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Kommt in Marokko noch Fleisch in den Couscous?

Essen ist nicht nur das, was auf dem Teller liegt. Es ist unsere Beziehung zur Welt. Asma Zrioul, Ernährungs­wissenschaftlerin, und Chef Simo, einer der berühmtesten Köche Marokkos, sind sich einig: Bis Mitte dieses Jahrhunderts werden sich durch die Klimakrise und der damit einhergehenden Wasserknappheit unsere Essgewohnheiten ändern. Für Chefkoch Simo bedeutet dies nicht das Ende der marokkanischen Küche, sondern vielmehr den Beginn einer neuen Phase der Innovation. Kochen wird zu einer Kunst der Anpassung, zu einem ständigen Versuch, den Geist der Küche zu bewahren und Rezepte mit weniger Ressourcen, aber mehr Fantasie neu zu interpretieren. Die wichtigsten Zutaten der Zukunft: traditionelle Getreidesorten, Hülsenfrüchte lokale Kräuter. Und ganz wenig Fleisch, da dessen Herstellung zu viel Ressourcen verbraucht.

Wandel in der Küche, da ist sich Chefkoch Simo sicher, ist nichts Neues, sondern Teil einer langen Tradition der Anpassung. Identität bedeutet dabei nicht Stillstand, sondern Erneuerung mit Bewusstsein für die eigenen Wurzeln. Er plädiert für eine bewusste, saisonale Küche, die Ressourcen wertschätzt und an traditionelle Sparsamkeit anknüpft. Die Zukunft der Ernährung entsteht seiner Meinung nach nicht im Labor, sondern im Alltag – durch einfache, nachhaltige Gerichte, die Zeitgeist und Herkunft verbinden.

In einer Welt, in der sich das Klima und die Ressourcen verändern, ist die Frage, was wir im Jahr 2050 essen werden, nicht nur eine Prognose, sondern ein Spiegelbild unserer heutigen Entscheidungen. Wird das, was wir morgen essen, eine freie Entscheidung sein, die auf Bewusstsein und Verantwortung basiert, oder eine kurzfristige Reaktion auf Notwendigkeiten, denen wir zuvor keine Beachtung geschenkt haben?

Fatima Yassine,

Journalistin aus Marokko

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