+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Selenskyj ehrt Melania Trump mit Orden für Waffenruhe in Oleschky
In Saporischschja werden nach einem Luftangriff noch 59 Menschen vermisst. Selenskyj ehrt Melania Trump für ihre Vermittlung. Auf der Krim kam es zu Stromausfällen.
Foto: Umit Bektas/ REUTERS
Selenskyj verleiht Melania Trump Orden wegen Oleschky-Waffenruhe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-First-Lady Melania Trump wegen ihrer Hilfe bei der Vermittlung einer örtlichen Waffenruhe zur Evakuierung der Frontstadt Oleschky einen Staatsorden verliehen. Sie erhält den Orden der Fürstin Olga erster Klasse, mit dem die Ukraine Frauen für herausragende Verdienste im karitativen oder gesellschaftlichen Bereich ehrt, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Dekret hervorgeht. Damit werde ihr persönlicher Beitrag zur humanitären Unterstützung der Ukraine gewürdigt. Die Frau von US-Präsident Donald Trump spielte den Angaben zufolge eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung einer sechstägigen Feuerpause, um Zivilisten aus der umkämpften Stadt Oleschky in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierung wurde am Sonntag abgeschlossen. Es war die längste lokale Waffenruhe seit Kriegsbeginn. Zudem werde mit dem Orden ihr Einsatz für ukrainische Kinder gewürdigt, insbesondere für jene, die aus den von Russland besetzten Gebieten verschleppt wurden. (rtr)
Zahl der Todesopfer in Saporischschja auf fast 40 gestiegen
In der ukrainischen Region Saporischschja ist die Zahl der Todesopfer durch einen russischen Luftangriff nach Angaben der örtlichen Behörden auf 37 gestiegen. Noch immer würden 59 Menschen vermisst. Rettungskräfte suchten in den Trümmern der ehemaligen Schule in der Ortschaft Komyschuwacha weiterhin nach Überlebenden. Die russischen Streitkräfte hatten am Montag ein Verteilzentrum angegriffen. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hatten sie zunächst Fliegerbomben auf das Gebäude abgeworfen und anschließend den Schutzraum mit weiteren Bomben attackiert. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff habe ukrainischen Militäreinheiten in der Umgebung von Komyschuwacha und zwei weiteren Siedlungen gegolten. Dabei seien bis zu 25 ukrainische Soldaten getötet worden. (rtr)
Russland: Ukrainischer Angriff auf Krim legt Stromversorgung lahm
Die Ukraine hat nach russischen Angaben bei Angriffen auf die besetzte Halbinsel Krim Teile der dortigen Stromversorgung lahmgelegt. Das russische Energieministerium erklärte am Mittwoch, die Ukraine habe über Nacht „Energie-Infrastrukturanlagen“ auf der Krim angegriffen. Dies habe zu Stromausfällen geführt. Derzeit werde daran gearbeitet, die Versorgung schrittweise wieder herzustellen.
Das Ministerium nannte keine genauen Zahlen zu den betroffenen Haushalten in dem Gebiet, in dem mehr als 2,5 Millionen Menschen leben. Die 2014 von Russland annektierte Krim am Schwarzen Meer wird regelmäßig von der Ukraine angegriffen. Kiew spricht von Vergeltungsangriffe für russische Angriffe. Schon im Oktober hatte ein ukrainischer Angriff auf die Krim zu Strom- und Wasserausfällen geführt.
