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Kühle Gruppensexrapports

Klein, zart und viel zu intellektuell für einen handfesten Skandal wirkt Madame Millet, Mitbegründerin und Chefredakteurin der renommierten Kunstzeitschrift artpress. Aber der Expertin für den Künstler Yves Klein ist mit ihrem autobiografischen Buch „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ (Goldmann Verlag, 272 Seiten, 21 €) eine ganz außerordentliche Provokation geglückt. Mit ihren kühl rapportierten Gruppensex- und Fellatioschilderungen persifliert sie die Vorstellung von der sexuell befreiten Gesellschaft. Mühelos beherrscht diese spöttische Dame mit der attraktiven Warze über der Oberlippe den Jargon der Hochkultur ebenso wie den des Vulgären. Die eben in München begonnene Lesereise der Millet durch Deutschland füllt schon im Vorverkauf die Säle. Ihr Lebensgefährte Jacques Henric hat ein Buch mit Aktfotos der Millet herausgebracht („Die Legende der Catherine M.“, Ullstein Verlag, 208 Seiten, 10 €). Unauffällig im Äußeren, schillernd in ihrer humorvollen Präsenz wird die Millet allerdings so manche wilde Fantasie neugieriger Leser enttäuschen. „Es hätte mir wirklich gefallen“, schreibt sie, „wenn die beste Schwanzlutscherin nicht klein gewesen wäre und wenn sie nicht zu eng stehende Augen und eine zu lange Nase gehabt hätte.“         goe

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