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München kriegt sein OutingOberbürgermeister liebt seine Frau

Christian Ude (SPD), Münchens Oberbürgermeister, hat sich nach jahrelangen Spekulationen geoutet: "Ich bin praktizierender Hetero".

Es ist ein etwas anderes Outing, das Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) samt Frau und Familie inszenierte. "Nein, ich bin nicht schwul, und das ist auch gut so", sagte Ude, als er von der Rosa Liste zu "ihrem" OB-Kandidaten gekürt wurde. Seitdem sind die Münchner Boulevardblätter voll von Udes Begründungen für sein Outing - zwei Titelseiten.

Nicht ohne Grund hat Ude diese radikal gewöhnliche Aussage in aller Öffentlichkeit vorgetragen. Denn seit Jahren gibt es Gerüchte, dass er Männer liebe. Zwar konnte es niemand konkretisieren, aber die Gerüchte waren in der Welt. Weil Tatsachen fehlten, wurden krude Argumente angeführt: So sei es schon auffällig, dass der Herr Oberbürgermeister eine Frau geheiratet habe, die ihrerseits schon ein halbes Dutzend Kinder mit in die Ehe brachte, tuschelten Kneipenpsychologen an bayerischen Theken.

Das wildeste Argument aber stammt aus dem schwul-lesbischen Milieu: Das Ferienhaus auf Mykonos sei ein deutliches Merkmal fürs Schwulsein des Oberbürgermeisters, der sich seit Beginn seiner Amtszeit sehr für die Belange von Schwulen und Lesben einsetzt. Schließlich sei die griechische Insel ein äußerst beliebtes Ferienziel von Homosexuellen aus aller Welt. Bislang war es den Münchnern allerdings ziemlich wurscht, was ihr Oberbürgermeister treibt, der im März wohl wiedergewählt werden wird. Edith von Welser-Ude meint allerdings, dass das Gerücht in den letzten Wochen zunehmend "instrumentalisiert" worden sei. "Da ist uns beiden irgendwann der Kragen geplatzt."

Und so kommt es inzwischen zu einem lustigen Stakkato der Hetero-Beteuerung: "Ich kenne den Ude als ausgewiesenen Hetero", sagt Rosa-Listen-Stadtrat Thomas Niederbühl. "Mami wird als Alibifrau hingestellt", schimpft Stieftochter Susanne Jell. "Dabei führen beide eine glückliche Ehe."

Und Christian Ude selbst - der "praktizierende und bekennende Hetero" - erklärt den Medien seitdem immer wieder: "Ich wäre der Erste gewesen, der es zugeben würde."

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