist da eindeutig: 1850: 13000 Juden, 300000 Muslime; 1914: 38754 Juden, 602377 Muslime. Es kommt zu einer Einwanderung von Juden, die in der Wahrnehmung zentraler Akteure des arabischen Nationalismus von der neuen Kolonialmacht unterstützt wird und die über externe Unterstützung verfügt, z.B. durch die Palestine Jewish Colonization Association. Das Wort Colonization haben Sie bestimmt selbst bemerkt und es vermittelt korrekt die Perspektive eines Teils der zionistischen Bewegung auf das Mandatsgebiet. Im Übrigen haben auch mindestens ein Teil der Muslime und Christen, die heute in der südlichen Levante leben, einen gleich alten Anspruch auf das Land. Irgendwann in der Abstammungslinie trafen Vorfahren von Ihnen die Entscheidung zu konvertieren. Das mindert ihr Existenzrecht im geographischen Raum des heutigen Israel nicht (genau wie zum Katholizismus konvertierte Indigene in Lateinamerika durch diesen Akt ihrer Vorfahren nicht das Recht an ihrem Land verlieren).
zum Beitrag28.08.2025 , 10:51 Uhr
Kein prinzipieller Widerspruch, nur der Hinweis: der Nahostkonflikt bzw. eine uneingeschränkt Netanyahu-loyale Positionierung ist auch eine rechts-autoritäre-migrationsfeindliche-kulturkämpferische Marke. Was wiederum die Polarisierung befeuert und bspw. viele Queers ins palästinasolidarische Lager treibt.
zum Beitrag28.08.2025 , 10:36 Uhr
Der Kommentar hat zwei Ebenen: (1) Ich deute natürlich an, dass es die von mir skizzierte Person in der AfD nicht gibt. Das ist ein bisschen augenzwinkernd. (2) Ich fände es tatsächlich nicht schlecht, wenn innerhalb der AfD stärkerer Widerstand gegen die Radikalisierung bestünde. Das könnte sich im Rahmen der Kandidat*innensuche abspielen. Und wenn es die Partei dabei zerreißt, umso besser.
zum Beitrag28.08.2025 , 10:31 Uhr
"Aber die AfD IST das Opfer." - Opfer wovon oder wessen jetzt nochmal? Gesetze, Rechtsstaat und demokratische Entscheidungen?
zum Beitrag27.08.2025 , 22:36 Uhr
Schlau wie immer! Eine Ergänzung noch: Palästina ist für viele, die die Kriegführung der IDF und das politische Vorgehen der Regierung Netanyahu kritisieren, nicht nur "de[r] ultimative[...] Schnittpunkt von Kapitalismus und Rassismus". In keinem anderen Konflikt, vielleicht mit Ausnahme Uiguren/Xinjiang, besteht ein dermaßen krasses Gefälle der zur Verfügung stehenden Mittel. Die Identifikation Israels mit seinen internationalen Freunden/Gönnern/Schutzmächten, vor allem der USA, befördert die zurecht kritisierte One-fits-all-Wahrnehmung des Nahostkonflikts.
zum Beitrag27.08.2025 , 22:13 Uhr
" Das Nawrocki-Veto versetzt eine Million ukrainischer Geflüchteter in Polen in Angst und Schrecken, ohne das Hilfegesetz verlieren sie Ende September ihren legalen Aufenthaltsstatus in Polen." - Wenn es dazu kommt, hoffe ich, dass Deutschland sich zur Aufnahme eines sehr großen Kontingents durchringen kann.
zum Beitrag27.08.2025 , 22:07 Uhr
Darf kein*e AfD-Politiker*in antreten oder nur Herr Paul nicht? Vielleicht begibt sich die AfD unter ihren Mitgliedern ja mal auf die Suche nach jemandem, die*der nicht verfassungsfeindlich ist und zudem nicht in Fälle von häuslicher Gewalt, Tierquälerei, Konkursverschleppung, Kinderpornohandel oder großmaßstäblicher Steuerhinterziehung verwickelt ist - obwohl AfD-Wähler*innen sich erfahrungsgemäß selbst davon nicht in größerer Menge von ihrer Wahlentscheidung abbringen lassen.
zum Beitrag25.08.2025 , 12:01 Uhr
Es geht wohl auch um den Abzweig zu den Ostsee-Terminals.
zum Beitrag25.08.2025 , 11:58 Uhr
"Ansonsten bringen Sie bitte einen konkreten Vorschlag, wie noch anders als über Sprachregelungen eine Änderung des Denkens und Verhaltens herbeigeführt werden kann." Ich will Ihnen gar nicht komplett widersprechen, aber natürlich gäbe es z.B. durch die konsequente Durchsetzung des Antidiskriminierungsgesetzes (Wohnen, Jobs usw.) nicht hauptsächlich sprach- (oder sogar nur bezeichnungs-)zentrierte Maßnahmen. Für mich gilt: im Zweifel für die Aktivist*innen, selbst wenn ich selbst nicht glaube, dass eine bestimmte Maßnahme (wie hier eine Straßenumbenennung) wirklich wirksam ist bei der Verbesserung der Welt.
zum Beitrag21.08.2025 , 22:39 Uhr
"dass es ein "islamophob" im Deutschland von 2025 nicht gibt" - ist das Satire angesichts von racial profiling und Diskriminierung in jedem Politikfeld zwischen Wohnen und Bildung? Ganz zu schweigen von medialer Dauererniedrigung in quasi jedem Medium rechts der taz?
zum Beitrag21.08.2025 , 12:21 Uhr
Sie sind da zwei Fehlwahrnehmungen aufgesessen: (1) "Wer sie [Probleme] nicht benennt, gibt ihnen den Raum zu wachsen und Blüten zu treiben." Sie meinen mutmaßlich die bösen linksgrünversifften Gutmenschen. - Die Probleme werden angesprochen, täglich - und zwar von Sozialarbeiter*innen, auf Schulkonferenzen, in Universitätsseminaren und Stadteiltreffs. Angesprochen mit Lösungswillen! Dass das nicht passiert ist eine Unterstellung und ein rechter Spin. (2) "Und wer diese Probleme sogar noch verleugnet, der treibt die Menschen weg in die Arme derer die es aussprechen" - Damit meinen Sie mutmaßlich die AfD (und AfD ehrenhalber: Teile der Union). Die sprechen aber die Probleme gar nicht an, sondern nutzen sie zur Gefühlsbewirtschaftung (ganz ohne Lösungswillen). Für diese politischen Akteure sind es keine Probleme, die es zu lösen gilt, sondern Gelegenheiten, sich zu profilieren und eine Stimmung zu schaffen, die ihrer Wiederwahl förderlich ist.
zum Beitrag20.08.2025 , 11:29 Uhr
Volle Zustimmung!
zum Beitrag18.08.2025 , 12:31 Uhr
Die Verwässerung der Unterstützung schön in der Rhetorik nachgezeichnet. Wir tun der Ukraine ein schlimmes Unrecht an und schießen uns sicherheitspolitisch selbst ins Knie.
zum Beitrag18.08.2025 , 10:56 Uhr
Wer selbst nur schemenhafte Vorstellungen von Ethik hat (wie es Frau Klöckner z.B. im Nachgang des Anschlags von Aschaffenburg bewies), kann mit der Unterscheidung zwischen einem Medium, das presseethischen Grundsätzen folgt, und einem Medium, das das nicht nur nicht tut, sondern Presseethik aktiv bekämpft, nichts anfangen.
zum Beitrag15.08.2025 , 15:17 Uhr
Andere haben nicht weniger hart gearbeitet und jetzt deutlich weniger zum leben. Und die Kosten für Pflegeaufwendungen würden sicher berücksichtigt.
zum Beitrag15.08.2025 , 15:13 Uhr
Alle müssen einzahlen, alle Einkommensarten (Arbeitseinkommen und leistungslose Einkomme) müssen gleichermaßen berücksichtigt werden und das Äquivalenzprinzip braucht einen mit der Höhe der Auszahlung steigenden Dämpfungsfaktor. Überführungen in das neue System wären wahrscheinlich nicht möglich, es hilft nur eine Stichtagregelung.
zum Beitrag25.07.2025 , 01:06 Uhr
"... sehr viele wissenschaftliche Texte werden doch absichtlich verklausuliert und mit einer unnötigen Flut von Fremd- und Kunstworten angereichert, weil es dann "wissenschaftlicher" klingt und man sich unter Insidern bewegt." Dem ist überwiegend nicht so. Hinter "Fremd- und Kunstworten" verbergen sich teils jahrzehntelang geführte wissenschaftliche Diskussionen, ein Ringen um erkenntnisfördernde Begrifflichkeiten. Das hat immer auch etwas Zeitgeistiges, ist aber in der Regel nicht "absichtlich verklausuliert", sondern absichtsvoll ins Verhältnis zu bereits bestehenden Diskursen gebracht. Wenn man sich nicht einarbeitet, also einliest, bleibt man Außenseiter und kann kein nuanciertes Textverständnis und keine vollständige Würdigung des Arguments erreichen.
zum Beitrag24.07.2025 , 11:57 Uhr
Besser wäre gewesen, die Kreuzfahrtteilnehmer*innen nicht zu blockieren, aber in der Stadt dennoch palästinasolidarische Zeichen zu setzen.
zum Beitrag24.07.2025 , 11:51 Uhr
"von der Leistungsbeschreibung aufgeführten Vorauswahl an zu berücksichtigenden Studien" - Krass. Danke für diesen Einblick in den ideologischen Maschinenraum der Union. Es ist ungefähr so als würde man ein Gutachten zu den Folgen des Rauchens einholen und in der Leistungsbeschreibung festlegen, welche Studien von Camel etc. zu berücksichtigen sind.
zum Beitrag24.07.2025 , 10:56 Uhr
"dass er [Merz] sich den Ausdruck „bedingungslose Unterstützung“ für Israel nicht zu eigen mache." - Den Ausdruck nicht, die Praxis schon.
zum Beitrag24.07.2025 , 10:49 Uhr
"Auch die Zusammenfassung von Forschungsliteratur durch die KI ist bei Studierenden beliebt, um sofort die Kernaussagen bisweilen langatmiger Journalartikel vor sich zu haben." - Textverstehen wird ausgelagert, dann braucht man auch nicht mehr studieren. "bei schwachen oder mittelmäßigen Studierenden, die viel KI nutzen, merke man jedoch, „dass sie nicht die gewünschten Kompetenzen entwickeln“." - Dass sie "die gewünschten Kompetenzen" entwickeln, ist Aufgabe der Universität. Mehr mündliche Prüfungen, kurze Aufsätze (besser: Entwicklungen eines Arguments) unter Aufsicht, darauf muss es hinauslaufen. De-Skilling kann schließlich nicht Ziel universitärer Bildung sein.
zum Beitrag22.07.2025 , 21:52 Uhr
Wie soll man sie charakterisieren, diese "Politik"? Schändlich, dumm und feige fiele mir dazu ein.
zum Beitrag22.07.2025 , 21:25 Uhr
„Das [nur 80% vom Mindestlohn zahlen] ist aufgrund der geringeren Lebenshaltungskosten in den Herkunftsländern gerechtfertigt“ - Nun wollen wir mal nicht vergessen, dass ziemlich viel von der Kohle wieder beim Arbeitgeber landet (für überteuerte Unterkünfte). Auch über das flächendeckende Unterlaufen von Mindestlohn und Höchstarbeitszeiten hat die taz schon berichtet. Das Höfesterben wird sich nicht aufhalten lassen, die neuen Eigentümer müssen ordentlich reglementiert und kontrolliert werden.
zum Beitrag22.07.2025 , 18:28 Uhr
Gerechtigkeit? Anstand? Merz? "Wohnkosten in Höhe von 1,75 Milliarden Euro für Bürgergeldberechtigte übernommen – 24 Prozent mehr als vor fünf Jahren." - im Verhältnis zur allgemeinen Inflation also gar nicht so viel mehr.