Die Ukraine wirft Russland vor, bei Luftangriffen regelmäßig die ukrainische Energie-Infrastruktur zu attackieren. Inmitten sinkender Temperaturen vor den Wintermonaten sind zahlreiche Ukrainer deswegen immer wieder von der Stromversorgung abgeschnitten. (afp)
Wadephul hofft auf neue Dynamik in USA zu Ukraine-Krieg
Bundesaußenminister Johann Wadephul ist zuversichtlich, dass mit dem Ausgang der Kongresswahlen in den USA eine neue Dynamik bei der Unterstützung der Ukraine entstehen kann. „Ich bin, was die Ukraine angeht, eher etwas zuversichtlich, dass es im Kongress jetzt wieder mehr Gespräche auch zwischen beiden Parteien geben wird, was man gemeinsam tun kann, um die Ukraine zu unterstützen“, sagte Wadephul in Berlin. „Ich glaube, dass man sich dort im Wahlkampf schon eine gewisse Zeit lang zurückgehalten hat und ich weiß, dass es in beiden Häusern und in beiden Parteien überzeugte Unterstützer der Ukraine gibt.“ (rtr)
Nach Midterms: Kreml hofft auf Fortsetzung von Trumps „Friedensbemühungen“
Russland setzt nach Angaben des Kreml nach dem Ausgang der US-Kongresswahlen auf eine weitere Vermittlung von US-Präsident Donald Trump im Ukraine-Konflikt. „Präsident Trump bleibt im Amt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch laut einem russischen Medienbericht. „Wir hoffen aufrichtig, dass er auch seine Friedensbemühungen fortsetzt.“
Bei den US-Kongresswahlen vom Dienstag hatten Trumps Republikaner eine schwere Niederlage erlitten und ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus an die oppositionellen Demokraten verloren.
Trump hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus Anfang 2025 wiederholt versucht, ein Ende des Ukraine-Kriegs herbeizuführen. Seine Vermittlungsversuche haben bislang aber wenig greifbare Fortschritte erzielt. Für kommende Woche sind neue Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew unter US-Vermittlung im Golfemirat Abu Dhabi geplant. (afp)
Ukraine trifft Logistikzentrum von russischem Onlinehändler
Die Ukraine hat in der Nacht erneut eine Filiale eines großen russischen Internethändlers angegriffen. Die Mitarbeiter eines Logistikzentrums von Ozon in der südrussischen Teilrepublik Adygeja seien wegen eines Drohnenangriffs evakuiert worden, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Unternehmen. In dem Zentrum sei ein Feuer ausgebrochen. Nach vorläufigen Angaben gab es keine Verletzten. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen verstärkt Versandzentren der russischen Online-Riesen Wildberries und Ozon zerstört oder beschädigt. Das Land wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion und greift in seinem Abwehrkampf seit mehreren Monaten systematisch auch weit entfernte Ziele in Russland an.
Derweil machte US-Präsident Donald Trump in der britischen Financial Times deutlich, er sei optimistisch, dass die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland Fortschritte machten. „Ich glaube, beide Seiten sind an dem Punkt angelangt, an dem sie sagen: Lasst uns eine Einigung erzielen“, sagte er. Nächste Woche Dienstag und Mittwoch finden unter Vermittlung der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten die ersten direkten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland seit Langem statt.
Am Dienstag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin getroffen. Beide pochten darauf, dass die Europäer an den anstehenden Gesprächen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs beteiligt werden müssten. Deutschland ist der wichtigste Unterstützer der Ukraine.
Selenskyj schrieb am späten Abend auf der Plattform X, er habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die umfassende Unterstützung Deutschlands gedankt. Europa bezeichnete er als wichtigen Bestandteil, den Friedensprozess voranzutreiben. (dpa)
Russland greift wieder mehrere ukrainische Regionen an
Russland hat in der Nacht wieder zahlreiche Landesteile der Ukraine angegriffen. Dabei seien zwei Kraftwerke in den Regionen Kyjiw und Schytomyr getroffen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Zudem sei ein Frachtschiff nahe der Hafenstadt Odessa attackiert worden. Ukrainischen Behörden zufolge gab es weitere Angriffe in den Regionen Poltawa, Dnipro, Kirowohrad und Riwne sowie auf die Hauptstadt Kyjiw. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim kam es nach einem Unfall zu Stromausfällen, Einzelheiten dazu lagen zunächst nicht vor. (rtr)
Melania Trump kündigt Treffen mit Ukrainern und Russen an
First Lady Melania Trump hat nach ihrer Vermittlung einer Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky ein Treffen mit Vertretern der Ukraine und Russlands im Weißen Haus angekündigt. Sie persönlich werde die Repräsentanten von zwei Nationen zusammenbringen, die sich aktiv im Krieg befinden, teilte das Weiße Haus mit.
