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„Ganz normal...“

■ Behinderte und GrundschülerInnen malen gemeinsam ohne Berührungsängste

„Ganz normal...“ist es für Melika und ihre Freundinnen, wenn sie im Atelier der behinderten Künstler vorbeikommen. „Wir kommen hierher zum Malen oder Kekse klauen“, albert die Achtjährige. Die SchülerInnen der Grundschule Chemnitzstraße in Altona-Nord kommen entweder vormittags in wechselnden Gruppen in die Räume der „Schlumper“oder können auch nachmittags nach Lust und Laune vorbeischauen. Die „Schlumper“sind eine Gruppe von etwa 30 überwiegend geistig behinderten KünstlerInnen, die in verschiedenen Behinderteneinrichtungen in Hamburg leben.

Die Gruppe wurde 1984 von dem Maler Rolf Laute gegründet und begann ihre Arbeit in einem Atelier in der Nähe des U-Bahnhofs Schlump. „Ein Mitglied der Künstlergruppe, Peter F., hat sogar schon Bilder verkauft“, erzählt der Lehrer Manfred Auerswald, der das Kooperationsprojekt zwischen den Künstlern und der Grundschule eingeleitet hat. Seit Februar 1995 haben die „Schlumper“auch ein Atelier in einem Nebengebäude der Schule. Wer in den ersten Stock des alten Klinkergebäudes in Altona kommt, riecht schon im Flur die Farben. Im Atelier stehen rund ein Dutzend Staffeleien, umgeben von Farbtöpfen, Pinseln und vollendeten Bildern, für die an den Wänden kein Platz mehr ist.

Heute kommen Melika, Anne und Nacifa nicht zum Malen, sie wollen „nur mal gucken“, was Rudi, Michael und Klara gemalt haben. Am liebsten würden die Kinder das zweite Treppenhaus der Schule auch noch bemalen. Dies ist vom Lehrerkollegium aber noch nicht abgesegnet, und so lange werden sie weiter auf Papier malen.

Ajub Iskandarani

Die nächste Ausstellung wird am 11. November um 17 Uhr im Altonaer Theater eröffnet und dann mehrere Wochen zu sehen sein.

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