zum Beitrag21.07.2025 , 23:42 Uhr
"...dass an AW nichts Echtes dran ist." - So ist es. Man schaue sich ihren Ich-lasse-mir-mein-Schnitzel-nicht-Verbieten-Auftritt an. Gefühlsbewirtschaftung, aber so wenig authentisch und so offensichtlich opportunistisch, dass sich doch Jede*r fragen müsste: was sehen AfD-Redenschreiber*innen in mir, wenn sie denken, dass mich das mitreißt? Und wenn es mir klar wird, was AfD-Redenschreiber*innen in mir sehen, für was für einen Menschen sie mich halten, müsste ich dann nicht - wenn auch nur ein Funken Selbstrespekt in mir steckt - sagen: "Nein, Ihr Geier!"?
zum Beitrag21.07.2025 , 23:29 Uhr
"Und warum gilt das dann nicht gleichermaßen für politische Meinungen links von Julia Klöckner? Was dürfen Linke, ach was, Liberale eigentlich noch sagen?" DAS wird immer mehr zur eigentlichen Frage, ganze ohne den Opferstatus anzupeilen, der in der "DNA" der AfD steckt.
zum Beitrag17.07.2025 , 17:49 Uhr
Ohne Einwanderung wird das nix. Ohne verlässliche ordnungspolitische Rahmen wird auch die Implementierung nix (siehe Brennstoffzelle). Ohne den ganzheitlichen Blick auf systemische Wechselwirkungen bleibt es bei im Verhältnis zur Förderung teuren Punktinnovationen (im besten Fall) oder bei Fehlanreizen, die uns allen in Form von Umweltzerstörung und Kosten auf die Füße fallen.
zum Beitrag17.07.2025 , 11:33 Uhr
"... müssen Männer sich auf Frauen als eigenständige Personen einlassen." Oder: ...müssen Menschen sich auf andere Menschen als eigenständige Personen einlassen. Das scheint mir heutzutage eher mehr als früher das Problem zu sein. Ein Gedanke kam mir noch bei folgender Feststellung: "beim Online-Dating geben die Kerle sich oft überhaupt keine Mühe" - was nichts kost' is' nichts wert, oder anders gesagt (ohne "die Kerle" in Schutz nehmen zu wollen): wenn es ein rein unverbindlicher Konsum-Moment ist, ist es schwer großes Commitment zu verlangen. Schön wär's, keine Frage.
zum Beitrag17.07.2025 , 11:06 Uhr
"Die Kapazitäten sind eben begrenzt" - wie begrenzt sie sind, ist aber auch schon eine politische Entscheidung. So wie es eine politische Entscheidung war, auf das "Wir schaffen das" nichts Substantielles folgen zu lassen (Ausbildungs- und Wohnungsbauinitiative z.B.)
zum Beitrag17.07.2025 , 10:46 Uhr
"Die geopolitische Lage lasse leider nichts anderes zu" - eher so: die militärtechnische Lage lässt leider nichts anderes zu.
zum Beitrag17.07.2025 , 10:43 Uhr
Frauenärztin, "was Personen wie Niklas oder Nathan ausschließt." - nur auf der sprachlichen Ebene, denn die Praxis ist ja inklusiv. Bitte gerade bei harten Wertungen präzise und differenziert formulieren.
zum Beitrag17.07.2025 , 08:47 Uhr
"Prinzipiell könnten an den 8 Standorten nach der Flächenplanung vom Senat sogar jeweils mehr Windräder stehen" - Na dann: los geht's!
zum Beitrag16.07.2025 , 10:10 Uhr
"Wenn die Aussichten auf ein sicheres Zuhause, einen sicheren Job und eine sichere Altersvorsorge schwinden, wer kann es der Gen Z noch übel nehmen vom Luxus zu träumen, im Jetzt zu verschwenden und mit so viel Bling-Bling wie es geht durchs Leben zu gehen." Ja, wer? Ich bin einer dieser Übelnehmenden. Grundlage dafür ist, dass ich mir wünschen würde, die Gen Z (bei aller Problematik des Begriffs) würde sich stärker solidarisieren und politisieren, statt Konsumismus zu feiern. Wohnung, Job, Absicherung im Alter fallen nicht vom Himmel. Sie können von den allermeisten aber auch nicht mehr erarbeitet werden, individuelle Happy Ends sind entgegen dem, was neoliberale Glaubenssätze behaupten, selten.
zum Beitrag15.07.2025 , 11:43 Uhr
"Und jetzt soll die CDU eine Richterin akzeptieren, die für Positionen eintritt, die ihr völlig konträr laufen?" - Was Sie da behaupten ist nicht der Fall, sondern die Wirkung einer Erregungsmaschine, die einer größeren Zahl von CDU-Abgeordneten die Möglichkeit gibt, Rechnungen zu begleichen (die Koalitionsverhandlungen), kulturkämpferische Positionen in der Partei zu stärken, der SPD die Folterinstrumente zu zeigen - oder sich einfach mal mitreißen zu lassen. Sie merken es selbst: all das ist komplett sachfremd. Es ging um die Wahl eines ausgewogenen Personaltableaus für das höchste Gericht. Diese Wahl wurde vorbereitet und dann sabotiert.
zum Beitrag15.07.2025 , 11:09 Uhr
Dafür gibt es Probeabstimmungen. Nicht jede*r Abgeordnete kann innerhalb von 24h die Meinung ändern (z.B. von zustimmungsfähig zu nicht zustimmungsfähig), vielleicht kampagnengetrieben sogar mehrfach. Im parlamentarischen Geschäft gibt es geregelte Abläufe, nicht Instant-Willensbildungen.
zum Beitrag14.07.2025 , 22:05 Uhr
Was für eine treffende und niemanden überraschende Beobachtung: "Aber dafür müsste er etwas von sozialer Marktwirtschaft verstehen. Und nicht nur von Renditen."
zum Beitrag14.07.2025 , 22:03 Uhr
"bei einfach nir teurem Mieten gilt angebot und Nachfrage" - Nö, denn Wohnraum ist (wie Wasser und Nahrung) eben keine Ware wie jede andere.
zum Beitrag14.07.2025 , 22:01 Uhr
Mir würde es schon reichen, wenn es ein Gewinn für die Menschen wäre.
zum Beitrag14.07.2025 , 21:49 Uhr
"Im Parlament gibt es eine demokratische Mehrheit im konservativ-rechten Lager." - die aber nicht die Regierung stellt. "Das muss nicht jedem gefallen, aber es wurde demokratisch entschieden und ist deshalb zu akzeptieren." - zu akzeptieren, kann nicht heißen die Klappe zu Kritikwürdigem zu halten, wir wollen schließlich, dass es nicht bei einer konservativ-rechten Mehrheit bleibt. Zu schwerwiegend sind dafür die anzugehenden Probleme, zu groß der demokratische Verlust.
zum Beitrag14.07.2025 , 16:13 Uhr
"- die Dame, die das in einer Kommission mit empfohlen hat würde jetzt als BVerfG - Richterin nominiert." Sie - wie auf auch die Union - könnten anerkennen, dass eine sorgfältige Abwägung von Rechtsgütern stattfand, die in einer Empfehlung mündete, die ziemlich "Maß-und-Mitte" war. Neben dem handwerklichen Versagen der Unionsfraktionsspitze steht das inhaltliche Versagen der Gesamtfraktion, die Vertreterin einer akzeptablen und legitim vertretbaren Meinung innerhalb eines ausgewogenen Personaltableaus (auch in der zeitlichen Perspektive vergangener Richterwahlen betrachtet) nicht als solche zu erkennen - oder erkennen zu wollen. Zu viel Parolengedresche, zu viel Social Media, zu wenig Kompetenz bei den einen, zu wenig Anstand und Verantwortungsbewusstsein bei den anderen in der Unionsfraktion.
zum Beitrag14.07.2025 , 15:51 Uhr
Man kann über die Art und Weise der Ausübung des freien Mandats kontrovers reden, aber der Richterwahlausschuss ist kein Hinterzimmer.
zum Beitrag14.07.2025 , 10:00 Uhr
Die Union hatte immer einen regressiv-rechtspopulistischen Drall, eine antikommunistische Stahlhelmfraktion, gewissenlose Opportunisten, im Grunde apolitische Lobbykreaturen und reaktionär-christliche Kulturkämpfer aber auch - tatsächlich Volkspartei, so unglaublich das heute erscheint - ein paar liberale Einsprengsel und denkfähige Konservative. Die letzten beiden Kategorien sind quasi verschwunden oder selbstverzwergen sich (Bundesministerin Prien). Zudem ist die habituelle Abwehr des zu sehr nach politischer Bewegung riechenden Rechtsradikalismus erschlafft. Wie so viele christlich grundierte konservative Parteien hat sie den Sprung ins 21. Jahrhundert nicht geschafft - nicht politisch, nicht in ihrer Form der Kommunikation. Trägheit des Apparats und der Wahlbevölkerung sowie noch aktiv agierende Beutegemeinschaften halten den Laden zusammen.
zum Beitrag11.07.2025 , 17:27 Uhr
Ein Politiker mit vielen Vornamen: Jens "stammelnde Unfähigkeit" "Kampagne [...] inszeniert" "Versagen" "Wortbruch" "politisches Scheitern" "Dreckschleuder" "moralisch abgründig" "miese[...] Tricks" "bösartige Absichten" "selbst erzeugte Debakel" "Standardprogramm der Rechtspopulisten" "überfordert" Spahn
zum Beitrag09.07.2025 , 23:22 Uhr
Das schreiben Sie immer, aber es wird nicht zutreffender. Ich verteidige nicht sämtliche Entscheidungen palästinensischer Führungen (wie könnte man?), aber was Israel in den auf Oslo folgenden Jahren bereit war, den Palästinenser*innen zuzugestehen, waren extrem souveränitätsverminderte, von Israel abhängige Gebilde ohne Ostjerusalem (mit Ausnahme eines Vororts). Vielleicht hätten sie den Spatz in der Hand oder den Kolibri zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen sollen... müßige Spekulation. Aber Ihre Darstellung ist so verzerrt, dass sie zu einer Karikatur wird.
zum Beitrag09.07.2025 , 23:07 Uhr
"Zum einen gäbe es BDS sicher auch, wenn Israel eine vorbildliche Menschenrechtsbilanz hätte" - eine Nebelkerze, wahrscheinlich auch Unfug und angesichts vorbehaltloser Unterstützung durch die USA und BRD einigermaßen bizarr. "Etwas BDS vergleichbares" war die Anti-Apartheidsbewegung. Warum Israel? Im Nahostkonflikt werden zahllose andere politische Debatten (deutsche Vergangenheitsbewältigung [wer sind wir?/wollen wir sein?], Migration und Islam, Klima, Medien & Repräsentation, Rechtsradikalismus, Völkerrecht & Interventionen usw.usf.) mitverhandelt - und das seit Jahrzehnten. Jede*r sich nur in Ansätzen als politischen Menschen Verstehende*r, ist aktuell oder an irgendeinem Punkt ihrer*seiner Vergangenheit damit befasst. Viel wird geschrieben, auf das dann wieder reagiert wird, zumal der Vorwurf des Antisemitismus als Komplettzerstörung von moralischer Integrität gemeint ist und von den auf diese Weise Angegangenen auch als ein solcher verstanden wird - was eine Reaktion wiederum unausweichlich macht. Der Nahostkonflikt ist uns zudem historisch nah (näher als China) und die asymmetrischen Machtverhältnisse im NO sowie die Doppelstandards der Israel-Unterstützer*innen krass.
zum Beitrag09.07.2025 , 22:45 Uhr
Ich lehne Boykotte von Wissenschaftler*innen und Künstler*innen ab, aber wirtschaftlich? Ja, ich wäre für einen so weit wie möglich gehenden Boykott Russlands. Da gibt es keine Doppelstandards.
zum Beitrag09.07.2025 , 15:28 Uhr
Ziel erreicht? Ernüchtert? Überfordert? Man weiß es nicht... Schade, für zukünftige Mandate ist sie damit wohl verbrannt. Ihr moralisches Kapital hätte der sich neu formierenden Linken sicher gutgetan.
zum Beitrag09.07.2025 , 15:07 Uhr
Ich denke, Sie haben da etwas missverstanden. Der Punkt von Uns Uwe ist meinem Verständnis nach, dass BDS in seiner Substanz nicht antisemitisch ist, sondern sich in einer hypothetisch anderen ethno-religiösen Konstellation gleichermaßen formiert hätte. Auch ganz ohne Juden. Ihre Darstellung des historischen Ausbreitungsprozesses des Islam ist nur halb richtig. Oft übernahmen nicht-arabische Eliten (in Afrika, in Südostasien) den Islam, um damit Zugang zu Handelsnetzwerken zu bekommen.
