: Betr.: Kinder sprechen
In den letzten Ferien war ich mit meiner Familie in Tunesien. Dort sahen wir uns eine Stadt an. Da war es ganz anders als bei uns in Berlin: Alles war mit Müll bedeckt, der Strand war völlig verschmutzt. Es lagen überall Autoreifen herum, und mitten in diesem vielen Müll spielten die Kinder Fußball, in dreckiger, ganz und gar zerrissener Kleidung. Ein paar Straßen weiter sah ich Kinder, die in der heißen Sonne ihren Müttern und Vätern auf dem Feld helfen mussten. Es war ein furchtbares Gefühl, das mit ansehen zu müssen. Auf dem Weg ins Hotel sah ich einen Jungen, höchstens acht Jahre alt, der in einer Autowerkstatt an den Autos herumbastelte. Wieder im Hotel, musste ich noch lange über das Erlebte nachdenken. Es war eine so andere Welt. Ich wusste, dass ich nichts dagegen machen konnte, und doch fühlte ich mich schuldig.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen