Bundesweiter Protest gegen rechts: 127.000 Menschen demonstrieren gegen die AfD
In 29 Städten haben am Samstag weit mehr als 100.000 Menschen gegen Rechtsextremismus demonstriert. Das zeigt eine Zählung der taz.
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Bundesweit haben am Samstag mehr als 100.000 Menschen gegen Rechtsextremismus und die AfD demonstriert. In 29 Städten fanden Demonstrationen mit insgesamt gut 127.000 Teilnehmenden statt. Die größte Kundgebung des Tages war in Hamburg, wo mehr als 25.000 Menschen zusammenkamen. In Düsseldorf beteiligten sich rund 20.000 Menschen, während in Berlin die Polizei von 18.000 Teilnehmenden berichtete. Laut Veranstalter*innen waren in Berlin 32.000 Menschen auf der Straße.
Seit einer Woche dokumentiert die taz die bundesweiten Demonstrationen. Das Team analysiert Artikel aus Regionalzeitungen, Polizeimeldungen, Versammlungsanmeldungen und – ganz wichtig – Hinweise von Leser*innen, die an demohinweise@taz.de geschickt werden. Seit Beginn der Datensammlung erreichten uns bereits fast 100 Hinweise.
Seit der Wahl in Sachsen-Anhalt haben insgesamt mindestens 170.000 Menschen gegen die AfD demonstriert. Fast zwei Drittel der Demonstrationen fanden in kleineren Orten statt und zogen drei- bis vierstellige Teilnehmendenzahlen an. Bei fünf Demonstrationen gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Straße, die meisten von ihnen am Samstag.
Die größte Kundgebung der „Prüf“-Protestreihe fand in München mit rund 12.000 Teilnehmenden statt. In vielen anderen Städten wie Mainz und Saarbrücken hatten die Demos vierstellige Teilnehmendenzahlen.
Die Prüf-Protest-Reihe fordert, dass das Bundesverfassungsgericht die AfD auf Verfassungstreue überprüft. Diese Initiative ruft jeweils am zweiten Samstag im Monat zu Demonstrationen auf.
Auch für die kommenden Tage sind zahlreiche weitere Demonstrationen in ganz Deutschland angekündigt. In den vergangenen Jahren gab es mehrmals große Demonstrationswellen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, unter anderem nach Enthüllungen über Treffen zwischen AfD-Politiker*innen und anderen Neonazis, bei denen rassistische Abschiebepläne diskutiert wurden.
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
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