zum Beitrag09.07.2025 , 14:18 Uhr
"Sind die Prüfungskommissionen zur Feststellung des Antisemitischen nicht doch ziemlich einseitig besetzt?" - das sind sie wohl.
zum Beitrag09.07.2025 , 14:16 Uhr
"erinnert mich an die dunkelenen Zeiten" - es ist Teil des Problems in dieser Diskussion, dass "erinnert mich an" schon ausreicht, um sehr weitgehende Meinungen und Verurteilungen zu begründen. "Eigentlich müssten dann die ProPalastine Demonstranten auch gegen das Hamasregime sein." - entgegen der oft getätigten Feststellung, dass die radikalsten Äußerungen repräsentativ für palästinasolidarische Menschen sind und Hamas-Glorifizierung quasi den Wesenskern palästinasolidarischer Bewegungen darstellt, werden Sie nur mit Mühe eine Handvoll echter Hamassympathisant*innen in Deutschland finden. Aber ein gewisses Wegschauen und Aufschieben gibt es bestimmt. Das muss ganz kritisch und offen gesagt werden.
zum Beitrag09.07.2025 , 09:08 Uhr
Wenn ich mir das Elend anschaue und die sich weiter öffnende Schere von Arm und Reich, dann, ja dann sehe ich das anders. Es wird nicht genug Geld in die Hand genommen. Geld ist knapp, weil die falschen geschont werden.
zum Beitrag09.07.2025 , 08:59 Uhr
"in EINIGEN linken Kreisen", "TEILE der Linken" - Spuren von Differenzierung finden sich doch im Beitrag, das ist lobenswert. Unhaltbar ist die Behauptung 1922, 1931, 1945 und 2005 stünden in einer eindeutigen Kontinuität. Zu unterschiedlich waren die Bedingungen kurz nach dem 1. Weltkrieg (mit neuer Kolonialmacht) im Vergleich zur Zeit kurz nach der Shoah und dem 2. Weltkrieg oder im Vergleich zur Zeit nach Nakba, Sechs-Tage-Krieg, jahrzehntelanger Besatzung und Intifada. Meinungsbeiträge dürfen einen Fokus haben, aber mich hätte schon interessiert, was der Autor für einen Alternativvorschlag zum Widerstand gegen unrechtmäßige Besatzung und institutionalisierte Menschenrechtsverletzungen (Administrativhaft usw.) hat. Stichwort Rückkehrrecht: jeder weiß, dass das nie passieren wird. Es ist einer der wenigen Hebel, den die Palästinenser*innen noch haben. Man muss es ihnen in einem politischen Prozess, der zur Zweistaatenlösung führt, abverhandeln. Zu Lage in Deutschland: BDS mag ein Rausch sein, Staatsräson ist dann was? Katatonie? Nachschlag BDS: der Boykott von Wissenschaftler*innen und Künstler*innen ist falsch.
zum Beitrag08.07.2025 , 11:45 Uhr
"jammern auf hohem Niveau"? Was in der Pflege abgeht, ist eine institutionalisierte Menschenrechtsverletzung.
zum Beitrag08.07.2025 , 11:42 Uhr
Die Antwort auf die Finanzierungsprobleme liegt da, wo sie bei allen umlagefinanzierten Sozialstaatskomponenten liegt: Verbreiterung der Beitragsbasis durch Einbeziehung aller Berufsgruppen und Einkommensarten (v.a. Kapitalerträge).
zum Beitrag08.07.2025 , 10:09 Uhr
Auch Japan wird sich überlegen müssen, ob man lieber genug Arbeitskräfte hat oder Ruhe im ÖPNV. Scherz beiseite: Abstiegsängste (individuell wie national), soziale Vulnerabilität, Inflation und zu lange aufgeschobene Reformen in puncto Migration, aber auch Gleichstellung und Bildung - und das alles im Kontext derselben Multikrise (politisch, ökonomisch, ökologisch, demographisch), die alle reifen Ökonomien trifft, bilden einen furchtbar fruchtbaren Nährgrund für die Rechte.
zum Beitrag08.07.2025 , 09:40 Uhr
Hat nicht Bernd Höcke schon vor Jahren ein ähnliches Anliegen als "politische Bettnässerei" bezeichnet?
zum Beitrag08.07.2025 , 09:36 Uhr
Warum nicht beide zusammen? Orban hält die Laudatio.
zum Beitrag07.07.2025 , 16:28 Uhr
Zustimmung: US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung und Demonstrationen palästinasolidarischer Menschen sind nicht dasselbe. Kritik: Die Abwertung palästinasolidarischer Menschen gerät zur Karikatur der Verhältnisse. Bemerkung: Die Perspektive (USA und Europa) ist extrem eingeschränkt.
zum Beitrag07.07.2025 , 11:09 Uhr
Spahn: eine CDU-Charakterstudie.
zum Beitrag07.07.2025 , 07:29 Uhr
Sie würden aber schon zugestehen, dass ein Text einen Fokus haben kann, oder? Ich bin auch auch für Ausgewogenheit, aber sie ist schwer herzustellen, wie die zahllosen Medien- und Forumsbeiträge zeigen, die sich so lesen, als ob vor dem 7.10.23 gar nichts gewesen wäre. Was das "Fehlverhalten" Israels angeht, ist der Text eher unvollständig: Administrativhaft, "physischer Druck" bei Verhören, extra-legale Tötungen, Wasserfragen usw. werden gar nicht erwähnt. Sie sprechen von einer "jüdischen/israelischen Kriegspartei". Die gibt es nicht. Kriegspartei ist Israel. Ihre Ineinssetzung dient nur dazu, den in der südlichen Levante/ehemaliges Mandatsgebiet Palästina/Israel plus besetzte Gebiete stattfindenden Konflikt konkurrierender Nationalbewegungen (Ben-Gurion) als eine bruchlose Fortsetzung jüdisch-europäischer Unterdrückungs- und Verfolgungsgeschichte zu beschreiben und ihn damit seines spezifischen Charakter zu berauben. Es ist ein Narrativ, das politischen Nutzwert für die israelische Rechte hat (ähnlich dem War on Terror).
zum Beitrag07.07.2025 , 06:30 Uhr
"Das Land dankt es ["mittigen Kurs"] ihm [Starmer]" - laut Umfragen nicht so sehr (ohne dass das die einzige relevante Ebene wäre, auf der die Aussage gemeint sein könnte und ohne zu behaupten, dass das in der Zukunft nicht vielleicht doch der Fall sein könnte).
zum Beitrag04.07.2025 , 10:02 Uhr
Selbst Großmäuler wie Chip Roy haben sie eingefangen... So verheerend die BBB ist, so politisch gekonnt (im abscheulichen Sinne von "politisch") wurde sie durchgesetzt. Die Demokraten hätten in jedem von der Republikanischen Partei gehaltenem Congressional District Demonstrationen für Medicaid durchführen müssen, Druck aufbauen. Eine Dauerrede und die Fight Oligarchy Tour (mitnichten ein Unternehmen der Demokratischen Partei) waren nicht genug.
zum Beitrag03.07.2025 , 10:30 Uhr
"Dies [Abschaffung der Gasspeicherumlage sowie die Teilübernahme der Übertragungsentgelte] bedeutet für eine vierköpfige Familie eine Entlastung von bis zu 100 Euro pro Jahr." - also von "bis zu" 0,27€ am Tag. Bei der Mütterrente wird dafür das große Rad gedreht: "für vor 1992 geborene Kinder steigt die monatliche Rente pro Kind um rund 20 Euro" - schon bei drei Kindern gibt es also 2€ mehr pro Tag. Da hat es sich doch gelohnt; da schließt die ehemals sozialversicherungspflichtig beschäftigte Rentnerin ja quasi zu den Bezieherinnen von Pensionen auf. Gerechtigkeit! Hurra!
zum Beitrag02.07.2025 , 09:50 Uhr
Irgendwie hatte ich bis zum Ende auf Senatorin Murkowski gehofft.
zum Beitrag02.07.2025 , 09:40 Uhr
Auch Hitler wurde gewählt. Eine Demokratie muss nicht alles aushalten. Eine Demokratie schützt Meinungsfreiheit ohne daraus Äquidistanz zu allen Positionen ableiten zu müssen, denn sie ist als Institutionengefüge und Ethos positioniert (in der Wissenschaft muss man die Flat-Earth-Society auch nicht als Vertreterin einer gleichwertigen Position anerkennen und dementsprechend behandeln). Die Linke ist demokratisch, die AfD ist es nicht. Daraus ergibt sich die demokratische Pflicht (ja, Demokratie heißt nicht nur Rechte haben), die beiden nicht über einen Kamm zu scheren. In der politischen Sphäre (Politikbetrieb und politisches Kommentieren) sind Meinungen nur dann gleichermaßen gültig, wenn sie 1) empirisch belegbar, 2) vernünftig begründbar (weite Maßstäbe sind anzulegen) und 3) ihrem Wesen nach politisch sind (nicht vorpolitisch: gefrustetes Draufhauen; Gefühlsbewirtschaftung; ohne Problemlösungsinteresse). Der richtige Schutz der Meinungsfreiheit führt bei einigen hier im Forum dazu, in einen Ultrasubjektivismus zu verfallen, in einen ultraindividualistischen Relativismus, der der Aufgabe von Politik (Treffen allgemeinverbindlicher Entscheidungen) feindlich gegenübersteht.
zum Beitrag02.07.2025 , 07:22 Uhr
"Völlig unabhängig vom zugrundeliegenden Sachverhalt" - so etwas gibt es eben nicht: nicht juristisch, nicht philosophisch, nicht politisch.
zum Beitrag02.07.2025 , 07:19 Uhr
"Genug substantielles Kriterium?" Äh, nein! Individuelle Meinungen sind erlaubt und erwünscht, entsprechendes Wahlverhalten auch, eben weil die Alternativen schlimmer wären. Was daraus jedoch nicht folgt, ist die Notwendigkeit, achselzuckend mit dem dünnstmöglichen, politische Realität verzerrenden und komplett formalen Statement zu reagieren, das vorstellbar ist. Meinungsfreiheit setzt sich nicht ohne Grund nicht unvermittelt in politisches Handeln um (siehe Todesstrafe usw.). Von Unionsseite hätte ich mir gewünscht, dass sie politisches Unterscheidungsvermögen gezeigt hätte.
zum Beitrag02.07.2025 , 07:11 Uhr
"Sie sind Fan der Diktatur?" Durchaus nicht, ich wollte jemandem helfen, eine durchdachtere Position zu finden, indem ich meinen Beitrag zum Geraderücken des Diskurses geleistet habe.
zum Beitrag01.07.2025 , 13:42 Uhr
Leisten Sie sich doch den Luxus und durchdenken Ihr Statement nochmal anhand substantieller und nicht formaler Kriterien. Die AfD ist undemokratisch, die Linke ist es nicht. Es gibt keinen Grund für die Gleichbehandlung substantiell sehr unterschiedlicher Parteien.
zum Beitrag01.07.2025 , 13:37 Uhr
„... oder die rein defensive Iran-Kampagne der IDF, kennen die meisten Deutschen keinen Spaß“ - immerhin der Kanzler schon. "DIE Israelis" sind keine Kriegsverbrecher; manche? viele? in der IDF schon. Ansonsten: ich lese ihn literarisch immer und kolumnenschreibend fast immer gern.
zum Beitrag01.07.2025 , 10:34 Uhr
"Dass sich rechtsextreme Ideologie nicht nur in Straftaten übersetzt, dürfte hoffentlich auch der Finanzsenatsverwaltung klar sein." Wünschenswert wäre auch, dass der Finanzverwaltung klar ist, dass sich rechtsextreme Ideologie hingegen regelmäßig in die selektive und grenzwertige Ausnutzung von Ermessens- und Interpretationsspielräumen zuungunsten von Menschen übersetzt, die von der AfD-Ideologie als minderwertig gebrandmarkt werden.
