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DAAD streicht 13 Stipendien-Programme

Austauschorganisation für Unis muss 23 Millionen Euro einsparen. Jährlich 2.500 Stipendien betroffen

Von Frederik Eikmanns

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt rund 2.500 Stipendien ein, die er bisher jährlich vergeben hat. So sollen insgesamt 23 Millionen Euro eingespart werden. Hintergrund für die als Konsolidierungsplan vorgestellten Kürzungen sind laut DAAD massiv gestiegene Kosten sowohl in Deutschland, wie auch in anderen Ländern.

DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee sprach von „großen finanziellen Herausforderungen“, vor denen die Organisation stehe. „So sind wir mit stark gestiegenen Kosten in Deutschland und weltweit konfrontiert, beispielsweise bei Personal, IT und Mietkosten.“ Gleichzeitig sei die Höhe der Stipendien für ausländische Studierende, die nach Deutschland kommen, in den letzten zehn Jahren um 34 Prozent gestiegen. Für diese zusätzlichen Kosten habe der DAAD keinen Ausgleich bekommen.

Gekürzt werden soll nun bei insgesamt 13 Förderprogrammen des DAAD. Treffen soll es dabei vor allem Angebote, die „regionalspezifische Förderungen oder Fachthemen betreffen“, darunter Stipendien für Forschungsaufenthalte ausländischer Wissenschaftler und verschiedene Programme zur Internationalisierung der deutschen Hochschulen. Auch Personal soll in diesen Bereichen abgebaut werden, rund 20 Stellen sollen wegfallen, allerdings ohne dass dafür Angestellte gekündigt werden. Mukherjee nannte diese Schritte „in der derzeitigen Situation leider unumgänglich“. Er hoffe darauf, dass „von der nächsten, nach der vorgezogenen Bundestagswahl neu zu bildenden Bundesregierung ein starkes Signal für Deutschlands Außenwissenschaftspolitik ausgehen wird.“

Die Ampelkoalition hatte sich 2021 noch in ihren Koalitionsvertrag geschrieben, die Mittel für den DAAD und ähnliche Organisationen erhöhen zu wollen. Wohl wegen der Krise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine kam es dann aber anders. 2022 kürzte das Auswärtige Amt den Organisationen mehrere Millionen an Fördermitteln. Schon seit 2018 arbeitet der DAAD daran, die Zahl seiner Büros weltweit zu reduzieren.

Der DAAD wird von verschiedenen deutschen und internationalen Stellen finanziert. Der Großteil der Mittel kommt über das Auswärtige Amt. Weitere Geldgeber sind das Wissenschaftsministerium, das Entwicklungsministerium und die EU.

Aufgabe des DAAD ist es, Studierende und Forschende in Kontakt mit dem Ausland zu bringen. Stipendien sind der wichtigste, aber nicht der einzige Weg, mit dem die Organisation die internationale Vernetzung fördert. Der DAAD bietet etwa auch Deutschkurse im Ausland an und berät international Universitäten. Außerdem ist der Dienst für die Umsetzung des Erasmus-Programms in Deutschland zuständig, das Studierenden Austauschsemester in anderen europäischen Ländern ermöglicht.

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