Kurz vor US-Kongresswahlen: Trump hebt einige Zölle gegen Kanada auf
Der Handelskonflikt mit dem nördlichen Nachbarn belastet viele grenznahe US-Bundesstaaten – und damit auch den Wahlkampf einiger Kandidaten aus Trumps Republikanischer Partei.
Foto: Amanda Sabga/reuters
dpa | Kurz vor den US-Zwischenwahlen und inmitten des Handelskonflikts mit Kanada haben die USA einige ihrer Zölle gegen Produkte des nördlichen Nachbarn angepasst. Die republikanische Senatorin Susan Collins aus dem US-Bundesstaat Maine teilte mit, sie habe Zollausnahmen für Produkte erreicht, die für die dortige Landwirtschaft von großer Bedeutung seien – etwa für Blaubeer-, Kartoffel-, Apfel- und Algenproduzenten.
Der Zollkonflikt belastet besonders grenznahe US-Bundesstaaten, die traditionell eng mit Kanada verbunden sind. „Für viele Betriebe in Maine sind importierte Produkte aus Kanada unerlässlich“, wurde Collins zitiert. „So sind beispielsweise die Wildheidelbeerzüchter in Maine auf spezielle Ernteboxen aus Kanada angewiesen.“
Kritik an Handelsstreit von weiteren Republikanern
In Maine kämpft Collins gegen den Demokraten Troy Jackson um ihre Wiederwahl. Sie hatte sich ausdrücklich gegen Trumps Kanada-Zölle ausgesprochen. Auch der republikanische Senatskandidat Mike Rogers in Michigan etwa hat sich von Trumps Zollpolitik distanziert und ein Ende des Handelskonflikts mit Kanada gefordert. Er tritt gegen den Demokraten Abdul El-Sayed an – zwischen den beiden wird ein knappes Rennen erwartet.
Bereits im September hatte die Trump-Regierung Zölle auf kanadische Produkte wie Streusalz und Zement aufgehoben, zugleich aber andere Waren mit neuen Abgaben belegt. Ob dies auch diesmal geplant ist, bleibt vorerst unklar.
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor rund eineinhalb Jahren befinden sich die eng verflochtenen Nachbarstaaten Kanada und die USA in einem Handelskonflikt, der zuletzt mit Zöllen und Gegenzöllen eskalierte. Beide Länder leiden unter den Auswirkungen des Handelskonflikts. Für die deutlich kleinere Volkswirtschaft Kanada, die stark vom Handel mit den USA abhängig ist, sind die Folgen jedoch besonders spürbar. Die Verhandlungen über eine Lösung lagen zuletzt auf Eis.
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