zum Beitrag01.07.2025 , 10:27 Uhr
"Wenn man einmal eine Struktur schließt, lässt sie sich nicht so einfach wiederaufbauen." - Das ist das Grundproblem im Großen wie im Kleinen. Zumal die Einsparpotenziale gering sind.
zum Beitrag01.07.2025 , 09:47 Uhr
Liebe Koalition, falls Sie auf der Suche nach Finanzierungsquellen sind: Vermögens- und Erbschaftssteuer sowie klimaschädliche Subventionen bieten sich an.
zum Beitrag01.07.2025 , 09:45 Uhr
To add insult to injury: sich von der Union (!!) über Demokratie belehren lassen zu müssen.
zum Beitrag01.07.2025 , 09:32 Uhr
"...Mittel in Höhe von rund 38 Milliarden Euro, die bisher im Kernhaushalt des Bundes veranschlagt sind und von dort ins Sondervermögen geschoben werden sollen." "...zudem geplante Gelder, die in den nächsten Jahren als Eigenkapital an die Bahn hätten fließen sollen – rund 14 Milliarden Euro." Hatten die Grünen nicht in ihre Zustimmung zur (inhaltlich richtigen) Lockerung der Schuldenbremse hineinverhandelt, dass gerade das nicht passieren sollte? Zumindest war es so der Presse zu entnehmen. Ist eine Klage möglich? Es wäre das mindeste. Und nicht vergessen: das nicht investierte Geld der vergangenen Jahre wurde in Form von fehlender Vermögens- und Erbschaftssteuer an die Reichsten in diesem Lande ausgeschüttet.
zum Beitrag30.06.2025 , 12:35 Uhr
Ein derber Brocken! Mal einen rausgehauen. In größeren Teilen gut! Nur der letzte Satz war dann wirklich zu viel: "alles was links ist"? Da wird aus der Polemik eine Karikatur.
zum Beitrag29.06.2025 , 22:01 Uhr
Ich teile oft die Ansichten der GEW. In diesem Fall nicht. die Ablehnung von Quereinstiegsregelungen, die eine erst nach und nach erfolgende pädagogische Ausbildung vorsehen, beruht leider zum Teil auf Dünkelhaftigkeit.
zum Beitrag28.06.2025 , 01:03 Uhr
Ich kenne die dazugehörige Debatte (Kann es rassistisch sein, auch wenn ich es nicht rassistisch meine? Plus die ungestellte Frage: Kann es nicht rassistisch sein, auch wenn eine PoC es behauptet?) gut. Meine Antwort lautet: ja - auf beide Fragen. Sie ist nicht reflexhaft und stark, sondern durchdacht und tentativ. Herr Stünkel ist durchaus differenziert, nur in der Kernfrage (siehe mein Kommentar oben) nicht.
zum Beitrag27.06.2025 , 22:57 Uhr
Ihre Zahlen sind falsch, weil Sie nicht berücksichtigen, dass Bauern mehrere Einkommensquellen haben. Bauern sind keine Geringverdiener.
zum Beitrag27.06.2025 , 22:41 Uhr
Blümchen und die Turbojugend? All my friends are dead!
zum Beitrag24.06.2025 , 23:32 Uhr
"...dass wir in einer Gesellschaft leben, die über Jahrhunderte durch antisemitische Bilder und Emotionen geprägt wurde, die durch kulturelle Erzeugnisse transportiert wurden." Das ist zweifelsohne so. Aber heißt das im Umkehrschluss, dass alles, was Betroffene als antisemitisch empfinden, zweifelsohne antisemitisch ist? Ist also jede Verteidigung gegen einen Antisemitismusvorwurf nur "Abwehr"? Gibt es außer dem "Perspektivwechsel", der von der Person verlangt wird, der vorgeworfen wird, antisemitisch zu sein, eine legitime Reaktion?
zum Beitrag24.06.2025 , 00:42 Uhr
Die Unterstellung, "sich alimentieren [zu] lassen, obwohl sie in der Lage wären, sich mit Arbeit selbst zu erhalten" ist oft vorschnell und fälschlicherweise gemacht.
zum Beitrag24.06.2025 , 00:39 Uhr
Die 74% sind ein gutes Gegenargument.
zum Beitrag23.06.2025 , 17:26 Uhr
Die unterschiedlichen Bedeutungen und Wertungen von "autoritär" und "emanzipatorisch" beruht nicht "ausschließlich auf persönlichen Werturteilen", sondern auf der kulturellen, philosophischen und politischen Geschichte "des Westens" (grober Näherungsbegriff). Auf persönliche Urteile zu verweisen ist Diskurszerstörung.
zum Beitrag23.06.2025 , 10:37 Uhr
Ausschluss aus der "Medien- und damit Informationslandschaft"? Das stimmt nicht, es gibt genug nicht Social-Media-basierte Angebote. Außerdem: der Staat bekommt es nicht hin, ausreichend geschützte und befähigende Institutionen zu schaffen, nicht mal rein analog: überall fehlt's. Es scheint mir realitätsfern, ausgerechnet im unübersichtlichen Bereich des Digitalen mehr zu fordern, als das, was ohnehin schon nicht geleistet wird. Schließlich: warum wird über die neurologischen Schäden, die junge Menschen/Kinder durch Social Media erleiden, gar nicht gesprochen?
zum Beitrag23.06.2025 , 10:16 Uhr
Mir scheint das - sehr zeitgeistig - von hinten aufgezäumt, also vom Neurologischen aufs Gesellschaftliche gedacht Jeder psychologische Zustand hat eine neurologische Form (Botenstoffkonzentrationen, Aktivitätsmuster von Hirnregionen usw.). Gerade die Entwicklung des Gehirns ist komplex und biographisch, also mit langer Zeitdimension. Dem kommt man mit Kartentests zum Zeitpunkt X nicht auf die Spur, bildgebende Verfahren hin oder her. Auf der Ebene neuronaler Vernetzung (ein von großer Plastizität geprägter Prozess) folgt die Biologie der Biographie (die wiederum gesellschaftlich ist). Dennoch: zum Ende wird es spannend: "digitale Medien" als wichtiger Faktor in der Hervorbringung einer neuronalen Struktur, die disruptive Einstellungen begünstigt.
zum Beitrag21.06.2025 , 09:31 Uhr
"Also was wollen sie denn ?" Ich vermute mal: dass alle hingehen können und einen Sommer haben können. "Zuschussgeschäfte" gibt es ne Menge, in diesem Land. In diffamierender Absicht als solche bezeichnet werden aber nur die kleinen Vergnügungen des "kleinen Mannes".
zum Beitrag21.06.2025 , 09:19 Uhr
Nun ja, die "heutige Bedeutung" ist eben auch nicht so eindeutig wie die Netanyahu- und IDF-Apologet*innen in ihrem Kampf gegen alle palästinasolidarischen Menschen behaupten (siehe die im Text wiedergegebenen Aussagen aus dem Urteil: Der Slogan wird von der Hamas so gar nicht verwendet; der Slogan wird nicht nur von palästinasolidarischen Akteur*innen verwendet). Aussageintention und Aussagekontext müssen zudem berücksichtigt werden ("...sei im Fall des 23-jährigen Studenten kein Hinweis zu erkennen, dass er es als Hamas-Symbolik genutzt hat"). So unverständlich wie Sie behaupten, ist das alles nicht.
zum Beitrag19.06.2025 , 10:16 Uhr
If you think education is expensive, try ignorance.
zum Beitrag19.06.2025 , 10:10 Uhr
"Schließlich würden die problematischen Folgen von Social Media dadurch nicht verschwinden, sondern im besten Fall nur aufgeschoben." - Stimmt so nicht. Ab einem gewissen Alter ist das Gehirn resilienter gegen den Social-Media-Terror. Die legitimen Fragen nach der Verantwortung der Konzerne und der praktischen Umsetzbarkeit bleiben davon unberührt. Wir Erwachsenen dürften uns im Übrigen auch mal kritisch befragen: was für Vorbilder sind wir? Wenn ein Leben mit extrem eingehegter Nutzung von Smartphone und Social Media für die Eltern denkunmöglich ist, müssen wir uns über die Kinder nicht wundern - und sollten uns auch nicht empören.
zum Beitrag13.06.2025 , 09:58 Uhr
Die Rückerstattung lassen wir immer sein, weil die paar Euros in keinem Verhältnis stehen zu den tatsächlichen Kosten. Was ist ein verlorener Urlaubstag wert (es hätte so schön und entspannt sein können)? Heulende Kinder, schimpfende Eltern, graue Haare vom Stress, Gelenkschmerzen vom auf dem Boden sitzen (oft in schlimmer Hitze).
zum Beitrag13.06.2025 , 09:46 Uhr
Ich stimme dem Tenor des Meinungsbeitrags zu, aber eine Sache stimmt meines Erachtens nach nicht: „schrittweise Rückkehr zur Entspannung der Beziehungen und einer Zusammenarbeit“ muss nicht Appeasement bedeuten. Auf die Natur dieser Schritte und auf den Zeitpunkt kommt es an.
zum Beitrag11.06.2025 , 10:33 Uhr
Zentraler Punkt ist doch der folgende: Lieber Kriminelle als die PA. Lieber Mogadischu vor der Tür als einen lebensfähigen palästinensischen Staat. Lieber einseitiges Sicherheitsmanagement (man sah am 07.10.23 wie "gut" das funktioniert hat) als einen politischen Prozess. Eine Mutmaßung zum Sicherheitsmanagement: die fortgesetzten faulen Kompromisse und harten nachrichtendienstlichen, militärischen und ethischen Entscheidungen, die im Erfolgsfall (Banden verdrängen Hamas) zu treffen sind, werden wohl das demokratische Fundament Israels weiter erodieren lassen.
zum Beitrag11.06.2025 , 09:52 Uhr
"Und dass diese Liste ohne Kenntnis der zuständigen Sozialministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin Petra Köpping von der SPD in die Welt geschickt wird, zeigt, wie diese Koalition arbeitet." Vorbei an interner Abstimmung; also Trump auch hier: Flooding the zone with shit. Sofort kommen die Rest-Progressiven in die Defensive und müssen schon eine Verteidigung des bisher Geltenden als Erfolg erkämpfen. Wo doch mehr Gleichstellung wichtig und richtig wäre. Arbeitskraft und Aufmerksamkeit wird gebunden und die geneigte Presse in der News-Halbwüste Sachsen orchestriert einen weiteren "Gender-Gaga"-Aufstand, der sich irgendwann auch in den Wahlergebnissen niederschlagen könnte.
zum Beitrag10.06.2025 , 21:37 Uhr
„Niemand kann sich im Untergrund sicher fühlen“. Es sei denn natürlich man ist beim NSU, da ging es ziemlich lange gut - schön mit Urlaub und so.
zum Beitrag10.06.2025 , 20:12 Uhr
In einer gerechten Welt gäbe es zwei gleichberechtigte und lebensfähige Staaten in den Grenzen von 1967.
zum Beitrag10.06.2025 , 20:10 Uhr
Ich hoffe, Ihr verweigertes Mitgefühl bezieht sich auf palästinasolidarische Menschen, die bei aller Repression noch immer weit weniger zu befürchten haben, als die Menschen in Gaza, und nicht auf Palästinenser*innen. Es wäre ein Armutszeugnis allererster Güte und ein menschliches Totalversagen.
zum Beitrag08.06.2025 , 20:22 Uhr
Ja, Differenzierungen sind notwendig, auch (aber eben nicht nur) da.
zum Beitrag07.06.2025 , 22:51 Uhr
"Mit dem Ziel, das Töten zu stoppen, werden sich mehr Menschen identifizieren, als wenn ich große Reden gegen Imperialismus, Zionismus und Kolonialismus schwinge. Wenn ihr den Kampf zur Ideologie macht, dann verliert ihr eine Menge Leute." - da ist viel Wahres dran.
zum Beitrag07.06.2025 , 20:06 Uhr
Die Rhetorik aus Israel lässt Palästinenser*innen und Libanes*innen um ihr Leben fürchten. Auf (leider) sehr belastbarer empirischer Grundlage im Übrigen. Auch das sagt viel über die "einzelnen Lager" aus. [Dass das so ist, macht Attacken wie die in Boulder nicht richtig, es sei nochmals gesagt.]