Zudem werde Melania Trump am Donnerstag um 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) über die Oleschky-Waffenruhe sprechen. Es wurden keine Angaben gemacht, welche Ukrainer und Russen an der Begegnung teilnehmen sollen. Ukrainische Medien meldeten unter Berufung auf eigene Quellen, dass aus Kyjiw der Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und der Fraktionschef der Präsidentenpartei, David Arachamija, nach Washington reisen werden. Die russische Seite sollen demnach Lubinez’ Kollegin Jana Lantratowa und Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew vertreten.
Das Weiße Haus schrieb die Vermittlung der begrenzten Waffenruhe im Süden der Ukraine der Präsidentengattin zu und sowohl Russland als auch die Ukraine bedankten sich bei ihr. In einer gemeinsamen Rettungsaktion wurde in der vergangenen Woche die Ausreise zahlreicher Menschen aus der Trümmerstadt Oleschky ermöglicht – sie konnten dabei wählen, ob sie in die Ukraine oder nach Russland wollten. Auch humanitäre Hilfsgüter wurden in die Stadt gebracht. (dpa)
Kanadas Premier: Russland nicht zu Eishockey-Junioren-WM
Der kanadische Premierminister Mark Carney hat kategorisch ausgeschlossen, dass eine russische Eishockey-Auswahl an der U20-Weltmeisterschaft am Jahresende in Kanada teilnimmt. Damit stellte sich Carney klar gegen eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS, der eine Wiederzulassung russischer Teams an Eishockey-Turnieren genehmigt hatte.
Solange Russland und sein Verbündeter Belarus den „illegalen und ungerechtfertigten schrecklichen Krieg“ gegen die Ukraine unterstützten, würden keine ihrer Athleten für ihre Länder in Kanada antreten, sagte Carney am Rande des Gipfeltreffens der Commonwealth-Staaten am Dienstag (Ortszeit). „Wenn Sie also insbesondere nach der Junioren-WM fragen – dort werden die Russen nicht sein“, fügte der kanadische Regierungschef hinzu. Umsetzbar wäre dies durch die Verweigerung von Visa. Zuletzt hatten die Niederlande russischen Turnerinnen die Einreise für die Weltmeisterschaften in Rotterdam verwehrt.
Kanadas Eishockey-Verband dankte der Regierung in einer Mitteilung für die starke Position, die Sportler und Offizielle aus Russland und Belarus davon abhalte, unter ihren nationalen Symbolen an internationalen Sportveranstaltungen in Kanada teilzunehmen. Die Junioren-WM findet vom 26. Dezember 2026 bis zum 5. Januar 2027 in Edmonton und Red Deer in der kanadischen Provinz Alberta statt. Zu den bislang zehn Teilnehmern zählt auch die deutsche U20-Auswahl, nicht aber die russische.
Zuvor hatten nach Eishockey-Weltmeister Finnland auch Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland angekündigt, nicht gegen Russland anzutreten. Der tschechische Verbandspräsident befürwortete ebenfalls einen Boykott. Die finnische Stadt Turku hatte angekündigt, nicht mehr als Mitausrichter der für den Jahreswechsel 2027/2028 angesetzten U20-WM zur Verfügung zu stehen, wenn Russland teilnehmen sollte.
Die nächste Weltmeisterschaft der A-Mannschaften ist für den 14. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim geplant. Dafür wäre Russland spielberechtigt, nachdem der Sportgerichtshof CAS einer Berufung des russischen Eishockey-Verbandes gegen den Weltverband IIHF auf Wiederzulassung stattgegeben hatte. Der Deutsche Eishockey-Bund prüft derzeit, ob er die WM ausrichten kann und beschäftigt sich eigenen Angaben zufolge auch mit der Option, sie zurückzugeben. Ein Regierungssprecher hatte angekündigt, die Bundesregierung werde sich über mögliche Folgen des CAS-Urteils zeitnah mit dem DEB austauschen. (dpa)
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