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Wird Libyen zum Bioparadies?

Am Rand von Tripolis, wo Wasser durch Rohre fließt wie Blut durch einen Körper, wächst eine Vision. Abdullah Elfandis Farm „Hydroharvest“ ist mehr als ein Experiment – sie ist ein Gegenentwurf zu einem Land, das nach Jahren des Krieges unter Wasserknappheit, schwacher Infrastruktur und fehlendem Bewusstsein für die Umwelt leidet.

Der Ansatz des Bauern für eine grünere Zukunft seiner Heimat: Aquaponik – ein geschlossener Kreislauf aus Fisch und Pflanzen, ohne Pestizide, mit bis zu 90 Prozent weniger Wasserverbrauch. Statt schneller Gewinne setzt Abdullah Elfandi auf Geduld, Qualität und Verantwortung. Doch der Weg ist steinig: mangelnde staatliche Unterstützung, geringe Nachfrage nach Biolebensmitteln und ein System, das keine Fehler verzeiht.

Und doch trägt diese Farm eine größere Idee in sich. Für Abdullah Elfandi ist sie kein Ersatz, sondern eine neue Form der Landwirtschaft – eine, die Tradition und Technologie verbindet und den Umgang mit Wasser neu denkt.

Seine Vision für 2050 klingt fast wie eine leise Prophezeiung: Libyen könnte zu einem Zentrum intelligenter Landwirtschaft werden – mit Entsalzungsanlagen, Solarenergie-Farmen und einer Produktion, die mithilfe künstlicher Intelligenz höhere Erträge erzielt. Kurz: Libyen soll zu einem Land werden, das sich selbst ernährt, statt abhängig von Importen zu sein. Ob das gelingt, hängt nicht nur von Technologie ab, sondern auch davon, ob aus einzelnen Wasserwächtern wie ihm eine Bewegung wird. Abdullah Elfandi sagt, er glaube daran.

Manal AlHamshari,

Journalistin aus Tripolis

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