zum Beitrag07.06.2025 , 20:00 Uhr
Es gibt antisemitische Echokammern, doch sie erklären nicht alles. Anderes zu behaupten ist teils selbstdienliche, teils politische Bequemlichkeit und Reflektionsverweigerung. Ihrem Wesen nach im Übrigens ganz ähnlich der Suche nach der krassesten Beleidigung wie Sie sie betreiben. Wenn wir wissen wollen, woher Terror kommt und wie wir ihn verhindern, müssen wir Radikalisierungsprozesse verstehen.
zum Beitrag07.06.2025 , 19:48 Uhr
Stimmt! Die Polarisierung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern bleibt nur als soziologischer, historischer und psychologischer Prozess erklärbar.
zum Beitrag07.06.2025 , 16:57 Uhr
Der Verein (mit dessen Verlautbarungen ich nicht komplett übereinstimme) ist authentisches Sprachrohr einiger jüdischer Menschen in Deutschland.
zum Beitrag07.06.2025 , 16:27 Uhr
Prinzipiell stimmt das, was im Kommentar steht - und doch: wenn man etwas reflektiert, kommt man vielleicht an den Punkt anzuerkennen, dass "gewaltvolle[...] Rhetorik" Ergebnis eines dialogischen Radikalisierungsprozesses ist, an dem auch die Apologet*innen der Netanyahu-Regierung und der Kriegsführung der IDF mitwirken, von den faschistischen Kräften in Israel und ihren unsäglichen menschenverachtenden Äußerungen ganz zu schweigen. Zu behaupten, die beklagte Radikalisierung sei Ergebnis einer Echokammer ist naiv oder eine Schutzbehauptung für die Co-Konflikttreiber*innen auf der anderen Seite der ideologischen Wasserscheide.
zum Beitrag02.06.2025 , 14:03 Uhr
"Lebensqualität hängt in erheblichem Maße auch von wirtschaftlicher Prosperität ab" - und die ist gefährdet, weil Kunden mit ihren Autos zwei Extrakurven nehmen müssen, um zur Laubbläserverkäuferin zu kommen? Vielleicht braucht nicht nur Verkehrsberuhigung Augenmaß, sondern auch die Argumentation?
zum Beitrag01.06.2025 , 22:52 Uhr
Stimmt ZWAR alles (besonders schön: mit der AfD sprechen "als ginge es um unterschiedliche Antworten auf dieselben Fragen") ABER: die AfD hat zwei Elternteile: nicht nur den *hüstl* "konservativ" dauerfeuernden Papa, der sich unter Namen wie Dregger, Strauß, Zimmermann, Kohl und Koch verbirgt, sondern auch die Rot/Grüne Mama, die mittels der Agenda 2010 der Mittelschicht die Abstiegsangst in die DNA der politischen Befindlichkeiten schrieb.
zum Beitrag29.05.2025 , 11:57 Uhr
Sie kennen die Lebenswelten armer Menschen, migrantisierter zumal offenkundig nicht. Sie verbreiten nur das "Arbeitslos-und-Spaß-dabei-Klischee". Den Gegenwind, den Sie erfahren, wenn Sie bei Ämtern, Banken und Ärzten einmal ihren Stempel bekommen haben, können Sie sich nicht vorstellen. Deshalb sind Ansätze wie die im Interview vorgestellten, so wichtig und richtig. Und niemand, dem es mutmaßlich besser geht (immerhin haben Sie Zeit, hier zu kommentieren), sollte sich voller Selbstbesoffenheit zu starken Kommentaren hinreißen lassen.
zum Beitrag29.05.2025 , 11:46 Uhr
Menschen sind unterschiedlich, Lebensumstände sind unterschiedlich - und klar, viele (Sie offenkundig eingeschlossen), denken, dass die Welt besser wäre, wenn sie aus Abziehbildern von sich selbst bestünde. Ein Zerrbild von Armut (zurücklehnen und es sich gut gehen lassen) zeichnen Sie dennoch. Nachdruck, der falsch (in Art und Weise und hinsichtlich des Ansatzpunktes) ausgeübt wird, macht die Dinge kaputt(er), nicht besser. Für diese Einsicht braucht es aber intellektuelle Offenheit und echtes menschliches Interesse.
zum Beitrag28.05.2025 , 18:26 Uhr
Sie zeichnen da ein Zerrbild. Armsein ist in vielerlei Hinsicht zeitlich sehr fordernd (von einem Sonderangebot zum nächsten hetzen, informiert bleiben, wo es was für wie viel Geld gibt usw.). Kinderreichtum kommt dazu. Auch das fordert. Schließlich verlangt bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte oft auch die Community viel (am Haus des Cousins mitbauen, Hochzeit der Cousine mit vorbereiten usw.) Oft auch Schwarzarbeit zu Hungerlöhnen (hier fehlt es oft an formaler Ausbildung oder anerkannten Abschlüssen bei Neueinwander*innen oder an Sprachkenntnissen).
zum Beitrag28.05.2025 , 12:42 Uhr
Mich hätt' jetzt die Antwort der Klöckner, was sie schlimmer findet, ACAB oder Eat the Rich schon interessiert. So weit ich das verstanden habe, ist diese Frage doch der Kontext gewesen, in dem der Nietzard'sche Pulli auftauchte. Herr Kretschmann hat im Übrigen in seiner Jugend... auch egal. Wichtig ist: er hat es geschafft, in 14 Jahren Ministerpräsidentendasein trotz K-Gruppenhintergrunds so gut wie nichts zu verbessern. Dieses Potential hat Frau Nietzard sicher auch. Und wer weiß, vielleicht überrascht sie ja auch alle noch positiv.
zum Beitrag28.05.2025 , 11:47 Uhr
Da wird versucht das jahrzehntelange "Zu-wenig-zu-spät-oder-gar-nicht" der Integrationspolitik aufzufangen. Ich hoffe auf den Erfolg des Startschancenprogramms und dessen Ausbau. Die Hoffnung auf eine Schulstrukturreform, die bitter nötig wäre (aber bitte finanziell und personell hinreichend unterfüttert), habe ich inzwischen aber aufgegeben.
zum Beitrag23.05.2025 , 09:52 Uhr
Ein zutreffender Kommentar.
zum Beitrag22.05.2025 , 10:39 Uhr
Ist der Fechner jeck? Ausgerechnet in der Welt in diesem Zusammenhang die Amtszulage einzufordern, heißt nun wirklich vor dem falschen Publikum das Stück "Gierige Politiker*innen" aufzuführen. Jetzt müssen mal "Opfer" gebracht werden: die Stellvertreter*innen müssen die faktische Arbeit erledigen ohne auch nur im geringsten nach materiellen Interessen zu riechen.
zum Beitrag22.05.2025 , 10:07 Uhr
"40 bis 50 Prozent weniger Treibhausgas-Ausstoß als einem vergleichbaren Verbrenner" - also immer noch ca. 4 x mehr als ökologisch gut verkraftbar wäre. Von Flächenverbrauch und Versiegelung reden wir da noch gar nicht.
zum Beitrag22.05.2025 , 10:00 Uhr
Keine Ahnung, was die Zukunft bringt, aber plausibel scheint mir zu sein, dass die Prüfung laaaaaaaange dauern wird. Die Vertreibungen werden abgeschlossen sein (2 Mio minus noch ein paar Kriegstote mehr kriegt man auch in einem Zehntel des Gazastreifens unter, das Westjordanland wird weiter in nicht überlebensfähige Häppchen aufgeteilt). Großisrael ist dann Realität, aber - don't look back in anger - das muss dann ganz pragmatisch akzeptiert werden.
zum Beitrag22.05.2025 , 09:43 Uhr
Immer dasselbe (hüben wie drüben übrigens): bist du nicht meiner Meinung, bist du eben nicht ernstzunehmen. Israel als Zufluchtsort, hmmh. Solange man nicht erwartet, dass es ein vollständig demokratischer Zufluchtsort ist (und nicht einer, den die Siedlerbewegung politisch durchsetzt und ausgehöhlt hat), sicher. Die Gefahr, von religiös-nationalistischen Schlägern verprügelt zu werden und in diesem Zusammenhang in einen Abgrund von Straflosigkeit zu schauen, ist auch groß. Natürlich nur, wenn man sich als Vertreter*in einer Position zu erkennen gibt, die Palästinenser*innen nicht als menschenrechtsreduzierte Subjekte ansieht. Ein bedingter Zufluchtsort also, trotz anderslautender Mythen.
zum Beitrag20.05.2025 , 21:44 Uhr
Sie haben recht und ich habe den internationalen Aspekt, dass sich nicht nur für die Hamas, sondern für die Palästinenser*innen insgesamt die Chance auf einen Staat stetig verringerte, weil sie auf der politischen Tagesordnung nach unten rutschten, auch schon häufiger mal in meinen Kommentaren angeschnitten. Es ist hingegen eine Mutmaßung, dass dann die Hamas wirklich "weg vom Fenster" gewesen wäre (entscheidende Teile der Hamas haben diese Entwicklung aber in der Tat als Gefahr für sich wahrgenommen). Als Provokation habe ich gar nichts bezeichnet; ich habe darauf hingewiesen, dass in IDF- und Netanjahu-apologetischen Kreisen "ohne Provokation" in der Bedeutung von "ohne Ursachen" verwendet wird, was nicht stimmt.
zum Beitrag20.05.2025 , 09:55 Uhr
Sie werden von mir niemals rechtfertigende Worte für den 07.10.23 hören (so wie ich niemals die Busanschläge der frühen 2000er rechtfertigen würde). Es sind illegitime Mittel des Widerstands gegen die Besatzung. Aber "ohne Provokation"? Das klingt wie ohne Ursachen. Und das kann nun wirklich niemand sagen, der nicht selber quasi-religiös, vielleicht gar fundamentalistisch, an einer zum Mythos geronnenen Einseitigkeit beim Blick auf den Nahostkonflikt festhält.
zum Beitrag20.05.2025 , 09:48 Uhr
"Dann wäre der von der Hamas angefangene Krieg sofort vorbei." Das glauben Sie wirklich? Ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber viel wahrscheinlicher ist doch, dass Gaza Schauplatz von Vertreibungen und Enteignungen und Administrativhaft und "physischem Druck" bei Verhören und Erpressungen (mit Wasser und Steuereinnahmen und Hilfslieferungen) und Checkpoints und mangelndem Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung und tödlichen Antiterroreinsätzen, für die es keine rechtlichen Sanktionen gibt, wird. Ein Westjordanland mit intensivierter Gewaltausübung und in Trümmern. Vielleicht ist es dann kein Krieg mehr. Frieden aber auch nicht.
zum Beitrag20.05.2025 , 09:28 Uhr
"Gutmenschen" inszenieren sich nicht als solche, sie werden - meistens von Menschen, die sich nicht beklagen dürften, "Schlechtmenschen" genannt zu werden - als solche gelesen. Die Bezeichnung als "Gutmensch" ist der Versuch der Beschädigung persönlicher Integrität inklusive der dieser Integrität innewohnenden Überzeugung, dass Zukunft gestaltbar ist und besser sein kann als der Ist-Zustand.
zum Beitrag16.05.2025 , 09:51 Uhr
"...dass es sehr vorteilhaft sein kann, wenn man die eigene Währung gegenüber dem Euro abwerten kann" - Auch wenn der Lew seit 1997 an den Euro gebunden ist?
zum Beitrag16.05.2025 , 09:51 Uhr
Zumindest im Beitrag ist nicht von der "Idee [..], dass der Russ' seine Finger im Spiel hätte" die Rede, sondern von nachgewiesener Einflussnahme.
zum Beitrag16.05.2025 , 09:37 Uhr
Politisch unbeschadet kommen sie da nicht raus. Die Erwartungen des Mobs sind geweckt. Die Presse wird sich irgendwann anderen Themen zuwenden, die verrohte, radikalisierte Mitte aber, wird die Ereignisse in ihre Lieblingserzählung von den Volksverrätern integrieren.
zum Beitrag16.05.2025 , 09:26 Uhr
"Bau neuer Reaktoren"? In Belgien, notorisch klamm und im politischen Dauerkrisenmodus? Absurd schon (aber nicht ausschließlich) in dieser Hinsicht.
zum Beitrag14.05.2025 , 10:07 Uhr
Da spricht ein Regierungschef, der schon relativ kurz nach seiner Wahl mit kaum mehr Stimmen als Corbyn, aber zwischen Reform UK und Torries gespaltenem rechten Wählerpotential, weiß, dass die politischen Mittel, die er sich selbst erlaubt (Steuern und Schulden) nie im Leben ausreichen werden, um den positiven Unterschied im Leben der Menschen zu machen, den es brauchen würde für eine Wiederwahl. Ich befürchte Reform UK wird groß werden bei der nächsten Wahl und mit Koalitionen (Labour/SNP/Lib.Dem) kann das politische System und vor allem die Presse in UK nicht umgehen.
zum Beitrag14.05.2025 , 09:51 Uhr
Von mir noch der Hinweis: Gendern kostet nichts, nicht mal Mühe. Mein Verdacht ist auch, dass es nicht viel bringt, solange Models und Tradwives den Äther vergiften, aber das ist kaum eine Entschuldigung, es nicht versucht zu haben.
zum Beitrag14.05.2025 , 09:42 Uhr
Stimmt, aber der Beitrag ist an der einen Stelle nicht kritisch genug und andernorts zu unkritisch. Das Patriarchat hat Nadja Abd el Farrag nicht nur gefressen, sondern auch geboren (der Beitrag ist hier zu unkritisch) - oder wie ist es erklärbar, dass eine junge Frau sich in eine "Person" wie den Bohlen verguckt und alle Demütigungen, die damit einhergehen, hinnimmt? Nadja Abd el Farrag wollte sich aber nicht nur erfolglos "wehren" gegen ihre Rolle im System, sie wollte mitmachen und ist daran gescheitert. Auch das muss man mit Blick auf die persönliche Verantwortung sagen (womit wir beim zu unkritischen Teil des Beitrags wären).
zum Beitrag14.05.2025 , 09:34 Uhr
Da sind sie, die Kinder einer dank Rot/Grüner Agenda 2010 (größter Niedriglohnsektor Europas, Hurra!) und konservativ/(wirtschafts)liberaler rassistischer Hetze (würde die Klammer sprengen) verrohten Gesellschaft.
zum Beitrag13.05.2025 , 10:48 Uhr
Mein Dank an Herrn Wiese!
zum Beitrag13.05.2025 , 10:06 Uhr
"Neue Zeiten verlangen auch neue Begründungen - aber der Antisemitismus bleibt Antisemitismus." Das ist natürlich Unsinn. Formen und Kontexte von z.B. Rasseantisemitismus udn religiösem Antijudaismus sind sehr verschieden.
zum Beitrag13.05.2025 , 09:46 Uhr
"Nach dieser Definition kann man die israelische Politik kritisieren wie andere Staaten auch." Blöd nur, dass die real existierende Verwendung der IHRA-Definition dem so gar nicht entspricht.
zum Beitrag12.05.2025 , 10:32 Uhr
Gesprächskanäle offen zu halten ist erstmal gut. Das WIE entscheidet, also die Frage nach der Legitimität und Beauftragung durch die Bundesregierung. Und natürlich, WAS dort besprochen wurde.
zum Beitrag12.05.2025 , 10:13 Uhr
Stimmt alles irgendwie. Erwähnenswert wäre noch der atemberaubende Abgrund an Konventionalität, den die Architekt*innenzunft pflegt. Aber: Menschen machen aus allem was. Das Brunnenviertel ist heute gut zu bewohnen und irgendwann auch "Altstadt". Nur Geduld.
zum Beitrag11.05.2025 , 02:42 Uhr
Wie Sie sagen: es gibt Gemeinsamkeiten und zumindest Überschneidungen in den Themen, die in Philosophie/Politik/Theologie diskutiert werden. Das Gendern ist zentral für das Verständnis der Dynamiken islamistischer Bewegungen. Eine "temporäre Verständigung" zu einem Thema ist nicht nichts. Niemand kann uns oder andere von der Bürde befreien historische Subjekte zu sein. Die Lösung, die jede weitere Lösung in der Zukunft unnötig macht, wird es nicht geben.
zum Beitrag11.05.2025 , 02:32 Uhr
(1) Da sich wie überall Verfassungs/Charta-Ideal und Verfassungs/Charta-Wirklichkeit unterscheiden, kommt man mit dem zu oft gehörten, skriptualistischen Argument "Es steht in der Charta" nicht sehr weit im Verständnis des Nahostkonflikts. (2) Ihnen ist bewusst, dass es einen Unterschied zwischen einer Parallele (Ihre Lesart) und einer Analogie (war in meinem Kommentar zu finden) gibt? Also: genau wie Linke mit politischen Bewegungen oder Denkgebäuden (meine Beispiele: christliche Gewerkschaftsbewegung bzw. katholische Soziallehre), die ihnen nicht nahe stehen bzw. aus anderen historischen und kulturellen Quellen schöpfen, Gemeinsamkeiten ausloten können (oft sind sie klein und fernliegend), können sie auch ins Gespräch mit Bewegungen gehen, die hierzulande grob verallgemeinernd "Islamisten" genannt werden. Ziel wäre - realpolitisch - Ansprechpartner zu haben oder auch zu einer long conversation beizutragen. Die eher vorpolitische Grundüberzeugung wäre hier, dass mehr reden oft zu weniger schießen führt. (3) "Plaudern" will ich nicht, aber manch ernsthafte Dinge sind zu besprechen.
zum Beitrag11.05.2025 , 02:14 Uhr
Es ist ein Nicht-Verstehen-Wollen mutmaße ich mal. Davon, sich mit irgendjemandem ins Bett zu legen, steht in meinem Kommentar nichts. Nur davon, dass es weltweit in verschiedenen Formen (wichtigste Unterscheidung wäre hier Staat oder (oppositionelle) Bewegung) und immer aus lokalen Dynamiken heraus das gibt, was im Westen gemeinhin Islamismus genannt wird (so unzureichend und verzerrend diese Kategorie auch ist). Und es gibt Dinge, die politisch besprochen werden müssen, weswegen es z.B. Gesprächskanäle zu den Taliban gibt. Zweite wichtige Aussage war: um diese Gesprächskanäle zu eröffnen und aufrechtzuerhalten bedarf es eines Austauschs, der Gemeinsamkeiten, so klein und oft fernliegend sie auch sind, identifiziert.
zum Beitrag10.05.2025 , 10:56 Uhr
Die politische Konkurrenz von Mitte/Rechts steht vor demselben Problem: in deren Sinne "ideologisch saubere" Lösungen (gib denen, die schon haben, immer mehr) sind auch nicht "realitätstauglich", weil die Probleme (Demographie, Klima, Aufstieg Chinas, imperialistische Nachbarn) so nicht adressiert, geschweige denn gelöst werden können. Für das zweite "ideologisch saubere" Standbein von Mitte/Rechts (keine braune Menschen in dieses Land) haben sie auch keine "realitätstauglichen" Rezepte.
zum Beitrag10.05.2025 , 10:46 Uhr
Nun ja, sie hat immerhin den Nahen Osten studiert. Sie auch? Und am Ende wird man mit den Islamist*innen reden müssen, einfach, weil sie da sind. Ich verstehe Ihre Abneigung, aber so läuft langfristige Diplomatie eben (auch): Gesprächskanäle öffnen, indem man Gemeinsames findet. Und im islamischen Recht (besonders auch in der Auslegung der Strenggläubigen), ganz ähnlich wie in der katholischen Soziallehre und christlichen Gewerkschaftsbewegung, findet sich etwas(!), auf das man sich einigen könnte. Eine Basis für einen Dialog, der - ich wiederhole mich, der Unterstreichung willen - am Ende nötig ist. Die Alternative sind immer neue Gazas (mit Vorgeschichte inklusive beidseitiger Schuld und Verantwortung).
zum Beitrag09.05.2025 , 09:39 Uhr
Ja, die politischen Herausforderungen für die Linke sind schwindelerregend und der politische Abgrund des Scheiterns nach wie vor nah. Und letztlich läuft es auf Außen- und Sicherheitspolitik hinaus, wo sich - anders als in der Innenpolitik - ein Sowohl-als-Auch häufig nicht überzeugend formulieren lässt. Zumal man, wenn man den Druck auf Putins Russland erhöhen will, mit Gestalten, die wahrscheinlich auch nur der Schröder als lupenreine Demokraten bezeichnen würde (Stichwort: Modi) zusammenarbeiten müsste.
zum Beitrag06.05.2025 , 10:51 Uhr
Ein absurder Kommentar Ihrerseits. Mein Anliegen ist nicht, palästinensische Führungsfiguren zu verteidigen, aber dass es nicht zum Frieden kam, lag ganz entscheidend auch daran, dass ihn israelische Rechtsregierungen nicht wollten, weil sie glaubten, durch einseitiges Sicherheitsmanagement (inklusive phasenweiser Förderung der Hamas zwecks Spaltung der Palästinenser*innen und Untergrabung einer einheitlichen Verhandlungsposition der Palästinenser*innen), Siedlungspolitik und Vertreibungen dem From-the-River des Likud näher zu kommen als durch einen politischen Prozess. Ansätze gab es in der Sicherheitskooperation zwischen Shin Beth und PA, die den Palästinenser*innen am Ende aber nichts einbrachte. Selbst das, was moderatere Stimmen auf der israelischen Rechten (Olmert, Livni) anboten, lief für die Palästinenser*innen auf ein extrem souveränitätsreduziertes Gebilde hinaus. Ihr Jihadismus-Argument ist so einseitig, dass es falsch wird, womit ich ausdrücklich nicht sagen will, dass jihadistische Bewegungen in den besetzten Gebieten heute keine Rolle spielen würden, wenn Israel in der Vergangenheit nur anders gehandelt hätte. Aber Ko-Produktionen gilt es als solche anzuerkennen!
zum Beitrag06.05.2025 , 10:29 Uhr
Es geht doch nicht (nur) um Menschlichkeit. Was die Dobrindt-Quack-Sprecher*innen da treiben, vergiftet die politische Öffentlichkeit und behindert die dringend notwendige Einwanderung.
zum Beitrag06.05.2025 , 10:25 Uhr
Ich glaube, ich bin ziemlich repräsentativ für das Wahlvolk: mir kann man es nicht recht machen! Leute wie der Schneider, der sein ganzes Berufsleben im Bundestag verbracht hat und als ehemaliger Ostbeauftragter seine Plattenbau-Authentizität vor sich hertrug (zumal die Wohnung in der Platte zu DDR-Zeiten ein Privileg war), widern mich an, weil sie nichts außer Hinterzimmerabsprachen und Schönreden beherrschen. Andererseits gruselt es mich bei den biographischen Skizzen der Menschen, die sowohl was das Lebensalter als auch das politische Alter angeht noch grün hinter den Ohren sind und jetzt an herausgehobener Stelle Verantwortung tragen sollen. Gibt es denn wirklich so wenige Menschen, die alt genug sind, um von mehr als vom Elternhaus geprägt zu sein; die beruflich auch außerhalb der Politik was geschafft haben (ich rede nicht von Apps); deren Biographie ausweist, dass sie geerdet sind durch Verantwortungsübernahme im persönlichen Nahbereich (Kinder, Pflege); die sich trotz dieser Mühen außerparlamentarisch, also not-for-profit engagier(t)en und schließlich noch solide parlamentarische oder kommunalpolitische Erfahrungen mitbringen? Erwachsene Verantwortungsträger*innen her!
zum Beitrag30.04.2025 , 10:19 Uhr
"Nun ist es an sich erfreulich, dass die Geschlechtergrenzen verschwimmen und auch Jungen Eyeliner oder Make-up nutzen." Oder alle verzichten auf den oberflächlichen Quatsch.
zum Beitrag22.04.2025 , 23:11 Uhr
Sie schreiben immer wieder, dass die Palästinenser*innen alles hätten haben können. Das stimmt schlicht nicht. Was sie hätten haben können (und vielleicht hätten annehmen sollen) war: ein Gebilde mit eingeschränkter Souveränität, zerschnitten von israelischen Korridoren und faktisch fehlender Kontrolle über die Grenzen. Dazu einen Vorort von Ostjerusalem als Hauptstadt. Wasserfrage, Zugang zu den heiligen Stätten, alles zum extremen Nachteil der Palästinenser*innen.
zum Beitrag10.04.2025 , 11:03 Uhr
"„In der Gesamtschau“, so erläutert es ein Amtsmitarbeiter, verfolge der Verein das Ziel, den Kapitalismus zu überwinden [...]." Und das ist jetzt In des Augen des Verfassungsschutzes verfassungsfeindlich?
zum Beitrag10.04.2025 , 10:44 Uhr
"Das „Cybrothel“ verwendet Datensätze, die mit Fokus auf „Konsens, Diversität und Respekt“ ausgewählt werden" & "Er selbst [Fussenegger] suche nach allem, was nicht den klassischen Sexfantasien entspricht" - zu beiden Zitaten: na immerhin! Dass der Betreiber für sein Etablissement in Wien kein passendes Umfeld hatte, kann ich allerdings nicht glauben.
zum Beitrag09.04.2025 , 13:43 Uhr
Bayern nimmt ja auch gerne den Strom aus dem Norden, die Hälfte der Infrastrukturmittel aus diversen CSU-geführten Ministerien und die Universitätsabsolvent*innen, besonders Lehramt, aber das ist ein anderes Thema. Im Norden fehlt gegenüber dem "Bayrischen" schon oft die Fähigkeit zur Unterscheidung, da haben Sie Recht, aber wieso sollte man die auch haben. Die damit verbundenen Identitätskonstruktionen, Abgrenzungen, Proporzregelungen, Konflikte und Verbrüderungen haben außerhalb Bayerns halt keine Relevanz. Genau wie der "Unterschied" zwischen Schwaben und Badensern für Menschen jenseits von BaWü Wumpe ist. "Bayrisch" steht außerhalb Bayerns oft für arrogant, besserwisserisch und reaktionär (was oft im Widerspruch zum Selbstbild, aber nicht zu Ihrem Post steht). Es steht aber z.B. nicht für reaktionär, dumm und aggressiv wie das Sächsische. Es hätte Sie also schlimmer treffen können.
zum Beitrag09.04.2025 , 13:10 Uhr
Die M2 reicht doch im Leben nicht aus, womit ich gar nicht dem Wolkenkuckucksheim U9-Anbindung das Wort reden will. Eine zweite Straßenbahnverbindung rüber zur Linie 50 müsste realisiert werden.
zum Beitrag08.04.2025 , 12:15 Uhr
Haltung und Mienen auf dem Bild sind wirklich bezeichnend. Gut ausgewählt.
zum Beitrag08.04.2025 , 12:13 Uhr
Sie verstehen es nicht richtig. Die Kommunen geben schließlich keine Staatsanleihen heraus.
zum Beitrag06.04.2025 , 21:42 Uhr
Ja sicher sind sie das! Nicht nur anders, sondern schlechter, zumindest was den politischen Aspekt ihres Menschseins angeht. Genau wie jemand nach einem Gewaltverbrechen zurecht als anders und schlechter als vor der Tat gesehen wird.
zum Beitrag06.04.2025 , 21:36 Uhr
Tja, wenn man nur man selbst und der Hund ist (und weiß und hetero) ist es nicht so schwer zu bleiben. Wenn man Kinder hat ist es wohl am schwersten. Sie werden verprügelt und gemobbt, wenn sie links sind oder werden Teil des rechten Mainstreams und mobben und prügeln mit.
zum Beitrag02.04.2025 , 13:41 Uhr
So ist es wohl. Die 90%-Schätzung könnte korrekt sein. Beim Sprechen (oder eher Tippen) über den Nahostkonflikt werden leider unzählige Dinge mitverhandelt (Meinungsfreiheit, Staatsverständnis, Migrationspolitik, Vergangenheitsbewältigung etc.). Daher fühlen sich mehr Leute berufen, sich zu beteiligen, als dem Diskurs (der eigentlich ein Diskursbündel ist) gut tut; oft Menschen, denen Israel/Palästina nicht unbedingt wichtig sein müsste.
zum Beitrag02.04.2025 , 12:46 Uhr
Sie kommen daher, sie wissen doch was die feine und nicht ganz so feine Gesellschaft sagt: "Aber das sind doch unsere Jungs (und auch viele junge Frauen)! Die sind halt ein bisschen rauflustig, das kann und soll man kritisieren, aber sie haben im Grunde ja Recht! Alle lassen Sie uns mindestens im Stich oder wollen uns aktiv schaden - durch Verschwulung, Impfen, Mittelstreckenraketen, GEZ-Gebühren, Wärmepumpen, Windräder und - natürlich (!) - die größte Widernatürlichkeit: braune Menschen, die ausländisch sprechen."
zum Beitrag02.04.2025 , 12:38 Uhr
"Eigentlich habe sie erwartet, dass Pügner sofort nach dem Angriff festgenommen werde..." Na na na, nicht übers Ziel hinausschießen: Er hat ja schließlich nicht angekündigt, sich auf eine Kreuzung zu kleben.
zum Beitrag31.03.2025 , 13:11 Uhr
Das stimmt und ich habe auch kurz darüber nachgedacht, einen historisch korrekteren Spott-Kommentar zu schreiben, aber es hätte weniger schön geklungen, sehen Sie es mir also nach. Der Prinz ist einfach von vorgestern
zum Beitrag30.03.2025 , 22:35 Uhr
Vielleicht sollten wir Franz Prinz Salm einfach glauben. Er scheint außergewöhnlich kompetent zu sein, wenn es um mittelalterliches Denken geht.
zum Beitrag30.03.2025 , 22:05 Uhr
Sachen gibt's - da hätte ich ja NIE mit gerechnet. Scherz beiseite: "Viele der Befragten fühlen sich gesellschaftlich nicht anerkannt." Ich denke mal, dass das angesichts der Umfrage bei mir auch so bleiben wird. "„Die demokratischen Parteien zerreden alles und lösen keine Probleme“" - die undemokratischen Parteien aber auch nicht. Außerdem: Wenn es Abwägungen vorzunehmen gilt, etwa zwischen polizeilichen Einsatzrechten, Grundrechten, Datenschutz usw., dann sehen die, die nur für eins dafür stehen, eben gern ein "Zerreden".
zum Beitrag28.03.2025 , 22:39 Uhr
Von Kindern haben alle was, daher sollen auch alle für die Kinderbetreuung inklusive Mittagessen zahlen - und nicht nur die Eltern. Steuern also.
zum Beitrag28.03.2025 , 19:03 Uhr
Eigentlich ist die Geschichte ganz gut bekannt. Ich werde das Buch dennoch lesen, um zu sehen, ob Spin und Fokus dieser Besprechung ihm gerecht werden. Vielleicht nicht, denn "Kessler widmet sich der Ideologie al-Husseinis nur am Rand". Die vorliegende Kritik stellt sie zentral, obwohl doch deutlich wird, einfach im Sinne einer verstehenden Geschichtswissenschaft, die die zeitgebundenen Perspektiven der Akteure und die ihnen möglich erscheinenden Handlungsoptionen ernst nimmt, dass mitnichten Antisemitismus der Hauptantrieb gewesen ist: Man stelle es sich vor: Arabische Nationalisten kämpfen gegen die Osmanischen Machthaber (auch für die Entente). Sie bekommen neue Kolonialherren (britisches Mandatsgebiet), die einer durch Einwanderung wachsenden Minderheit im Land (1922: 84000 Jüd*innen, 589000 Araber*innen), die zudem über Geldmittel zum Landkauf verfügt (Palestine Jewish Colonization Association,) eine nationale Heimstatt im selben Gebiet zugesichert hat. Klar wäre es besser gewesen, wenn die arabischen Akteure andere historische Entscheidungen getroffen hätten, aber angesichts der beschriebenen Situation und der giftigen Kraft jedes Nationalismus', war das sehr unwahrscheinlich
zum Beitrag28.03.2025 , 09:58 Uhr
Ekelhaft wie jedes Nazi-Tatoo (unabhängig davon, was sich jetzt auch immer als wahr herausstellt). Die Frage bleibt natürlich, was man daraus schlussfolgert. Ist der Typ Teil der großen antisemitischen UN-Verschwörung? Oder könnte es sein, dass, wenn es um die gefährliche Arbeit des Minenräumens geht, beim dafür notwendigen Fachpersonal nicht so genau hingeschaut wird?
zum Beitrag28.03.2025 , 09:33 Uhr
Und sprachliche Kontexte und Bedeutungen ändern sich nicht, schon klar! Sie bringen da die in etwa oberflächlichste Entgegnung vor, die es gibt.
zum Beitrag27.03.2025 , 17:09 Uhr
Ich unterstelle mal, dass Sie verstanden werden wollen. Es kann keine Privatsprache geben, da Bedeutungen nicht von Individuen festgelegt werden, sondern von Sprachgemeinschaften im Zuge ihrer Verwendung sich herausbilden und verändern.
zum Beitrag27.03.2025 , 17:02 Uhr
Und indem Ihre Freundin sagt "Gendern finde ich gaga", versucht sie, die gleichberechtigte Anerkennung diverser Lebensentwürfe zu hintertreiben? Falls nicht, sehe ich kein Problem.
zum Beitrag27.03.2025 , 16:53 Uhr
Zu den Stichwörtern werden Kontexte und Verwendungsweisen skizziert. Die sind aber nicht bei allen nötig. "Islamisierung" z.B. sagt niemand, der nichts rechts ist. Für "Globalisten" gilt das genauso. Ganz zu schweigen von "Klimahysterie".
zum Beitrag27.03.2025 , 16:47 Uhr
Aha, und welche Begriffe sind das? Von Verbieten steht da auch nichts.
zum Beitrag26.03.2025 , 22:09 Uhr
Was Sie in Ihrem letzten Absatz schreiben, ist falsch. Die Palästinenser*innen sind nicht alleinig für das Scheitern der Zweistaatenlösung verantwortlich (und selbst wenn sie es wären, würde es nicht rechtfertigen, was ihnen angetan wird). Bisher am übersichtlichsten fand ich das Kartenwerk im Anhang von "Kultur und Widerstand" (ein Interviewband mit Edward Said). Die Zweistaatenlösung scheiterte an Fragen der Souveränität, die Israel immer nur sehr bedingt gewähren wollte, der Ost-Jerusalem-Frage und der Frage der Siedlungen. Vielleicht hätte die PA dennoch den Spatz in der Hand (bei Olmert war es schon eher der Kolibri zwischen Daumen und Zeigefinger) annehmen sollen. Die PA hatte Angst vor der Reaktion der Palästinenser*innen und befürchtete, einen Machtkampf mit der Hamas zu verlieren.
zum Beitrag26.03.2025 , 21:54 Uhr
Die Ablehnung von Jüd*innen begann ernsthaft als arabische Nationalisten nach dem 1. Weltkrieg bemerkten, dass a) eine zunehmende jüdische Einwanderung stattfand, die b) eine eigene und damit konkurrierende, zunehmend exklusive jüdische nationale Vision antrieb, die c) auf externe Ressourcen zurückgreifen konnte (Palestine Jewish Colonization Association) und die d) in ihren Augen von den britischen Kolonialherren bevorzugt wurde.
zum Beitrag26.03.2025 , 21:43 Uhr
1) Es ist schlicht ein anderes Thema. Lesen Sie Manning, wenn Sie sich über die Unterschiede von transatlantischem und Transsahara-Sklavenhandel informieren wollen. Mit der Kritik an der Art des militärischen Vorgehens der IDF gegen die Palästinenser*innen hat das aber gar nichts zu tun. 2) Ich empfinde Ihr kommentierendes Wirken als hochgradig problematisch. Sie entwerfen, wohl um Menschen zu delegitimieren, die sich gaza-solidarisch äußern, eine Generalkritik am Araber (dem einen) schlechthin. Dieser "Araber schlechthin" erfüllt nicht Ihre Kriterien für Zivilisiertheit und Moral (seine Vorfahren waren am Transsahara-Sklavenhandel beteiligt und betreiben keine kritische Vergangenheitsbewältigung) - und alle, die arabische Menschen in Gaza oder vor Rassismus in Deutschland verteidigen, daher auch nicht.
zum Beitrag26.03.2025 , 21:27 Uhr
1) Ihr Argument lautet: Mishra ist ein Heuchler, den man nicht ernst nehmen muss, weil er nicht auch historische arabische Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse in seine postkoloniale Kritik einbezieht. Diese Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse bezeichnen Sie als kolonial und wählen als Chiffre den Transsahara-Sklavenhandel. In der geschichts- und sozialwissenschaftlichen Debatte zu Post/Kolonialismus stehen bestimmte Eigenschaften des kolonialen Verhältnisses im Vordergrund: globales Ausgreifen eines kapitalistischen Nationalstaates; epistemische Gewalt; eine sehr spezifische Rechtfertigungsideologie (white man's burden). Das alles finden Sie im Verhältnis arabischer Gesellschaften zu afrikanischen Gesellschaften nicht. Deswegen ist es problematisch hier von Kolonialismus zu reden. 2) Sie reden gern über den Transsahara-Sklavenhandel. Allerdings nutzen Sie ihn in Ihrem kommentierenden Wirken immer wieder, um postkoloniale, Israel-kritische Stimmen zu delegitimieren. Das kritisiere ich, denn es stellt ein Beispiel dafür dar wie der Nahostkonflikt in andere Debatten hineingezogen wird (wie beim Klima, taz berichtete), wodurch die Debatten um Nahost immer weiter eskalieren.
zum Beitrag26.03.2025 , 15:32 Uhr
Sehr gut! Weiter so!
zum Beitrag26.03.2025 , 11:27 Uhr
Schon 1996 wusste das jemand wie Marylin Manson (nicht gerade ein Sozialwissenschaftler): "Capitalism has made it this way. Old-fashioned fascism will take it away."
zum Beitrag26.03.2025 , 11:13 Uhr
Ekelhaft. Söhnchen hätte eine nicht vermietete Wohnung kaufen müssen. Ich drücke Frau Smolarek die Daumen.
zum Beitrag26.03.2025 , 10:15 Uhr
Es geht nicht um handwerkliche Fehler, sondern um demokratische Fehler.
zum Beitrag26.03.2025 , 08:05 Uhr
Ja, Pankaj Mishra gehört nicht zu den Differenzierenden, allein die Menge seiner Bücher spricht eher dagegen. Die vorliegende Besprechung zeugt allerdings auch nicht von der Bereitschaft, "das eigene Weltbild und Wirklichkeitsverständnis im Lichte von dazu nicht passenden Fakten zur kritischen Disposition zu stellen." Israel ist nicht und wahr nie ausschließlich das nette, sympathische Kibbuz-Experiment, schön mit Techno und Surfen für die, die nicht ganz so sozial visionär drauf sind. Die Besatzung hat sich tief in das gesellschaftliche und politische Gewebe Israels gefressen und es vergiftet (neben den üblichen Giften wie Neoliberalismus). Und dass der 07.10. nicht "aus dem Kalten" kam, sondern eine völlig überzogene und illegitime Reaktion auf mehrere Entwicklungen war, sollte nicht vergessen werden: a) die Unterdrückungsmechanismen der Besatzung, b) die Tendenz arabischer Staaten ohne die Palästinenser*innen Verträge mit Israel zu schließen, c) innerpalästinensische Konkurrenzverhältnisse (Hamas, PA, PFPL, Islamischer Dschihad). Das alles verschwindet hinter einem dekontextualisierten/ahistorischen, letztlich kulturrassistisch gedachten "muslimischen Antisemitismus".
zum Beitrag24.03.2025 , 23:05 Uhr
Hierzulande wie auch in den USA stellt so gut wie niemand das Existenzrecht Israels in Frage, schon gar nicht in den Grenzen von 1967 - und auch in den besetzten Gebieten, wären viele Menschen im Austausch für die Chance auf ein gutes Leben, bereit, einen politischen Prozess zu unterstützen, der realistisch auf die Koexistenz zweier gleichberechtigter souveräner Staaten hinausliefe. Was in Frage gestellt wird, ist die Art und Weise wie das Existenzrecht Israels auf Kosten derer, die legitimerweise auch die südliche Levante als ihre Heimat und den Ort ihres Existenzrechts betrachten, ausgelebt wird.
zum Beitrag24.03.2025 , 22:51 Uhr
Jewish Voice for Peace und Not in Our Name nutzen die Sprecher*innenposition, die sie eben haben: die als Jüd*innen und Antizionist*innen, die nicht den Parteigängern der israelischen und us-amerikanischen Rechten die Definitionsmacht darüber, was Antisemitismus ist, überlassen wollen.
zum Beitrag24.03.2025 , 22:42 Uhr
"Freiheitsberaubung ist kein Kavaliersdelikt." - es sei denn natürlich, es trifft den Khalil, schon klar. Im Übrigen fällt mir in Ihrem kommentierenden Wirken auf, dass Sie ein Hauptsatz-Stakkato pflegen, bei dem dann alles nur schwarz/weiß erscheint und jede noch so anekdotische Evidenz mit jedem anderen ideologischen Versatzstück, das Ihnen genehm ist, verquickt wird.
zum Beitrag24.03.2025 , 21:31 Uhr
Die Ungleichbehandlung (2,5 bzw. 3 Rentenpunkte) scheint mir schwer begründbar. Da Kinder allen im Land zugutekommen, kann die Mütterrente nicht aus der Rentenversicherung bezahlt werden. Die Anrechnung als Einkommen beim Bezug der Grundsicherung ist eine Schweinerei.
zum Beitrag24.03.2025 , 12:13 Uhr
"...dass man alle Seiten des politischen Spektrums würdigt und sich offen und fair über deren Positionen und ihre Sinnhaftigkeit austauscht." Nur dass das nicht geschieht. "Positionen" sind nur dann politisch, wenn sie faktenbasiert, rational, lösungsorientiert und minimal ethisch sind. Ansonsten sind diese "Positionen" Geschwätz, Hetze, Ressentiment oder Manipulation. Und Aufgabe von Journalismus wäre, diese "Positionen" als solche einzuordnen. Macht man in Osnabrück aber nicht, sondern stimmt ein ins Raunen und Heulen.
zum Beitrag24.03.2025 , 12:03 Uhr
Das, was Journalismus ausmacht, sind Qualitätsstandards (Faktenbasis, Recherche, Überprüfung der Glaubwürdigkeit von Quellen usw.). Die Aufgabe des Journalismus ist nicht kritisch zu sein, sondern auf belastbarer Grundlage kritisch zu sein. Und das wird von konservativen/rechten Medien immer weniger geleistet.
zum Beitrag24.03.2025 , 11:45 Uhr
Das ist ein schon lange beobachtbarer Trend: "konservative"/rechte Medien liefern immer weniger Recherchen und Analysen und setzen auf Meinungsbeiträge (wahrscheinlich zur Gefühlsbewirtschaftung).
zum Beitrag24.03.2025 , 11:10 Uhr
Nun ist der Mensch mehr als seine Biologie und Biologie ist nicht gleich Genetik. Der Rückzug auf das biologische Geschlecht, verkennt eben, dass es auch das hormonelle, performative, soziale, aktivistische, psychologische usw. Geschlecht gibt. Vielleicht ist es auch kein Verkennen, sondern mehr ein Verweigern...
zum Beitrag24.03.2025 , 10:59 Uhr
Ja, es gab antisemitische Vorfälle, was nicht heißt, dass die Proteste an sich und ihrem Wesen nach antisemitisch gewesen sind. Da findet viel Hetze und Kampagne statt: ein Kampf um die Deutungshoheit, der untrennbar verbunden ist mit dem Kampf gegen alles Progressive. Da ist eine Konfliktdynamik in Gang gekommen, die bei den Demonstrant*innen mitunter notwendige Differenzierungen hat verschwinden lassen. Die Rechte in den USA hingegen hat bewusst die medial ausschlachtbare Zuspitzung gesucht.
zum Beitrag22.03.2025 , 21:10 Uhr
wenn's doch bloß so wäre
zum Beitrag22.03.2025 , 20:53 Uhr
Was soll man da noch sagen, außer: DANKE Antifa!
zum Beitrag22.03.2025 , 20:37 Uhr
Ist das alles so neu? Seit Jahrzehnten höre ich morgens eine der beiden Presseschauen im Deutschlandfunk. Wenn ein NOZ-Kommentar angekündigt wird, zieht sich bei mir schon seit jeher alles in Erwartung irgendeines rechten Unsinns zusammen. Oft zurecht wie sich dann herausstellt.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:53 Uhr
"Dass vor allem die eigene Arbeit zählte, war ein eher kleines Fenster so in den 1970ern plus." - korrekt, eine historische und soziologische Ausnahmesituation. Siehe Piketty.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:47 Uhr
"Diese Chance muss man halt auch nutzen." - Diese Chancen muss man erst mal allen auch wiederholt (wir sind keine Automaten) zur Verfügung stellen. Dafür braucht es Geld, das man am besten da holt, wo viel ist.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:42 Uhr
"Kinder von Eltern, die Wohneigentum schaffen oder erhalten durch Renovierung müssen gegenüber den anderen viele Abstriche machen und sollen dann dafür auch noch Erbschaftssteuer zahlen?" - jetzt lassen wir doch mal die Kirche im Dorfe, ja? Renovierungen/Umbau - wir haben eigentlich immer die Hälfte vom Staat geschenkt bekommen (Bafa- und KfW-Förderungen; steuerliche Absetzbarkeit). Dafür haben andere, mutmaßlich weniger gut verdienende Menschen hart arbeiten und Steuern abdrücken müssen.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:33 Uhr
"Weil deine Eltern das Geld, das "dir in den Schoß fällt" -sofern sie nicht im Lotto gewonnen haben- bereits versteurt [sic!] haben." Die schon, Du aber nicht (ich bleibe mal beim "Du" wegen der stilistischen Kohärenz). Es ist quasi neues Geld, weil es einen neuen Besitzer hat.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:28 Uhr
Ihre Pflege-Argumentation ist mindestens schräg und auch wenig kenntnisreich. Das Risiko in einer institutionalisierten Menschenrechtsverletzung wie dem Pflegesystem die letzten Jahre komplett würdelos und leidend zu verbringen, ist ohne Vermögen ziemlich hoch. Falls Erspartes da ist, eher nicht so.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:21 Uhr
Ohne staatliche Infrastruktur und die vielfältige Daseinsvorsorge, auch für diejenigen, denen Sie bei Ihrem Aufstieg nicht ihren fairen Anteil gegeben haben, hätten Sie wohl nichts.
zum Beitrag22.03.2025 , 02:15 Uhr
"sondern hat die Grundlagen durch eigene Arbeit geschaffen" - das ist die kapitalistische Illusion, die die Arbeit der anderen, die in vererbten Vermögen steckt unsichtbar macht. "Da ist es doch nur gerecht, wenn die Kinder und Kindeskinder von der Umsicht des Gründervaters profitieren" - das ist die biologistische Illusion und ein Unterschieben von Motivationen (kann im Zweifelsfall stimmen, lässt aber die Psychologie des Geldverdienens - und im übrigen wieder: unsichtbare Arbeit, beispielsweise von Frauen - außen vor).
zum Beitrag22.03.2025 , 02:08 Uhr
"...von etwas profitieren zu wollen, was Jemand Anderem gehört, woran man selbst aber AUCH keinen Verdienst hat..." - unwahrscheinlich im real existierenden Kapitalismus.
zum Beitrag22.03.2025 , 01:57 Uhr
Hat mich zum Lächeln gebracht, Danke!
zum Beitrag22.03.2025 , 01:52 Uhr
"Mein Vater hatte nichts und wird mir etwas vererben" - falls wahr, ist das die historische und soziologische Ausnahme. Außerdem: es geht um SIE, nicht um Ihren Vater. Sie haben sich möglicherweise nichts oder weniger erarbeitet, oder wenn doch, dann nur deshalb, weil Sie wussten, "dass da was kommt" und Sie Ihren beruflichen Werdegang anders strukturieren konnten. Dieses Privileg sollte ausgeglichen werden durch hohe Erbschaftssteuern, aus denen dann sozialer Wohnungsbau und Mietpreisdeckel und Vergesellschaftung bezahlt werden.
zum Beitrag22.03.2025 , 01:45 Uhr
"Und ob ein Einkommen durch Leistung generiert wird oder nicht ist für die steuerliche Veranlagung ebenfalls irrelevant." Man nennt es Klassenherrschaft.
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